Macht ihr noch, worauf ihr Bock habt?

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Skedpete
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Macht ihr noch, worauf ihr Bock habt?

Beitrag von Skedpete »

Frage von einem Long Term Listener (seit Andrés Gamestar Zeiten) und First Time Poster: Macht ihr (Podcaster) noch worauf ihr Bock habt?

Das ist ja der Claim, der oft kommt: danke fürs Abo, dadurch sind wir unabhängig und können das tun und behandeln, worauf wir wirklich Lust haben. Ich habe aber den Eindruck, dass es mittlerweile selbst auferlegte Zwänge gibt. Insbesondere bei den Wertschätzungen: hatten die Tester wirklich Bock auf das neue Doom oder Assassin's Creed? Warum gibt es den Podcast nicht erst in paar Monaten oder gar Jahren, wenn ihr wirklich Motivation dazu habt? Und notfalls gibt es halt von The Pod nichts zu dem Spiel? Im Zweifel steigert das sogar die Interaktion zu den Hörern, wenn nach monatelangem Nörgeln im Forum dann doch eine Wertschätzung nachgereicht würde.

Ein Podcast erzeugt eine sehr starke gefühlte Nähe und Vertrautheit zu den Podcastern. Ich bilde mir nach all den Stunden mit euch auf den Ohren ein, dass ich raushöre, wenn ihr eigentlich keine Lust auf ein Spiel hattet. Die Formulierung "wenn ich es nicht für die Arbeit gespielt hätte" gab es jetzt auch schon öfter in verschiedenen Formaten. Ich glaube in Textform kann man sowas besser kaschieren als in einem Gespräch. Und ich finde es schade. Ich höre selbst gerne die Podcasts zu aktuellen Spielen (weil ich nicht genug Zeit habe, sie selbst zu spielen), aber dennoch fühlt es sich für mich gerade nach abnehmender Qualität bei den Wertschätzungen und Sonntagsrunden zu aktuellen Spielen an. Und dann warte ich lieber. Auch wenn es dann keine klassische Wertschätzung ist und ihr euch vielleicht nur Aspekte rauspickt, die ihr interessant findet. Ich fände das auch besser für das Erwartungsmanagement.

Soll keine grundsätzliche Kritik am Projekt sein, oder dass alles schlechter wird (das Gegenteil ist bezüglich Professionalität und Recherche der Fall). Es ist nur dieser eine Punkt aus eurem Claim: aus meiner Sicht könntet ihr dort mutiger sein und euch weiter vom "Spielemagazin auf die Ohren" wo der AC Test in der Montagsrunde irgendwem aufgedrückt wird, entfernen!
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Lurtz
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Re: Macht ihr noch, worauf ihr Bock habt?

Beitrag von Lurtz »

Das Gefühl hatte ich zuletzt auch verstärkt. Aber ist natürlich schwer von außen zu sagen woran es am Ende im Detail lag. Dom zB mochte Doom 2016 ja sehr und fand Eternal noch ordentlich, da ist es schon irgendwie logisch, dass man auch TDA spielt. Gerade die Folge fand ich aber auch in ihrer Kritik nicht so gelungen bzw. finden dann mittlerweile gerne mal Stellvertreter-Diskussionen statt ("AAA-Pinsel" bei Doom TDA).

Aber gut, der Witcher 3-Folge würde ich auch beides vorwerfen, insofern ist das auch nichts komplett Neues... :D
AC hat hier auch schon immer sein Fett wegbekommen, glaube abseits von Origins war da zum Zeitpunkt der Besprechung meist Unlust das Hauptgefühl bei den Podcastern.
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Carlos
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Re: Macht ihr noch, worauf ihr Bock habt?

Beitrag von Carlos »

interessantes Thema und interessante Kritik.

Mein Gefühl wäre, beides. z.b die Diaries sind ja ganz klar ein Liebesprojekt und das hört man sicher auch. Sonntagswertschätzungen sind sicher schon auch sowas wie nen Funnel für neue HörerInnen und gleichzeitig wenn es AAA Titel sind sicher auch so ein bisschen die journalistische Ehre.

Das finde ich erst mal nicht schlimm, umgekehrt gibts zig Podcast, ich würde sagen manchmal 30-50 Prozent der neuen Wertschätzungen die ich komplett ignoriere weil mich die Spiele nicht interessieren. Da sind dann sicher Titel dabei die die Podcaster sehr mochten die aber eben eher nischiger Kram sind und das passt dann ja auch zu dem Anspruch nur das zu spielen worauf man auch Bock hat. Für mich als Backer ist das auch nicht schlimm, wenn ich 1-3 Podcasts die Woche höre und der Rest in den Backlog fliegt ist das voll ok. Bei nem 10er sind das ja immer noch echt geringe Beträge für die Menge an Podcasts.

Und bezogen aufs berufliche ist das doch der Traum von jedem. Man kann sich glaube ich in keinem Job der Welt immer zu 100 Prozent in jedem Thema selbstverwirklichen, aber solange man eine gewisse Spanne an Themen hat die man selbstwirksam bearbeiten kann, sind die anderen Pflichtaufgaben auch viel erträglicher.

Trotzdem fände ich es auch spannend die Frage mal auszuweiten was stattdessen mehr kommen könnte wenn weitere Wertschätzungen wegfallen. Wäre sicher interessant das mal auszuloten. Die Sendung mit dem Ralf wäre da ja schon mal ne super Antwort, oder auch mehr Hardware Themen mit externen Experten, mehr Filmpodcasts (über die Premium hinauz :D ), auch der Jochen und Geraldine wollen irgendwas machen Themenkomplex kommt ja sicher noch und und =)

Was ich aktuell nicht mehr so kann sind Metathemen wenn es in die üblichen 5 Spielebeispiele mündet und gefühlt schon nach 60 Minuten abmoderiert wird mit einem "jo ich glaube wir hams oder"... :ugly: Die höre ich zwar immer noch so berieselnd wie nen Sonntagspodcast aber echt nicht mehr so konzentriert und eher pflichtschuldig. Quasi wie nen Klassiker Hintergrund-Soundtrack :D
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Andre Peschke
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Re: Macht ihr noch, worauf ihr Bock habt?

Beitrag von Andre Peschke »

Skedpete hat geschrieben: 6. Jul 2025, 21:19 Frage von einem Long Term Listener (seit Andrés Gamestar Zeiten) und First Time Poster: Macht ihr (Podcaster) noch worauf ihr Bock habt?
Die Frage kommt immer wieder mal auf und die Antwort ist immer die gleiche: Ja. Das bedeutet aber nicht, dass wir zum Zeitpunkt der Aufnahme noch Bock drauf haben oder, dass wir Bock auf den Podcast hatten, weil wir total hyped auf das Spiel waren.

Zur Erklärung:
- Manchmal haben wir Bock auf ein Spiel und dann stellt sich raus, es gefällt uns nicht. Wenn wir aber einmal ausgemacht haben, dass wir uns das Ding anschauen, dann ziehen wir es in aller Regel auch durch. Manchmal bricht jemand mittendrin ab, weil er wirklich keinen Nerv mehr hat, aber iaR versuchen wir da am Ball zu bleiben.

- Manchmal wissen wir auch schon, dass es jetzt nicht unser Traum ist, das Spiel zu spielen, aber wir machen es trotzdem, weil wir Bock auf die Diskussion haben oder uns das Spiel aus anderen Gründen interessiert. Seb und ich haben „Immortals of Aveon“ gespielt, weil wir das Thema „was ist da schiefgelaufen?“ interessant fanden. In dem Fall hat uns das Spiel dann sogar überrascht und viel Spaß gemacht.

- Und ja, es gab auch schon immer die Ausnahme, dass wir sagen: das ist jetzt SO relevant, selbst wenn keiner Bock drauf hat, dann sollte jemand in den sauren Apfel beißen. Wir würden also GTA 6 zB nicht komplett ignorieren. Das ist aber tatsächlich über die Jahre sogar eher weniger geworden. Früher haben wir auch viel mehr noch „Sprints“ gemacht, um halbwegs nah am Release zu berichten. Inzwischen sind wir da viel entspannter und bringen die Besprechung oft ja wirklich erst deutlich später.

Und was man auch vllt noch sagen muss ist: Nur weil wir machen können worauf wir Bock haben, haben wir nicht immer Mega Bock. Es gibt einfach Momente oder Phasen, da kann man zwar frei aussuchen, was man nun machen will, aber es gibt einfach nix, worauf man so RICHTIG Bock hat. Und dann nimmt man halt das, was einen noch am ehesten anspricht. Und man macht auch mal etwas, was man selbst vielleicht nicht auf #1 hätte, weil ein Kollege richtig Bock hat und eben einen Podcastpartner braucht und der revanchiert sich dann ein andernmal hoffentlich.

Kurz: Die Regel gilt, aber man darf sich das nicht so vorstellen, dass jeder immer bei jedem Podcast zu 100% für das Thema brennt. Ich glaube, das wäre auch einfach nicht realistisch.
Keno
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Re: Macht ihr noch, worauf ihr Bock habt?

Beitrag von Keno »

Also könnte es eventuell auch mal ein Trash- Format geben (jeder von euch ist einmal dran) mit jeweils einem (eher schrecklichen) Spiel infolge eines Voting der Community?

Da können wir uns gern Zeit lassen. Witcher 3 bekommt ja noch ein addon, ich denke André und Jochen G werden sich um die Besprechung reißen
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Andre Peschke
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Re: Macht ihr noch, worauf ihr Bock habt?

Beitrag von Andre Peschke »

Keno hat geschrieben: 7. Jul 2025, 01:19 Also könnte es eventuell auch mal ein Trash- Format geben (jeder von euch ist einmal dran) mit jeweils einem (eher schrecklichen) Spiel infolge eines Voting der Community?
Von meiner Seite aus , auf jeden Fall. Trash ist als Thema sehr interessant, IMO.
SirGaiwan&TheGreenT
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Re: Macht ihr noch, worauf ihr Bock habt?

Beitrag von SirGaiwan&TheGreenT »

Andre Peschke hat geschrieben: 7. Jul 2025, 12:48
Keno hat geschrieben: 7. Jul 2025, 01:19 Also könnte es eventuell auch mal ein Trash- Format geben (jeder von euch ist einmal dran) mit jeweils einem (eher schrecklichen) Spiel infolge eines Voting der Community?
Von meiner Seite aus , auf jeden Fall. Trash ist als Thema sehr interessant, IMO.
Dann darfst du wie einst Stellaris bald Victoria 3 oder Europa Universalis IV spielen. :ugly:
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Dicker
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Re: Macht ihr noch, worauf ihr Bock habt?

Beitrag von Dicker »

Oder eines dieser Mobile Spiele, von denen Knossi behauptet, dass es sie wirklich gibt :shifty:
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Havermilch
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Re: Macht ihr noch, worauf ihr Bock habt?

Beitrag von Havermilch »

Dicker hat geschrieben: 7. Jul 2025, 13:11 Oder eines dieser Mobile Spiele, von denen Knossi behauptet, dass es sie wirklich gibt :shifty:
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Avantenor
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Re: Macht ihr noch, worauf ihr Bock habt?

Beitrag von Avantenor »

Ich dachte immer, Andre könne man am besten mit Echtzeit-Strategie quälen? Am besten eins, das seine Bedienung und Story in langatmigen Visual-Novel-Sequenzen erzählt. Wie wäre es mit Aegis of Earth: Protonovus Assault. 😉
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Voigt
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Re: Macht ihr noch, worauf ihr Bock habt?

Beitrag von Voigt »

Ich glaube das "schlimmste" füe Andre wäre Nekopara.
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philoponus
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Re: Macht ihr noch, worauf ihr Bock habt?

Beitrag von philoponus »

SirGaiwan&TheGreenT hat geschrieben: 7. Jul 2025, 12:55
Andre Peschke hat geschrieben: 7. Jul 2025, 12:48
Keno hat geschrieben: 7. Jul 2025, 01:19 Also könnte es eventuell auch mal ein Trash- Format geben (jeder von euch ist einmal dran) mit jeweils einem (eher schrecklichen) Spiel infolge eines Voting der Community?
Von meiner Seite aus , auf jeden Fall. Trash ist als Thema sehr interessant, IMO.
Dann darfst du wie einst Stellaris bald Victoria 3 oder Europa Universalis IV spielen. :ugly:
Rimworld würde besser passen. Da könnte Andre seinen Gore-Fetisch ausleben und eine Kannibalen-Kolonie aufbauen, die vom Organhandel lebt.
Phrasenschwein
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Re: Macht ihr noch, worauf ihr Bock habt?

Beitrag von Phrasenschwein »

Andre Peschke hat geschrieben: 6. Jul 2025, 23:39 Zur Erklärung:
- Manchmal haben wir Bock auf ein Spiel und dann stellt sich raus, es gefällt uns nicht. Wenn wir aber einmal ausgemacht haben, dass wir uns das Ding anschauen, dann ziehen wir es in aller Regel auch durch. Manchmal bricht jemand mittendrin ab, weil er wirklich keinen Nerv mehr hat, aber iaR versuchen wir da am Ball zu bleiben.
Den Punkt würde ich mal aufgreifen: Warum eigentlich am Ball bleiben? Ich meine ja klar einmal investierte Arbeit möchte man am Ende in Ergebnisse umsetzen, aber ich würde sagen es wäre doch allen eher geholfen, wenn man sich nicht weiter quält. Vor allen wenn es ja eigentlich genügend Formate bei The POD gibt in die man die Zeit gießen könnte. DIe Viertelstunde, Aber Warum?, Sonntagsfolge,... Es mangelt ja nicht an Wegen über ein Spiel zu reden und wenn niemand sich durch ein Spiel durchquälen wollte dann nimmt man halt ein anderes Format, dass nicht impliziert man hätte das Spiel durchgespielt.

In Teilen gesteht ihr es ja manchmal euch selbst ein: Zuletzt erst bei AC Shadows, dass man, wenn man es anders spielt bestimmt mehr und viel Spaß damit haben kann und wird. Als Selbstexperiment habe ich es bei Valhalla gemerkt, dass habe ich dann halt irgendwo in der Mitte des Spiels aufgehört. Ich bin da glaube ich mit eurer Kritik des Spiels 100% übereinstimmend, aber ich habe halt dann aufgehört als es mich anfing zu langweilen und nicht noch alles durchgespielt, weil ich am Ende halt auch keinen Podcast drüber machen muss.

Was glaube ich immer noch ein wenig in euch schlummert ist dieser alte Berufsethos. Wenn wir etwas anfangen, dann bringen wir es zu Ende oder man muss ja immerhin das ganze Spiel gesehen haben für ein Urteil. Ich glaube da ist mehr Mut zur Lücke am Ende sinnvoller. Weil so quält man sich sonst eben weiter um ein "Ende" zu erreichen oder erreicht es nicht, weil das Spiel doch zu sehr genervt hat, hat aber dann eine entsprechende Laune zu dem Spiel.
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Andre Peschke
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Re: Macht ihr noch, worauf ihr Bock habt?

Beitrag von Andre Peschke »

Phrasenschwein hat geschrieben: 18. Jul 2025, 23:27 Den Punkt würde ich mal aufgreifen: Warum eigentlich am Ball bleiben? Ich meine ja klar einmal investierte Arbeit möchte man am Ende in Ergebnisse umsetzen, aber ich würde sagen es wäre doch allen eher geholfen, wenn man sich nicht weiter quält.

[...]

Was glaube ich immer noch ein wenig in euch schlummert ist dieser alte Berufsethos. Wenn wir etwas anfangen, dann bringen wir es zu Ende oder man muss ja immerhin das ganze Spiel gesehen haben für ein Urteil. Ich glaube da ist mehr Mut zur Lücke am Ende sinnvoller. Weil so quält man sich sonst eben weiter um ein "Ende" zu erreichen oder erreicht es nicht, weil das Spiel doch zu sehr genervt hat, hat aber dann eine entsprechende Laune zu dem Spiel.
Also, folgende Gründe:

- Wir sind ein kleines Team. Immer mal wieder 5, 10, 20 Stunden wegzuwerfen, ist schwierig.
- Es ist im TEAM eben auch notwendig, dass man sich manchmal einer unleidlichen Aufgabe widmet, um einem Kollegen zu helfen. Wenn einer früh aussteigt, dann unterbindet er damit Diskussionen über die Teile des Spiels, die er nie gesehen hat. Je nach Spiel und wie früh abgebrochen wird, mindert er damit auch die Qualität der Diskussion über die übrigen Spielbestandteile. Das entwertet dann im schlimmsten Fall die Arbeit, die der andere in das Spiel investiert hat.
- Ja, ich bin der Ansicht, wenn man über ein Spiel spricht, dann sollte man es - von bestimmten Ausnahmen abgesehen - auch umfassend begutachtet haben. Zumindest, wenn das dann unter der Flagge einer Rezension schippert. Das muss nicht unbedingt zu 100% durchgespielt bedeuten. Ich hab mir auch schon einfach das Ende auf YT angesehen. Aber ich finde, man muss schon gerade diesen Qualitätsanspruch an die eigene Arbeit aufrechterhalten, denn alles andere ist doch nicht fair den Hörern und auch den Entwicklern gegenüber.
- Man muss auch die Kirche im Dorf lassen. Wenn jemand ein Spiel durchspielen muss, ist das nicht so, als würde man einen Minenarbeiter ohne Atemmaske und nur mit einem Bastel-Hammer in den Schacht zurück schicken. Man sollte nicht aus den Augen verlieren, dass das Sichten eines Spiels wirklich mit Abstand eine der bequemsten und angenehmsten beruflichen Aufgaben ist, der man nachgehen kann. Dass das Leid in unseren Podcasts immer mal zu Unterhaltungszwecken dramatisiert wird, steht dem nicht entgegen.
- Ich weiß auch nicht, ob man eine "entsprechende Laune" moderieren sollte. Wenn es eine Qual war, das Spiel durchzuspielen, warum soll das aus der Besprechung überhaupt rausgefiltert werden?

Ich denke daher, es ist weiterhin die beste Lösung, wenn das Default-Agreement lautet: Wenn wir nicht früh genug merken, dass es gar nicht taugt, dann bringen wir es ordentlich zuende. Und auch das ist ja dann immer verhandelbar. Zufällig wird just morgen ein Podcast erscheinen, in dem einer von uns sogar reeeelativ früh abgebrochen hat. Da haben wir drüber gesprochen und uns geeinigt "passt in diesem Fall schon so. Die gleichen Fälle, gab es schon in der Vergangenheit.

Aber grundsätzlich sehe ich "Berufsethos" nicht als etwas, dass es auszutreiben gilt, auch nicht in diesem Punkt. Es ist im Gegenteil schon oft genug so, dass man aufgrund äußerer Umstände (Zeit, Finanzen etc) gezwungen ist, Kompromisse mit den eigenen Ansprüchen an Qualität und Gründlichkeit einzugehen.
ZiggyStardust
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Re: Macht ihr noch, worauf ihr Bock habt?

Beitrag von ZiggyStardust »

Andre Peschke hat geschrieben: 19. Jul 2025, 08:54 Zufällig wird just morgen ein Podcast erscheinen, in dem einer von uns sogar reeeelativ früh abgebrochen hat.
Hat Dom Death Stranding 2 abgebrochen? :ugly:
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Dom Schott
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Re: Macht ihr noch, worauf ihr Bock habt?

Beitrag von Dom Schott »

ZiggyStardust hat geschrieben: 19. Jul 2025, 11:39
Andre Peschke hat geschrieben: 19. Jul 2025, 08:54 Zufällig wird just morgen ein Podcast erscheinen, in dem einer von uns sogar reeeelativ früh abgebrochen hat.
Hat Dom Death Stranding 2 abgebrochen? :ugly:
Nein, ich breche immer noch bei Death Stranding 1 ab, gebt mir noch ein paar Jahre!
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Phrasenschwein
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Re: Macht ihr noch, worauf ihr Bock habt?

Beitrag von Phrasenschwein »

Andre Peschke hat geschrieben: 19. Jul 2025, 08:54 Also, folgende Gründe:

- Wir sind ein kleines Team. Immer mal wieder 5, 10, 20 Stunden wegzuwerfen, ist schwierig.
Ja verstehe ich voll und ganz.
Andre Peschke hat geschrieben: 19. Jul 2025, 08:54 - Es ist im TEAM eben auch notwendig, dass man sich manchmal einer unleidlichen Aufgabe widmet, um einem Kollegen zu helfen. Wenn einer früh aussteigt, dann unterbindet er damit Diskussionen über die Teile des Spiels, die er nie gesehen hat. Je nach Spiel und wie früh abgebrochen wird, mindert er damit auch die Qualität der Diskussion über die übrigen Spielbestandteile. Das entwertet dann im schlimmsten Fall die Arbeit, die der andere in das Spiel investiert hat.
Auch das verstehe ich durchaus, nur ist halt das Problem dort: Spiele sind für euch ein Arbeitsprojekt, während es für uns alle anderen ein Hobby ist. Klar ist der Gedankengang verständlich und würde ich wahrscheinlich auch nicht anders machen, aber im Rest der Spielerschaft gibt es keinen Druck die Arbeit eines Kollegen zu versauen, weil das Spiel eben Hobby und nicht Arbeit ist.
Andre Peschke hat geschrieben: 19. Jul 2025, 08:54 - Ja, ich bin der Ansicht, wenn man über ein Spiel spricht, dann sollte man es - von bestimmten Ausnahmen abgesehen - auch umfassend begutachtet haben. Zumindest, wenn das dann unter der Flagge einer Rezension schippert. Das muss nicht unbedingt zu 100% durchgespielt bedeuten. Ich hab mir auch schon einfach das Ende auf YT angesehen. Aber ich finde, man muss schon gerade diesen Qualitätsanspruch an die eigene Arbeit aufrechterhalten, denn alles andere ist doch nicht fair den Hörern und auch den Entwicklern gegenüber.
Naja Fair gegenüber den Spielern ist halt so eine Sache. Wenn ein Spiel irgendwann Dampf verliert, dann würde jeder Spieler aufhören. Was ist dann fair gegenüber dem Spieler? Weitermachen wegen des Berufsethos und dann eine umfassende Bewertung abliefern, obwohl das weit entfernt von jeglichem realistischen Verhalten des Spielers liegt oder genau wie er dann halt abzubrechen?
Andre Peschke hat geschrieben: 19. Jul 2025, 08:54 - Man muss auch die Kirche im Dorf lassen. Wenn jemand ein Spiel durchspielen muss, ist das nicht so, als würde man einen Minenarbeiter ohne Atemmaske und nur mit einem Bastel-Hammer in den Schacht zurück schicken. Man sollte nicht aus den Augen verlieren, dass das Sichten eines Spiels wirklich mit Abstand eine der bequemsten und angenehmsten beruflichen Aufgaben ist, der man nachgehen kann. Dass das Leid in unseren Podcasts immer mal zu Unterhaltungszwecken dramatisiert wird, steht dem nicht entgegen.
Ich habe ja auch nicht erwartet, das ihr danach gleich eine Kur braucht, aber ich bin ja nicht der erste dem hier eine "zu negative" Betrachtung von Spielen auffällt. Ich glaube halt, auch wenn niemand wirklich darunter leidet, zieht es die Erfahrung nach unten und wenn man weiter macht, obwohl das Spiel einen bereits jetzt keinen Spaß mehr macht, künstlich nach unten.
Andre Peschke hat geschrieben: 19. Jul 2025, 08:54 - Ich weiß auch nicht, ob man eine "entsprechende Laune" moderieren sollte. Wenn es eine Qual war, das Spiel durchzuspielen, warum soll das aus der Besprechung überhaupt rausgefiltert werden?
Natürlich sollte man es nicht auslassen, aber wie sehr färbt es das eigene Bild negativ ein, wenn man die letzten 5h eher widerwillig und nach "muss ja" weiterspielt? Und vor allen wie sehr ist das für ein Urteil relevant? "Spiel hat mich nach Stunde X verloren, weil es zu schlecht wurde" reicht als Urteil doch aus. Ich würde sogar sagen unabhängig ob danach noch ein Highlight kommt oder nicht.
Andre Peschke hat geschrieben: 19. Jul 2025, 08:54 Ich denke daher, es ist weiterhin die beste Lösung, wenn das Default-Agreement lautet: Wenn wir nicht früh genug merken, dass es gar nicht taugt, dann bringen wir es ordentlich zuende. Und auch das ist ja dann immer verhandelbar. Zufällig wird just morgen ein Podcast erscheinen, in dem einer von uns sogar reeeelativ früh abgebrochen hat. Da haben wir drüber gesprochen und uns geeinigt "passt in diesem Fall schon so. Die gleichen Fälle, gab es schon in der Vergangenheit.

Aber grundsätzlich sehe ich "Berufsethos" nicht als etwas, dass es auszutreiben gilt, auch nicht in diesem Punkt. Es ist im Gegenteil schon oft genug so, dass man aufgrund äußerer Umstände (Zeit, Finanzen etc) gezwungen ist, Kompromisse mit den eigenen Ansprüchen an Qualität und Gründlichkeit einzugehen.
Ich will ja auch nicht, dass ihr da euren Ethos hinter euch lasst, aber vielleicht mal hinterfragt. Denn anders herum kann ich auch sagen, dass die verschwendete Zeit aus Ethos ein Spiel unbedingt zu Ende zu bringen in andere Projekte gesteckt werden kann, wo sie vielleicht sinniger aufgehoben ist.
Am Ende kann ich es nur als Gedankenanstoß mitgeben. Ich kann nicht in eure Köpfe gucken und feststellen ab wann ihr nur noch aus heeren Berufsethos euch weiter durch ein Spiel schleift (wie gesagt einige Beispiele bereits genannt). Am Ende möchte ich ja eure ehrliche Meinung ohne irgendwelche Zwänge.
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Andre Peschke
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Re: Macht ihr noch, worauf ihr Bock habt?

Beitrag von Andre Peschke »

Phrasenschwein hat geschrieben: 19. Jul 2025, 20:32 Auch das verstehe ich durchaus, nur ist halt das Problem dort: Spiele sind für euch ein Arbeitsprojekt, während es für uns alle anderen ein Hobby ist. Klar ist der Gedankengang verständlich und würde ich wahrscheinlich auch nicht anders machen, aber im Rest der Spielerschaft gibt es keinen Druck die Arbeit eines Kollegen zu versauen, weil das Spiel eben Hobby und nicht Arbeit ist.
Unser Ziel ist es doch auch nicht, uns irgendwie zu "normalen Spielern" zu machen. Das ist eh unmöglich. Die freie Wahl hat das Ziel, dass alle möglichst motiviert sind und damit bessere Ergebnisse erzielen.
Phrasenschwein hat geschrieben: 19. Jul 2025, 20:32 Naja Fair gegenüber den Spielern ist halt so eine Sache. Wenn ein Spiel irgendwann Dampf verliert, dann würde jeder Spieler aufhören. Was ist dann fair gegenüber dem Spieler? Weitermachen wegen des Berufsethos und dann eine umfassende Bewertung abliefern, obwohl das weit entfernt von jeglichem realistischen Verhalten des Spielers liegt oder genau wie er dann halt abzubrechen?
Fair gegenüber dem Hörer ist es, IMO, dass er eine Besprechung mit der nötigen Recherchetiefe bekommt. Wenn wir bei 10JK über Iwata sprechen, dann kann ich nicht sagen: "Ich habe keine Lust mehr, ich recherchiere nach seiner Ernennung zum Präsidenten nicht weiter. Dass der später stirbt und so... erfahren die Leute halt nicht". Das gilt, IMO, auch für die Sichtung von Spielen, wenn auch sicher nicht 1:1. Wenn ein Spiel in der Mitte öde ist, aber später wieder viel besser wird, gehört das fairerweise zur Besprechung dazu, zB.
Phrasenschwein hat geschrieben: 19. Jul 2025, 20:32 Ich habe ja auch nicht erwartet, das ihr danach gleich eine Kur braucht, aber ich bin ja nicht der erste dem hier eine "zu negative" Betrachtung von Spielen auffällt. Ich glaube halt, auch wenn niemand wirklich darunter leidet, zieht es die Erfahrung nach unten und wenn man weiter macht, obwohl das Spiel einen bereits jetzt keinen Spaß mehr macht, künstlich nach unten.
Du bist nicht der erste, aber ihr seid auch lange keine Mehrheit. Es gibt eine große Anzahl von Usern, die insbesondere die kritischen Folgen begrüßen. Die Einstufung "zu negativ" ist da einfach ein Geschmacksurteil. Ich will deine Kritik damit nicht wegwischen, aber ich will kann die Prämisse einfach nicht als "so ist das" akzeptieren.

Für mich ist das eine Abwägungsentscheidung und ich sehe nicht so richtig den Benefit pro Abbrechen?

Durchspielen bedeutet:
- Umfassende Würdigung des Spiels
- Bessere Diskussionen und Betrachtungstiefe
- Fairerer Umgang mit dem Werk

Abbrechen bedeutet:
- Minimal bessere Vibes im Podcast?

Ich mein, wenn einer von uns ein Spiel abbricht...der sitzt doch dann nicht im Podcast und sagt positive Dinge? Ich verstehe also nichtmal, wie das ein Mittel gegen "zu negativ" sein sollte? Außer eben, man würde die komplette Aufnahme knicken. Aber dann ist die Forderung, einfach gar keine negativen Rezensionen mehr zu senden.
Phrasenschwein hat geschrieben: 19. Jul 2025, 20:32 Natürlich sollte man es nicht auslassen, aber wie sehr färbt es das eigene Bild negativ ein, wenn man die letzten 5h eher widerwillig und nach "muss ja" weiterspielt?
Aber was ist mit den Spielen, die dann wieder besser wurden? Es gibt zig Beispiele, in denen ich im Mittelteil keinen Bock mehr hatte, die mich dann nach hinten raus wieder gekriegt haben. Und wie oben schon geschrieben: Wenn ich 5 Stunden vor Schluss abbreche, dann wird der Podcast nicht weniger negativ. Ganz persönlich: 5Std vor der Ziellinie, da will ich ja das Ende sehen. Wenn ich da trotzdem aufhöre, bin ich eher noch frustrierter.
Phrasenschwein hat geschrieben: 19. Jul 2025, 20:32 Ich will ja auch nicht, dass ihr da euren Ethos hinter euch lasst, aber vielleicht mal hinterfragt. Denn anders herum kann ich auch sagen, dass die verschwendete Zeit aus Ethos ein Spiel unbedingt zu Ende zu bringen in andere Projekte gesteckt werden kann, wo sie vielleicht sinniger aufgehoben ist.
Den Punkt mit den Opportunity Costs sehe ich sogar. Total. Es wäre für uns übrigens produktionstechnisch SEHR bequem, wenn wir einfach immer abbrechen, sobald wir gerade keinen Bock mehr haben. Ich glaube aber, dass das die Qualität unseres Podcasts absenkt. Ich halte es daher für besser, wenn wir bei der aktuellen Kompromisslösung bleiben, in der wir das nicht kategorisch ausschließen, aber zu vermeiden versuchen. Es ist IMO die beste Lösung. Das heißt nicht, dass sie perfekt ist und das wir nicht zB auch bei den Entscheidungen, wo wir diese Ausnahmen zulassen, auch mal falsch entscheiden.

Wenn die Vibes mal eher negativ sind, haben wir halt aber auch vllt einfach mal eine Zeit in der viel "meh" erscheint oder die Podcaster haben vielleicht auch einfach mal schlechte Laune und das färbt ab auf den Cast. Das Leben außerhalb der Aufnahmen, ist auch manchmal einfach schwer.
Voigt
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Registriert: 14. Jun 2016, 14:43
Wohnort: Jena

Re: Macht ihr noch, worauf ihr Bock habt?

Beitrag von Voigt »

Andre Peschke hat geschrieben: 19. Jul 2025, 22:23 Es gibt zig Beispiele, in denen ich im Mittelteil keinen Bock mehr hatte, die mich dann nach hinten raus wieder gekriegt haben.
Mir selber fällt garnix ein, was wären da denn so 1~2 Beispiele?
The Doctor
Beiträge: 179
Registriert: 30. Apr 2020, 00:34

Re: Macht ihr noch, worauf ihr Bock habt?

Beitrag von The Doctor »

Voigt hat geschrieben: 19. Jul 2025, 22:30
Andre Peschke hat geschrieben: 19. Jul 2025, 22:23 Es gibt zig Beispiele, in denen ich im Mittelteil keinen Bock mehr hatte, die mich dann nach hinten raus wieder gekriegt haben.
Mir selber fällt garnix ein, was wären da denn so 1~2 Beispiele?
Ich hätte gesagt das viele Rollenspiele einen nicht so guten Mittelteil haben. Oft hat man da einen guten, spannenden Einstieg und dann kommt der Mittelteil wo man die 3-8 MacGuffins der Wahl suchen muss die dann über ebenso viele Areale verteilt sind. Die haben dann alle ihre eigene Questline und das die alle gut sind ist selten.

Ich persönlich habe Dragon Age Origions zwei Mal bei so 70% oder so abgebrochen bevor ich es durchgespielt habe. Bei SW KotOR gibt es afaik Mods mit denen man einen der 5 (?) Planeten skippen kann. Sind jetzt beides Spiele die einen sehr guten Ruf haben aber wo ich abgebrochen habe bzw kurz davor war.

Es gibt sicherlich andere Spiele Genres wo das seltener vorkommt. Gerade bei mechanischeren Spielen ist es sicher was anderes wenn die Mechanik einen dann nicht mehr unterhält.
"Remember - hate is always foolish ... and love, is always wise. Always try, to be nice and never fail to be kind" - The 12th Doctor

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