Outriders

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Kesselflicken
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Wertschätzung: Outriders - Eine Gegendarstellung

Beitrag von Kesselflicken »

Blöder Titel, ich weiß^^. Aber das hatte ich glaube noch nie, dass ich mich beim abschließenden Urteil so vollumfänglich anschließen würde (spaßiges aber eher unoriginelles Spiel) und trotzdem bei fast allem was gesagt wurde widersprechen würde.

Story
Ich hatte den Eindruck, dass Dom das Spiel nur zur Hälfte gespielt hat, was ich ihm natürlich nicht ernsthaft unterstelle. Aber da war viel für mich überhaupt nicht nachvollziehbar. Imo ist die Story/Kampagne insgesamt sehr unrund weil viel zu viele Fässer aufgemacht, aber dann nur stiefmütterlich behandelt werden.

- Den vorgestellten Anfangscast fand ich auch nett, ist aber bis auf eine Ausnahme ziemlich irrelevant. Alle außer zweien sind nach dem Zeitsprung tot und einer von den beiden spielt in der Story sehr schnell keine Rolle mehr.
- Warum die „nur“ 31 Jahre ein Problem sein sollen, verstehe ich nicht. Ich bin jetzt kein Geschichtsnerd, aber warum sollten Flüchtinge einer sterbenden, in Anarchie versinkenden Erde länger brauchen, um sich in einer schweren Krise wieder an die Gurgel zu gehen?
- Den Konflikt ECA vs. Insurgents fand ich auch recht spannend. Blöd nur, dass er nach der Hälfte des Spiels völlig fallen gelassen wird.
SpoilerShow
Sobald man in das Dschungel-Biom kommt, sind die ECA und die Insurgents vergessen. Dann geht’s um die Flüchtlinge im Wald und was sie für unmenschliche Dinge zu tun bereits sind um eine scheinbar heile Gesellschaft aufrechtzuerhalten. Und sobald man den magischen direkten Übergang von Dschungel zur Wüste findet, geht es darum was raumfahrende Menschen potenziell bereit sind, einer einheimischen Alienspezies anzutun. Die Schnittpunkte in der Story gehen mit dem harten Wechsel der Biome Hand in Hand. Das ist so plump, dass es sogar mir auffiel^^.
Sogar Moloch, der böse Megasoldat der Insurgents, ist nach dem ersten Fight in der Mitte vollkommen vergessen, obwohl er die Hälfte des Spiels als der ultimative Gegenspieler aufgebaut wird. Nehme an, der kommt dann im täglichen Endgame irgendwann als richtige Konfrontation?
- Die Nebenquests sind alle maximal nett. Leider fallen die gegen Ende hin auch sehr ab, weil der Humor zurückgefahren wird. Witzigerweise hat Dom in seiner Erinnerung wohl auch zwei Nebenquests zu einer vereint.^^ Die Szene mit dem Ehekrach gibt es zwar, allerdings schickt einen eine Freundin der „Entführten“ dort hin, um nach ihr zu suchen. Der alte Mann nutzt einen wiederum als Postboten zwischen ihm und seiner Tochter/Nichte.
- Mich hätte interessiert, was Dom zum Finale der Story sagt.
SpoilerShow
Ich selbst fand die Darstellung von Konzentrationslagern ja ziemlich geschmacklos… Den dämlichen Twist, dass noch ein drittes Schiff nach uns gestartet ist, aber Jahre vor uns ankam, weil ihnen auf der sterbenden Erde plötzlich ein besserer Antrieb eingefallen ist, lasse ich mal unkommentiert.
Das Gameplay wurde dafür imo zu wenig gewürdigt. Das Zusammenspiel der Mods und die Möglichkeiten, die einem dadurch beim zusammenschrauben des individuellen Builds ermöglicht werden, haben mich über die storytechnisch eher lahme zweite Hälfte getragen. Das clevere Stellungspiel im Kampf, das spratzige Gunplay und die sich nicht automatisch regenerierende Lebensenergie halten das Gameplay auch bis zum Ende hin frisch und spaßig. Hab aber auch doppelt so lange gespielt wie Dom. Seit dem letzten XBox-Patch mit Spielzeitanzeige weiß ich, dass es 40 Stunden waren bei mir.

Verbindungsprobleme hatte ich im Game Pass auf der Xbox überhaupt nicht. Habs aber auch komplett alleine durchgespielt. Dafür hatte ich viele andere kleiner ärgerliche Clipping-Fehler und Soundbugs.
Was ich auch nicht verstehe: Die Empfehlung es lieber jetzt zu spielen als in einem halben Jahr. Es gibt kein PvP. Wenn man sich mit maximal zwei Mitspielern zusammentut um in zwei Jahren Outriders zu spielen, ist es für einen selbst dann doch völlig irrelevant, ob das noch irgendjemand anders auf dem Planeten spielt.

Aber auf die Erfolgsbewertung durch Square Enix bin ich auch gespannt. Vor allem weil es im Game Pass ist. Eigentlich ging ich davon aus, dass Microsoft da schon ordentlich gezahlt haben wird. Andererseits sind deren Verkaufsprognosen ja doch immer jenseits von Gut und Böse.

Also eine schöne Folge. Hat mich nochmal dazu gebracht, viel über das Spiel nachzudenken^^
There's no such thing as a dumb question, Regnitz, but that one came awefully close.
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Lameth76
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Re: Wertschätzung: Outriders - Eine Gegendarstellung

Beitrag von Lameth76 »

Den Wunsch nach einer "Gegendarstellung" kann ich durchaus nachvollziehen, da ist in der Besprechung tatsächlich viel durcheinander gekommen. Irgendwie scheint es tatsächlich so gewesen zu sein, dass das gemeinsame Spielen mit Freunden arg vom Spiel selbst abgelenkt hat.

Bei der Beschreibung der Nebenquest musste ich schmunzeln, da scheint der Dom, wie mein Vorredner sagt, zwei Quests einfach zusammen.

Bei der Problematik der 30 Jahre musste ich mich wundern. Weder gibt es im Spiel große Metropolen (die aus Überresten zusammengeschusterten Camps können da wohl nicht gemeint sein), noch gibt es so etwas wie einen "Weltkrieg" sondern einen lokal begrenzten Konflikt mit ein paar tausend Beteiligten. Die lokale Begrenzung wird im Spiel thematisiert, erklärt und ist ein Leitmotiv zu Beginn des Spieles.

Zum Gameplay. Man geht nicht in Deckung um sich zu heilen. Das könnte man höchstens vom Technomanten sagen, aber sicher nicht mit dem Verwüster, den Dom gespielt hat. jede Klasse hat eine andere Möglichkeit sich zu heilen, aber immer verlangt es ein offensives Vorgehen. Man heilt sich durch den Schaden, den Man austeilt. Ich habe selbst beim ersten Durchgang mit dem Verwüster auf Weltrang 15 und Expeditionsstuffe 15 gespielt, also das Maximum, alles solo. Der Verwüster muss nahe an den Gegner ran und Schaden machen, damit heilt er sich. Man geht mit einem Verwüster niemals in Deckung. Die Deckung ist eher für den Gegner da. Dieses dynamische Gameplay, das auf Risikomanegement basiert, unterscheidet das Spiel von all den anderen ähnlichen Spielen auf dem Markt.

Loot und Progression: Es gibt sehr wohl diesen abgefahrenen Loot, das sind die legendären Items, von denen man eigentlich auch im Laufe der Story einige erhält. Der Aussage, die Progression würde abflachen, sobald man alle 8 Fähigkeiten frei gespielt hat, muss ich widersprechen. Jeder weitere Punkt im Skillbaum erlaubt es, seinen Build zu optimieren, oder jeder Zeit ganz anders aufzubauen (Man kann jederzeit alle Skillpunkte kostenlos umverteilen.). Neben den Skills und Fähigkeiten sind die Mods die dritte Säule des Charakterbuilds und können die Spielweise fundamental ändern. Dazu gibt es noch in Craftingssystem, das unverzichtbar für die Optimerung der Builds ist. Das Basteln an seinem Build, das Ausprobieren neuer Spielstile, motiviert zum Schluss und erlaubt auch in Sachen Powergefühl immer neue Möglichkeiten.

Dann zum Endgame: Dom Sagt, es gäbe keins. Das stimmt einfach nicht. Nach der Story eröffnet sich ein neuer Spielmodus, der in der Story auch beründet wird. Vergleichen kann man diesen Modus mit den Rifts aus Diablo. Hier hat man ein eigenes neues Währungssystem und ein neues Ranking. Hier kann man seinen -Build perfektionieren, wenn man an so etwas Spaß hat. Aber es stimmt, man kann nach der Story Schluss machen und hat einen guten Abschluss für sich selbst.

Gerade weil sich alle Klassen sehr unterschiedlich spielen, ist durchaus die Motivation da, auch mal die anderen Klassen auszuprobieren. Ich habe alle Klassen ausprobiert und zwei davon bis 15/15 gebracht. Momentan ist das Spiel aber aufgrund eines Schadensbucks nicht spielbar. Wer das Spiel JETZT ausprobieren möchte, dem würde ich dringend abraten.
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tanair
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Re: Outriders

Beitrag von tanair »

Danke Dom für die tolle Wertschätzung. Mein Eindruck wurde so ziemlich wiedergespiegelt. Outriders ist sicherlich nicht das Spiel des Jahres. Aber es ist ein interessantes Spiel, dass man durchaus mal spielen kann.
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tanair
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Re: Wertschätzung: Outriders - Eine Gegendarstellung

Beitrag von tanair »

Ich denke Weltkrieg und Metropolen war eher eine Hyperbel von Dom. Aber es gibt größere Siedlungen, wie das eine, wo eine Nebenmission hinführt. Und gerade der Kampf in der Anfangsmission erinnert doch etwas an den 1. WK mit den Schützengräben. Ich hatte mir auch gedacht: so viel ist in 31 Jahren passiert? Große Siedlungen aufgebaut und wieder zerstört. Überall gibt es Kriege?
Marcari
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Re: Outriders

Beitrag von Marcari »

Ich habe Outriders jetzt auch mal ein paar Stunden im Game Pass ausprobiert und finde es bis jetzt ganz unterhaltsam. Bis jetzt habe ich nur solo gespielt (zur Zeit Weltrang 4) und bin ganz gut durchgekommen. Ich stelle mir aber die Frage, ob das auch im Endgame so weitergeht, oder ob Singleplayer dazu gezwungen werden den Weltrang massiv zu senken. Prinzipiell finde ich die Idee mit dem Weltrang super, aber man hat dann doch einen gewissen Ehrgeiz den nicht zu sehr zu senken, wenn man ihn einmal freigespielt hat :D
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Kesselflicken
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Re: Outriders

Beitrag von Kesselflicken »

Marcari hat geschrieben: 18. Mai 2021, 01:12 Ich habe Outriders jetzt auch mal ein paar Stunden im Game Pass ausprobiert und finde es bis jetzt ganz unterhaltsam. Bis jetzt habe ich nur solo gespielt (zur Zeit Weltrang 4) und bin ganz gut durchgekommen. Ich stelle mir aber die Frage, ob das auch im Endgame so weitergeht, oder ob Singleplayer dazu gezwungen werden den Weltrang massiv zu senken. Prinzipiell finde ich die Idee mit dem Weltrang super, aber man hat dann doch einen gewissen Ehrgeiz den nicht zu sehr zu senken, wenn man ihn einmal freigespielt hat :D
Da kann ich Entwarnung geben. Das ständige Anheben des Weltrangs um die eigenen Grenzen auszutesten, klappt auch solo wunderbar. Habe komplett solo durchgespielt und kam beim Endboss auf Weltrang 12 an.
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Kesselflicken
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Re: Wertschätzung: Outriders - Eine Gegendarstellung

Beitrag von Kesselflicken »

tanair hat geschrieben: 17. Mai 2021, 11:00 Ich denke Weltkrieg und Metropolen war eher eine Hyperbel von Dom. Aber es gibt größere Siedlungen, wie das eine, wo eine Nebenmission hinführt. Und gerade der Kampf in der Anfangsmission erinnert doch etwas an den 1. WK mit den Schützengräben. Ich hatte mir auch gedacht: so viel ist in 31 Jahren passiert? Große Siedlungen aufgebaut und wieder zerstört. Überall gibt es Kriege?
Aber warum ist das komisch? Das will mir nicht so recht in den Kopf 31 Jahre ist doch eine unfassbar lange Zeit. In Sci-Fi-Setting, wo durch technologischen Fortschritt doch eh absolut alles schneller vorangeht umso mehr.

Historisches Beispiel: Zwischen Ende des 1. Weltkriegs und dem Anfang des 2. liegen auch "nur" 31 Jahre.
Sci-Fi-Beispiel: In Mass Effect liegen 35 Jahre zwischen der Entdeckung des namensgebenden Masseneffekts und dem Start des 1. Spiels, wo die Menschheit einen enorme technische Entwicklung hinter sich hat, diverse Kolonien gegründet und Raumstationen gebaut hat.

Warum wirkt es auf euch hier unrealistisch, dass in einem Stück Land von der Größe des Saarlandes in der selben Zeit ein paar Städte entstanden und ein großer Krieg ausgebrochen ist?
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tanair
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Re: Wertschätzung: Outriders - Eine Gegendarstellung

Beitrag von tanair »

Varus hat geschrieben: 18. Mai 2021, 13:31
tanair hat geschrieben: 17. Mai 2021, 11:00 Ich denke Weltkrieg und Metropolen war eher eine Hyperbel von Dom. Aber es gibt größere Siedlungen, wie das eine, wo eine Nebenmission hinführt. Und gerade der Kampf in der Anfangsmission erinnert doch etwas an den 1. WK mit den Schützengräben. Ich hatte mir auch gedacht: so viel ist in 31 Jahren passiert? Große Siedlungen aufgebaut und wieder zerstört. Überall gibt es Kriege?
Aber warum ist das komisch? Das will mir nicht so recht in den Kopf 31 Jahre ist doch eine unfassbar lange Zeit. In Sci-Fi-Setting, wo durch technologischen Fortschritt doch eh absolut alles schneller vorangeht umso mehr.

Historisches Beispiel: Zwischen Ende des 1. Weltkriegs und dem Anfang des 2. liegen auch "nur" 31 Jahre.
Sci-Fi-Beispiel: In Mass Effect liegen 35 Jahre zwischen der Entdeckung des namensgebenden Masseneffekts und dem Start des 1. Spiels, wo die Menschheit einen enorme technische Entwicklung hinter sich hat, diverse Kolonien gegründet und Raumstationen gebaut hat.

Warum wirkt es auf euch hier unrealistisch, dass in einem Stück Land von der Größe des Saarlandes in der selben Zeit ein paar Städte entstanden und ein großer Krieg ausgebrochen ist?
Wie kommst du darauf, dass das Land so klein ist wie das Saarland? Ich dachte wir sind auf einem Planeten. Man muss ja auch mehrfach mit den Transportern reisen.
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Kesselflicken
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Re: Wertschätzung: Outriders - Eine Gegendarstellung

Beitrag von Kesselflicken »

tanair hat geschrieben: 18. Mai 2021, 15:09 Wie kommst du darauf, dass das Land so klein ist wie das Saarland? Ich dachte wir sind auf einem Planeten. Man muss ja auch mehrfach mit den Transportern reisen.
Saarland war natürlich eine saloppe Übertreibung. Aber den ganzen Planeten bereist man definitv nicht. Die Menschen landen ja in einem großen fruchtbaren Tal, wo sie dann ihre ersten Kolonien gründen und einen Brückenkopf bauen wollten. Das geht ja ziemlich schnell ziemlich schief und aus den Plänen wird nichts. Auch aus der "Weltkarte" wird ja klar, dass alle Locations in entspannter Fahrreichweite sind. Und gerade der Konflikt zwischen ECA und Insurgents beschränkt sich auf dieses Tal. Ab der Rückkehr in den Wald, spielt der Konflikt ja auch gar keine Rolle mehr.

Mal aus dem Imgame-Kodex
Warzone Valley
31 years ago, the once-green valley that stretched between the forest and mountains formed the habitable zone. This small expanse is where the colonists first established their presence on Enoch.

Now, the valley is a warzone made up of trenches and squalid settlements. Dugouts, saps, and a meandering maze of trench-formations scar the valley. A smattering of fortifications and bunkers interrupt the monotony. The northern region is occupied by the Insurgents, the southern by the ECA The frontline of war moves constantly, and is rarely ever a straight line. The conflict is decidedly stagnant, both sides achieving as many victories as they suffer defeats.

On the frontlines can be found the most unfortunate, living in rudimentary shelters built to offer a little cover from rain and Anomaly storms, and even less cover from artillery fire. Their living quarters are practically outposts.
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