Feierabendbier: Feedback zum Thema Zigarettenwerbung

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GaRv3
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Feierabendbier: Feedback zum Thema Zigarettenwerbung

Beitrag von GaRv3 » 6. Feb 2019, 19:02

Lieber Jochen,

ich höre grad die aktuelle Folge des Feierabendbiers und mir ist soeben etwas sauer aufgestoßen.
Du sprichst dich darin für ein Verbot der Zigarettenwerbung aus. Darin stimme ich dir auch vollkommen zu.
Was mich jedoch wundert, ist die Tatsache, dass dies irgendwie im Widerspruch zu eurem Konzept steht. Ihr macht - zumindest indirekt - eine Art Werbung für alkoholhaltige Getränke. Die direkten und indirekten Folgen des Alkoholkonsums führen in Deutschland jährlich zu mehr Todesfällen als der Konsum von Tabakwaren. Quellen habe ich gerade nicht zur Hand, aber die sollten eigentlich leicht zu finden sein.
Ich frage mich, wie das zusammenpassen kann.

Versteht (besonders du, Jochen) das bitte nicht als Angriff. Ich bin lediglich etwas verwundert und frage mich, ob dort vielleicht doch noch etwas Reflektion angebracht wäre. Habt ihr euch dazu schon mal Gedanken gemacht? Der Podcast beschäftigt sich schließlich mit dem Thema Videospiele und dort wollt ihr schließlich auch kein Glücksspiel sehen, da auch jugendliche Rezipienten potenziell davon beeinflusst werden können.

Ich bin neugierig auf eure Gedanken.

Ansonsten: Weiter so!

Viele Grüße
Garvin

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Wudan
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Re: Feierabendbier: Feedback zum Thema Zigarettenwerbung

Beitrag von Wudan » 6. Feb 2019, 19:29

Wieso Werbung? :shock: Wer Sebastian nach 2 Elefantenbier mal zugehört hat was er da redet weiß doch das man davon lieber die Finger lassen sollte :D

Im ernst: Es ist natürlich ein teilweise valider Einwand, völlig unabhängig von der Tabakwerbung-Geschichte, wenn man bedenkt das es vor allem im kostenlosen Format sicherlich auch minderjährige Zuhörer gibt.
Andererseits betrifft das nur 1 (jetzt 2) Formate von vielen, und bei den anderen wird Bier meistens gar nicht erwähnt. Außerdem ist es nie passiert das es ein Podcaster wirklich übertrieben hat und wirklich betrunken war bei der Aufnahme, es blieb immer alles im Rahmen und wenns hoch kommt war man mal leicht angeheitert. Außerdem wird im AeB Format auch oft genug nur Kaffee getrunken. Ich seh da also abgesehen von ein paar flapsigen Sprüchen keine wirkliche Werbung oder gar Glorifizierung von Alkoholmisbrauch.

GaRv3
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Re: Feierabendbier: Feedback zum Thema Zigarettenwerbung

Beitrag von GaRv3 » 6. Feb 2019, 19:37

Wie gesagt: Das soll kein Angriff oder Vorwurf sein. Ich sehe auch grundsätzlich kein Problem darin, dass die Podcaster ab und an mal ein Bier trinken. Ich trinke zwar selbst keinen Alkohol (mehr), kann aber ganz gut nachvollziehen, wieso dies viele Menschen gern ab und an mal tun und mache auch niemandem einen Vorwurf deswegen.

Irritiert hat mich lediglich, dass Jochen so entschieden gegen Werbung für die eine Droge eintritt und auf der anderen Seite selbst öffentlich eine andere Droge konsumiert und thematisiert - und das, wie wohl jeder zugeben muss, i.d.R. ziemlich unkritisch.

Ich habe im Übrigen nie verstanden, wieso Alkohol in unserer Gesellschaft so häufig verharmlost wird. Natürlich nur im Vergleich zu anderen Drogen.

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Desotho
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Re: Feierabendbier: Feedback zum Thema Zigarettenwerbung

Beitrag von Desotho » 6. Feb 2019, 19:49

Letztendlich kann fast alles eine Droge sein. Nikotin, Alkohol, Essen, Computerspiele, Sport, etc. ...

Ich halte auch nichts davon Alkohol zu verharmlosen, denke aber es gibt Unterschiede zu Nikotin/Zigaretten (sowohl negativ als positiv).

https://www.drugcom.de/?id=aktuelles&idx=820
Den Ergebnissen zufolge hat Nikotin das höchste Suchtpotenzial. Von allen Personen, die jemals eine ganze Zigarette geraucht haben, entwickelten 68 Prozent irgendwann in ihrem Leben eine Abhängigkeit.
..
Mit deutlichem Abstand folgt Alkohol. Grant und ihr Team haben ermittelt, dass 23 Prozent aller Menschen, die jemals Alkohol getrunken haben, eine Alkoholabhängigkeit entwickeln.
Wobei ...
Bei Kokain liegt der Anteil der Probierer, die abhängig werden, bei 21 Prozent.
Auf der anderen Seite: Wer mit Alkohol nicht verantwortungsvoll umgeht (betrunken Autofahren und so) ist gefährlicher als ein Raucher der sich ne Packung Zigaretten reingedübelt hat. Der Raucher schadet nur sich selber, derjenige der Alkohol missbraucht (und sei es nur einmalig) kann viel eher Unbeteiligte schädigen.

Aber bei Alkohol sehe ich zumindest die Möglichkeit verantwortungsvoll damit umzugehen und nicht abhängig zu werden.
Natürlich gibt es auch Leute die alle paar Monate mal eine rauchen und nicht abhängig sind.

Bei Zigaretten habe ich auch irgendwie immer den Eindruck, dass die Leute im jugendlichen Alter süchtig sind bevor sie realisieren was sie sich antun.
Wobei ich da jetzt nicht nach Belegen gesucht habe.

p.s.: Malzbier ist klar geiler als Bier! Und gut gegen Geister.
El Psy Kongroo

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Re: Feierabendbier: Feedback zum Thema Zigarettenwerbung

Beitrag von GaRv3 » 6. Feb 2019, 19:56

Da muss ich dir soweit zustimmen. Nikotin macht aus einem einfachen Grund schnell abhängig: Es wirkt schnell. Je kürzer die Zeitspanne zwischen Konsum und Wirkung, desto eher wird man (psychisch) abhängig.
Aber ich wollte eigentlich keine Grundsatzdiskussion darüber lostreten, wie schlimm welche Droge im allgemeinen ist. Eigentlich interessiert mich nur, ob Jochen überhaupt schon mal der Gedanke gekommen ist, dass diese beiden von ihm vertretenen Positionen vielleicht irgendwie in Widerspruch stehen könnten.

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Re: Feierabendbier: Feedback zum Thema Zigarettenwerbung

Beitrag von Sebastian Solidwork » 6. Feb 2019, 20:00

Die sozial akzeptierte Droge. Irgendwas braucht die Leistungsgesellschaft als Ventil.
Alkohol macht hemmungslos.

Vermutlich sind die meisten verbreiteten Alkohole deutlich älter als zumindest Zigaretten. So viel Pfeife wird ja nicht geraucht.
Umweltschutz beginnt im Geldsystem.
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Re: Feierabendbier: Feedback zum Thema Zigarettenwerbung

Beitrag von Wolf » 6. Feb 2019, 20:05

Desotho hat geschrieben:
6. Feb 2019, 19:49
... Der Raucher schadet nur sich selber ...
Das bezweifle ich, sitz mal jahrelang mit einem Kettenraucher im Büro!

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Sebastian Solidwork
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Re: Feierabendbier: Feedback zum Thema Zigarettenwerbung

Beitrag von Sebastian Solidwork » 6. Feb 2019, 20:11

Raucher schaden mit ihren Konsum andere.
Alkoholiker mit ihrem Verhalten.

Was ist jetzt ungefährlicher ? :ugly:
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Re: Feierabendbier: Feedback zum Thema Zigarettenwerbung

Beitrag von Andre Peschke » 6. Feb 2019, 20:13

GaRv3 hat geschrieben:
6. Feb 2019, 19:02
Ihr macht - zumindest indirekt - eine Art Werbung für alkoholhaltige Getränke. Die direkten und indirekten Folgen des Alkoholkonsums führen in Deutschland jährlich zu mehr Todesfällen als der Konsum von Tabakwaren. Quellen habe ich gerade nicht zur Hand, aber die sollten eigentlich leicht zu finden sein.
Ich frage mich, wie das zusammenpassen kann.
Ich bin zwar nicht Jochen, aber mal aus meiner Warte geschrieben:

Ich hatte in meinem Leben mehrfach leider die Chance die Folgen von Alkohol aus nächster Nähe zu erleben. Der Vater einer früheren Lebensgefährtin von mir war Alkoholiker der gewalttätigen Variante zB. Insofern kann ich verstehen, dass du das erwähnst. Ich bin in der Hinsicht quasi auch sensibilisiert und habe schon mehrfach überlegt, ob ich im Podcast komplett auf Alkoholfrei oder Kaffee umschwenke. Genauso wie ich jedesmal wieder verärgert bin, wenn ich den harten Alkohol in Impulskaufreichweite im Supermarkt erblicke.

Wir haben auch im Podcast schon recht früh entschieden, dass wir nach dem Altbier den "Bier"-Running-Gag nicht fortsetzen, weil wir es in diese Richtung nich übertreiben wollen.

Ich persönlich habe für mich bisher immer entschieden, dass wir am Ende aber nur über Bier reden. Sobald mir jemand eines schickt, dass auch nur mehr als 6% Alk hat, mecker ich darüber und verweigere zuweilen gern auch das Trinken. Wir haben immer wieder auch alkoholfreies Bier dabei. Wir promoten nicht, sich hemmungslos zuzukippen. Ich habe an der einen oder anderen Stelle auch schonmal explizit gesagt, die Hörer mögen bitte mit Sinn und Verstand trinken. Ich gebe ja auch immer mal wieder zu protokoll, dass ich jenseits des Podcast-Bieres und Hörertreffen gar keinen Alkohol trinke.

Keine Ahnung, ob das alles nur Feigenblätter sind. In meinem Kopf ist es am Ende immer noch völlig ok, wenn man mal ein Bier (oder Wein etc) trinkt. Es geht um das Maßhalten und Selbstkontrolle. Ich habe das Gefühl, dass wir Maßhalten durchaus propagieren.

Andre

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Re: Feierabendbier: Feedback zum Thema Zigarettenwerbung

Beitrag von GaRv3 » 6. Feb 2019, 20:31

Danke für die offene Antwort, André!

Mir ist klar, dass ihr Alkohol nicht propagiert. Das würde ich auch nie behaupten. Ich glaub, es war nur die Art und Weise, in der sich Jochen über Tabakwerbung aufgeregt hat, die mich mich auf den Gedanken brachte, dass das nicht ganz zusammenpasst. Irgendwie erschien mir das widersprüchlich.

Es ist für mich ja auch vollkommen okay, wie ihr mit dem Thema Alkohol umgeht. Der Kontrast war nur verwunderlich.

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Re: Feierabendbier: Feedback zum Thema Zigarettenwerbung

Beitrag von Heretic » 6. Feb 2019, 20:47

Der Name des Sonntagspodcasts dient ja in erster Linie als Umschreibung für eine entspannte Feierabendplauderei in kleiner Runde. Wie sie gerne abends in der Kneipe bei einem Bier stattfindet. Ich denke mal, dass die "bierseligen" ersten zehn Minuten irgendwann nur noch sporadisch vorkommen oder ganz wegfallen werden - entweder, weil sie mit der Zeit langweilig geworden sind, es kein neues Bier mehr auf Hawaii gibt, oder den Podcastern die willigen Spender ausgehen. :mrgreen:

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Re: Feierabendbier: Feedback zum Thema Zigarettenwerbung

Beitrag von Desotho » 6. Feb 2019, 21:00

Wolf hat geschrieben:
6. Feb 2019, 20:05
Das bezweifle ich, sitz mal jahrelang mit einem Kettenraucher im Büro!
Sowas gibt es heute noch? Die meisten ungewollten Raucherbegegnungen habe ich an Bahnhaltestellen.
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Stuttgarter
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Re: Feierabendbier: Feedback zum Thema Zigarettenwerbung

Beitrag von Stuttgarter » 6. Feb 2019, 21:03

Ich vermute, das ist letztlich eine typische "Übergangsdiskussion". Vor 30 Jahre hätte sie kaum einer in Bezug auf Zigaretten geführt - und ich wage zu prophezeien, dass sie in einigermaßen naher Zukunft auch niemand mehr in Bezug auf Alkohol führen wird. Die Akzeptanz der "gesellschaftlich akzeptierten Drogen" lässt mehr und mehr nach (ohne jetzt das Fass "warum ist Tabak und Alkohol legal, Gras aber nicht?" aufmachen zu wollen). Und so, wie sich die Zigarette vom "ganz normalen Alltagsgegenstand" zum "Teufelszeug" gewandelt hat in den letzten 30 Jahren, wirds früher oder später vermutlich auch dem Alkohol ergehen.

Fürs Protokoll: Ich bin Raucher, trinke so gut wie nie Alkohol (einmal im Jahr ist schon echt viel) - und finde die Biergespräche zu Beginn fast jedes Mal hochamüsant. :)

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Re: Feierabendbier: Feedback zum Thema Zigarettenwerbung

Beitrag von Rince81 » 6. Feb 2019, 21:32

Stuttgarter hat geschrieben:
6. Feb 2019, 21:03
Ich vermute, das ist letztlich eine typische "Übergangsdiskussion". Vor 30 Jahre hätte sie kaum einer in Bezug auf Zigaretten geführt - und ich wage zu prophezeien, dass sie in einigermaßen naher Zukunft auch niemand mehr in Bezug auf Alkohol führen wird. Die Akzeptanz der "gesellschaftlich akzeptierten Drogen" lässt mehr und mehr nach (ohne jetzt das Fass "warum ist Tabak und Alkohol legal, Gras aber nicht?" aufmachen zu wollen). Und so, wie sich die Zigarette vom "ganz normalen Alltagsgegenstand" zum "Teufelszeug" gewandelt hat in den letzten 30 Jahren, wirds früher oder später vermutlich auch dem Alkohol ergehen.
Glaube ich nicht. Hoffe ich irgendwie auch nicht. Es ist wie überall, die Dosis macht das Gift. Wobei ich als ehemaliger Raucher an dem Zeug nichts positives sehe und rückblickend nicht verstehe, warum zum Geier ich das mal "genossen" habe. Wobei Alkohol tatsächlich ein handwerkliches Genussmittel sein kann. Nicht das Öttinger oder der billige Korn beim Discounter - aber eben die Gin, Whiskey und Weinrichtung. Das wird ganz sicher nicht verschwinden.
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Stuttgarter
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Re: Feierabendbier: Feedback zum Thema Zigarettenwerbung

Beitrag von Stuttgarter » 6. Feb 2019, 21:42

Rince81 hat geschrieben:
6. Feb 2019, 21:32


Glaube ich nicht. Hoffe ich irgendwie auch nicht. Es ist wie überall, die Dosis macht das Gift. Wobei ich als ehemaliger Raucher an dem Zeug nichts positives sehe und rückblickend nicht verstehe, warum zum Geier ich das mal "genossen" habe. Wobei Alkohol tatsächlich ein handwerkliches Genussmittel sein kann. Nicht das Öttinger oder der billige Korn beim Discounter - aber eben die Gin, Whiskey und Weinrichtung. Das wird ganz sicher nicht verschwinden.
Wir werden sehen. :) Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es beim Alkohol irgendwann auch zur Ächtung kommt. Aus ganz ähnlichen Gründen wie beim Rauchen - Schaden für die Mitmenschen und Belastung für die Kassen. Klar, jetzt grade ist das irgendwie unvorstellbar. Aber das wars auch mal beim Rauchen.

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Re: Feierabendbier: Feedback zum Thema Zigarettenwerbung

Beitrag von BummsGeordy » 7. Feb 2019, 07:33

find ich schön, dass dies thematisiert wird. Aber vorneweg: Aus meiner Sicht dürfen die Herren & Frauen Podcaster machen, was sie möchten und was sie für richtig halten.

Mich selbst "stören" diese Biergespräche hauptsächlich, weil mir weder Bier schmeckt noch ich die Begeisterung darüber nachvollziehen kann. Aber über Geschmäcker lässt sich streiten und wenn ich nur höre und akzeptieren, was ich genauso sehe, dann könnte ich diesen Podcast aufgeben genau wie so ziemlich alles Andere im Leben ;) die unterschiedlichen Ansichten gehören aber zur Pluralität des Lebens und das ist doch schön.

aber:

Alkohol als Droge hat massive Auswirkungen. Es geht hier nicht nur um Abhängigkeit - die gesundheitlichen und auch gesellschaftlichen Folgen und Kosten von Alkohol sind enorm - denen des Zigarettenkonsums nicht unähnlich. Dass Alkohl/Bier,... gesellschaftlich akzeptiert und teilweise begeistert gelobt wird im Alltag (und auch im Podcast) ist eher historisch verankert, als einer Unschädlichkeit geschuldet.

Aus meiner Sicht sollte man daher konsequent sein: Für Zigaretten und Alkohol sollte nicht geworben werden und in öffentlichen Räumen eine Glorifizierung vermieden werden. Für den Einzelnen mag das alles irrelevant sein - auf Gesellschaft/die Bevölkerung betrachtet summieren sich die Effekte allerdings auf und führen zu erheblichen schweren Folgen.

(Alkoholismus ist ja nur eine Ausprägung. Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen, Herzkreislauf-Erkrankungen, Bauchspeicheldrüsenentzündungen, Krebs,... sind alles direkte Folgen von Alkoholkonsum. Bei manchen Menschen reichen auch Mengen deutlich unter der "empfohlenen" Tagesmenge aus und diese Konsequenzen zu haben...)

kurzum: ich selbst wäre ganz einverstanden, wenn die Gespräch über "Bier" nicht fortgesetzt würden - kann aber sowohl die Podcaster als auch die andere Hörer verstehen wenn sie sagen, dass sie lieber mit dieser Art kognitiver Dissonanz leben, um sich nicht alles zu verderben und "Spaß" zu haben und dies einfach zu akzeptieren. Wir (und ich zähle dazu den allergrößten Teil des Forums und der Hörerschaft) sind soweit ich das erkennen kann als Community erwachsen genug um das zu akzeptieren. (auch wenn ICH es nicht gut finden muss ;) )

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Re: Feierabendbier: Feedback zum Thema Zigarettenwerbung

Beitrag von bluttrinker13 » 7. Feb 2019, 08:39

Stuttgarter hat geschrieben:
6. Feb 2019, 21:03
Ich vermute, das ist letztlich eine typische "Übergangsdiskussion". Vor 30 Jahre hätte sie kaum einer in Bezug auf Zigaretten geführt - und ich wage zu prophezeien, dass sie in einigermaßen naher Zukunft auch niemand mehr in Bezug auf Alkohol führen wird. Die Akzeptanz der "gesellschaftlich akzeptierten Drogen" lässt mehr und mehr nach (ohne jetzt das Fass "warum ist Tabak und Alkohol legal, Gras aber nicht?" aufmachen zu wollen). Und so, wie sich die Zigarette vom "ganz normalen Alltagsgegenstand" zum "Teufelszeug" gewandelt hat in den letzten 30 Jahren, wirds früher oder später vermutlich auch dem Alkohol ergehen.
Niemals, nicht in hundert Jahren. Die Geschichte des Alkoholkonsums reicht bis zurück zu der grauen Vorzeit in der die Effekte von Fermentierung und Gärung zufällig entdeckt wurden. (Im übrigen auch von so einigen Tierarten die sich ebenfalls gern berauschen)
Das Bedürfnis nach Rausch, und eigentlich noch eher: Bewusstseinsveränderung, ist so alt wie die Menschheit und wird bleiben. Es hat, bei aller Gefahr, auch eine Berechtigung. Es wird natürlich neue Ausdrucksformen finden, aber das gilt dann auch für die Klassiker. Siehe den Hype um's Dampfen, den ich als Ex-Raucher niemals angenommen hätte, der gerade voll bei den Teens einschlägt und sie mehr Nikotin konsumieren lässt, denn ever. Siehe die Craft-Bewegung die von Bier zu Schnapps gewandert ist (Gin etc.).
Siehe die konstante Diskussion, und Fortschritte, der Cannabislegalisierung. Oder die wieder vermehrt aufpoppende Diskussion um die Nutzung und Legalisierung von Halluzinogenen.

Niemals wird das alles einfach nur "Teufelszeug" sein. In einer solchen Gesellschaft möchte ich auch nicht leben. Eher erleben wir ein Revival des Zigarrenrauchens. :D

Edit: Die ganzen wirtschaftlichen Argumente die dagegen sprächen lasse ich dabei auch noch komplett außen vor.

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Alienloeffel
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Re: Feierabendbier: Feedback zum Thema Zigarettenwerbung

Beitrag von Alienloeffel » 7. Feb 2019, 10:28

Rince81 hat geschrieben:
6. Feb 2019, 21:32
Stuttgarter hat geschrieben:
6. Feb 2019, 21:03
Ich vermute, das ist letztlich eine typische "Übergangsdiskussion". Vor 30 Jahre hätte sie kaum einer in Bezug auf Zigaretten geführt - und ich wage zu prophezeien, dass sie in einigermaßen naher Zukunft auch niemand mehr in Bezug auf Alkohol führen wird. Die Akzeptanz der "gesellschaftlich akzeptierten Drogen" lässt mehr und mehr nach (ohne jetzt das Fass "warum ist Tabak und Alkohol legal, Gras aber nicht?" aufmachen zu wollen). Und so, wie sich die Zigarette vom "ganz normalen Alltagsgegenstand" zum "Teufelszeug" gewandelt hat in den letzten 30 Jahren, wirds früher oder später vermutlich auch dem Alkohol ergehen.
Glaube ich nicht. Hoffe ich irgendwie auch nicht. Es ist wie überall, die Dosis macht das Gift. Wobei ich als ehemaliger Raucher an dem Zeug nichts positives sehe und rückblickend nicht verstehe, warum zum Geier ich das mal "genossen" habe. Wobei Alkohol tatsächlich ein handwerkliches Genussmittel sein kann. Nicht das Öttinger oder der billige Korn beim Discounter - aber eben die Gin, Whiskey und Weinrichtung. Das wird ganz sicher nicht verschwinden.
Das ist ein Klischee, was in Hinblick auf Alkohol nun auch mit Studien unterlegt wurde. Auf mich wirkt das oft wie eine Relativierung vor einem selbst (ganz ähnlich dem "Ich kauf ja nur Bio!", bei dem oft genug gezeigt wurde, dass zumindest einige da entweder andere oder sich selbst belügen). "Die Dosis macht das Gift" funktioniert bei vielen Dingen, wobei dann der Begriff "Gift" nicht mehr stimmt, universell passt das aber nicht.

@topic: Mir fiel das auf, aber ich finde zum einen, dass Jochen da einfach Recht hat, die Menschheit braucht die Tabakindustrie nicht. Der Unterschied zu einem Bier ist, dass unabhängig des Schadens den man sich zufügt, der Schaden für andere bei nahezu Null ist. Bei einer Zigarette sieht das anders aus, weil das einen sehr viel invasiveren Charakter in der direkten Umgebung hat.
Und Alkohol wird im Podcast nun wirklich nicht verherrlicht, also sehe ich da echt kein Problem.

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Re: Feierabendbier: Feedback zum Thema Zigarettenwerbung

Beitrag von Stuttgarter » 7. Feb 2019, 10:50

Alienloeffel hat geschrieben:
7. Feb 2019, 10:28
Der Unterschied zu einem Bier ist, dass unabhängig des Schadens den man sich zufügt, der Schaden für andere bei nahezu Null ist. Bei einer Zigarette sieht das anders aus, weil das einen sehr viel invasiveren Charakter in der direkten Umgebung hat.
Erzähl das mal den Angehörigen derjenigen, die von einem betrunkenen Autofahrer erlegt wurden. Oder den Familien, die der Alkoholkonsum des Vaters ruiniert hat.

Jetzt kannst Du sagen, "Von einem Bier passiert das nicht". Dann antworte ich, "Von einer Zigarette passiv rauchen wird auch niemand geschädigt".

Alkoholismus ist ein gewaltiges gesellschaftliches Problem. Das sehr wohl weitreichende Auswirkungen auf jene hat, die selbst keinen Tropfen trinken. Direkt - siehe die Beispiele oben. Und indirekt - durch die Kosten, die im Gesundheitsbereich dadurch entstehen.

Weshalb ich tatsächlich davon ausgehe, dass Alkohol früher oder später genauso geächtet sein wird wie Zigaretten. Sicher nicht in den nächsten fünf Jahren. Aber ich gehe davon aus, dass ich es noch erleben werde.

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Andre Peschke
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Re: Feierabendbier: Feedback zum Thema Zigarettenwerbung

Beitrag von Andre Peschke » 7. Feb 2019, 11:02

Stuttgarter hat geschrieben:
7. Feb 2019, 10:50
Weshalb ich tatsächlich davon ausgehe, dass Alkohol früher oder später genauso geächtet sein wird wie Zigaretten. Sicher nicht in den nächsten fünf Jahren. Aber ich gehe davon aus, dass ich es noch erleben werde.
Die Frage die sich daran anschließt wäre aber, was dann an die Stelle des Alkohols träte. Dass das Bedürfnis des Menschen verschwindet, seiner Realität zu entfleuchen oder sie durch irgendeine Substanz (oder irgendeine Maßnahme) erträglicher zu machen, halte ich für nahezu ausgeschlossen.

Andre

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