Life is Strange 2

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Xalloc
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Re: Life is Strange 2

Beitrag von Xalloc » 4. Dez 2019, 15:29

Ich bin auch an Meinungen zum Gesamtwerk interessiert. Vor allem, da ich jetzt oft gelesen habe, dass die vierte Episode so schlecht sein soll. Ich hoffe, die letzte Episode kann das wieder rausreißen.

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Wudan
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Re: Life is Strange 2

Beitrag von Wudan » 4. Dez 2019, 18:13

Tja, also dann geb ich mal meinen Gesamteindruck wider und versuche dabei nicht zu unfair zu sein. (spoilerfrei)
Life Is Strange 2 ist ein nettes Spiel. Kann man machen. Wer allerdings eine emotionale Achterbahnfahrt wie in LiS1 erwartet der wird (wie ich) sehr enttäuscht sein. Dabei gab es eigentlich viel Potential, die ersten 3 Episoden fand ich auch echt gut, wenn auch anders als LiS1. Zumindest hatte ich da noch das Gefühl "boah das kann noch richtig geil werden". Leider wurde bei E4 dann für mich klar dass sie die Kurve nicht mehr kriegen werden um die Qualität der ersten Staffel zu erreichen, was sich dann in E5 leider mehr als bestätigt hat. Die letzte Folge fand ich persönlich großteils stinklangweilig und das Finale hat es leider überhaupt nicht geschafft mich emotional zu erreichen.

Wenn man mal nicht die LiS1-Maßstäbe ansetzt bleibt aber immernoch ein ganz ordentliches narratives Spiel übrig, mit einigen Schwächen, aber auch echt schönen Momenten.

Nur leider funktioniert das Konzept nicht gut. Dadurch das man quasi jede Episode neue Leute kennenlernt von denen die meisten niemals wiederkehren fällt es schwer emotionale Bindungen aufzubauen (ganz im Gegensatz zu Arcadia Bay). Die emotionale Bindung zu den beiden Brüdern Sean und Daniel hat, zumindest für mich, über weite Strecken und vor allem in den ersten beiden Episoden aber recht gut funktioniert. Was die Story angeht wirkt leider vieles, gerade die Schlüsselmomente, sehr konstruiert und erzwungen. Überhaupt wird auf Storyseite viel Potential imho einfach links liegen gelassen. Die politischen Anspielungen bleiben leider bei der Marke Holzhammer.

Also alles in allem, für mich als Fan der ersten Staffel eine große Enttäuschung, auch wenn bei weitem nicht alles schlecht war. Unterm Strich wurde für mich aber die Staffel gegen die Wand gefahren. LEIDER! Wudan traurig :(

Kleiner Spoilercomment zu E5
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Man muss schon Eier haben, wenn man schon eine Figur aus LiS1 wiederkehren lässt ausgerechnet die zu wählen die bei allen mit Abstand am unbeliebtesten war. Da habt ihr eure Fans aber schön getrollt, DontNod!

imanzuel
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Re: Life is Strange 2

Beitrag von imanzuel » 4. Dez 2019, 18:36

Hmm. Habe nur LiS 1 gespielt, fand das von der Story schon stark, spielerisch aber relativ schwach (sowas würde für mich als TV-Serie viel besser funktionieren).

Ist LiS 2 spielerisch ähnlich wie Teil 1, oder besser/schlechter?

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Wudan
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Re: Life is Strange 2

Beitrag von Wudan » 4. Dez 2019, 18:41

imanzuel hat geschrieben:
4. Dez 2019, 18:36
Ist LiS 2 spielerisch ähnlich wie Teil 1, oder besser/schlechter?
Ähnlich, aber (noch) etwas weniger interaktiv. Bei LiS1 hatte man ja mit der Zeitmechanik durchaus ein gewisses Gameplay das auch für Rätsel benutzt wurde, das fällt bei LiS2 leider fast gänzlich weg.

imanzuel
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Re: Life is Strange 2

Beitrag von imanzuel » 4. Dez 2019, 18:44

Wudan hat geschrieben:
4. Dez 2019, 18:41
Ähnlich, aber (noch) etwas weniger interaktiv.
Danke für die Antwort, also definitiv nichts für mich :ugly:

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Leonard Zelig
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Re: Life is Strange 2

Beitrag von Leonard Zelig » 4. Dez 2019, 18:51

Im Xbox Gamepass gibt es übrigens die ersten vier Episoden und ab Anfang März auch die fünfte Episode. Meine Erwartungen sind eher niedrig, aber so viele Alternativen gibt es ja nicht und "Tell Me Why" erscheint erst im Sommer 2020.

Hab vorhin die erste Episode gespielt. Dem Writing merkt man selbst als Deutscher an, dass es von einem Nicht-Amerikaner geschrieben wurde. So stellen sich die Franzosen amerikanische Jugendliche vor.
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Wie dämlich ist denn die Szene im Garten? Der fällt mit dem Rücken auf einen Stein und stirbt sofort? Und der Polizist ist total nervös, obwohl da niemand eine Waffe hat oder wie ein Krimineller wirkt? Und die Party hätte man ruhig noch zeigen können und dann die Szene einen Tag später triggern können.
"The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, but wiser people so full of doubts."

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Merbatur
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Re: Life is Strange 2

Beitrag von Merbatur » 5. Dez 2019, 02:03

Wudan, deine Meinung ist wirklich interessant - da ich dir komplett widersprechen muss! :-D
Bei mir hat die Staffel viel besser funktioniert. Beim Ende musste ich sogar Tränen verdrücken, was bisher kein Spiel bei mir geschafft hat. Im [tr]Spiel[/tr] Story-Fokus stehe die Beziehung zwischen den beiden Brüdern und alles andere wird dem untergeordnet. Bis auf den klaren Schwächen in der ersten Folge (siehe Blutdarbe) und dem kleinen Durchhänger in der vierten Folge war ich involvierter als bei der ersten Staffel.
Das hat wohl insgesamt drei Gründe:
1. Ich mochte Cloe nicht. (Entsprechend einfach war die letzte Entscheidung :mrgreen:)
2. Der Roadtryp-Charakter hat mir besonders gefallen, da man einmal eine Geschichte über einen längeren Zeitraum erzählen kann und dabei viele Orte kennen lernt. Die Dorms von Life is Strange 1 habe ich am Schluss gehasst. Fast alle Nebencharaktere sind gut geschrieben und unterstützen dem Ziel der Story ( die Geschwister Beziehung). Dazu spürt man den Schmerz von Jean und Daniel, wenn man einen zwingend weitergehen und sich von einer Nebenfigur verabschieden muss...
3. es ist keine Origin Story von einem Superhelden. Entsprechend sind selbst die Superkraefte nachrangig.
(4. Rassismus ist in der Story allgegenwärtig).
Die Endentscheidung kumuliert alle Konflikte und auch indirekt die vorherigen Entscheidungen. Auch ist es kein klares Rette eine Person oder töte tausende Menschen Entscheidung. Die Kosten der Entscheidung sind subtiler.
Wenn einem die Demo gefallen hat, würde ich schon das Spiel weiterempfehlen.

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Wudan
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Re: Life is Strange 2

Beitrag von Wudan » 5. Dez 2019, 16:36

Ja interesssant, so können die Rezeptionen unterschiedlich sein :)
Deine Punkte kann ich auch theoretisch nachvollziehen, nur haben sie leider in der Praxis für mich überhaupt nicht funktioniert. Oh man ich könnt grad nen ganzen Aufsatz drüber schreiben was für mich an der Staffel alles schief gelaufen ist :D Aber ich halt mich bisschen kurz.

Ob man jetzt Chloe/Max oder Sean/Daniel mehr mag - geschenkt. Ich mochte die Jungs auch wirklich und gerade in den ersten beiden Folgen war bei mir dieses "Ich muss meinen kleinen Bruder beschützen" - Gefühl sehr stark. Ich fand auch Daniel bei weitem nicht so nervig wie es viele andere empfanden. Ich fand seine Entwicklung eigentlich auch spannend, bis es in E5 dann plötzliche Dissonanzen gab:

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Daniel und Sean haben sich über 4 Folgen lang ziemlich entzweit, es gab viele Unstimmigkeiten, das Daniel seine Kräfte zu Kopf steigen war offensichtlich, es wurde angeteasert das er sogar zum Supervilain werden könnte. In der letzten Episode war das alles plötzlich wie weggeblasen. Die beiden sind plötzlich wieder die aller dicksten Freunde, alle Spannungen sind wie weggezaubert. Überhaupt hat Daniel zwischen E4 und E5 irgendwie seine Persönlichkeit verloren und bringt hauptsächlich generische "whoa! best brothers! awesome! wolves! yeah!" Kommentare.
Und was wurde eigentlich aus "Setz deine Kräfte nur ein wenn es unvermeidbar ist" ? Plötzlich ist alles kein Problem, Taschenlampe aufheben, Teller wegräumen, Kunstwerke bauen etc...alles vor den anderen Bewohnern kein Problem das können jetzt alles wissen :think:
Merbatur hat geschrieben:
5. Dez 2019, 02:03
2. Der Roadtryp-Charakter hat mir besonders gefallen, da man einmal eine Geschichte über einen längeren Zeitraum erzählen kann und dabei viele Orte kennen lernt. Die Dorms von Life is Strange 1 habe ich am Schluss gehasst. Fast alle Nebencharaktere sind gut geschrieben und unterstützen dem Ziel der Story ( die Geschwister Beziehung). Dazu spürt man den Schmerz von Jean und Daniel, wenn man einen zwingend weitergehen und sich von einer Nebenfigur verabschieden muss...
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Ja genau diese Verabschiederei ging mir nach ner Weile aber echt auf den Senkel. Gefühlt hab ich mich das halbe Spiel von irgendwelchen Leuten verabschiedet. Und in Episode 5 muss ich mich sogar erstmal ne halbe Stunde von Leuten verabschieden die ich gar nicht kennen gelernt hab! Was in Ep.3 noch ganz gut funktioniert hat weil man während der Folge schon ein bisschen eine Bindung zu den Personen aufgebaut hat, funktionierte in E5 halt kein bisschen. Es wird gesagt die Brüder sind da seit einem Monat, aber ich als Spieler hab die Zeit ja nicht mitbekommen und die ganzen Namen und Personen sind mir völlig fremd, trotzdem wird aber so getan als sollte ich irgendwas fühlen dabei die zurück zu lassen.

Der Roadtrip Charakter hat mir im Prinzip auch gefallen und der hatte auch sehr viel Potential, was aber großteils einfach verspielt wurde. Dadurch dass man ständig neue Leute kennen gelernt hat, die teilweise echt interessant waren, aber dann einfach wieder weggeschmissen hat am Ende der Folge, konnten sich Bindungen nicht festigen. Ganz anders zu Arcadia Bay wo man irgendwann alle gekannt hat. Und der Roadtrip an sich hat für mich auch wenig gut funktioniert weil oft einfach von Station zu Station gesprungen wurde und zwischen den Folgen zu viel passiert ist was ich eigentlich gerne mitgekriegt hätte, z.B. zwischen Folge 2 und 3 wie sind sie mit dem Zug getrampt, wie sind sie zu Cassidys Clique gestoßen, wie sind sie zur Weed Farm gekommen; und zwischen Episode 3 und 4 wie wurde Sean erwischt, wie wurde er verhaftet, was ist mit Daniel in dieser Zeit passiert etc.

es ist keine Origin Story von einem Superhelden. Entsprechend sind selbst die Superkraefte nachrangig.
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Das ist auch so ein Punkt. Nicht nur das es nachrangig war (was ok ist), der ganze Strang um Daniels Superkraft ist einfach ins nichts gelaufen. Es wurden viele Optionen angeteasert (Daniel wird zu mächtig, verliert die Kontrolle über seine Kräfte, wird evtl. sogar gefährlich), aber die sind am Ende einfach völlig egal. Nichts davon wird weiter verfolgt. Und in keinem der möglichen Enden spielten die eine Rolle. Woher kamen die Kräfte, was passiert damit in Zukunft, nichts! Daniel lebt einfach dann bei seinen Großeltern und die Kräfte sind egal, ausser das er ein paar Postkarten rumschweben lässt.
4. Rassismus ist in der Story allgegenwärtig.
Was eigentich ne gute Sache hätte sein können, wär sie nur nicht immer so mit dem Holzhammer um die Ecke gekommen. Es ist ja schön so Dinge zu thematisieren, aber doch bitte nicht so stumpf!
Die Endentscheidung kumuliert alle Konflikte und auch indirekt die vorherigen Entscheidungen. Auch ist es kein klares Rette eine Person oder töte tausende Menschen Entscheidung. Die Kosten der Entscheidung sind subtiler.
Das stimmt, den Punkt gebe ich dem Spiel auch. Ich fands gut das so viele Faktoren in die Enden mit reingespielt haben anstatt das es nur eine A oder B Entscheidung gibt. Nur:
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Keine der 7 Enden (ich hab sie jetzt alle auf YT gesehen) ist befriedigend! Ich dachte mein Ende wäre enttäuschend, dann sah ich dass ich sogar noch so ziemlich das beste erwischt hab. Da gabs Enden die sind ja geradezu fürchterlich. Da sind Leute die haben das ganze Abenteuer gespielt nur um zu sehen wie Sean dann 15 Jahre lang in den Knast geht :D Es gibt bessere Enden aber so richtig toll und befriedigend ist imho keines davon.
Und allgemein zum Pacing der letzten Episode:
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Ich find es einfach ein Unding das in der letzten Episode erstmal ne Stunde lang wieder Exposition stattfindet. Rumlaufen, reden, Dinge anschauen, Briefe lesen, Gedichte lesen... oh man! Das ist die letzte Episode! Da muss die Post abgehen! Sowas ist ok in den ersten Folgen aber doch nicht im Finale! Vergleichen wir doch mal die letzte Episode von LiS1 und Lis2. In Episode 5 von LiS1 war von der ersten Minute an Thrill, Herzschlagmomente, Emotionale Achterbahn. In LiS2 passiert erstmal 1-2 Stunden lang so gut wie nichts! Das ist einfach meiner Meinung nach superschlechtes Pacing und was dann an Action im Finale kommt ist einfach zu wenig und zu wenig mitreissend und wird auch zu schnell abgefrühstückt. Und deswegen hat das in mir nach dem Ende auch so ein leeres Gefühl hinterlassen.

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