Andre Peschke hat geschrieben: ↑4. Sep 2025, 07:10
Indem der einzelne Betreuer pro Kopf weniger Arbeitslose betreuen musste, konnte man die besser vermitteln. Hier zu sparen kann also kontraproduktiv sein.
Darum geht es gar nicht.
Sondern er argumentierte in dem Interview so, dass der Sozialstaat über 500 Leistungen hat. Und DA gibt es gute Möglichkeiten zu sparen, in dem man vereinfacht und zusammenführt. Da ist das Beispiel Kindergeld / Wohngeld / Bürgergeld nur ein Beispiel von ganz vielen Beispielen, wo es Leistungen gibt die sich einfach in ihren Anträgen und Bearbeitungabläufen sehr, sehr ähnlich sind und die man deswegen zusammenlege könnte. Plus: Durch Digitalisierung, Vereinfachungen der Anträge UND auch Ausweitung der Bewilligungszeiträume könnte der Staat einiges sparen. Also jetzt ist es ja so, dass sehr viele soziale Leistungen jedes Jahr immer wieder aufs neue beantragt und bearbeitet werden müssen. Von vielen Millionen Menschen. Angefangen bei der Sozialhilfebeziehern nach SGB XII die zusätzliches Geld brauchen, weil die Rente das Existenzminimum nicht sichert. Das jedes Jahr aufs neue zu machen, das kostet richtig viel Geld und wäre ja logisch gesehen unnötig. Man könnte die Bewilligungszeiträume vielleicht auch auf zwei Jahre oder so ausweiten. Darum geht es in seinem Vorschlag vorrangig.
Aber das ist dann nicht nur der Sozialstaat, sondern das gesamte Staatswesen, dass sich überall Doppel- und Dreifachstrukturen leistet. Das mag immer im Einzelfall mal mit guten Intentionen eingerichtet sein, aber in der Gesamtheit kostet uns das so verdammt viel, dass der Staat sehr viel Geld dadurch verliert und einfach ineffizient ist.
Übrigens noch ein kleines Bonmot zur Arbeitsfähigkeit, weil es ja in der Diskussion auch darum geht, arbeitsfähige Menschen zu vermitteln. Das Jobcenter übernimmt hierbei die Definition der gesetzlichen Rententräger. Das heißt:
Du giltst als arbeitsfähig, wenn Du rein theoretisch in irgendeinem Büro für drei Stunden am Tag arbeiten könntest. Was einfach aufzeigt, wie hoch hierzulande die Hürde ist, um als arbeitsunfähig zu gelten. Nun ist das Problem: Wenn man das Wort "arbeitsfähig" hört, denkt man ja, dann ist es kein Problem täglich 10 Stunden im Handel oder so zu arbeiten. Dem ist aber nicht so. Versucht mal einen Job für Menschen zu finden, fdie nur drei Stunden arbeiten können und auch für Menschen, die für körperlich schwere Arbeit nicht zu gebrauchen sind. Das nur mal als Ergänzung, wenn wir über Bürgergeldempfänger sprechen.