Ein Hoch auf uns! Oder: Deutsche Spiele sind nicht doof

Alles, was nicht in ein anderes Forum gehört: Hier rein
Forumsregeln
Datenschutzerklärung: https://www.gamespodcast.de/datenschutzerklaerung/
Impressum: https://www.gamespodcast.de/impressum/

Forenregeln und zukünftige Weltverfassung
ART 1: Behandle andere Nutzer mit Respekt.
ART 2: Do NOT piss off the Podcasters

Lies bitte weitere Hinweise hier: viewtopic.php?f=4&t=2789
Benutzeravatar
Dicker
Beiträge: 340
Registriert: 20. Mai 2017, 20:29

Re: Ein Hoch auf uns! Oder: Deutsche Spiele sind nicht doof

Beitrag von Dicker » 15. Sep 2018, 11:32

Ich denke auch, in Deutschland werden gute Spiele produziert, die auch zT international gut ankommen. Aber eben nur bis AA. Und dafür, dass Deutschland der größte Markt in Europa ist, fehlt eben auch eine entsprechende AAA Produktion. Das ist Schade, da man sich so einen großen Teil des Kuchen entgehen lässt.

Stuttgarter
Beiträge: 958
Registriert: 31. Dez 2016, 22:39

Re: Ein Hoch auf uns! Oder: Deutsche Spiele sind nicht doof

Beitrag von Stuttgarter » 15. Sep 2018, 12:01

Ganz ehrlich, ich versteh die Diskussion irgendwie nicht.

Zunächst - Michael hat im Eingangspost doch eine recht imposante Liste an objektiv guten Spielen aufgelistet. Hätte mich jemand nach "deutschen Spielen" gefragt, die ich gespielt habe, wär ich vermutlich erinnerungsmäßig auf nicht viele Titel gekommen - aber wenn ich mir die Liste durchlese, hab ich sehr oft ein Lächeln im Gesicht, "Ach ja, das gabs ja auch noch" oder auch "Ach? Das war ein deutscher Entwickler?". Man kann sicher einwenden, dass es sicher gewisse Schwerpunkte gibt, was Genres angeht. Aber dadurch werden weder die Spiele schlechter noch die deutsche Entwicklerszene. Es ist halt nur nicht für jeden Geschmack was dabei. Als Freund dieser (zum Teil) Nischengenres bin ich im übrigen froh, dass die sowas machen statt dem fünfundzwanzigsten 0815-Shooter. Dadurch bekomm ich schöne Aufbauspiele, schöne Knobelspiele - wer macht mir denn außerhalb Deutschlands ein Railway Empire (ich liebe dieses Spiel!), ein "Shadow Tactics", ein "Desperados"?

Auch das Fordern von guten deutschen AAA-Spielen leuchtet mir nicht so ganz ein. Zumindest nicht aus reiner Spielersicht. Wenn mir das Ding Spaß macht, ist mir doch letztlich egal, wie viele "A"s es hat. Außerdem sehe ich da eine gewisse Inkonsequenz - AAA ist unter Hardcorespielern (und das sind wir ja vermutlich alle mehr oder weniger) doch meistens verpönt, weil sie so wenig neues wagen, zu sehr auf Masse setzen, in zu hohem Takt erscheinen. Wollen wir wirklich ein rein deutsches AC oder CoD, das jährlich erscheint, technisch zwar immer up to date ist, aber spielerisch spätestens im vierten Teil niemanden mehr wirklich begeistert? Warum sollten wir das wollen?

Zuguterletzt musste ich doch sehr grinsen bei dem Einwand, die wirklich erfolgreichen deutschen Spiele seien ja spielerisch nicht "deutsch". Ja wat denn nun? Mit Crysis gabs das deutsche Vorzeigeprodukt mit internationalem Erfolg - und dem wird jetzt vorgeworfen, dass es nicht "deutsch" genug sei? Die "typisch deutschen" Spiele sind international maximal mäßig erfolgreich, es wird internationaler Erfolg verlangt, und wenn ein Spiel dann auf internationalen Erfolg getrimmt wird, ist es kein "deutsches" Spiel mehr?

Vielleicht wäre eine Erkenntnis, dass man einfach nicht alles haben kann. Mir persönlich reicht es, gute Spiele zu bekommen. Wo die herkommen, ist mir letztlich eigentlich sogar ziemlich egal. Aber dass deutsche Entwickler Nischen bedienen, die sonst kaum jemand macht, freut mich wesentlich mehr, als wenn sie pro Jahr fünf Assassin's Warfare - Need for Battlefield rausbrächten.

Tengri Lethos
Beiträge: 149
Registriert: 17. Jun 2017, 16:43

Re: Ein Hoch auf uns! Oder: Deutsche Spiele sind nicht doof

Beitrag von Tengri Lethos » 16. Sep 2018, 13:46

Ich habe den Eindruck, dass eine Diskussion oder so vielleicht nicht Zweck dieses Threads ist.
Der Threadersteller hat ja keine Frage oder eine These zur Diskussion gestellt, für mich wirkt es eher wie ein "Lanze für die deutsche Entwickler Szene" brechender Thread (der Ersteller spricht ja von einer Lobpreisung)
Im Podcast wurde ja schon öfter darüber gesprochen, aus wievielen Gründen es wichtig ist, eine starke deutsche Entwicklerszene zu haben. Ein Punkt, der mir aus Konsumentensicht besonders im Gedächtnis geblieben ist, war, dass deutsche Entwickler ja aus kultureller Sicht ganz eigene Ideen, Sichtweisen etc. einbringen könnten, die sonst niemand hat. Das habe ich bisher viel zu selten bzw. gar nicht gefunden in den Spielen aus Deutschland. Am ehesten noch bei "Spec Ops", wobei ich da auch auf die entsprechenden Literatur- und Filmvorlagen aus dem anglo-amerikanischen Raum (Heart of Darkness) bezug nehmen könnte.
Mein Problem war, als ich die Liste gesehen habe, dass ich mir nicht nur eins rauspicken könnte, sondern 3/4 davon, die mich aus diversen Gründen total kalt lassen. Auch finde ich einige Anmerkungen in der Liste zu den jüngeren Jahren...diskutabel
Hunt Showdown beispielsweise als Spiel mit einer Riesenfanbase zu bezeichnen... In den Steam Charts taucht es nicht unter den ersten 100 Spielen auf und auch wenn das Spiel mich sehr reizt, sehe ich da noch viel Arbeit vor den Entwicklern.

Ich würde dann einfach sagen, dass deutsche Entwickler vielleicht objektiv keine doofen Spiele machen, aber subjektiv wenig interessantes für mich machen. Der "Ausblick" im Eingangspost bestätigt mich da.

Von hinten aufgezäumt: Der Threadersteller stellt ja die These auf, dass viele deutsche Spiele international erfolgreich sind. Wenn das so ist, dann ist die Welt doch schön. Dann mag vielleicht die Anerkennung im eigenen Land fehlen (wenn ich den Threadersteller richtig verstehe, dann bemängelt er dies), aber war es nicht schon immer so, dass der Prophet im eigenen Land nichts zählt?
Zuletzt geändert von Tengri Lethos am 16. Sep 2018, 23:01, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
DexterKane
Beiträge: 330
Registriert: 16. Dez 2016, 11:26

Re: Ein Hoch auf uns! Oder: Deutsche Spiele sind nicht doof

Beitrag von DexterKane » 16. Sep 2018, 16:15

Tengri Lethos hat geschrieben:
16. Sep 2018, 13:46

Mein Problem war, als ich die Liste gesehen habe, dass ich mir nicht nur eins rauspicken könnte, sondern 3/4 davon, die mich aus diversen Gründen total kalt lassen. Auch finde ich einige Anmerkungen in der Liste zu den jüngeren Jahren...diskutabel
Hunt Showdown beispielsweise als Spiel mit einer Riesenfanbase zu bezeichnen... In den Steam Charts taucht es nicht unter den ersten 100 Spielen auf und auch wenn das Spiel mich sehr reizt, sehe ich da noch viel Arbeit vor den Entwicklern.

Ich würde dann einfach sagen, dass deutsche Entwickler vielleicht objektiv keine doofen Spiele machen, aber subjektiv wenig interessantes für mich machen. Der "Ausblick" im Eingangspost bestätigt mich da.
THIS!

Würde ich eine LIste mit meinen 50 Lieblingspielen machen, wäre die Anzahl der deutschen Spiele weitaus geringer als die der Spiele aus den USA, Kanada, Japan, Frankreich und (mit Abstrichen) GB.

Ich denke, das meinen die Leute, wenn sie "die deutsche Spieleindustrie" sagen. Unter meinen Top 20 wäre nicht ein einziges deutsches Spiel, am ehesten noch Anno 1404 und das hat nun auch schon einige Jahre auf dem Buckel.
Relax, it's North-Korea. The nation state equivalent of the short-bus. - Sterling Archer

Benutzeravatar
Jon Zen
Beiträge: 411
Registriert: 10. Jul 2017, 02:51

Re: Ein Hoch auf uns! Oder: Deutsche Spiele sind nicht doof

Beitrag von Jon Zen » 17. Sep 2018, 00:33

Vielleicht ist auch eines der Probleme der deutschen Spieleindustrie, dass sie zu sehr auf sich selbst schaut, anstatt ein Teil der globalisierten, nationenübergreifenden Spieleindustrie zu sein?
Nach dem Motto:
Nur wer mit den Besten konkurriert, kann der Beste werden.
Bzw.: Wer sich an Mittelmaß orientiert, bleibt Mittelmaß.

Das wäre jedenfalls eine Lehre, die ich aus erfolgreichen Firmen ableiten würde.

Benutzeravatar
Leonard Zelig
Beiträge: 867
Registriert: 5. Jan 2016, 19:56

Re: Ein Hoch auf uns! Oder: Deutsche Spiele sind nicht doof

Beitrag von Leonard Zelig » 17. Sep 2018, 00:37

Ich bin weder ein Fan deutscher Filme, noch deutscher Spiele. Wobei mir bei Filmen einige Titel einfallen, die mir ziemlich gut gefallen haben. Bei Spielen müsste ich da schon länger nachdenken. Die deutsche Version von You Don't Know Jack fand ich damals genial.

Folgendes Video über den deutschen Film ist trotz Clickbait-Überschrift gar nicht mal so schlecht:
https://youtu.be/WfC8Tq3mL8k

Bei Spielen dürfte einer der Gründe sein, dass man lange Zeit nur für den deutschen Markt entwickelt hat und dabei einige Trends verpasst hat. Studios in Ländern wie Schweden haben von Anfang an für den internationalen Markt entwickelt, weil der heimische Markt nicht groß genug war. Mit dem Nerd-Humor vieler deutscher Spiele bin ich auch nie warm geworden. Als Konsolenspieler hat mir auch der Fokus auf den PC nicht wirklich gefallen, aber das geht vielen sicher anders.
"The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, but wiser people so full of doubts."

www.gamersglobal.de

Benutzeravatar
Soulaire
Beiträge: 536
Registriert: 28. Mär 2016, 06:44

Re: Ein Hoch auf uns! Oder: Deutsche Spiele sind nicht doof

Beitrag von Soulaire » 17. Sep 2018, 00:55

Jon Zen hat geschrieben:
17. Sep 2018, 00:33
Vielleicht ist auch eines der Probleme der deutschen Spieleindustrie, dass sie zu sehr auf sich selbst schaut, anstatt ein Teil der globalisierten, nationenübergreifenden Spieleindustrie zu sein?
Nach dem Motto:
Nur wer mit den Besten konkurriert, kann der Beste werden.
Bzw.: Wer sich an Mittelmaß orientiert, bleibt Mittelmaß.

Das wäre jedenfalls eine Lehre, die ich aus erfolgreichen Firmen ableiten würde.
das sollte hoffentlich selbstverständlich sein. Hab noch nie verstanden wie man Spiele nur für einen lokalen Markt machen will. Ich meine bei Filmen kann man es noch teilweise verstehen. Durch die Synchro geht oft der schauspielerische Wert verloren und eine gute Synchro lohnt sich oft auch nicht. Auch die Themen sind im Film oft vom jeweiligen Land geprägt.
Aber beim Spiel?
Spiele funktionieren oft schon über die Mechanik und eine englische Übersetzung hat sowieso schon jedes Spiel.
Wüsste auch nicht was beispielsweise an einem Elex oder the Surge (bis auf die Historie) besonders "deutsch" sein soll, sodass diese Spiele nur in Deutschland funktionieren sollen?! Es sind deutsche Spiele, die ihre eigene Identität haben. Kulturell ist da jetzt aber nichts besonders "deutsch" und wenn man es nicht wüsste, könnte man auch annehmen dass diese Spiele in einem anderen Land entwickelt wurden.

Benutzeravatar
echtschlecht165
Beiträge: 1140
Registriert: 9. Jan 2017, 13:26

Re: Ein Hoch auf uns! Oder: Deutsche Spiele sind nicht doof

Beitrag von echtschlecht165 » 17. Sep 2018, 10:09

Oh beamNG ist auch aus Deutschland ..

...wusste ich nicht. Dessen sdhadensmodell und fahrphysik ist wirklich einzigartig.
Leider ist mein pc nicht leistungsfähig genug.

Insgesamt schon eine stattliche Liste,
In Stein gemeißelt

Stuttgarter
Beiträge: 958
Registriert: 31. Dez 2016, 22:39

Re: Ein Hoch auf uns! Oder: Deutsche Spiele sind nicht doof

Beitrag von Stuttgarter » 17. Sep 2018, 18:11

Tengri Lethos hat geschrieben:
16. Sep 2018, 13:46
Mein Problem war, als ich die Liste gesehen habe, dass ich mir nicht nur eins rauspicken könnte, sondern 3/4 davon, die mich aus diversen Gründen total kalt lassen.
Dieses "drei von vier Spielen interessiert mich nicht" würde - zumindest bei mir - aber genauso auf eine Liste nicht-deutscher guter Spiele zutreffen. Nicht mein Genre, nicht meine Art Story, nicht meine Art Optik etc. Genau das ist doch letztlich der Punkt: Man kann ja aus den verschiedensten Gründen einzelne Spiele als "Nicht mein Ding" ansehen. Aber das ist eben subjektiv. Objektiv können sie trotzdem gut sein.

Tengri Lethos
Beiträge: 149
Registriert: 17. Jun 2017, 16:43

Re: Ein Hoch auf uns! Oder: Deutsche Spiele sind nicht doof

Beitrag von Tengri Lethos » 17. Sep 2018, 20:07

Stuttgarter hat geschrieben:
17. Sep 2018, 18:11
Dieses "drei von vier Spielen interessiert mich nicht" würde - zumindest bei mir - aber genauso auf eine Liste nicht-deutscher guter Spiele zutreffen. Nicht mein Genre, nicht meine Art Story, nicht meine Art Optik etc. Genau das ist doch letztlich der Punkt: Man kann ja aus den verschiedensten Gründen einzelne Spiele als "Nicht mein Ding" ansehen. Aber das ist eben subjektiv. Objektiv können sie trotzdem gut sein.
Ok, ich habe aber den (subjektiven) Eindruck, dass mich relativ gesehen mehr Spiele aus Deutschland, als aus dem Rest der Welt kalt lassen. Das kann ich natürlich nicht statistisch belegen. Aber die Liste im Eingangspost sagt mir, dass der Grundgedanke für mich persönlich nicht falsch ist.

Stuttgarter
Beiträge: 958
Registriert: 31. Dez 2016, 22:39

Re: Ein Hoch auf uns! Oder: Deutsche Spiele sind nicht doof

Beitrag von Stuttgarter » 17. Sep 2018, 20:33

Tengri Lethos hat geschrieben:
17. Sep 2018, 20:07


Ok, ich habe aber den (subjektiven) Eindruck, dass mich relativ gesehen mehr Spiele aus Deutschland, als aus dem Rest der Welt kalt lassen. Das kann ich natürlich nicht statistisch belegen. Aber die Liste im Eingangspost sagt mir, dass der Grundgedanke für mich persönlich nicht falsch ist.
Ich hab ja gar nicht bestritten, dass das so ist. Es geht nur drum, dass die Spiele dadurch nicht "schlecht" werden. So, wie auch die meisten Sportspiele und Shooter nicht dadurch schlecht werden, dass ich nix damit anfangen kann. :) Sie treffen nur halt nicht meinen Geschmack.

D13_Michael
Beiträge: 10
Registriert: 31. Jul 2018, 11:55

Re: Ein Hoch auf uns! Oder: Deutsche Spiele sind nicht doof

Beitrag von D13_Michael » 18. Sep 2018, 10:19

Tengri Lethos hat geschrieben:
17. Sep 2018, 20:07
Ok, ich habe aber den (subjektiven) Eindruck, dass mich relativ gesehen mehr Spiele aus Deutschland, als aus dem Rest der Welt kalt lassen. Das kann ich natürlich nicht statistisch belegen. Aber die Liste im Eingangspost sagt mir, dass der Grundgedanke für mich persönlich nicht falsch ist.
Genau das wage ich zu bezweifeln. Und das hat einen ganz simplen Grund: Witzigerweise kennt man meist nur den eigenen Markt sehr genau, sprich du weißt, welche Spiele aus Deutschland kommen, weil es dich ggf. interessiert. Nehmen wir aber mal Dänemark. Oder Polen. Was dort alles entwickelt wird, wenn man das mal auflistet, dann ergeben sich vergleichsweise ähnliche Zahlen. Bei den USA auch, wobei hier am Ende dennoch mehr Spiele über bleiben, weil einfach mehr entwickelt werden, weil es einfach ein deutlich größeres Land ist. Oft ist es aber so, dass man aus gewissen Ländern aber nur die Toptitel kennt.

Tengri Lethos
Beiträge: 149
Registriert: 17. Jun 2017, 16:43

Re: Ein Hoch auf uns! Oder: Deutsche Spiele sind nicht doof

Beitrag von Tengri Lethos » 18. Sep 2018, 15:19

D13_Michael hat geschrieben:
18. Sep 2018, 10:19
Tengri Lethos hat geschrieben:
17. Sep 2018, 20:07
Ok, ich habe aber den (subjektiven) Eindruck, dass mich relativ gesehen mehr Spiele aus Deutschland, als aus dem Rest der Welt kalt lassen. Das kann ich natürlich nicht statistisch belegen. Aber die Liste im Eingangspost sagt mir, dass der Grundgedanke für mich persönlich nicht falsch ist.
Genau das wage ich zu bezweifeln. Und das hat einen ganz simplen Grund: Witzigerweise kennt man meist nur den eigenen Markt sehr genau, sprich du weißt, welche Spiele aus Deutschland kommen, weil es dich ggf. interessiert. Nehmen wir aber mal Dänemark. Oder Polen. Was dort alles entwickelt wird, wenn man das mal auflistet, dann ergeben sich vergleichsweise ähnliche Zahlen. Bei den USA auch, wobei hier am Ende dennoch mehr Spiele über bleiben, weil einfach mehr entwickelt werden, weil es einfach ein deutlich größeres Land ist. Oft ist es aber so, dass man aus gewissen Ländern aber nur die Toptitel kennt.
Ja, und unter meinen Toptiteln ist seit Jahren nichts aus Deutschland gekommen. Und unter den zukünftigen Sachen aus deinem Eingangspost hat bestenfalls Hunt mein Interesse geweckt. Und daher bleibe ich dabei, dass die deutschen Spiele, ganz ohne Wertung, ob sie qualitativ gut sind oder nicht, mein Interesse nicht wecken. Das liegt natürlich daran, dass ich viele (aber nicht nur) AAA Spiele konsumiere und da der deutsche Markt nicht sooo viel zu bieten hat (Anno würde ich da für ein Aufbaustrategiespiel schon einordnen, aber Aufbaustrategie ist nicht meins), aber auch, weil die USP‘s der deutschen Spiele mich nicht alleine zum Kauf motivieren können.
Und ich muss zugeben, dass ich sehr viele Spiele, die Du als zukünftig erscheinend aufgeführt hast, mir erstmal nichts gesagt haben und ich mich erstmal einlesen musste. Also insoweit habe ich tatsächlich vom deutschen Markt nur eine ungenügende Übersicht gehabt.

Benutzeravatar
Vinter
Beiträge: 1588
Registriert: 25. Jan 2016, 02:50

Re: Ein Hoch auf uns! Oder: Deutsche Spiele sind nicht doof

Beitrag von Vinter » 18. Sep 2018, 16:38

Tengri Lethos hat geschrieben:
18. Sep 2018, 15:19
Und ich muss zugeben, dass ich sehr viele Spiele, die Du als zukünftig erscheinend aufgeführt hast, mir erstmal nichts gesagt haben und ich mich erstmal einlesen musste. Also insoweit habe ich tatsächlich vom deutschen Markt nur eine ungenügende Übersicht gehabt.
Wobei das ja eher Symptom als Ursache ist: An der Tatsache, dass ein Crysis existiert, kam man als Spieler nicht vorbei, unabhängig, ob man auf den Titel selbst nun steht oder nicht.

Das einem aber viele der genannten Spiele aber nichts sagen, weil sie unter dem (persönlichen) Radar fliegen, liegt aber genau daran, dass es ihnen eben nicht gelingt, auf breiter Front Interesse zu entfachen. Vielleicht ist das Marketingbudget zu gering, vielleicht ist die Nische zu klein oder sie können ganz generell nicht mit der Konkurrenz mithalten. Tatsache ist: Relativ gesehen interessiert sich kaum jemand für diese Spiele, selbst wenn man konstantiert, dass sie gut wären.

Imho liegt es vorallem an der Nische. Ja, es gibt Crysis, ja, es gibt The Surge. Aber das meiste sind trotzdem irgendwelche Eigenwilligkeiten wie Point'n'Click-Adventures oder Aufbaustrategie, die von Enthusiasten gekauft werden, aber insgesamt lediglich einen winzigen Marktanteil haben.
Bild

Benutzeravatar
MitSchmackes!
Beiträge: 292
Registriert: 1. Jul 2018, 20:43

Re: Ein Hoch auf uns! Oder: Deutsche Spiele sind nicht doof

Beitrag von MitSchmackes! » 19. Sep 2018, 00:08

Aber das stimmt doch auch wieder nicht, dass aus Deutschland nur Adventures und Strategie kommen. Mir würde in den letzten Jahren echt kaum ein klassisches P&C Adventure aus Deutschland einfallen. Die meisten, die so in der Community gespielt wurden, kamen eher aus den USA und anderen Ländern.

Benutzeravatar
Leonard Zelig
Beiträge: 867
Registriert: 5. Jan 2016, 19:56

Re: Ein Hoch auf uns! Oder: Deutsche Spiele sind nicht doof

Beitrag von Leonard Zelig » 19. Sep 2018, 07:34

MitSchmackes! hat geschrieben:
19. Sep 2018, 00:08
Aber das stimmt doch auch wieder nicht, dass aus Deutschland nur Adventures und Strategie kommen. Mir würde in den letzten Jahren echt kaum ein klassisches P&C Adventure aus Deutschland einfallen. Die meisten, die so in der Community gespielt wurden, kamen eher aus den USA und anderen Ländern.
The Book of Unwritten Tales 2 und Deponia Doomsday fallen mir spontan ein.

Mir fällt es schwerer einen First-Person-Shooter oder Action-Adventure zu benennen, das in den letzten fünf Jahren erschienen ist. Crysis 3 ist Anfang 2012 erschienen.
"The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, but wiser people so full of doubts."

www.gamersglobal.de

Odradek
Beiträge: 299
Registriert: 1. Dez 2016, 17:06

Re: Ein Hoch auf uns! Oder: Deutsche Spiele sind nicht doof

Beitrag von Odradek » 19. Sep 2018, 08:22

Ein Hoch auf uns? Nach Papst und Weltmeister kann ich mir jetzt auch noch Videospieleentwickler in den Lebenslauf schreiben? Cool.

Benutzeravatar
Heretic
Beiträge: 1174
Registriert: 20. Mai 2016, 13:30

Re: Ein Hoch auf uns! Oder: Deutsche Spiele sind nicht doof

Beitrag von Heretic » 19. Sep 2018, 10:05

"State of Mind"gibt's noch, aber das ist ja mehr Walking Sim als klassisches Adventure. "Lost Horizon 2" hat auch schon drei Jahre auf dem Buckel. Ansonsten kommt demnächst "Trüberbrook". Von den Machern der beiden Neo Magazin Royale-Adventures, die man auch noch nennen könnte.
Vinter hat geschrieben:
18. Sep 2018, 16:38
... irgendwelche Eigenwilligkeiten wie Point'n'Click-Adventures oder Aufbaustrategie...
Ich erinnere mich an Zeiten, da haben diese Genres halbe Magazine gefüllt. Heute sind es "Eigenwilligkeiten". Hach ja... *nostalgiebrille such*

Benutzeravatar
MitSchmackes!
Beiträge: 292
Registriert: 1. Jul 2018, 20:43

Re: Ein Hoch auf uns! Oder: Deutsche Spiele sind nicht doof

Beitrag von MitSchmackes! » 19. Sep 2018, 10:17

Heretic hat geschrieben:
19. Sep 2018, 10:05
"Lost Horizon 2" hat auch schon drei Jahre auf dem Buckel. Ansonsten kommt demnächst "Trüberbrook". Von den Machern der beiden Neo Magazin Royale-Adventures, die man auch noch nennen könnte.
Ach cool, Trüberbrook kommt auf meine Watchlist als großer Fan der btf! :mrgreen:

Lost Horizon 1 war toll, da wurde die Story auch von der wunderbaren Claudia Kern geschrieben. Das war ein richtig tolliges Abenteuerspiel! Lost Horizon 2 dagegen... Genauso quatschig und öde wie die Geheimakte Tonguska Dinger.
Derzeit wird ja auch an nem neuen Leisure Suit Larry gearbeitet. https://store.steampowered.com/app/7658 ... _Dont_Dry/
Das sieht leider richtig, richtig übel aus und die Macher scheinen mir den Charme der alten Spiele von Al Lowe überhaupt nicht eingefangen zu haben. Wird Larry doch hier wirklich als Macho dargestellt und nicht als trotteliger Loser. Das kann nicht funktionieren! Und das Art-Design erst...

Benutzeravatar
Dr. Zoidberg [np]
Cronjob of Justice
Beiträge: 1998
Registriert: 7. Jul 2016, 23:28
Kontaktdaten:

Re: Ein Hoch auf uns! Oder: Deutsche Spiele sind nicht doof

Beitrag von Dr. Zoidberg [np] » 19. Sep 2018, 16:18

D13_Michael hat geschrieben:
14. Sep 2018, 10:49
- Toxikk (Reakktor, Hannover - Extrem guter Multiplayershooter der auch erfolgreich war)
So gerne ich das Spiel mochte (immerhin war es eines meiner Lieblingsspiele von 2017), so sehr muss ich dem Punkt "erfolgreich" leider widersprechen. Die Server waren bereits im Early Access sehr leer und auch nach Release ist das nicht besser geworden - ich habe es deswegen auch irgendwann aufgehört zu spielen. Als ich dann paar Wochen später nochmal reingeschaut habe, war es leider noch schlechter. Glaubt man Steamspy hatte das Spiel in den letzten vier Wochen im Höhepunkt auch nur noch 32 Spieler pro Tag

Antworten