Carlos schrieb:
Die Argumentation die hier seitenlang gefahren wird sei es von Mockturtle der behauptet der Westen hilft nur aus egoistischen Gründen und nicht aus Grundwerten heraus oder von Kritikern wie diesem Nymoen von dem ich vor diesem Thread noch nie gehört habe ist ja ständig zu erklären warum man eben nicht aus dem Westen heraus die Ukraine weiter unterstützten soll "um den Krieg und das Leid zu verlängern". Gleichzeitig wird dann argumentiert dass die Ukrainer ja eh keine Chance haben und die Zustimmung zum Krieg weiter sinken würde.
Oh, ich bin sehr für die Unterstützung der Ukraine, aus egoistischen Gründen, plant mich ein, wenn es gegen Putin geht, nicht nur gegen Zivilbevölkerung, die da zu ihrem Unglück im Weg liegt. Allein den Kampf für die Freiheit und unseren Way of Life als hehres Hauptmotiv nehm ich dem deutschen Besserwisser nicht ab. Das ist mir zu viel Call of Duty, und Schönwetter-Ethik.
Diesen Herrn Nymoen und seine Thesen kenne ich auch nicht, wenn er denn die Ansicht vertritt, wir sollten die Ukraine nicht weiter unterstützen, bin ich nicht seiner Meinung, dass wir aber klar sehen sollten, dass im Krieg hauptsächlich unbeteilligte Zivilbevölkerung und soldatisches Kanonenfutter leiden und sterben, bin ich dabei, dann hat er Recht.
Das geht, man kann jemandem teilweise zustimmen und in anderen Punkten widersprechen, ohne der Person gleich im Gesamten die intellektuelle Kapazität absprechen zu müssen, ist der Verständigung zuträglich.
Demokratie ist nicht ohne Debatte zu haben, das ist auch ihre Stärke nicht nur eine Schwäche. Wir können gerne über Sinn und Ausmaß von Aufrüstung und Abschreckung diskutieren, aber wenn geschrien wird, dass sei jetzt alles alternativlos, und ich mindestens ein Depp, wenn nicht Schlimmeres, so ich das nicht akzeptiere, guck ich mal, ob ich noch die alten Demoschilder gegen den Natodoppelbeschluss im Keller finde.
Ich fühl mich da gerade echt in die 80er Jahrer zurückversetzt in Diskussionen mit meinem Opa, der auch immer Recht hatte und alles besser wusste über die neumodischen Ideen der jungen Leute aus der "Friedensbewegung" und ihre langen Haare.
Was sagen Deine DKP-Eltern denn heute zur neuen Aufrüstungsdebatte?
Okay, gäbe viel zu sagen: über die Unterschiede im kalten Krieg mit den Staatenblöcken zu heute. Wenn Putin morgen an einem Fischbrötchen erstickt, ist sein System vorbei, während wir noch die Bedienungsanleitung für unsere neuen Raketen lesen, ich hoffe darauf sind wir dann vorbereitet und wir schaffen uns mit unserer Aufrüstung nicht erst den neuen Dauerfeind.
Ich glaube nicht, dass die EU sich auf gemeinsame Verteidigungsmaßnahmen einigen könnte, die ist doch politisch total uneinig, das braucht noch so 50 Jahre Einigungsprozess. Multilaterale Abkommen könnten funktionieren. Wahrscheinlicher scheint mir, dass doch wieder die Nato das in die Hand nimmt, uff, vielleicht ohne Amerika, aber die hat zumindest schon Organisationsstrukturen.
Ansonsten will ich hier weniger zynisch zu sein, das bekommt mir selber nicht, da schlaf ich schlecht. Sorry für die Umstände!
Gruß mockturtle