Plot-Stopper (der anderen Art)

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LepusTimidus
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Plot-Stopper (der anderen Art)

Beitrag von LepusTimidus » 11. Jul 2018, 17:03

Guten Tag alle miteinander,

heute bin ich über ein Problem gestolpert, dass mich nach unangemeldetem Mitlesen dazu gebracht hat, mir auch mal einen Forums-Account zuzulegen. Zur Zeit spiele ich Assassin's Creed Origins. Na ja, streng genommen spiele ich es nicht mehr, denn ich bin an einer Stelle angekommen, an der ich mir nicht mehr vorstellen kann, weiter zu spielen. In einer Art Albtraumsequenz muss man eine Riesenschlange bekämpfen. Ich hab tierische Angst (pun not intended) vor Schlangen, hatte insgeheim gehofft, dass es nur eine Cut Scene bleibt und konnte mir da das Viech schon nicht angucken. Jetzt weiß ich nicht, wie ich das Spiel weiter spielen soll. Ich hab einfach zuviel Angst.

Ähnlich ging es mir beim ersten Uncharted als man im dunklen U-Bootbunker diesen Zombiewesen begegnet. Ich hasse Horror, aber da konnte ich mich noch bei strahlendem Sonnenschein draußen irgendwie durchkämpfen.

Hattet ihr schon man ähnliche Situationen und wie seid ihr damit umgegangen?

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Feamorn
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Re: Plot-Stopper (der anderen Art)

Beitrag von Feamorn » 11. Jul 2018, 17:31

Hallo! Ich denke, dass Du damit absolut nicht alleine bist.

Ich persönlich komme mit "Horror" in Spielen auch nicht gut klar. Und "Horror" muss ich dabei schon echt breit definieren, ich weiß noch, das sich damals beim ersten Half-Life schon Probleme hatte und es (beim ersten Mal) nur mit Cheats durchgespielt habe. Lustigerweise ist jeglicher Stress bei aktiviertem God-Mode bei mir SOFORT weg. Allerdings habe ich auch keine spezifische Angst, also wie bei dir Schlangen, oder bei anderen Leute Spinnen, Clowns, was auch immer.
Das ganze ist umso tragischer, da ich Spiele wie Doom 3 (nicht sehr weit gespielt), Alien: Isolation, Outlast etc. alle super interessant finde, aber meist nur die Let's Plays gucken kann, da selber spielen echt ein Problem darstellt. (Wobei ich es vermutlich auch einfach nochmal probieren müsste. Ich habe halt nur noch Erinnerungen, dass bereits bevor irgendwas passiert mein Puls bereits in echt ungesunde Regionen steigt.)
Ich denke, mein Problem ist zum einen nicht wirklich der "Horror" sondern eher der Stress, dass mir die Kontrolle über die Situation entgleitet (bzw. die Kontrolle gar nicht erst da ist), also eher "Terror".
Zudem finde ich Jump-Scares in 90% der Fälle echt doof (und billig), egal ob in Spielen oder Filmen.

Ich weiche solchen Spielen/Inhalten in der Regel also eher aus, bzw. spiele nicht selber. Gibt es für AC:O vielleicht auch Cheats oder ähnliches?

Am PC hat man manchmal ja auch die Möglichkeit, sich durch Mods zu behelfen. So habe ich beispielsweise mal gelesen, dass es eine Mod gibt, die etwa für Arachnophobiker die Riesenspinnen aus Skyrim entfernt (bzw. ersetzt). Wie sieht es mit sowas in AC aus? (Auf welcher Plattform spielst Du?)

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toxic_garden
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Re: Plot-Stopper (der anderen Art)

Beitrag von toxic_garden » 11. Jul 2018, 17:45

ich hatte ein ähnliches Problem mit dem ersten Dead Space. Auf der einen Seite war es so atmosphärisch und gut gemacht, dass ich es unbedingt in einem angemessenen Setting spielen wollte. Also abends, mit Kopfhörern, auf dem großen TV. Auf der anderen Seite war es leider aber auch so gruselig, dass ich es nie länger als 45 Minuten am Stück spielen konnte. Fiese Falle war das. Und es tagsüber weiter zu spielen kam mir irgendwie falsch vor. Also liegt Dead Space 1 bis heute mit ca. 8 Stunden Spielzeit bei mir im Regal und wird nur ab und an mal traurig im vorbeigehen betrachtet. :(
Mein Name ist Guybrush und ich verkaufe diese feinen Lederjacken.

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Fu!Bär
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Re: Plot-Stopper (der anderen Art)

Beitrag von Fu!Bär » 11. Jul 2018, 17:47

Ja, das kenn ich nur zu gut. Ich hab F.E.A.R. damals nicht spielen können. Ich hab mich im Spiel bei einem Jumpscare einmal so erschreckt, dass ich von meinem Stuhl aufgesprungen bin und (im Zimmer, in der echten Welt) hinter mich geschaut habe.

Danach habe ich das Spiel direkt deinstalliert.

Ich bin also kein Fan von Horrorspielen, aber als echter Space Nerd reizt mich seit Jahren Deadspace. Ich habe mich bislang aber nicht getraut.

LepusTimidus
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Re: Plot-Stopper (der anderen Art)

Beitrag von LepusTimidus » 11. Jul 2018, 18:18

Feamorn hat geschrieben:
11. Jul 2018, 17:31
Wie sieht es mit sowas in AC aus? (Auf welcher Plattform spielst Du?)
Ob es ähnliche Mods für Assassin's Creed gibt, weiß ich nicht. Aber auf der PS4 würde das vermutlich eh schwierig.

Mittlerweile hat sich auch eine Lösung gefunden. Meine Frau hat die Sequenz für mich durchgespielt :mrgreen: Dafür muss ich weiter die hochleveligen Real-Life-Spinnen aus der Wohnung oder gleich in die Duat befördern.

Irgendwie witzig, dass bei PEGI vor Nacktheit, Schimpfworten, Gewalt und was weiß ich gewarnt wird, aber für furchteinflößende Riesenschlangen gibt es kein Symbol.

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Lansbury
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Re: Plot-Stopper (der anderen Art)

Beitrag von Lansbury » 11. Jul 2018, 18:33

Mir geht es bei Horrorspielen genauso. Sowas wie Outlast würde mir niemals in die Bude kommen.

Ich kann auch die Faszination von Hardcore-Horror-Fans kein bisschen nachvollziehen. Sich zu erschrecken ist immerhin ein plötzlicher, kurzzeitiger Angst- oder sogar Panikzustand, je nach Intensität. Und ich habe absolut keinen Schimmer, was an diesen negativen Emotionen erstrebenswert wäre.

Suspense-Horror immer gerne, aber verschont die Welt mit Jump Scares, denn das ist der mit Abstand billigste Taschenspielertrick.

Jeder Dreijährige, der sich aus Spaß hinter einer Couch versteckt um einen zu erschrecken, kann das. Und das meist sogar besser.
Deshalb regt mich nicht nur das Erschrecken an sich auf, sondern auch, wie billig, zweck- und anspruchslos sie mir solche extremen Emotionen abgerungen haben. Furchtbar.

Wenn es mal ein Horrorspiel gibt, das mich interessiert, spiele ich es immer auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad, um immerhin im Hinterkopf zu haben, dass ich der King im Ring bin, egal wer mir gerade wie ans Leder will. Das entschärft und beruhigt :)

Raptor 2101
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Re: Plot-Stopper (der anderen Art)

Beitrag von Raptor 2101 » 11. Jul 2018, 19:11

Lansbury hat geschrieben:
11. Jul 2018, 18:33
Suspense-Horror immer gerne, aber verschont die Welt mit Jump Scares, denn das ist der mit Abstand billigste Taschenspielertrick.
Da würde ich widersprechen. Vorweg: ich hasse Horror, Körper und Splatter Horror widern mich an, gepaart sadistischen "Fantasien" ... Kurz SAW ist so gar nicht meins ;)

Diese Art von filme zerlege ich ganz instinktiv in ihre Bestandteile, ich ignoriere den eigentlichen Horror und sehe den miesen Film oder das schlechte GameDesign.

Und ich hab Alien Isolation gespielt. Ich wusste von Sekunde 1 an was mich erwartet. Es war das erste Spiel, bei dem ich an einer bestimmten Stelle einfach aufgehört habe und eine Woche pause gemacht habe. Ich wusste vorher was an dieser Stelle passiert und dennoch hat es mir in die Magengrube gehauen und ich hatte keinen Bock mehr ...

Um Alien durchzustehen hab ich mir ein guten Letsplayer (das erste und einzige mal) gesucht und immer wenn mein Puls zu hoch war, mir gespoiler was wohl gleich passieren wird. So nach dem Muster: Gang Rechts, Gang links -> Alien im Nacken -> LetsPlay angeschaut, wie der Player in der Sackgasse zerfleischt wurde (was wirklich gar nichts bewirkt bei mir) -> anderen Gang genommen -> Gemerkt, dass das das Spiel ein Scheiß schert und vor dem Alien davon galaufen (was meinen Puls extrem nach oben getrieben hat)

Will sagen: Gute JumpScares erwischen wirken auch, wenn man weiß, wann sie kommen und das ist alles andere als "billig".

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Desotho
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Re: Plot-Stopper (der anderen Art)

Beitrag von Desotho » 11. Jul 2018, 19:29

LepusTimidus hat geschrieben:
11. Jul 2018, 17:03
Ähnlich ging es mir beim ersten Uncharted als man im dunklen U-Bootbunker diesen Zombiewesen begegnet. Ich hasse Horror, aber da konnte ich mich noch bei strahlendem Sonnenschein draußen irgendwie durchkämpfen.
Hol Dir VR :D
Als Tsunderedakteur Spieleredakteur bezeichnet, der sich durch eine zickige und streitsüchtige Art auszeichnet, sich aber unter bestimmten Umständen zurückhaltend und liebenswert verhält, zum Beispiel wenn er mit seinem Spiel allein ist.

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Lansbury
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Re: Plot-Stopper (der anderen Art)

Beitrag von Lansbury » 11. Jul 2018, 19:57

@Raptor 2101

Lässt man sich von vornherein darauf ein, der wehrlose, permanent flüchtende Gejagte zu sein, ist das was anderes und liegt natürlich in der Natur der Sache, dass einem das des Öfteren passieren wird und muss.

Ist man permanent am flüchten, muss man fast schon, um das Gesamtkonzept aufrecht zu erhalten, immer wieder urplötzlich in eine andere Richtung gejagt werden. Da ist das legitim und muss alle paar Minuten passieren. Man lässt sich ja quasi auf "Jump Scare - The Game" ein, überspitzt gesagt.

Werde ich aber typischerweise als wehrhafter Protagonist in ein Spiel geworfen, versucht mir ein Jump Scare lediglich auf simpelste Weise, mir eine verwundbare Position zu suggerieren, die ich aber mit drei Schüssen schnell hinter mich gebracht habe. Und genau diese Methode finde ich recht billig, da nicht mehr dahintersteckt als Effekthascherei.

Ich verzeihe es einem Spiel, wenn eine handvoll Jump Scares punktuell platziert werden, um die stetige, drohende Gefahr des Szenarios zu unterstreichen. Aber sobald ein Spiel fast schon darauf aufbaut, dessen Prämisse aber eigentlich nicht zwingend darauf fußen soll, finde ich es furchtbar und ärgerlich.
Also bleibt im letzten Schluss nur der reine Effekt, der, mich zumindest, verärgert zurücklässt.

Daher lieber bedrückendster Suspense-Horror. Den darin liegt für mich die eigentliche Königsdisziplin des Horrors.

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Heretic
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Re: Plot-Stopper (der anderen Art)

Beitrag von Heretic » 11. Jul 2018, 20:21

Lansbury hat geschrieben:
11. Jul 2018, 18:33
Ich kann auch die Faszination von Hardcore-Horror-Fans kein bisschen nachvollziehen. Sich zu erschrecken ist immerhin ein plötzlicher, kurzzeitiger Angst- oder sogar Panikzustand, je nach Intensität. Und ich habe absolut keinen Schimmer, was an diesen negativen Emotionen erstrebenswert wäre.
Gute Frage, die auch ich als Horrorfan (abgesehen von Foltergedöns und Torture Porn) nicht wirklich beantworten kann. Wahrscheinlich kann ich den Nervenkitzel genießen, weil ich insgeheim weiß, dass mir nichts passieren kann. Weil ich sicher vor dem Fernseher, der Kinoleinwand oder dem Monitor sitze. Deswegen sind mir Situationen wie die des Threaderstellers völlig fremd. Ich musste dementsprechend noch nie ein Spiel abbrechen, weil es mir zu gruselig wurde. Was nicht heißen soll, dass mich Jumpscares oder atmosphärischer Grusel völlig kalt lassen würden. Das Ocean House Hotel in Vampire Bloodlines und die Irrenanstalt in Thief 3 waren beim ersten Durchlauf schon nicht ganz ohne. Oder die Riesenspinne in Legend of Grimrock, die mich aus einer Nische heraus anspringt. Jumpscares wie letztere Situation entlocken mir aber Sekunden später ein breites Grinsen. Und sollten sie zu häufig vorkommen, meist nur noch ein gelangweiltes Gähnen. Splatter funktioniert bei mir in Spielen überhaupt nicht - Outlast und Co. finde ich ziemlich öde. Mit CGI-Horroreffekten in Filmen sieht's meist ähnlich aus. Handgemachte Tricks wirken bei mir eher, selbst wenn sie eher unrealistisch daherkommen. Mir ist die zermatschte Wassermelone lieber als computergeneriertes Gekröse. :mrgreen:

In Dead Space hat mich allerdings auch etwas so sehr gegruselt, dass ich doch mal abbrechen musste: die träge Steuerung. :shock: ;)

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Taro
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Re: Plot-Stopper (der anderen Art)

Beitrag von Taro » 11. Jul 2018, 20:30

Hmm, ich kann mir keine reale Angst vorstellen, die ich im gleichen Maß in ein virtuelles Medium projizieren könnte, von daher kann ich das irgendwie nicht nachvollziehen.^^
Höchstens in ferner Zukunft wenn es fotorealistische VR gibt und man eben nicht zwischen Spiel und Realität unterscheiden kann.

Gründe ein Spiel abzubrechen wären für mich eher grobe Qualitätsmängel, wenn ich merke, dass mich ein Spiel einfach nicht packt oder wenn irgendetwas glorifiziert wird was ich prinzipiell ablehne, deshalb spiele ich z.B. keine Kriegs-Shooter.

Freitag
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Re: Plot-Stopper (der anderen Art)

Beitrag von Freitag » 11. Jul 2018, 21:03

Das sehr schöne Dark Messiah of Might & Magic habe ich damals abgebrochen, als man in den Spinnentempel kam. In dem Moment, als mich eine der Spinnen angesprungen hat und quasi auf meinem Monitor klebte, flog das Spiel von der Platte und ich habs danach auch nicht mehr angefasst. Extrem schade, aber das ging einfach nicht.
Bei Skyrim kam ich damit klar, musste nur in die Third-Person wechseln. Das Witcher 3-AddOn Hearts of Stone führte recht haarige Vertreter ein, die konnte man aber zum Glück per Mod durch die Spinnen des Basisspiels austauschen :D

Ansonsten bin ich kein Freund von Horrorspielen, lasse die allermeisten aber von vornherein aus.

Raptor 2101
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Re: Plot-Stopper (der anderen Art)

Beitrag von Raptor 2101 » 11. Jul 2018, 21:27

Lansbury hat geschrieben:
11. Jul 2018, 19:57
@Raptor 2101

Lässt man sich von vornherein darauf ein, der wehrlose, permanent flüchtende Gejagte zu sein, ist das was anderes und liegt natürlich in der Natur der Sache, dass einem das des Öfteren passieren wird und muss.

Ist man permanent am flüchten, muss man fast schon, um das Gesamtkonzept aufrecht zu erhalten, immer wieder urplötzlich in eine andere Richtung gejagt werden. Da ist das legitim und muss alle paar Minuten passieren. Man lässt sich ja quasi auf "Jump Scare - The Game" ein, überspitzt gesagt.

Werde ich aber typischerweise als wehrhafter Protagonist in ein Spiel geworfen, versucht mir ein Jump Scare lediglich auf simpelste Weise, mir eine verwundbare Position zu suggerieren, die ich aber mit drei Schüssen schnell hinter mich gebracht habe. Und genau diese Methode finde ich recht billig, da nicht mehr dahintersteckt als Effekthascherei.

Ich verzeihe es einem Spiel, wenn eine handvoll Jump Scares punktuell platziert werden, um die stetige, drohende Gefahr des Szenarios zu unterstreichen. Aber sobald ein Spiel fast schon darauf aufbaut, dessen Prämisse aber eigentlich nicht zwingend darauf fußen soll, finde ich es furchtbar und ärgerlich.
Also bleibt im letzten Schluss nur der reine Effekt, der, mich zumindest, verärgert zurücklässt.

Daher lieber bedrückendster Suspense-Horror. Den darin liegt für mich die eigentliche Königsdisziplin des Horrors.
Etwas Off topic: Ich denke in Spielen kannst du besser Spieler besser "Jump Scaren" als in einem "passiven" Medium. Mal weg von den billigen Horror-Slashern. Man muss den Spieler nicht immer in die Defensive zwingen. Es reicht, den Spieler dazu zu bringen sich auf etwas bestimmtes zu Konzentrieren und ihn dann auf den falschen Fuß zu erwischen. Ständige ändernde Situationen, ständiges anpassen. Meine intensivsten Erfahrungen diesbezüglich stammen aus (Space)Flugsims. Ich würde das nicht so eng fassen ...

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Feamorn
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Re: Plot-Stopper (der anderen Art)

Beitrag von Feamorn » 12. Jul 2018, 00:37

Lansbury hat geschrieben:
11. Jul 2018, 18:33
Mir geht es bei Horrorspielen genauso. Sowas wie Outlast würde mir niemals in die Bude kommen.

Ich kann auch die Faszination von Hardcore-Horror-Fans kein bisschen nachvollziehen. Sich zu erschrecken ist immerhin ein plötzlicher, kurzzeitiger Angst- oder sogar Panikzustand, je nach Intensität. Und ich habe absolut keinen Schimmer, was an diesen negativen Emotionen erstrebenswert wäre.

Suspense-Horror immer gerne, aber verschont die Welt mit Jump Scares, denn das ist der mit Abstand billigste Taschenspielertrick.
Naja, das erstrebenswerte ist für die Fans eben die Adrenalinausschüttung. Aber das ist eben nur Adrenalin aus der Fluchtreaktion durch den Vorgang des Erschreckens. Ich tue mich immer sehr schwer damit, das für sich als Horror zu bezeichnen. Schrecken ist ja nicht gleich Schrecken.
Ich habe das oben vielleicht etwas zu schnell abgebügelt. Mit einem "verdienten" Jump Scare kann ich leben. Aber das Verdienen bedarf eben Vorarbeit durch ein Spiel oder einen Film, da muss die passende Atmosphäre aufgebaut werden, ich muss das als Konsument zu einem gewissen Maße antizipieren, und zwar nicht in dem Sinne von "ich weiß, dass da was kommt, weil das ein Horrorfilm ist" sondern "ich weiß, dass da was kommt, weil der Film gerade die Vorarbeit geleistet hat", dementsprechend geht es auch nicht, wenn ein Film zu oft die Vorarbeit leistet, ohne dann für die Entladung zu sorgen, das ist, meiner Meinung nach, auch "billig" und entwertet die Technik des Spannungsaufbau.

Raptor 2101 hat geschrieben:
11. Jul 2018, 19:11
Lansbury hat geschrieben:
11. Jul 2018, 18:33
Suspense-Horror immer gerne, aber verschont die Welt mit Jump Scares, denn das ist der mit Abstand billigste Taschenspielertrick.
Da würde ich widersprechen. Vorweg: ich hasse Horror, Körper und Splatter Horror widern mich an, gepaart sadistischen "Fantasien" ... Kurz SAW ist so gar nicht meins ;)

Diese Art von filme zerlege ich ganz instinktiv in ihre Bestandteile, ich ignoriere den eigentlichen Horror und sehe den miesen Film oder das schlechte GameDesign.

Und ich hab Alien Isolation gespielt. Ich wusste von Sekunde 1 an was mich erwartet. Es war das erste Spiel, bei dem ich an einer bestimmten Stelle einfach aufgehört habe und eine Woche pause gemacht habe. Ich wusste vorher was an dieser Stelle passiert und dennoch hat es mir in die Magengrube gehauen und ich hatte keinen Bock mehr ...

Um Alien durchzustehen hab ich mir ein guten Letsplayer (das erste und einzige mal) gesucht und immer wenn mein Puls zu hoch war, mir gespoiler was wohl gleich passieren wird. So nach dem Muster: Gang Rechts, Gang links -> Alien im Nacken -> LetsPlay angeschaut, wie der Player in der Sackgasse zerfleischt wurde (was wirklich gar nichts bewirkt bei mir) -> anderen Gang genommen -> Gemerkt, dass das das Spiel ein Scheiß schert und vor dem Alien davon galaufen (was meinen Puls extrem nach oben getrieben hat)

Will sagen: Gute JumpScares erwischen wirken auch, wenn man weiß, wann sie kommen und das ist alles andere als "billig".
Wie oben beschrieben stimme ich grundsätzlich zu. Allerdings empfand ich Alien: Isolation als ein Spiel mit relativ wenigen klassischen Jump Scares (wie geschrieben, ich habe es nur gesehen, nicht selbst gespielt). Sicher gibt es einige Szenen, in denen man fies überrascht wird.
SpoilerShow
Die fallenden Planken zu Beginn, der Angriff vor der Explosion am Ende von Medical, der Facehugger auf der Anesidora, zig herumliegende Joes...
Aber das Alien wird doch meistens durch Geräusche angekündigt. Das Spiel betritt für mich dann klassisches Horror (vor dem Auftauchen) oder Terror (nach dem Auftauchen) Territorium. Also der Stress kommt da nicht derart plötzlich wie bei einem Jumpscare.

Heretic hat geschrieben:
11. Jul 2018, 20:21
Lansbury hat geschrieben:
11. Jul 2018, 18:33
Ich kann auch die Faszination von Hardcore-Horror-Fans kein bisschen nachvollziehen. Sich zu erschrecken ist immerhin ein plötzlicher, kurzzeitiger Angst- oder sogar Panikzustand, je nach Intensität. Und ich habe absolut keinen Schimmer, was an diesen negativen Emotionen erstrebenswert wäre.
Gute Frage, die auch ich als Horrorfan (abgesehen von Foltergedöns und Torture Porn) nicht wirklich beantworten kann. Wahrscheinlich kann ich den Nervenkitzel genießen, weil ich insgeheim weiß, dass mir nichts passieren kann. Weil ich sicher vor dem Fernseher, der Kinoleinwand oder dem Monitor sitze. Deswegen sind mir Situationen wie die des Threaderstellers völlig fremd.
Mit Filmen habe ich auch absolut gar kein Problem (mehr, seit ich mit 12 Jahren heimlich Alien geguckt habe, hatte ich kein Problem mehr irgendwas zu gucken ;) ). Ebenso lassen mich Splatter und Body-Horror ziemlich kalt (bzw. ich schaue es teilweise sogar gerne), Schluß ist bei mir auch erst bei Folterpornos (also Folter bei der die Gewalt/Tat zum Selbstzweck verkommt, in Filmen wie Audition z.B. geht es noch klar). Sobald ich aber selber die Figur "bin", denke ich mich scheinbar dermaßen stark in die Situation herein, dass teilweise selbst dann massiver Terror aufkommt, wenn das Spiel gar nicht (absichtlich) darauf ausgelegt ist. (Mit der Gruft in RTCW hatte ich beispielsweise auch derbe Probleme...)

Daher denke ich halt, dass mich in "Horror"spielen wirklich der Horror so mitnimmt, sondern eher die Situation in die ich da als Agierender gerate, nämlich quasi die Situation "Reagiere jetzt sofort [richtig]! (Sonst bist Du 'tot'!)". Also eher ein "Stress"-Problem als ein "Grusel"-Problem?
"Grusel" als "intellekuelle Übung" empfinde ich nämlich durchaus in der Regel eher als angenehm (sei es nun im Horror, Thriller oder Drama). (Bspw. Cosmic Horror im Sinne von Lovecraft und Co., die Angst vor dem Unbekannten, oder dem unausweichlichen (langsam aufziehenden) Verderben, der Zerfall der gewohnten Ordnung, also Carpenter's Thing, Alien(s), Bodysnatchers, Exorzist, Night|Dawn|Day of the (living) Dead, Contagion, ...)

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Re: Plot-Stopper (der anderen Art)

Beitrag von Wudan » 12. Jul 2018, 00:56

Ging mir bei Skyrim ganz genau so (Arachnophobiker). Ich fand das Spiel toll und war echt begeistert davon, aber so nach 10 Stunden wusste ich "Ey wenn diese Scheiße mit den Spinnen so weiter geht, KANN ich das nicht spielen". Nicht das es schwere Gegner sind aber nach jedem verdammten Kampf mit einer Spinne (auch wegen den fiesen Geräuschen) hats mich selbst 10min später noch am ganzen Körper gekribbelt. Ich dacht erst ich gewöhn mich vielleicht dran aber Null, ging einfach nicht und hätte mir das schöne Spiel verdorben, zumal die Frostspinnen da ja auch nicht gerade eine Seltenheit sind. Zum Glück gab ein Mod Abhilfe in dem er die Spinnen durch Bären ersetzt hat. Gepriesen sei der Modder :D

Warum muss überhaupt jedes verdammte RPG Spinnengegner haben!!11!

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Re: Plot-Stopper (der anderen Art)

Beitrag von Puschkin » 12. Jul 2018, 05:23

Es gibt bei Steam mehrere Curators die auf Spinnen hinweisen.

Nach 'spiders' oder nach 'arachnophobia' unter den Curators suchen.
Es ist aber nicht sehr ausführlich.

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Re: Plot-Stopper (der anderen Art)

Beitrag von Heretic » 12. Jul 2018, 11:32

Feamorn hat geschrieben:
12. Jul 2018, 00:37
Mit einem "verdienten" Jump Scare kann ich leben. Aber das Verdienen bedarf eben Vorarbeit durch ein Spiel oder einen Film, da muss die passende Atmosphäre aufgebaut werden, ich muss das als Konsument zu einem gewissen Maße antizipieren, und zwar nicht in dem Sinne von "ich weiß, dass da was kommt, weil das ein Horrorfilm ist" sondern "ich weiß, dass da was kommt, weil der Film gerade die Vorarbeit geleistet hat"
Genauso sehe ich das auch. Hier mal ein Beispiel (bitte in gruselkompatibler Atmosphäre anschauen):
https://www.youtube.com/watch?v=7e_baIObhFY

Optisch und atmosphärisch für mich einer der schönsten Jumpscares aller Zeiten. Ja, die Dame verhält sich doof und scheint 'ne Pferdelunge zu haben - aber darum geht's nicht. :mrgreen:
Feamorn hat geschrieben:
12. Jul 2018, 00:37
Daher denke ich halt, dass mich in "Horror"spielen wirklich der Horror so mitnimmt, sondern eher die Situation in die ich da als Agierender gerate, nämlich quasi die Situation "Reagiere jetzt sofort [richtig]! (Sonst bist Du 'tot'!)". Also eher ein "Stress"-Problem als ein "Grusel"-Problem?
Gut möglich. Da man in Spielen wie Outlast besagte Situationen dank Schlauchlevels und vorgegebener Wege der Gegner immer und immer wieder durchläuft, nutzt sich auch dieser Stress-Effekt bei mir ziemlich schnell ab und ich reagiere genervt. Da nimmt mich ein Oldschool-Schleicher wie Thief oder auch ein Alien: Isolation dank unberechenbarem Alien mehr mit als eine mit harten Szenen vollgestopfte, aber voll durchgescriptete Geisterbahn wie eben Outlast.

Aber zurück zum eigentlichen Thema des Threads: Phobien. Ich mag keine Spinnen im realen Leben, mit ihren virtuellen Gegenstücken habe ich aber keine Probleme. Besonders dann nicht, wenn sie haushoch sind und komische Geräusche von sich geben. Mich schaudert es eher, wenn man in Filmen echte Spinnen in Normalgröße, aber in rauen Mengen sieht. :ugly: Ich kann aber absolut nachvollziehen, dass man mit einer ausgewachsenen Phobie bestimmte Spiele einfach nicht spielen kann.

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Feamorn
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Re: Plot-Stopper (der anderen Art)

Beitrag von Feamorn » 12. Jul 2018, 13:26

Heretic hat geschrieben:
12. Jul 2018, 11:32

Aber zurück zum eigentlichen Thema des Threads: Phobien. Ich mag keine Spinnen im realen Leben, mit ihren virtuellen Gegenstücken habe ich aber keine Probleme. Besonders dann nicht, wenn sie haushoch sind und komische Geräusche von sich geben. Mich schaudert es eher, wenn man in Filmen echte Spinnen in Normalgröße, aber in rauen Mengen sieht. :ugly: Ich kann aber absolut nachvollziehen, dass man mit einer ausgewachsenen Phobie bestimmte Spiele einfach nicht spielen kann.
Der schlimmste aller Spinnenfilme: Arachnophobia. :) Unendliche Horden von realistisch großen Spinnen!

Ich würde nicht sagen, dass ich eine Spinnenphobie habe, aber in einer gewissen Größenordnung lösen sie doch ein deutliches Unwohlsein aus. Allerdings bin ich (in der Regel) ohne Probleme in der Lage, sie in einem Glas sicher nach draußen zu geleiten.
In Spielen werden die Tiere für mich auch eigentlich nie zu einem Problem. Kritischer sind da höchstens die manchmal auftauchenden animierten Texturen mit Krabbeltieren (gerne auch Käfer oder Maden), da schaudert es dann unter Umständen doch mal.
Nachvollziehen kann ich das Problem aber durchaus ebenfalls.
Ich würde, falls das bei mir schon für eine Phobie, oder Prä-Phobie qualifizieren sollte, sogar sagen, dass es sich eher insgesamt auf (größere) Insekten bezieht als auf Spinnen alleine. So über der Größenordnung Kreuzspinne, da wird es mir da durchaus mal mulmig, klein und lautlos... (In "kontrollierten" Umgebungen halte ich das in der Regel gut aus, ich kann also auch in's Terrarium im Zoo gehen beispielsweise (wobei es auch dort gerne mal kribbelt ;) ).)
In Spielen hingegen ist das meist total egal, was meiner Meinung nach zum guten Teil an der völlig übertriebenen Größe liegen dürfte. Ein echter, handtellergroßer Skorpion könnte Probleme bereiten, ein Radscorpion in Fallout ist nicht schlimmer als etwa ein Bär.

Was ich in dem Kontext übrigens als spannende Frage empfinde ist zum einen, wie groß der Anteil der Spinnenphobiker (scheint mir eine eher häufige Phobie zu sein) an der Gesamtzahl der Spieler ist, und ob vielleicht sogar teilweise schon Spieleentwickler auf solche Phobien Rücksicht nehmen. Hat sich die Anzahl der Spinnen in Spielen in den letzten Jahren zum Beispiel verändert?
Gibt es andere Phobien, die sich bei entsprechendem Schweregrad in der Realität auch auf Spiele auswirken? Z.B. Höhenangst oder so?

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toxic_garden
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Re: Plot-Stopper (der anderen Art)

Beitrag von toxic_garden » 12. Jul 2018, 15:09

Feamorn hat geschrieben:
12. Jul 2018, 13:26
Was ich in dem Kontext übrigens als spannende Frage empfinde ist zum einen, wie groß der Anteil der Spinnenphobiker (scheint mir eine eher häufige Phobie zu sein) an der Gesamtzahl der Spieler ist, und ob vielleicht sogar teilweise schon Spieleentwickler auf solche Phobien Rücksicht nehmen. Hat sich die Anzahl der Spinnen in Spielen in den letzten Jahren zum Beispiel verändert?
ich kann mir nicht vorstellen, dass ein so populäres Grusel-Element freiwillig aus Spielen entfernt wird. Schließlich sollen Horror-Spiele ja tlw. auch bewusst mit Phobien spielen. Wäre in dem Zusammenhang auch mal interessant, wie sich die Touristenzahlen in Hamburg geändert haben, als eine riesige Spinnenskulptur in der Innenstadt war. :D
Gibt es andere Phobien, die sich bei entsprechendem Schweregrad in der Realität auch auf Spiele auswirken? Z.B. Höhenangst oder so?
tatsächlich kribbelt es bei mir wahnsinnig unangenehm, wenn Spiele ein einigermaßen realistisches Fallgefühl aus großer Höhe vermitteln. Nicht so schlimm, dass ich die Spiele deswegen meide, aber ich könnte auch sehr gut ohne dieses Gefühl leben. ^^ Ich bekomme aber auch schon schwitzige Pfoten, wenn ich sowas sehe. Bwah!
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Taro
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Re: Plot-Stopper (der anderen Art)

Beitrag von Taro » 12. Jul 2018, 16:08

toxic_garden hat geschrieben:
12. Jul 2018, 15:09
Ich bekomme aber auch schon schwitzige Pfoten, wenn ich sowas sehe. Bwah!
Oh Mann, du bist mein Held!

Ich habe genau diesen Ausschnitt vor 4 oder 5 Tagen in einem YT-Video gesehen und wollte das als Gif haben, konnte es aber nirgendwo finden und jetzt postest du es hier. :lol:

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