Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

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Rince81
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Rince81 » 13. Sep 2019, 20:48

Etwas Selbstbeweihräucherung der Gamestar und volles Verständnis der Chefredaktion für 2K bezüglich der Testbemusterung von Borderlands 3. Passt imho als Eindruck zum Codex der Gamestar wenn es jemand interessiert.
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Rick Wertz
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Rick Wertz » 13. Sep 2019, 22:39

Wudan hat geschrieben:
13. Sep 2019, 20:42
Muss ich mir jetzt wirklich 15min Video ansehen um zu erfahren warum du es hier verlinkst oder kannst du kurz umreissen was es mit dem Thema zu tun hat? ;)
Ich habe das Video noch nicht gesehen, aber aktuell tobt die Kontroverse darum, dass Gearbox Vorabtestmuster von Borderlands 3 nur an Spielemagazine/-websites verschickt hat, die sie als ihnen freundlich gesinnt empfunden haben. Somit sind viele Redaktionen leer ausgegangen. Und die Tester auch nicht über Bugs im Spiel sprechen durften, weil sie eine (angeblich) ältere Vorabversion erhielten.

Das ist im Kontext der Gamestar interessant weil eben die GS den Vorabtest zu Borderlands 3 sehr groß und prominent auf der Website präsentiert.

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marduk667
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von marduk667 » 14. Sep 2019, 07:47

In dem Video sagt der Klinge ja aber ziemlich deutlich was sie durften und was nicht bzw. Was in dem NDA stand.
Wer ein Exemplar bekommt und wer nicht kann er da natürlich nicht rauslesen.
Keine Ahnung wie man der Gamestar da jetzt einen Strick draußen drehen will?

imanzuel
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von imanzuel » 14. Sep 2019, 09:00

marduk667 hat geschrieben:
14. Sep 2019, 07:47
Keine Ahnung wie man der Gamestar da jetzt einen Strick draußen drehen will?
Anhand des Videos würde ich des sowieso nicht machen. GameStar erklärt da ja einfach nur, was die durften und was nicht. Was aber auch nicht das Problem der gesamten Situation über Borderlands 3 darstellt (das Gerücht über die Bugs die man nicht erwähnen darf war mir völlig neu).

Was aber halt das Video deutlich macht ist, dass GameStar unfassbar industrienah ist - und das nicht nur im positiven Sinne. Weltweit wurden 22 (Anzahl der Reviews auf Metacritic) mit einen Key ausgestattet. Das GameStar "natürlich" dazu zählt wundert gar nicht. Gerade im deutschen Raum (und wenn man sich die Reviews anschaut war da wohl das Ziel, überall etwas anzubieten, ein paar englische, 2 deutsche, 1 chinesische, usw.) gibt es wohl kein Magazin, dass wohlwollender über Spiele berichtet. Heiko Klinges Aussage in den Kommentare, dass die PS4-Version keinerlei Probleme hat zeigt das ja. Entweder dem Mann muss man Ahnungslosigkeit vorwerfen, er hat es nicht gespielt und glaubt einfach den (falschen) Aussagen seiner Kollegen oder er lügt. So einfach ist das. Dass es keinerlei Konsolen-Reviews vor Launch gab spricht da eigentlich Bände.

Ich hab es schon im anderen Thread geschrieben, die wo ausgewählt wurden haben durchaus überschwänglich bis extrem positiv über Borderlands 3 berichtet. Auch die PC Gamer. Der Grund "Angst vor Raubkopien" mag ja durchaus relevant sein, die Tatsache wer am Ende einen Key bekommen hat war sicherlich nicht davon abhängig, ob die Seiten extrem vertrauenswürdig sind oder nicht. Mal abgesehen davon, die PC-Version ist eh Denuvo-geschützt. Selbst wenn da irgendwelche Daten auf die falschen Seiten gelandet wären, irgendeinen größeren Schaden (abgesehen von Spoilers die man aus irgendwelchen Files hätte rauslesen können) hätte es da sicherlich nicht gegeben.

Für mich war das nur ein reines Beschönigung des Metascores. Und GameStar hat da seinen Teil dazu beigetragen, allerdings in einer Art und Weise die ich (für GameStar-Verhältnisse) nicht unverhältnismäßig finde. Dass das Spiel eine hohe Wertung dort bekommt war schon in vornherein klar.

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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Rince81 » 14. Sep 2019, 11:02

marduk667 hat geschrieben:
14. Sep 2019, 07:47
Keine Ahnung wie man der Gamestar da jetzt einen Strick draußen drehen will?
Wollte ich mit dem Link ja auch garnicht. Ich finde es einfach interessant als Hintergrundinfo, gerade auch in Bezug auf das Selbstverständnis der Gamestar und der Redaktion. Klar lehnen die das Testmuster nicht ab wenn 2K merkwürdig bemustert, die machen ja sonst auch viel "Exklusiv". Wenn aber z.B. Jason Schreier von Kotaku schreibt, dass die Bemusterungspraxis und Art und Weise bei diesem Titel als "Strange" ist und Heiko Klinge da völlig stur dabei bleibt, dass es völlig normal und nachvollziehbar ist und darauf verweist, dass sowas das verdiente Vertrauen der Publisher erfordert und die Gamestar eigentlich immer bei der ersten Reviewwelle dabei ist, wird es imho doch etwas cringy und musterschülerhaft...
Zuletzt geändert von Rince81 am 14. Sep 2019, 11:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Schlagerfreund » 14. Sep 2019, 11:20

Ich kann den Kodex und die Gamestar in dem Zusammenhang simpel gesagt nicht ernst nehmen. Sie sagt A und macht dann oft B.

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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Vinter » 14. Sep 2019, 11:36

Es ist halt einfach, eine Moral zu haben, solange es nicht drauf ankommt. Hier wäre die erste Gelegenheit gewesen, zu seinen Worten zu stehen - und ist direkt krachend gescheitert. Es ist für die Gamestar wichtiger, früh über einen großen Titel zu berichten, als möglicherweise korrekt, zumindest aber unbeeinflusst.

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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Braincrack » 14. Sep 2019, 11:52

Ideale Welt Gamestar: Wir lehnen einen Test mit diesen NDA ab. Wir kaufen uns eine Handelsversion und testen diese um unseren Journalistischen Ansprüchen gerecht zu werden und unabhängig zu testen.

Wirklichkeit Gamestar: Wuhu wir können relativ exklusiv veröffentlichen und alle anderen erst viel später. Klicks, Klicks, Klicks.


Wäre ich Journalist bzw. würde mich als solchen Bezeichnen, hätten bei mir ALLE Alarmglocken geläutet bei dieser Gangart von 2k bzw. Das man selber nicht über Bugs berichten soll, und "aus Sicherheitsgründen" nur bestimmte Leute ein Testmuster bekommen. Ich kann die Gamestar schon lange nicht mehr ernst nehmen. Bin schon auf den 4players und Eurogamer Test gespannt, die sind wohl alles andere als begeistert von dieser Situation.

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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Rince81 » 14. Sep 2019, 12:11

Vinter hat geschrieben:
14. Sep 2019, 11:36
Es ist für die Gamestar wichtiger, früh über einen großen Titel zu berichten, als möglicherweise korrekt, zumindest aber unbeeinflusst.
Dazu kommt für mich folgender Punkt. Ich weiß, dass es NDAs gibt. Mir ist klar, dass die verbieten, sein Review vor bestimmten Zeiten zu veröffentlichen, mir ist auch bekannt gewesen, dass da eventuell Regeln über Storywendungen drin sind, die durch die bemusterten Medien nicht verraten werden sollen, da man den Spieler überraschen möchte - verstehe ich.

Was ich als Konsument nicht wusste, dass dieser Maulkorb auch für Bugs in der Testversion sein kann und vor allem das die Gamestar sowas unterschreibt. Als jemand, der solche Testberichte gerade auch als Kaufberatung sieht stellt sich dann die Frage auf welcher "Seite" die Gamestar im Zweifelsfall steht - vor allem wenn Heiko Klinge so ganz nebenbei einwirft, dass das für Borderlands 3 eines der harmlosesten gewesen sei, welche die Gamestar so vorgesetzt bekommt. Da stellt sich für mich ganz konkret die Frage, was man denn sonst so mit dem Publisher im Rahmen eines NDA vereinbart???
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Darkcloud » 14. Sep 2019, 12:21

Braincrack hat geschrieben:
14. Sep 2019, 11:52


Wäre ich Journalist bzw. würde mich als solchen Bezeichnen, hätten bei mir ALLE Alarmglocken geläutet bei dieser Gangart von 2k bzw. Das man selber nicht über Bugs berichten soll, und "aus Sicherheitsgründen" nur bestimmte Leute ein Testmuster bekommen. Ich kann die Gamestar schon lange nicht mehr ernst nehmen. Bin schon auf den 4players und Eurogamer Test gespannt, die sind wohl alles andere als begeistert von dieser Situation.
Laut Gamestar durfte ja über Bugs berichtet werden. Sie haben sich abseits der in dem Build nicht funktionierenden Direct X12 Version nur dagegen entschieden. Gearbox hat ja versprochen das die in der finalen Version nicht drin sind und sie wären ja auch nicht so schlimm. Aber wenn in dem Reviewguide schon extra workarounds für Bugs angegeben werden dürften das schon Bugs sein die einen Spieleinfluss haben und gehören daher erwähnt. Piranha Bytes hat auch versrpochen, das die Releaseversion von Gothic 3 viel weniger Bugs hat und naja wir wissen ja wie das ausging.
Gamestar hätte die Bugs schon erwähnen sollen und sagen, dass Gearbox die im finalen Release fixen will.

So ist der Test als Kaufentscheidungshilfe halt echt nutzlos, er hilft höchstens dazu zu entscheiden, dass das Spiel spielerisch wohl gut ist und dann in Kombination eines Zustandsberichts wie gut die finale Version läuft dann über den Kauf zu entscheiden.

Aber eben deshalb war Gamestar dabei, weil Gearbox auch ohne expizite NDA zu den Bugs, welche dann total auf sie zurückgefallen wäre, davon ausgehen konnte, das Gamestar da nichts drüber schreibt. Das mag auch aus der sicht der Gamestar absolut verständlich sein das so zu machen, da sie so eben mehr Reichweite haben und mehr verdienen. Es sorgt trotzdem dafür, dass meine Einschätzung, dass Gamestar lesen für mich Zeitverschwendung ist nur noch mehr gestärkt wird.

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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Schlagerfreund » 14. Sep 2019, 12:28

Braincrack hat geschrieben:
14. Sep 2019, 11:52
Ideale Welt Gamestar: Wir lehnen einen Test mit diesen NDA ab. Wir kaufen uns eine Handelsversion und testen diese um unseren Journalistischen Ansprüchen gerecht zu werden und unabhängig zu testen.

Wirklichkeit Gamestar: Wuhu wir können relativ exklusiv veröffentlichen und alle anderen erst viel später. Klicks, Klicks, Klicks.


Wäre ich Journalist bzw. würde mich als solchen Bezeichnen, hätten bei mir ALLE Alarmglocken geläutet bei dieser Gangart von 2k bzw. Das man selber nicht über Bugs berichten soll, und "aus Sicherheitsgründen" nur bestimmte Leute ein Testmuster bekommen. Ich kann die Gamestar schon lange nicht mehr ernst nehmen. Bin schon auf den 4players und Eurogamer Test gespannt, die sind wohl alles andere als begeistert von dieser Situation.
Zumal man auch nicht die Release Version verschickt hat. Man hat ein Pre-Release Build verschickt das recht buggy war. Finde es ein wenig zweifelhaft das manche Magazine auf Basis dieser Version Reviews schreiben die auf die Release version zielen:
2K Games and Gearbox didn’t send out review codes for Borderlands 3. Instead, they set reviewers up with new Epic Games Store accounts with the game unlocked, and gave us a few warnings about the game being a work in progress. They asked us to stay away from the DirectX 12 implementation, for example, and told us that our progress in these builds may or may not carry over to the final game.

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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von imanzuel » 14. Sep 2019, 12:31

Rince81 hat geschrieben:
14. Sep 2019, 12:11
Als jemand, der solche Testberichte gerade auch als Kaufberatung sieht
Gerade der Punkt ist doch schon ein Problem. Wenn ein Publisher vorab Testmuster an die Magazine verteilt, dann ist das keine Kaufberatung. Sondern maximal Werbung.

Wenn wie im Falle von 2K "wirklich" die Seiten danach ausgesucht wurden, wo man erwartet das am Ende eine hohe Zahl dabei rauskommt, dann ist das einfach nur eine wirklich dreiste Art von Werbung. Natürlich eine legale, wie im Video angesprochen ist es natürlich das Recht vom Publisher, die Keys nur an spezielle Seiten rauszugeben. Aber deswegen ist das für mich auch einfach nur noch Werbung. Und wenn spätestens genau die Seiten in einem Accolade-Trailer genannt werden -> jegliche Relevanz dahin.

Eigentlich - in einer perfekten Review-Welt - sollten die Tester GAR KEINE NDA unterschreiben müssen. Wenn es Probleme gibt, sollen die darüber berichten dürfen. Spoiler zu vermeiden gehört da schon zum guten Anstand dazu (allerdings genau so das man drauf hinweist, wenn wirklich was spoilerrelevantes Probleme macht). Deswegen vertraue ich eigentlich nur noch Tests, die nach Release veröffentlicht wurden, bzw. die möglichst ohne Einschränkungen daherkommen + mein persönlicher Eindruck. GameStar, IGN und Co. als Kaufberatung? Ne danke :ugly:

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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Wudan » 14. Sep 2019, 16:11

Rince81 hat geschrieben:
14. Sep 2019, 11:02
Wenn aber z.B. Jason Schreier von Kotaku schreibt, dass die Bemusterungspraxis und Art und Weise bei diesem Titel als "Strange" ist und Heiko Klinge da völlig stur dabei bleibt, dass es völlig normal und nachvollziehbar ist und darauf verweist, dass sowas das verdiente Vertrauen der Publisher erfordert und die Gamestar eigentlich immer bei der ersten Reviewwelle dabei ist, wird es imho doch etwas cringy und musterschülerhaft...
Ich finde Heiko Klinge als Chefredakteur schon lange hmm gelinde gesagt problematisch. Augenscheinlich immer sehr unkritisch, alles wird toll gefunden und abgefeiert, gibt sich industrienah und ist gerne auf Kuschelkurs mit den Publishern. Deshalb schreck ich auch bisschen davor zurück mir längere Videos mit ihm anzuschauen, das kann mir nämlich leichte Aggressionen verursachen^^

Zum Thema an sich das find ich jetzt kein "Biggie", aber passt halt schon genau ins Bild.
Schlagerfreund hat geschrieben:
14. Sep 2019, 12:28
Zumal man auch nicht die Release Version verschickt hat. Man hat ein Pre-Release Build verschickt das recht buggy war. Finde es ein wenig zweifelhaft das manche Magazine auf Basis dieser Version Reviews schreiben die auf die Release version zielen
Allerdings. Es scheint als ob man aus dem Spellforce 3 Debakel überhaupt nichts gelernt hat. Da war es zwar anders rum, die Testversion lief gut und die Releaseversion war Schrott, aber ist ein ganz ähnlicher Fall.

Dazu, weil ichs gerade sehe - sollte man über Star Citizen auch nicht mal ein paar kritische Recherchen anstellen und da mal eine kritische Betrachtung dazu schreiben? Notwendig wär es allemal, könnte man der Firma mittlerweile glatt böswilligen Betrug und Abzocke unterstellen. Stattdessen:

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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Desotho » 14. Sep 2019, 17:10

Dann müsst ihr generell jeden Release Test verteufeln in Zeiten von Day 1 Patches.
Ich sehe jetzt nicht so das Problem. Sie haben eine Version bekommen und getestet. Das hätte wohl jede Seite so gemacht.
Als Spieler kann man sich dann immer noch denken: Na wart mal die Berichte der anderen ab die keine Version bekommen haben.
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Heretic » 14. Sep 2019, 17:16

Wudan hat geschrieben:
14. Sep 2019, 16:11
Dazu, weil ichs gerade sehe - sollte man über Star Citizen auch nicht mal ein paar kritische Recherchen anstellen und da mal eine kritische Betrachtung dazu schreiben? Notwendig wär es allemal, könnte man der Firma mittlerweile glatt böswilligen Betrug und Abzocke unterstellen. Stattdessen:

Bild
Da geht's hauptsächlich (ich hab' nicht den ganzen Artikel gelesen) um von Hardcore-Fans organisierte Events, die "Star Citizen" als Sandbox benutzen. Die Überschrift wurde bereits angepasst. ;)

Aber ja, ein kritischer Artikel über "Star Citizen" wäre durchaus mal angebracht.

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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Schlagerfreund » 14. Sep 2019, 17:18

Desotho hat geschrieben:
14. Sep 2019, 17:10
Dann müsst ihr generell jeden Release Test verteufeln in Zeiten von Day 1 Patches.
Ich sehe jetzt nicht so das Problem. Sie haben eine Version bekommen und getestet. Das hätte wohl jede Seite so gemacht.
Als Spieler kann man sich dann immer noch denken: Na wart mal die Berichte der anderen ab die keine Version bekommen haben.
Ich halte es für sinnvoll das man das kritisch sieht. Besonders wenn man wie manche Magazine (rede jetzt mal gar nicht von Gamestar und Borderlands 3), dass nicht wirklich kommuniziert. Da sollte schon deutlich im Review angegeben werden, dass die Testversion nicht mit der Version die es zum Release gibt übereinstimmt.

Wie gesagt halte ich das ganze Konstrukt Gamestar, so wie es sich in 2019 gibt für überholt, unglaubwürdig und denke auch es ist zum scheitern verurteilt.

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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von imanzuel » 14. Sep 2019, 19:46

Desotho hat geschrieben:
14. Sep 2019, 17:10
Dann müsst ihr generell jeden Release Test verteufeln in Zeiten von Day 1 Patches.
...
Als Spieler kann man sich dann immer noch denken: Na wart mal die Berichte der anderen ab die keine Version bekommen haben.
Ja gut, man könnte auch einfach mit dem Test warten und dann das Testen, was im Laden steht bzw. von jedem (zu dem Zeitpunkt) gespielt werden kann. Aber ne, Publisher brauchen die kostenlose Werbung, und die Seiten freuen sich wenn die über etwas berichten dürfen, wo andere keinen Zugriff drauf haben. Win-Win für beide. Und im Zweifel verlieren halt wir, die Konsumenten. :ugly:

Zu letzerem Satz: Wer regelmäßig bei Metacritic die Zahlen verfolgt, stellt schnell fest dass die Scores mit der Zeit eher nach unten gehen als nach oben. Woraus man schließen kann, dass die wo es danach testen (oder später oder länger brauchen, je nachdem) es kritischer sehen. Möglicherweise auch, weil es richtig ist? Es bringt halt niemanden was, wenn die Publisher versprechen im Gegensatz zur Testmuster mit dem Day One Patch die Bugs zu beheben - und das halt nicht bzw. sogar noch schlimmer machen.

Andreas29
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Andreas29 » 14. Sep 2019, 23:38

Wudan hat geschrieben:
14. Sep 2019, 16:11
Ich finde Heiko Klinge als Chefredakteur schon lange hmm gelinde gesagt problematisch. Augenscheinlich immer sehr unkritisch, alles wird toll gefunden und abgefeiert, gibt sich industrienah und ist gerne auf Kuschelkurs mit den Publishern.
Wes Brot ich ess, des Lied ich sing...

Das Thema hatten wird doch schon seit Beginn von Auf ein Bier: Ab einer bestimmten Größe und wenn man als Haupteinnahmequelle das Schalten von Werbung aus der Industrie hat, kann man kein "Anwalt der Spieler" mehr sein. Du musst dich als so großes Magazin mit der Industrie gut stellen, weil du sonst den Laden zu machen kannst.

Heiko macht am Ende auch nur seinen Job, den er ganz sicher behalten will. Ein Chefredakteur ist zwar in der Hierarchie nicht unten, aber da kommen in so einem Verlag noch ein paar Leute drüber.

Im luftleeren Raum kann man natürlich sagen: Sobald es auch nur irgendwelche Vorgaben gibt (NDAs, Review-Guides etc.) darf ich das nicht testen. Aber in der Realität schaut ein größeres Magazin lieber auf das Bankkonto, als auf die journalistische Integrität.

Das Thema ist aber uralt und warum sind wir denn alle hier? Ich habe damals die Gamestar ja quasi mit André und Jochen "verlassen", eben weil mir die Abhängigkeit von der Industrie auf den Sack ging und ich mich nicht ehrlich informiert gefühlt habe. Da wir hier alle Auf ein Bier kennen, wissen wir doch darum, dass es auch Angebote abseits des werbefinanzierten Journalismus gibt. Warum sich dann über die großen Player aufregen?

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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Tom » 15. Sep 2019, 06:17

Ich sehe erstmal kein Problem darin, NDAs zu unterschreiben, wenn darin nichts untersagt wird, was zur ausreichenden Beschreibung und Bewertung des Spiels im Test stehen soll. Zumal das ja auch dem selbst auferlegten Kodex entspricht, der Vereinbarungen mit Publishern zu Gunsten von Exklusivität und Aktualität ja ausdrücklich erlaubt.

Die Wertungen der Gamestar liegen oft nah an der Metacritic-Wertung und lassen eine qualitative Einordnung von Spielen auch durchaus zu. Entsprechend sehe ich auch nicht, warum deren Tests Werbung sein sollen.

Zur Zulässigkeit von NDAs uns sonstigen Vereinbarungen gibt es übrigens einen guten mittlerweile fast 10 Jahre alten Text von Boris Schneider-Johne, manchen vielleicht noch bekannt aus seinen Powerplay-/PCPlayer-/XBox- oder Spieleverteranenpodcastzeiten, der das Thema eher aus Sicht der Industrie betrachtet:

https://web.archive.org/web/20160401123 ... hives/1801

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Darkcloud
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Re: Der Gamestar-Kodex: Überfällige Selbsteinschätzung oder überflüssige PR-Maßnahme?

Beitrag von Darkcloud » 15. Sep 2019, 10:52

Desotho hat geschrieben:
14. Sep 2019, 17:10
Dann müsst ihr generell jeden Release Test verteufeln in Zeiten von Day 1 Patches.
Ich sehe jetzt nicht so das Problem. Sie haben eine Version bekommen und getestet. Das hätte wohl jede Seite so gemacht.
Als Spieler kann man sich dann immer noch denken: Na wart mal die Berichte der anderen ab die keine Version bekommen haben.
So lange da Bugs nicht erwähnt werden weil es ja noch nicht die finale Version ist und die Entwickler ganz doll versprochen haben, dass die nach dem Patch nicht mehr da sind ja. Vorab version fein, aber dann erwähnen was da an Problemen vorkommt und halt sagen, dass da ein Patch kommen soll. Damit kann dann jeder selbst entscheiden ob man das Risiko in Kauf nimmt. So ist es halt eher ein Werbetext.

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