Walulis über die Abzocke an Kindern seitens Minecraft-YouTuber

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Axel
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Walulis über die Abzocke an Kindern seitens Minecraft-YouTuber

Beitrag von Axel »

Ich guck ja seit vielen Monaten den funk Kanal von dem Philipp Walulis sehr gern (vorher auch schon seine leider recht kurzfristige TV Sendung Walulis sieht fern). Darin kommentiert er satirisch, aber durchaus fundiert die Umtriebe in den Medien, welche vor allem Kinder und Jugendliche so konsumieren.

In seiner neuesten Folge geht es um Minecraft-YouTuber, die eigene Server betreiben und durch Lootboxen sowie dem Vorspielen falscher Tatsachen Kinder (!) abzocken, eben weil sich das Spiel ja mittlerweile vor allem in Kinder richtet. Ich finde das schon ziemlich krass, dass sowas hier seit Jahren gemacht wird und das so irgendwie niemanden so richtig zu stören scheint. Das Video geht rund 10 Minuten und gibt da nen sehr kompakten Einblick in das Abzock-Schema: https://www.youtube.com/watch?v=Jz8jbpDRUlw

Und ich frage mich: Warum werden solche Themen eigentlich nicht in der klassischen Spielepresse, wo ja eher die Eltern der Kids erreicht werden könnten, nicht abgebildet? Walulis fällt übrigens immer mal wieder mit Videos auf, die aufzeigen wie Kids über den Link Games manipuliert werden.

Eure Meinung zu dem Thema?
„Kein Wunder also, dass wir uns den Debatten der Allgemeinheit anschließen und lieber darüber nachdenken, wer zu uns gehört und nicht, als gemeinsam über Lösungen zu streiten. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.“
(Serdar Somuncu)

ZiggyStardust
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Re: Walulis über die Abzocke an Kindern seitens Minecraft-YouTuber

Beitrag von ZiggyStardust »

Dem Walulis seine Videos schau ich schon recht lange. Er hat auch eins über Lootboxen gemacht vor einigen Wochen:
https://www.youtube.com/watch?v=unSHkNXnju4

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Charlie
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Re: Walulis über die Abzocke an Kindern seitens Minecraft-YouTuber

Beitrag von Charlie »

Ich kann mir das Video nicht anschauen, das ist ja grässlich wie schnell der spricht.

Aber ganz grundsätzlich sehe ich da vorallem Eltern selber in der Pflicht. Und ob die Eltern, die ihre Kinder einfach mal spiele lassen eine Gamestar z.B. lesen?

BigBB
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Re: Walulis über die Abzocke an Kindern seitens Minecraft-YouTuber

Beitrag von BigBB »

Hm, braucht man nicht ein Guthaben um sich Dinge, Skins, wasauchimmer in Minecraft zu kaufen?
Dafür sollten die Eltern verantwortlich sein.
Mein Sohn hat zum Beispiel kein Guthaben auf seinem Minecraft Account. Wenn er sich was holen will, kommt er zu uns, wir eintscheiden und er muss das dann von seinem Taschengeld bezahlen. Ganz einfach.

Und diese "Abzocker". Na, dazu gehören immer zwei. Hier sollten die Eltern ihren Kindern die nötige Kompetenz beibringen, bzw. auch einfach vorleben. Und ja, das geht.

Früher haben wir unsere Kohle für so einen Scheiß wie Plastiksoldaten, Sammelkarten und Süßkram rausgepfeffert, heute tun es die Kids halt für andere Sachen.
Heute werden sich Addons, Skins und dergleichen gekauft.
Und die Kleinen sind nicht so blöd wie man gerne glaubt. Die kaufen ein-, vielleicht zweimal Müll. Dann ist aber meist auch gut. Die merken schon, wenn was totaler Murks ist.

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Axel
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Re: Walulis über die Abzocke an Kindern seitens Minecraft-YouTuber

Beitrag von Axel »

Charlie hat geschrieben:
13. Feb 2019, 07:20
Aber ganz grundsätzlich sehe ich da vorallem Eltern selber in der Pflicht. Und ob die Eltern, die ihre Kinder einfach mal spiele lassen eine Gamestar z.B. lesen?
Na, aber doch gerade, weil unsere Generation ja damals mit 10, 11, 12 ja AUCH einfach so an unseren Konsolen und Heimcomputer (damals halt noch mit C64 und Amiga) unbeaufsichtigt gezockt haben und uns das jetzt nicht so geschadet hat. Und ich würde die Gamestar-Leserschaft so vom Gefühl eher in die Ü30 Ecke verorden. Welcher 13 Jährige kauft sich denn noch ne Zeitung? :ugly:

Wie dem auch sei: Trotz das ich mich als sehr internetaffin bezeichnen würde, waren mir solche Auswüchse wie sie vom Walulis in diesem Video aufgezeigt werden schlicht nicht in dieser Schärfe klar. Und so wird es auch vielen anderen Erwachsenen gehen. Daher ist der Spruch "Da sind Eltern in der Verantwortung" wieder mal so ein Totschlagargument. Außerdem ist man ja mit 12, 13, 14 - also die Alterszielgruppe an der sich solche Abzockereien richten - durchaus in dem Alter wo man ja Taschengeld bekommt um den Umgang mit Geld zu lernen. Und ich würde es echt nicht geil finden, wenn da so Idioten das Taschengeld meines Sohnes abzocken.
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(Serdar Somuncu)

NamenlosesWesen
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Re: Walulis über die Abzocke an Kindern seitens Minecraft-YouTuber

Beitrag von NamenlosesWesen »

BigBB hat geschrieben:
13. Feb 2019, 08:17
Hm, braucht man nicht ein Guthaben um sich Dinge, Skins, wasauchimmer in Minecraft zu kaufen?
Dafür sollten die Eltern verantwortlich sein.
Mein Sohn hat zum Beispiel kein Guthaben auf seinem Minecraft Account. Wenn er sich was holen will, kommt er zu uns, wir eintscheiden und er muss das dann von seinem Taschengeld bezahlen. Ganz einfach.
Das Problem ist dass die Käufe in den Shops der jeweiligen Server nicht über irgendwelche vom Entwickler offiziell zur Verfügung gestellten Möglichkeiten abgewickelt werden.
Man kann dort mit Paysafecard bezahlen. Das sind so Guthabenkarten die man mit Bargeld an der Tankstelle kaufen kann und wo die Kinder dann ohne dass irgendwelche Jugendschutzrichtlinien greifen könnten einfach kaufen können was sie wollen. Außerdem bieten viele auch die Möglichkeit mit Handyguthaben zu bezahlen. Dort kriegt man dann eine SMS die man nur kurz bestätigen muss. Da spielt es auch keine Rolle ob man einen Handyvertrag oder eine Prepaidsimkarte nutzt. Sobald die Kinder Zugriff auf Bargeld haben ist es also für die Eltern vollkommen unmöglich das irgendwie einzuschränken weswegen das Argument das die Eltern dafür verantwortlich sind nicht wirklich greift.

Jochen

Re: Walulis über die Abzocke an Kindern seitens Minecraft-YouTuber

Beitrag von Jochen »

Charlie hat geschrieben:
13. Feb 2019, 07:20
Aber ganz grundsätzlich sehe ich da vorallem Eltern selber in der Pflicht
Ganz grundsätzlich im Sinne von "wer sollte für diese Dinge verantwortlich sein?" stimme ich dir zu. Ich beobachte allerdings durchaus das Phänomen, dass Eltern gesellschaftlich zwar dafür verantwortlich gemacht werden, gleichzeitig aber immer weniger Raum erhalten, diese Verantwortung auch auszuüben. Zwei häufig in Vollzeit arbeitende Eltern sind gesellschaftlich zum Beispiel mindestens gerne gesehen und für nicht wenige Familien auch wirtschaftlich alternativlos. Die tägliche Erziehung übernimmt dann automatisch der Staat in Form von Ganztagsbetreuung, Ganztagsschulen usw.

Nur um nicht falsch verstanden zu werden: Mir geht's nicht um Frauen an den Herd zurück oder ähnlich gelagerten Unsinn. Aber wenn ich die jungen und arbeitenden Familien in meinem Freundes- und Bekanntenkreis sehe, dann fände ich es mindestens unverschämt, ihnen fehlendes Wissen rund um Youtuber, Lootboxen und Co. vorzuwerfen. Die haben teilweise schon alle Hände voll damit zu tun, ihre Kinder unter der Woche überhaupt mal in einem wachen Zustand zu Gesicht zu bekommen.

ZiggyStardust
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Re: Walulis über die Abzocke an Kindern seitens Minecraft-YouTuber

Beitrag von ZiggyStardust »

Charlie hat geschrieben:
13. Feb 2019, 07:20
Aber ganz grundsätzlich sehe ich da vorallem Eltern selber in der Pflicht.
Meiner Meinung nach ist das nur eine faule Ausrede der Industrie. Das Argument wird ja auch gerne gebracht, wenn es um dle Lebensmittelampel geht. Auch Vollidioten können Eltern sein und die versagen schon bei ganz anderen Pflichten. Also ist es die Aufgabe des Staates die Kinder vor gewissen Dingen zu beschützen. Bei Alkohol, Glücksspiellosen und Zigaretten klappt das ja auch einigermaßen. Vielleicht bräuchte es mehr Aufklärung an den Schulen durch externe Fachleute.

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Vinter
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Re: Walulis über die Abzocke an Kindern seitens Minecraft-YouTuber

Beitrag von Vinter »

Warum sollten die Eltern verantwortlich sein, wenn Erwachsene Menschen bewusst versuchen, Kinder zu täuschen und zu manipulieren?

Mir geht dieses "die Eltern" oft zu weit: Es schiebt die Verantwortung für Probleme vollständig auf eine virtuelle Entität ab, denn es wird ja so getan, als hätten Eltern die Aufgabe und vorallem die Möglichkeit, ihre Kinder 24/7 zu überwachen - und wer daran scheitert, ist selber schuld. Das nimmt mir eindeutig zu viel Verantwortung weg von den Leuten, die genau wissen und ausnutzen, dass reale Eltern diese Totalüberwachung nicht leisten können.

Das "die Eltern" Argument suggeriert, unerfüllbare Standards bei der Erziehung seien erfüllbar und schiebt damit die Verantwortung weg von den Verursachern, damit diese ihr Verhalten nicht ändern brauchen. Man ganz abgesehen davon, dass im Subtext mitschwingt, die Eltern so abgezockter Kinder seien verantwortungslos und hätten die Erziehung nicht im Griff - spätestens an der Stelle wird das Argument vollständig dreist und anmaßend.

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HerrReineke
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Re: Walulis über die Abzocke an Kindern seitens Minecraft-YouTuber

Beitrag von HerrReineke »

Interessant, wenn auch nicht sehr verwunderlich, dass sich dort solche Abgründe auftun...

Was ich mich an solchen Stellen ja dann immer frage: Wenn der Herr schon so viele potenzielle Straftaten "aufgedeckt" bzw. jedenfalls zusammengetragen hat und da sich auch selbst die Mühe gemacht hat einen Juristen zu befragen: Hat er denn auch Strafanzeige gestellt, damit dieses Verhalten aufhört? oder jedenfalls von der zuständigen Stelle auf die Rechtmäßigkeit überprüft wird? Oder ist er selbst (als potenzieller Mitbewerber, da ebenfalls "YouTuber") wettbewerbsrechtlich dagegen vorgegangen? Oder hat sich sein Part letztlich darauf beschränkt ein Video darüber zu machen wie böse das alles ist, aber schaut dem Treiben an und für sich munter weiter zu? :think:

Denn das ist für mich der nächste Punkt: Eine grundsätzliche Verantwortung liegt durchaus bei den Eltern - auch wenn mir das, wie manchen Vorrednern auch, in seiner Pauschalisierung allein zu weit ginge. Aber in so Fällen sehe ich auch eine Verantwortung bei jedem Einzelnen, der sowas mitbekommt, solche Handlungen dafür zuständigen Behörden (StA, Landesmedienanstalten...) mitzuteilen - überlege grad, ob ich mir die Mühe einer eigenen Strafanzeige mache :?
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Symm
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Re: Walulis über die Abzocke an Kindern seitens Minecraft-YouTuber

Beitrag von Symm »

Was ich mich frage?! Wenn die Zielgruppe hier wirklich Kinder rund um die 10 Jahre alt sein soll bzw. ist, wie kommen die Kinder an die Kohle wenn es teilweise um Lootbox/Rang-Pakete in der Preisklasse 89,99€ geht? Ich meine das waren zu meiner Zeit ca. 170 DM. Ich kann mich gar nicht dran erinnern soviel Geld damals einfach zur freien Verfügung gehabt zu haben, also ohne das jemand was davon gemerkt hat. Oder meine Eltern wussten für was solche Summen drauf gehen.

Aber abgesehen davon, hier steht halt keine Firma dahinter, die von Massen mal eben schnell an den Pranger gestellt werden kann wie EA damals mit beim Thema Lootboxen in BF II. Minecraft ist sicherlich immer noch ein Phänomen und Thema, aber die einzelnen Youtuber um die es hier speziell in der Walulis Folge geht, sind eben Nischenserver. Die haben ihre eingeschworen Gemeinschaft und da kommt, wenn nicht so berichtet wird wie hier, nicht viel in der Öffentlichkeit an. Hätte ein Gronkh damals solche Server angeboten, wäre das Medienecho sicherlich höher gewesen.
Selbst ich, als jemand der sehr viel Youtube-Content konsumiert, hab von denen noch nie was gehört. Bin aber auch nicht in der MC Bubble aktiv auf YT. Selbst Google spuckt kaum was brauchbares aus, außer deren Videos und Social Media Accounts.
Wenn du halt nicht in der Bubble bist, bekommt man das auch nicht mit. Was dazu beitragen wird, das sich solche "Geschäftspraktiken" erst entwickeln können. Wenn sowas bei einem bekannten Game gemacht werden würde, wäre der Aufschrei und der Shitstorm sicherlich vorprogrammiert.

Wenn ich das Video noch richtig in Erinnerung habe, ist das auch nicht gerade so Rechtens was dort getrieben wird. Bleibt zu hoffen das die Leute mal Post vom Anwalt bekommen. Den Kunden, falls es Kinder sein sollten, kann man nicht wirklich zutrauen da mit Menschenverstand zu handeln. Den Eltern kann man keine 24h Überwachung zumuten, falls ihren Kindern (wie gesagt, ich denke hier an 10 Jährige) soviel Geld zur freien Verfügung steht, das Thema steht dann auf einem anderen Blatt.
Und alle Erwachsenen die diese Summen für so was ausgeben, da kommt eh alles zu spät. :ugly:
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BigBB
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Re: Walulis über die Abzocke an Kindern seitens Minecraft-YouTuber

Beitrag von BigBB »

NamenlosesWesen hat geschrieben:
13. Feb 2019, 10:01
BigBB hat geschrieben:
13. Feb 2019, 08:17
Hm, braucht man nicht ein Guthaben um sich Dinge, Skins, wasauchimmer in Minecraft zu kaufen?
Dafür sollten die Eltern verantwortlich sein.
Mein Sohn hat zum Beispiel kein Guthaben auf seinem Minecraft Account. Wenn er sich was holen will, kommt er zu uns, wir eintscheiden und er muss das dann von seinem Taschengeld bezahlen. Ganz einfach.
Das Problem ist dass die Käufe in den Shops der jeweiligen Server nicht über irgendwelche vom Entwickler offiziell zur Verfügung gestellten Möglichkeiten abgewickelt werden.
Man kann dort mit Paysafecard bezahlen. Das sind so Guthabenkarten die man mit Bargeld an der Tankstelle kaufen kann und wo die Kinder dann ohne dass irgendwelche Jugendschutzrichtlinien greifen könnten einfach kaufen können was sie wollen. Außerdem bieten viele auch die Möglichkeit mit Handyguthaben zu bezahlen. Dort kriegt man dann eine SMS die man nur kurz bestätigen muss. Da spielt es auch keine Rolle ob man einen Handyvertrag oder eine Prepaidsimkarte nutzt. Sobald die Kinder Zugriff auf Bargeld haben ist es also für die Eltern vollkommen unmöglich das irgendwie einzuschränken weswegen das Argument das die Eltern dafür verantwortlich sind nicht wirklich greift.
Ich kann nur sagen wie es bei uns läuft.

Unser Sohn hat ein Handy, aber es ist deaktiviert, dass er darüber Käufe tätigen kann.
Kann man beim Anbieter, in dem Fall Telekom bei Vertragsabschluss direkt ausstellen lassen.

Er bekommt Taschengeld, und was er damit tut ist seine Sache. Klar, solange er es nicht für Alkohol, Drogen und Nutten ausgibt. ^^ (ähm, er ist 10...)

Ansonsten, Medienkompetenz anlernen, Fragen die kommen beantworten und dann...hoffen, dass eine Prise gesunder Menschenverstand vorhanden ist. (wir haben da wohl Glück. :) )
Klar ist das blöd, dass gewisse Leute versuchen die Kleinen abzuzocken. Aber, wie grade schon wer über mir schrieb: Kinder denen so viel Geld zur Verfügung steht, na da läuft schon was ganz anderes schief.

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Vinter
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Re: Walulis über die Abzocke an Kindern seitens Minecraft-YouTuber

Beitrag von Vinter »

Da besteht aber auch ein Trugschluss, der wieder nur dazu führt, die Verantwortung von den Anbietern weg zu nehmen und sich in Kulturpessimismus zu ergehen: Nur weil das Angebot eines 90€ Pakets existiert, bedeutet dass nicht, dass zehnjährige das auch kaufen.

Die Kinder werden natürlich die billigen Pakete erwerben. Das ändert aber nichts an der Masche oder an der Verantwortung.

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DexterKane
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Re: Walulis über die Abzocke an Kindern seitens Minecraft-YouTuber

Beitrag von DexterKane »

Ehrlich gemeinte Frage, da ich dazu auf die Schnelle nichts finde: Wie bezahlt man solche Angebote denn?

Ich hab zwar keine Kinder, aber wenn ich welche hätte, hätten die keinen Zugriff auf meine Kreditkarte um damit einzukaufen, genausowenig wie mein Paypalkonto. Und wenn das Kind sich von seinem Taschengeld ne Paysafecard kauft und das Geld dann für so nen Unsinn verschleudert, mei. Ich hab früher auch Unmengen an Kohle in Panini Bilder und Magic Karten gesteckt. Das gehört auch zum Erwachsenwerden dazu, ich bilde mir zumindest ein, dass ich dadurch heute ein mündigerer Kunde bin.
Relax, it's North-Korea. The nation state equivalent of the short-bus. - Sterling Archer

BigBB
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Re: Walulis über die Abzocke an Kindern seitens Minecraft-YouTuber

Beitrag von BigBB »

Eines möchte ich gerne noch sagen: Ich finde es bedenklich, dass wir Kinder beschützen wollen in dem wir sie von allem was "Böse" ist abschirmen. Sei es durch Verbote, etc.
Das ist der falsche Weg. Damit machen sich es einige Eltern viel zu einfach. Hier wird Verantwortung abgegeben, die nicht abgegeben gehört.

Das "Böse" gibt es, man muss lernen damit umzugehen. Das kann man nur, wenn man damit auch mal konfrontiert wird. Ja, man muss die Kurzen nicht mit offenen Augen in Ihr Verderben rennen lassen, aber ihnen sollte klar sein, dass es Abzocke, Mobbing, etc gibt.

(Falls jetzt jemand auf das falsche Pferd kommt ala Kindesmissbrauch, etc...NEIN, das meine ich damit nicht. Das ist ein ganz anderes Thema. Ich wollte es nur noch mal klar stellen....)

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Symm
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Re: Walulis über die Abzocke an Kindern seitens Minecraft-YouTuber

Beitrag von Symm »

DexterKane hat geschrieben:
13. Feb 2019, 12:14
Ehrlich gemeinte Frage, da ich dazu auf die Schnelle nichts finde: Wie bezahlt man solche Angebote denn?
Paysafecard wird hier das Mittel zum Zweck haben. Die bekommt man halt an jeder Tanke oder Kiosk. Wobei ich mich glaub auch fragen würde, was die mit soviel Kohle wollen. Der erste Google Treffer (Chip.de, :ugly: ) weißt noch auf den Taschengeldparagraphen hin
Der Erwerb einer Paysafecard ist aber grundsätzlich unabhängig vom Alter. Der Verkäufer hat jedoch den sogenannten Taschengeldparagraph zu beachten. Möchte beispielsweise ein 10-jähriger eine Paysafecard im Wert von 100 Euro kaufen, kann der Händler die Ausgabe verweigern.
Ich glaube ich würde hier auch als Verkäufer die Ausgabe verweigern. Ich mein, klar bekommen sie Kohle zusammen. Ob ich jetzt 1x 100€ nehme oder 10 x 10€ ist am Ende ja egal. Man kann ja ein Paysafecard Konto mittlerweile auch aufladen, IIRC.
Vinter hat geschrieben:
13. Feb 2019, 12:08
Da besteht aber auch ein Trugschluss, der wieder nur dazu führt, die Verantwortung von den Anbietern weg zu nehmen und sich in Kulturpessimismus zu ergehen: Nur weil das Angebot eines 90€ Pakets existiert, bedeutet dass nicht, dass zehnjährige das auch kaufen.

Die Kinder werden natürlich die billigen Pakete erwerben. Das ändert aber nichts an der Masche oder an der Verantwortung.
Es wird schwer hier wem die Verantwortung zuschieben zu wollen. Auch wenn die Kinder nur 5 oder 10€ ausgeben. Schlussendlich bleibt es Schrott was man bekommt und im best Case haste eine Lootbox für die EA oder Blizzard verteufelt werden oder vom Staat wie in Belgien reglementiert werden.
Im Video sieht man die Preise von 8€ für eine "epische" Lootbox. :o. Da sind die Kinder, auch wenn sie nur den billigen Kram erwerben auch ganz schnell im größeren € Betrag.
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Andre Peschke
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Re: Walulis über die Abzocke an Kindern seitens Minecraft-YouTuber

Beitrag von Andre Peschke »

HerrReineke hat geschrieben:
13. Feb 2019, 11:12
überlege grad, ob ich mir die Mühe einer eigenen Strafanzeige mache :?
Hältst du die denn für erfolgversprechend? Der Anwalt im Video sagt ja im Grunde nur "sowas könnte", "kann man sehen als" etc. Ist natürlich jetzt einerseits auch "typisch Anwalt", andererseits wirkte die Sprache auf mich eher wie ein "das kann man schon so sehen, wenn man will... aber vermutlich eher nicht".

Die Problematik scheint auf YT allgemein verbreiteter zu sein, als ich gedacht hätte, stelle ich gerade außerdem fest. :D

https://www.abendblatt.de/hamburg/artic ... Stars.html
https://www.mimikama.at/allgemein/fakes ... -straftat/
https://www.kujus-strafverteidigung.de/ ... traftaten/
https://motherboard.vice.com/de/article ... chung-fake
https://www.gutefrage.net/frage/zaehlt- ... ll-rechnen

An sich aber ja fast logisch: Reality TV ist ja allgemein als ideale Überschneidung von billigem Produktionsniveau und hoher Einschaltquote populär geworden. Im Grunde ist Youtube daher die logische Petrischale dafür, wo junge Menschen mit überschaubarer Produktionspipeline um Reichweite wetteifern.

Andre

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HerrReineke
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Re: Walulis über die Abzocke an Kindern seitens Minecraft-YouTuber

Beitrag von HerrReineke »

Andre Peschke hat geschrieben:
13. Feb 2019, 13:27
Hältst du die denn für erfolgversprechend? Der Anwalt im Video sagt ja im Grunde nur "sowas könnte", "kann man sehen als" etc. Ist natürlich jetzt einerseits auch "typisch Anwalt", andererseits wirkte die Sprache auf mich eher wie ein "das kann man schon so sehen, wenn man will... aber vermutlich eher nicht".
Hinsichtlich einer Strafanzeige kommt es ziemlich auf die Staatsanwaltschaft an, an die man da gerät.

Mal ganz grundsätzlich: wenn man eine halbwegs anständige Anzeige an eine organisierte StA schickt, dann wird dort entweder direkt selbst ermittelt - oder bei minder schweren Delikten - die Akte an die Polizei übergeben mit dem Auftrag, da mal alle Fakten zusammenzutragen und die fertige Akte dann (häufig mit einer Art "Empfehlung" bzw "Einschätzung" versehen) zurückzuschicken. Das beinhaltet so gut wie immer im ersten Schritt eine offizielle Anhörung des Beschuldigten und ggf. von potenziellen Zeugen. Bei "krassen" Delikten kann der erste Schritt auch gerne mal eine Hausdurchsuchung samt Beschlagnahme sein.

Wenn man bei ner chaotischen StA landet kann es passieren, dass die Anzeige erstmal ein halbes Jahr im Posteingang liegen bleibt, dann kriegt sie ein Aktenzeichen und dann vergeht erstmal wieder Zeit... Und mit viel Pech ist das dann "irgendwas mit Internet" und die zuständige Person hat weder Bock noch Ahnung und es gibt ohne nähere Beschäftigung mit dem Sachverhalt nen Beschluss nach § 170 Abs. 2 StPO oder § 153 StPO. Das gilt insbesondere bei Straftatbeständen, die nicht "Kern-StGB" sind, also z.B. Straftaten aus dem UWG, dem UrhR, dem KUG o.Ä - also schlicht nicht "täglich Brot" und damit Arbeit machen.

Rein inhaltlich... Zumindest nach der Darstellung im Video liegt meines Erachtens nach relativ eindeutig eine Straftat vor - aber keine Ahnung wie akkurat da die Zusammenfassung ist oder ob das durch das Zusammenschneiden nicht ein verzerrtes Bild wiedergibt. Die anwaltliche Einschätzung muss natürlich vorsichtig sein, denn wenn er da sagt "das ist so!" riskiert er im Zweifel selbst zivilrechtlich an Anspruch genommen zu werden (Stichwort: Unterlassungsanspruch gegen eine falsche Tatsachenbehauptung). Und wer weiß, wieviel Zeit er sich da für die Prüfung tatsächlich genommen hat - die wird ihm vermutlich nicht bezahlt worden sein :lol:

Selbst wenn es am Ende keine Straftat sein sollte könnte eine (anständig geführte) Ermittlung durch eine StA bei der betroffenen Person jedenfalls zu einem gewissen Bewusstsein für die rechtlichen Grenzen des eigenen Schaffens auf YouTube führen - was ja auch nicht vollkommen verkehrt sein müsste. Insgesamt würde ich daher auf deine Frage antworten wollen: 50/50 Chance, dass es Erfolg (im weiteren Sinne) hat.

Zivilrechtlich kann ich nichts dagegen machen (leider :ugly:), denn das wäre eigentlich die deutlich fiesere weil schnellere und damit unmittelbar schmerzhaftere Sache.

Und wie genau die zuständige Landesmedienanstalt auf eine "Anzeige" reagiert kann ich aus eigener Erfahrung leider nicht einschätzen - zumindest dem Vernehmen nach sind da jedenfalls vereinzelte LMA jedoch relativ "bissig", was den Jugendschutz angeht.
Quis leget haec?

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Desotho
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Re: Walulis über die Abzocke an Kindern seitens Minecraft-YouTuber

Beitrag von Desotho »

DexterKane hat geschrieben:
13. Feb 2019, 12:14
Ehrlich gemeinte Frage, da ich dazu auf die Schnelle nichts finde: Wie bezahlt man solche Angebote denn?
Dieser SkyGuy hat seinen shop auf store.durchrasten.de

store.durchrasten.de. 300 IN CNAME durchrasten-server.buycraft.net.
store.durchrasten.de. 300 IN CNAME durchrasten-server.buycraft.net.

buycraft.net scheint ein Anbieter für Shops für Minecraft Monetarisierung zu sein.

"10+ payment gateways supported
Process payments with our large selection of gateways including card processing, PayPal, PayGol, Xsolla, and many more."
https://www.tebex.io/features/control-panel

Ich sehe da PayPal, paysafecard u.s.w.

Mag jetzt naiv sein, aber die Kids müssen ja erstmal an das Geld für so einen Shop kommen und mit Bargeld wird man da ja auch nicht antanzen können.
Haben Kids heute schon so früh ein Girokonto?

Letztendlich ist das Problem ja auch nicht dass die Minecraft-Leute Geld von den Kids haben wollen. Das will Epic mit Fortnite genauso.
Diese Minecraft-Leute dürften aber mit Ihren Methoden (sofern sie denn fragwürdig sind, gibt sicher auch welche die da keinen Mist machen) unter dem Radar laufen.
El Psy Kongroo
Meine Rübenpreise: https://stalks.io/u/desotho

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Axel
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Re: Walulis über die Abzocke an Kindern seitens Minecraft-YouTuber

Beitrag von Axel »

HerrReineke hat geschrieben:
13. Feb 2019, 11:12
Was ich mich an solchen Stellen ja dann immer frage: Wenn der Herr schon so viele potenzielle Straftaten "aufgedeckt" bzw. jedenfalls zusammengetragen hat und da sich auch selbst die Mühe gemacht hat einen Juristen zu befragen: Hat er denn auch Strafanzeige gestellt, damit dieses Verhalten aufhört? oder jedenfalls von der zuständigen Stelle auf die Rechtmäßigkeit überprüft wird? Oder ist er selbst (als potenzieller Mitbewerber, da ebenfalls "YouTuber") wettbewerbsrechtlich dagegen vorgegangen? Oder hat sich sein Part letztlich darauf beschränkt ein Video darüber zu machen wie böse das alles ist, aber schaut dem Treiben an und für sich munter weiter zu? :think:
Wieso sollten Journalisten Strafanzeige stellen über Dinge, die sie recherchieren? Walulis ist eine Sendung der Plattform funk von ARD und ZDF: https://www.funk.net
Es ist, auch wenn es häufig in den Videos bewusst nicht zu sehen ist, eine öffentlich rechtlich produzierte Sendung und eben KEIN privater YouTuber. Es sind Produktionen, die sich ebenfalls an Jugendliche wenden, welche ARD und ZDF sonst nicht mehr erreichen. Und da ganz häufig eben gesellschaftspolitische Themen jugendlich aufbereiten. YouTube ist halt nur die Ausstrahlungsplattform, weil dort eben die Zielgruppe unterwegs ist.

Oder anders: Würdest Du auch von investigativen Panorama-Reportern erwarten, dass sie über ihr Sujet ihrer Berichterstattung dann auch rechtlich vorgehen? Was ist mit Gewaltenteilung und mit journalistischen Grundstandards?
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