Anpfiff: Der Fußball-Thread

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Blaight
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Re: Anpfiff: Der Fußball-Thread

Beitrag von Blaight »

MrP hat geschrieben: 22. Feb 2024, 15:32 Kroos ist zurück in der Nationalmannschaft. Weis ehrlich gesagt nicht was ich davon halten soll.
Mein Sohn trägt in seiner Mannschaft die 8 wegen Kroos und der hofft nun auf eine erfolgreiche EM. Ich freue mich allein darüber.
MrP
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Re: Anpfiff: Der Fußball-Thread

Beitrag von MrP »

Blaight hat geschrieben: 23. Feb 2024, 10:09

Mein Sohn trägt in seiner Mannschaft die 8 wegen Kroos und der hofft nun auf eine erfolgreiche EM. Ich freue mich allein darüber.
Kroos ist auch einer meiner Lieblingsspieler und ich fand es immer so schade, dass er in Deutschland so wenig Anerkennung bekommt. Bei Real Madrid oder allgemein in Spanien ist er eine Legende. Weitere Bonus ist, dass Kimmich endlich rechts hinten spielen wird. :D
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lipt00n
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Re: Anpfiff: Der Fußball-Thread

Beitrag von lipt00n »

Ich bin fein mit Kroos, kein Problem mit ihm per se. Was mich eher stört, ist die konservative Ausrichtung der Nationalmannschaft. Kroos ist ein weiteres Symptom davon.
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Leonard Zelig
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Re: Anpfiff: Der Fußball-Thread

Beitrag von Leonard Zelig »

Das waren zwei überzeugende Partien gegen Frankreich und die Niederlande. Die Frage ist nur, ob dieses System gegen Mannschaften wie Schottland und Ungarn, die sehr tief stehen werden, auch funktionieren wird. Da ist eher das Problem, dass Andrich in die gegnerische Hälfte gezwängt wird und dann der Gegner mit langen Bällen kontern kann. Vor allem wenn die Gegner durch individuelle Fehler der Deutschen früh in Führung gehen sollten, dürfte danach Beton angemischt werden.
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Jon Zen
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Re: Anpfiff: Der Fußball-Thread

Beitrag von Jon Zen »

Eigentlich hat man Wirtz, Musiala & Sané Spieler, die auch aus engen Räumen Torabschlüsse erzeugen können. Kroos & Wirtz sind sehr stark vertikalen Pässen und eigentlich war Kimmichs große Stärke als Außenverteidiger, dass er gute Flanken schlug. Die zwei Fernschusstore machen ebenfalls Hoffnung.
Besonders Schottland ist von der Qualität der Spieler eine ganz andere, niedrigere Liga. Gegen Frankreich konnte man ja sehen, dass sich die deutschen Namen alleine hinsichtlich der Qualität eigentlich das gleiche Level haben wie Frankreich. Gerade im Vergleich zu vor 1-2 Jahren haben einige deutsche Spieler im Verein einen Schritt nach Vorne gemacht, bei einem Teil der Konkurrenz (Frankreich, England) sind die Spieler hingegen etwas schwächer geworden.
Das Spiel gegen die Niederlande würde ich nicht zu hochsetzen, da sie genug Probleme mit sich selbst hat. 3 ihrer 4 wertvollsten Spieler starteten nicht (Simmons, Gakpo, Frimpong), dafür lauter glanzlose "Nonames" im Mittelfeld. Immerhin hat einer dieser (Veerman ) ein Tor geschossen. Dass Frimpong in seiner derzeitigen Verfassung in diesem Spiel nicht spielen durfte, macht mich fassungslos. Ich weiß nicht, wie Koeman mit dieser Haltung langfristig erfolgreich sein will.

Was man sehen konnte, ist dass die Nationalmannschaft sich von Rückschlägen erholen kann. Nun muss sie noch besser eingespielt werden, dumme Fehler vermeiden und im Torabschluss auch vom Nahen treffen. Sobald Sané seine Form wieder findet, wäre er anstelle von Gündogan gesetzt, welcher eher zwei schwächere Spiele hatte. Es wäre spannend zu sehen, ob Wirtz/Sané/Musiala klappen kann, besonders weil sie ständig ihre Positionen tauschen können und damit unberechenbar wären.
Gegen tief stehende Gegner sehe ich eher Füllkrug als Havertz.
Mittelstädt ist natürlich weiterhin ein Risikofaktor, alleine schon weil im die internationale Erfahrung auf dem Level fehlt. Aber hier hat Kroos in den letzten 2 Spielen einen überragenden Job gemacht und den neuen, sowie den verunsicherten Spielern Sicherheit vermittelt.
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Voigt
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Re: Anpfiff: Der Fußball-Thread

Beitrag von Voigt »

Ungewohnt, ich poste mal ganz regulär im Fußballthread.

https://www.jenatv.de/mediathek/76404/F ... emann.html

Habe gerade Jenaer Nachrichten gelesen und von Protesten von FCC Ultras gegen die Einstellung eines neues Spielers gelesen. Befürchtete schon da sind irgendwelche rassisstischen Motive. Aber ne, der war davor beim Rivalen Rot-Weiß-Erfurt und hat sich dort schlecht über den FCC Jena geäußert.
Ich bin ja kein Rassist, aber man wird doch mal sagen dürfen, dass Erfurter einfach nich zu Jena gehören, die solleb bleiben wo die sind! P
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Jon Zen
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Re: Anpfiff: Der Fußball-Thread

Beitrag von Jon Zen »

Für mich sind solche Ultras unzivilisiertes Pack, die aus solch einem Grund Gebäude beschmieren - intervenieren/demonstrieren finde ich aber okay (wenn man wirklich für den Quatsch seine Freizeit nutzen möchte).

Ah, schön der Fußballthread, den wollte ich auch herauskramen.
Es geht um Expertise beim deutschen Fußballjournalismus. Die Unterschiede sind momentan zwischen Grundschulschüler und Professor. Leider haben die Grundschulschüler die höhere Reichweite. Ich weiß, dass Kicker-Reporter anscheinend nicht gut ausgebildet werden, um Fußballspiele analysieren zu können, sonst gäbe es häufiger bessere Analysen von ihnen. Auch die Spielernoten sind regelmäßig zu kritisieren.
Jedoch ist mir noch nie eine solche Unfähigkeit bei der Bewertung von Spielern aufgefallen, wie beim letzten Deutschlandspiel gegen Ungarn:
https://www.kicker.de/deutschland-gegen ... ufstellung
Mir geht es um die Noten für Havertz (4,0) und die der Innenverteidiger (beide 3,0), letzere im Vergleich zu den Außenverteidigern (beide 2,5).
Zu Havertz: Der Reporter hat nicht die taktische Aufgabe von Havertz verstanden. Dieser sollte Räume kreieren und gegnerische Spieler binden, damit die hinteren drei Spieler (Wirtz, Musiala, Gündogan) diese nutzen konnten. Das ist keine leichte Aufgabe, aber sie ist ihm gelungen. Vergleichbares schaffen aktuell kaum andere Spieler bei dieser EM.
Dass Tah und Rüdiger mit einer 3 bewertet werden, lässt mich verdutzt zurück. Nicht nur gab es nur 3 Torschüsse seitens der Ungarn, sondern Rüdiger schaltet sich regelmäßig mit Monsterpässen ins Offensivspiel ein (hier z.B. auf Havertz: https://youtu.be/vpReFyBgVq4?si=F2v-dE80CTDi2s7b&t=71) und Tah hat mit einem exzellenten Einsatz das 1:0 eingeleitet, oder haut diese "Monster-Fluggrätsche" heraus, um den Szoboszlai-Schuss abzuwehren (https://youtu.be/vpReFyBgVq4?si=ojTw5qBvPrz5CRXS&t=218).
Wenn man nur über Fußball berichten soll, aber davon keine Ahnung hat - okay. Aber spätestens, wenn man Spielern Noten vergibt, die dann von Millionen gelesen werden, wird's frech.
Es gibt aber kaum Kritik zu dieser Praxis. Man stelle sich vor, die Gamestar würde Eldenring eine 60 geben - das könnten sich Spielejournalisten nicht erlauben (und dazu ohne Begründung). :lol:

Mich wundert es nicht, dass es eine immer größere Spaltung zwischen "Fußball"-Fans, Vereins-Fans und Casual-Zuschauern in Deutschland gibt (im Sinne von Interesse; nicht dass sich die Leute nicht mögen würden). Im englischen Sprachraum hat man z.B. The Athletic, welcher die meisten Kicker-Reporter aufgrund von Inkompetenz feuern würde, müssten sie dort Artikel schreiben.^^
Immerhin habe ich das Gefühl, dass die Nische der Fußballpodcasts mit Sachverstand größer wird. Hierzu die Empfehlung für die Rasenfunk-Folge zum Spiel mit Martin Rafelt und Karoline Kipper als Gäste.
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tanair
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Re: Anpfiff: Der Fußball-Thread

Beitrag von tanair »

Der Tagesspiegel berichtet, dass der DFB wohl die Anlaufstelle für Vielfalt im Sport streicht.
Diese war vor vier Jahren vom DFB und dem Verband für queere Vielfalt (LSVD+) ins Leben gerufen worden, um die Diskriminierung von queeren Menschen im Sport zu bekämpfen. „Die externe und zu 100 Prozent vom DFB finanzierte Anlaufstelle für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt wird nach vier Jahren planmäßig auslaufen“, teilt die DFB-Pressestelle dem Tagesspiegel auf Anfrage mit.
Der Artikel ist leider ein Tagesspiegel Plus Artikel: https://www.tagesspiegel.de/sport/die-f ... 90029.html

Nachdem man ja für eine WM 2034 in Saudi Arabien gestimmt hat ist es wohl ein weiterer Rückschlag für LGBTIQ+ Community.
Der DFB sagt aber:
Die Pressestelle des DFB erklärte auf Anfrage des Tagesspiegels, dass man sich auch künftig für die Belange der queeren Community im Fußball einsetzen und mit dem LSVD+ zusammenarbeiten wolle. „Nach dem planmäßigen Projektende im Dezember 2024 wird der DFB die wertvollen Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit nutzen, um sein Engagement für die LGBTIQ+-Community im Fußball fortzusetzen.“ Wie der Verband, der ebenfalls für Saudi-Arabien als Gastgeberland stimmte, sich mit Blick auf die WM für das Thema Vielfalt einsetzen will, lässt er unbeantwortet.
meieiro
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Re: Anpfiff: Der Fußball-Thread

Beitrag von meieiro »

Ich erwarte in der Hinsicht überhaupt nichts mehr von DFB.
Sobald es ein bisschen ums Geld geht, werde die ach so wichtigen Wert sowieso sofort über Bord geworfen.
Ist doch alles nur virtue signaling was da gemacht wird.
MenschDer
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Re: Anpfiff: Der Fußball-Thread

Beitrag von MenschDer »

Wer vom Fußball noch irgendetwas erwartet, was moralisch-ethisch in die richtige Richtung geht, der ist halt naiv. Es geht nicht mehr um den Sport und seine Werte... schon lange nicht mehr.

Ich hätte das nie erwartet, aber mir ist es seit einigen Jahren gelungen aus diesem Sumpf zu entkommen und Fußball spielt für mich absolut keine Rolle mehr.

Es ist schwer vom Verein, von den Gewohnheiten und dem Umfeld wegzukommen, aber das ist so befreiend.
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Re: Anpfiff: Der Fußball-Thread

Beitrag von MenschDer »

Wie der Verband, der ebenfalls für Saudi-Arabien als Gastgeberland stimmte, sich mit Blick auf die WM für das Thema Vielfalt einsetzen will, lässt er unbeantwortet.
Allein, dass der DFB dem narrativ von rechter/konservativer Seite aufgesessen ist, dass man die WM in Katar versemmelt hat, weil man von "SJW"-Themen abgelenkt war, zeigt mir, dass da wenig Rückgrat vorhanden ist.

Ich weiß, Rudi - Tante Käthe - Völler ist Nationalheiliger, aber diese betont anti-woke Neu-Ausrichtung ist super peinlich.
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XfrogX
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Re: Anpfiff: Der Fußball-Thread

Beitrag von XfrogX »

Darf man so ein Verhalten vom dfb eigentlich woke nennen? Weil das sieht mir halt wirklich nicht aus als wenn die das jemals verstanden hätten, und es nur gemacht haben weil sie zu dem Zeitpunkt wohl dachten das kommt gut an.
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Jon Zen
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Re: Anpfiff: Der Fußball-Thread

Beitrag von Jon Zen »

MenschDer hat geschrieben: 18. Dez 2024, 18:50
Wie der Verband, der ebenfalls für Saudi-Arabien als Gastgeberland stimmte, sich mit Blick auf die WM für das Thema Vielfalt einsetzen will, lässt er unbeantwortet.
Allein, dass der DFB dem narrativ von rechter/konservativer Seite aufgesessen ist, dass man die WM in Katar versemmelt hat, weil man von "SJW"-Themen abgelenkt war, zeigt mir, dass da wenig Rückgrat vorhanden ist.
Der Dolchstoß durch das eigene Volk. :ugly: :lol:
*Bullshit!*

Lasst uns stattdessen zurückgehen zu Zeiten der schönsten WM aller Zeiten: WM 1978 in Argentinien, wo ein Foltergefängnis direkt neben dem River-Plate-Stadion stand und der Naziheld Hans-Ulrich Rudel zur Besuch der deutschen Nationalmannschaft kam. Den deutschen Spieler wurde jeglicher Protest gegen das argentinische Regime vom Verband verboten, sie hatten aber auch kein Grund dazu, wie Vogts erläuterte: „Argentinien ist ein Land, in dem Ordnung herrscht. Ich habe keinen einzigen politischen Gefangenen gesehen.“

Die Fifa könnte man theoretisch relativ schnell abschaffen, indem sich die bedeutensten Verbände von ihr trennen würde. Allerdings ist Infantino ein Meister des Strippenziehens, am Ende spielt immer wieder jeder zum eigenen Vorteil sein Spiel mit und merkt nicht, dass immer mehr verloren geht.
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Re: Anpfiff: Der Fußball-Thread

Beitrag von MenschDer »

Jon Zen hat geschrieben: 18. Dez 2024, 21:23
MenschDer hat geschrieben: 18. Dez 2024, 18:50
Wie der Verband, der ebenfalls für Saudi-Arabien als Gastgeberland stimmte, sich mit Blick auf die WM für das Thema Vielfalt einsetzen will, lässt er unbeantwortet.
Allein, dass der DFB dem narrativ von rechter/konservativer Seite aufgesessen ist, dass man die WM in Katar versemmelt hat, weil man von "SJW"-Themen abgelenkt war, zeigt mir, dass da wenig Rückgrat vorhanden ist.
Der Dolchstoß durch das eigene Volk. :ugly: :lol:
*Bullshit!*

Lasst uns stattdessen zurückgehen zu Zeiten der schönsten WM aller Zeiten: WM 1978 in Argentinien
https://www.youtube.com/watch?v=pcNAisWsPSk Tolle kleine Doku dazu.

Zum Zitat von Vogts: Schön wie sich Geschichte wiederholt. Beckenbauer konnte in Katar ja auch keine Sklaven sehen :?

Jon Zen hat geschrieben: 18. Dez 2024, 21:23 Die Fifa könnte man theoretisch relativ schnell abschaffen, indem sich die bedeutensten Verbände von ihr trennen würde. Allerdings ist Infantino ein Meister des Strippenziehens, am Ende spielt immer wieder jeder zum eigenen Vorteil sein Spiel mit und merkt nicht, dass immer mehr verloren geht.
Das Problem ist, dass es die Fifa - wie der Kapitalismus selbst - geschafft hat, den aller meisten Menschen einzureden, dass es kein Leben außerhalb des Systems gibt.

Veränderung aus dem System heraus ist unmöglich. Jeder - auch der DFB - profitiert davon, dass immer mehr Geld in das Business gepumpt wird. Es wird eher schlimmer werden. Eine neue "Super League" in Europa ist unter anderem Namen beispielsweise schon wieder auf dem Weg.

Außerdem vergisst man leicht, dass wir sehr europäisch denken und Europa nicht die Welt ist. In Asien, Afrika und Nord- und Südamerika interessiert es verglichen zu Ländern wie Deutschland, Spanien oder Frankreich keine Sau, dass die WM nach Saudi-Arabien geht. Man ist da in der Minderheit, auch wenn man sich in Europa als Herzkammer des Fußballs sieht.

Das Kind ist in den Brunnen gefallen.
Bateman
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Re: Anpfiff: Der Fußball-Thread

Beitrag von Bateman »

MenschDer hat geschrieben: 18. Dez 2024, 21:56
Jon Zen hat geschrieben: 18. Dez 2024, 21:23 Die Fifa könnte man theoretisch relativ schnell abschaffen, indem sich die bedeutensten Verbände von ihr trennen würde. Allerdings ist Infantino ein Meister des Strippenziehens, am Ende spielt immer wieder jeder zum eigenen Vorteil sein Spiel mit und merkt nicht, dass immer mehr verloren geht.
Das Problem ist, dass es die Fifa - wie der Kapitalismus selbst - geschafft hat, den aller meisten Menschen einzureden, dass es kein Leben außerhalb des Systems gibt.
"Es wäre Symbolpolitik gewesen."

"Am Ergebnis hätte es nichts geändert."

"Man hätte sich international nur isoliert."


Das sind meine drei liebsten Sätze.
Damit kann man jegliche aktive Unterstützung begründen, von der WM Vergabe bis zum Genozid.
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tanair
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Re: Anpfiff: Der Fußball-Thread

Beitrag von tanair »

MenschDer hat geschrieben: 18. Dez 2024, 18:38 Wer vom Fußball noch irgendetwas erwartet, was moralisch-ethisch in die richtige Richtung geht, der ist halt naiv. Es geht nicht mehr um den Sport und seine Werte... schon lange nicht mehr.

Ich hätte das nie erwartet, aber mir ist es seit einigen Jahren gelungen aus diesem Sumpf zu entkommen und Fußball spielt für mich absolut keine Rolle mehr.

Es ist schwer vom Verein, von den Gewohnheiten und dem Umfeld wegzukommen, aber das ist so befreiend.
Wobei man hier auch sagen muss: das betrifft alle Sportarten sobald das Geld winkt: egal ob die Handball WM in Katar (wo Katar überraschend den 2. Platz erhalten hat), Basketball in Abu Dhabi (EuroLeague Finale 2025), über die Formel 1 brauchen wir gar nicht sprechen, oder Golf, Tennis, Wintersport in Russland / China, etc.
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Re: Anpfiff: Der Fußball-Thread

Beitrag von meieiro »

tanair hat geschrieben: 19. Dez 2024, 12:44 Wobei man hier auch sagen muss: das betrifft alle Sportarten sobald das Geld winkt: egal ob die Handball WM in Katar (wo Katar überraschend den 2. Platz erhalten hat), Basketball in Abu Dhabi (EuroLeague Finale 2025), über die Formel 1 brauchen wir gar nicht sprechen, oder Golf, Tennis, Wintersport in Russland / China, etc.
Handball war ja noch mal schlimmer.
Katar hat ja den 2. Platz bei der Heim WM hauptsächlich internationalen Stars zu verdanken, die sie extra für die Nationalmannschaft eingebürgert haben. Beim Handball sind die Regeln da deutlich lockerer als beim Fußball(zumindest damals war es so)
LimboJimbo
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Re: Anpfiff: Der Fußball-Thread

Beitrag von LimboJimbo »

Bateman hat geschrieben: 18. Dez 2024, 22:20
MenschDer hat geschrieben: 18. Dez 2024, 21:56
Jon Zen hat geschrieben: 18. Dez 2024, 21:23 Die Fifa könnte man theoretisch relativ schnell abschaffen, indem sich die bedeutensten Verbände von ihr trennen würde. Allerdings ist Infantino ein Meister des Strippenziehens, am Ende spielt immer wieder jeder zum eigenen Vorteil sein Spiel mit und merkt nicht, dass immer mehr verloren geht.
Das Problem ist, dass es die Fifa - wie der Kapitalismus selbst - geschafft hat, den aller meisten Menschen einzureden, dass es kein Leben außerhalb des Systems gibt.
"Es wäre Symbolpolitik gewesen."

"Am Ergebnis hätte es nichts geändert."

"Man hätte sich international nur isoliert."


Das sind meine drei liebsten Sätze.
Damit kann man jegliche aktive Unterstützung begründen, von der WM Vergabe bis zum Genozid.
Satz 1 und 3 sind vermutlich sogar richtig, Satz 2 zumindest weitestgehend auch, aber vor allem mit Bezug auf Satz 2 würde ich an einer alles entscheidenden Stelle widersprechen - bzw eine wichtige Konkretisierung vornehmen:

Am ERGEBNIS im Sinne von "Die WM wird nach Saudi Arabien (Katar, Russland, ...) vergeben" hätte es nicht geändert stimmt wohl. Das ERGEBNIS im Sinne von "Die WM wird widerspruchfrei nach Saudi Arabien (Katar, Russland, ...) vergeben und ermutigt die FIFA und jeweilige nationale Verbände dazu, es unter ähnlichen Bedingungen zu versuchen" hätte sich bei Widerstand aber sehr wohl geändert.

Das berührt nämlich Satz 1 "Es wäre Symbolpolitik gewesen." - Ja, richtig. Nur sind Symbole SEHR, SEHR wichtig. Dies einfach abzutun verkennt vollkommen, dass Politik vor allem durch Kommunikation funktioniert. Wenn man immer dann aufgibt, wenn es den Anschein hat, dass man nicht auf der Gewinnerseite ist, wird man NIEMALS politischen Wandel erzielen können. Man muss sich mal überlegen, welche Respektlosigkeit das für die Arbeit von Politikern ist, die ziemlich sicher wissen, dass sie wohl für immer in einer Oppositionsrolle verbleiben werden. Und trotzdem gewissenhaft ihre Arbeit verrichten und für politische Ziele kämpfen.

Nun sind FIFA Komitees weder in Ihrer Legitimation, Struktur und - trotz allen Einflusses - der Bedeutung nicht gleichzusetzen mit nationalen oder supranationalen (etwa EU) demokratischen Institutionen, aber man muss sich dennoch vorwerfen lassen, dass man sich ja sehr wohl explizit stark zu westlich geprägten humanistischen Werten bekennt und immer wieder mit diesen schmückt, um Förderung, Sonderrechte und staatliche Unterstützung während der Großereignisse zu rechtfertigen.

Da sollte man weiterhin einfordern, diese Werte dann auch einzulösen - oder halt alternativ ehrlicher zu sein und das eigene Selbstverständnis ebenso anzupassen wie die Rechtsgrundlage: Der DFB ist ja immerhin noch ein e.V. mit allen steuerlichen Vorteilen und deren ganz klar definierbaren rechtlichen Voraussetzungen (Förderung des Gemeinwohls).

Moralisch richtig komplex wird es dann zugegebenermaßen bei Satz 3. Denn was man denke ich durchaus zugestehen kann, ist dass sich außerhalb Europas und ggf Nordamerika tatsächlich sehr viele Menschen nicht wirklich dafür interessieren, unter welchen Bedingungen WM Stadien gebaut werden, wie die Menschenrechtslage in einem Gastgeberland ist, wer wie viele Bestechungsgelder gezahlt hat, usw.

Damit meine ich weniger, was einzelne Menschen konkret zum Schicksal anderer betroffener Individuen meinen - ist ja nicht so, dass dort nicht auch jemand Mitleid mit Einzelschicksalen hätte, sofern man denn davon erfährt - aber es stehen einfach andere Themen hoch auf der Agenda. Und ja, das spielt geographische, wirtschaftliche und kulturelle Nähe eine große Rolle.

Mein Schwager z.B. ist Mexikaner. Er lebt zwar in Europa und hat dadurch einen teilweise anderen Blick, sagt aber auch dass in Mexiko Diskussionen um die WM Vergabe nach Katar oder Saudi Arabien bestenfalls darum gehen, dass sich die Jahreszeit ändert, die Stimmung anders sein könnte, ... aber die Frage nach Demokratie, Menschenrechten oder ökologische Nachhaltigkeit quasi inexistent sind.

Nun ist die Lage meiner Meinung nach deshalb so komplex, weil ich nicht finde, dass man aus falsch verstandener Toleranz in einen moralischen Relativismus verfallen darf. Wenn es zum Beispiel um Frauenrechte oder Rassismus geht, ist mir der kulturelle Hintergrund eines Landes schnurzpiepegal. Es ist für mich nicht verhandelbar, dass eine Frau ebenso wählen, arbeiten, Auto fahren, was auch immer machen darf, was ein Mann darf. Ebenso darf die eigene Herkunft nicht darüber bestimmen, ob mir Grundrechte zustehen.

Wenn es aber WIRKLICH großen Teilen der Bevölkerung egal ist... Wer bin ich dann als Europäer, um quasi in Kolonialherren-Manier anderen Menschen auf der Welt vorzuschreiben, wofür sie sich jetzt aber bitte mal zu interessieren haben. Und ich glaube die große, große Mehrheit auf der Welt schaut eben ganz anders auf diese Turniervergaben.

Um den Bogen zu schließen:
Wir sollten trotzdem für das einstehen, was wir (ich meine mit "wir" das Mindestmaß an gemeinsamer Identität, was auch heute hoffentlich in grundlegenden Menschenrechtsfragen besteht) für wichtig halten. Selbst und gerade dann, wenn man damit nicht auf der "Gewinnerseite" steht. Und vielleicht jemand (einflussreiche, sehr wohlhabende Verbände und ganze Nationen/regionen) beleidigt ist. Man sollte also auch Symbolpolitik betreiben, aber bitte das oft davor verwendete "nur" streichen.

Denn ohne Farbe zu bekennen, ergibt man sich quasi kampflos. Und wenn man nicht einmal bereit ist, den Zorn anderer Verbände zu ertragen, weil man sich aus SEHR guten Gründen gegen etwas sperrt, dann soll man bitte aufhören, sich als ach so engagierter Verein zu schmücken. Und den Status als e.V. haben zu wollen.

Denn dann ist man einfach nur ein Unternehmen. Kann man ja auch sein, aber dann muss man auch so behandelt werden.
Bateman
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Re: Anpfiff: Der Fußball-Thread

Beitrag von Bateman »

LimboJimbo hat geschrieben: 19. Dez 2024, 15:10 ...
Wenn man immer dann aufgibt, wenn es den Anschein hat, dass man nicht auf der Gewinnerseite ist, wird man NIEMALS politischen Wandel erzielen können. Man muss sich mal überlegen, welche Respektlosigkeit das für die Arbeit von Politikern ist, die ziemlich sicher wissen, dass sie wohl für immer in einer Oppositionsrolle verbleiben werden. Und trotzdem gewissenhaft ihre Arbeit verrichten und für politische Ziele kämpfen.

Nun sind FIFA Komitees weder in Ihrer Legitimation, Struktur und - trotz allen Einflusses - der Bedeutung nicht gleichzusetzen mit nationalen oder supranationalen (etwa EU) demokratischen Institutionen, aber man muss sich dennoch vorwerfen lassen, dass man sich ja sehr wohl explizit stark zu westlich geprägten humanistischen Werten bekennt und immer wieder mit diesen schmückt, um Förderung, Sonderrechte und staatliche Unterstützung während der Großereignisse zu rechtfertigen.

Da sollte man weiterhin einfordern, diese Werte dann auch einzulösen - oder halt alternativ ehrlicher zu sein und das eigene Selbstverständnis ebenso anzupassen wie die Rechtsgrundlage: Der DFB ist ja immerhin noch ein e.V. mit allen steuerlichen Vorteilen und deren ganz klar definierbaren rechtlichen Voraussetzungen (Förderung des Gemeinwohls).
...
Sehr, sehr wichtiger Post. Danke.

Was der DFB hier gemacht hat, darf man ihm nicht durchgehen lassen. Man muss für Werte kämpfen.

Der DFB sagt hier sehr deutlich:
Ihr dürft Frauen systematisch unterdrücken, wir sind cool damit.
Ihr dürft LGBTIQA+ Member steinigen, wir sind cool damit.
Ihr dürft Journalisten zerheckselns, wir sind cool damit.
Ihr dürft Angriffskriege führen, wir sind cool damit.

Besonders perfide, dass diese Entscheidung pro Saudi-Arabien einstimmig im DFB Präsidium gefallen sei.

D.h. die Vizepräsidenten für Frauenfussball, Gleichstellung- und Diversität, Sozialpolititik, Inklusion und Rechtsangelegenheiten haben dem zugestimmt. Wie können die nicht sofort abgesetzt werden?

Warum sind DFB, UEFA, FIFA weiterhin gemeinnützige Vereine?
Das müsste schleunigst geändert werden. Es gab doch in Zuge der WM 2006 Korruption auch dahingehend juristische Bestrebungen der Staatsanwaltschaft, was ist aus denen geworden?

Wenn man darüber nachdenkt, nach welchen Kriterien die FIFA offiziell die WM vergibt, und welche Einnahmequellen sie offiziell hat, dann müsste die WM immer in (westliche) Demokratien vergeben werden. Es müssen also massive Korruption und illegale Zusatzzahlungen wahrscheinlich in Milliardenhöhe fließen, damit das Ergebnis einer WM Vergabe nach Saudi-Arabien realisiert wird.
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Blaight
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Re: Anpfiff: Der Fußball-Thread

Beitrag von Blaight »

imanzuel hat geschrieben: 7. Dez 2023, 11:50
Blaight hat geschrieben: 7. Dez 2023, 10:39 Woran erkennt man eigentlich, dass ein Kind Talent hat?
Kind bei einem Fußballverein anmelden. Bei den Turnieren sind regelmäßig Scouts da, sollte das Kind richtig talentiert sein erkennen die das. Außerdem erkennt man das schon relativ schnell. Zwischen "bisschen talentiert" und "mehr oder weniger gar kein Talent" liegen Welten. Bei F-E Jugend Turniere stechen die ziemlich stark hervor, meistens sind das die wo die gegnerische Mannschaft alleine zerlegen :D
Hat sich genau so bewahrheitet übrigens.
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