E3-Podcasts

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Leonard Zelig
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Re: E3-Podcasts

Beitrag von Leonard Zelig » 14. Jun 2019, 13:37

Offenbar waren Sebastians Zweifel berechtigt:
So wie es aussieht, ähnelt Shenmue III eher einem frühen Unreal-Engine-4-Projekt als einem echten Videospiel, das voraussichtlich bis Ende des Jahres veröffentlicht wird. Es gibt noch so viel zu tun, dass es zweifelhaft ist, dass Shenmue III bei seiner Veröffentlichung im November 2019 in der Lage sein wird, die Kuh vom Eis zu holen. Und wir sind offensichtlich sehr besorgt über das Spiel: In dieser Entwicklungsphase haben wir nicht erwartet, dass Shenmue III noch wie ein Prototyp aussieht.
http://www.jeuxvideo.com/preview/106081 ... 3-2019.htm
"The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, but wiser people so full of doubts."

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Man from Rivia
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Re: E3-Podcasts

Beitrag von Man from Rivia » 14. Jun 2019, 17:30

SebastianStange hat geschrieben:
12. Jun 2019, 20:26
Meine alten Konsolen, meine alten Games, herrje... selbst durchgelesene Bücher... das kommt alles weg. Da interessiert mich in der Regel nur aktuelles Zeug. Ich weiß, das ist etwas engstirnig aber für mich fühlt es sich halt normal an.
Da spricht mir jemand aus der Seele ;)
Finde es toll, dass es so viele Retro-Begeisterte gibt und mir gefällt auch die Ästhetik / Haptik der alten Module, aber ich bin so froh, dass ich diese Spiele nicht mehr spielen muss und stattdessen durch immer lebendigere Open Worlds reisen darf.
Deshalb war mir das Thema "Abwärtskompatibilität" auch immer völlig egal.

Ansonsten: Lob an das AeB-Team für die E3-Folgen!
Eine Form von Reaction Video wäre vielleicht in ganz wenigen Situationen interessant gewesen (Auftritt Keanu Reeves), aber ich weiss nicht, ob ihr dann die Ausraster vor dem Herrn seid ;)

Fand es halt geil, wie die Leute abgegangen sind, als bei der E3 2016 Kratos ins Licht trat und alle plötzlich checkten, dass es (wirklich) ein neues God of War geben sollte. Und dann noch der zweite Hammer nach dem fast unsichtbaren Übergang: Hey, das ist Gameplay-Material!

Bei allen anderen Ankündigungen hat mir eure unterhaltsame Rückschau völlig ausgereicht!

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v3to
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Re: E3-Podcasts

Beitrag von v3to » 14. Jun 2019, 18:51

REDDF1VE hat geschrieben:
14. Jun 2019, 12:33
v3to hat geschrieben:
12. Jun 2019, 19:29
Von allen Podcasts, welche ich zum Thema Retro-Games kenne, werden bei AeB die meisten Fehler gemacht und auch weitgehend oberflächlich damit umgegangen. Die Gameboy-Folge war mMn inhaltlich der Tiefpunkt.
Das ist aber ja das Ding. AeB ist ein Spielemagazin in Podcast-Form. Kein Retro-Spielemagazin in Podcast-Form. Ich weiß nicht, welche Podcasts du sonst hörst, aber wenn du AeB mit dem Spieleveteranen-Podcast oder Stay Forever vergleichen solltest, würde ich den Vergleich nicht ganz fair finden, denn die haben sich Retro als grundsätzliches Element ins Programm geschrieben. AeB behandelt Retro nur in Ausnahmefällen wie Altbier und wenn man so will 10JK (wenn man 2009 schon zu Retro zählen will). Und hier wird ja auch gut recherchiert.
Zu den Podcasts, welche ich höre, gehören auch Stay Forever, Spieleveteranen oder auch Formate wie Retrokompott, Nerdwelten oder auch Game not Over. Es geht mir mit meiner Kritik auch nicht so wirklich um fehlende Tiefe, sondern tatsächlich um Dinge, wie Spieletitel, welche durcheinandergeworfen werden. Falsch beschriebene Inhalte, verdrehte Darstellungen der damaligen Zeit. Das zieht sich dann meist auch durch bis hin zu Indie-Titeln, wo Reviewer nicht in der Lage sind, Pixelgrafik angemessen zu beschreiben, zb an welche Rechnerklassen sich die Optik anlehnt oder die handwerkliche Qualität. Bei sowas ist auch AeB nicht alleine, sowas passiert auch bei Stay Forever oder den Spieleveteranen. Bei Kultboy gab es eine größere Diskussion, weil Christian Schmidt offensichtlich bei der Goldbox-Folge falschen Quellen aufgesessen ist. Passiert ist sowas seinen Mitpodcastern sicher auch. Das Problem, was ich damit habe, ist, dass diese Formate alle von der Moderation auf einem sehr hohen Niveau stattfinden und gleichzeitig über inhaltliche Fehler meist nur in retro-affinen Foren zu lesen ist, dass die getätigten Aussagen beim Hörer wie Allgemeinwissen ankommen. Die meisten Leute spielen doch die alten Spiele auch nicht mehr oder haben keinen Anlass, sowas in Frage zu stellen. Qualitativ hilft das schon enorm, wenn sich die Podcaster wenigstens zur Recherche aktiv mit dem Gameplay auseinandersetzen und sich nicht auf 20 Jahre alte Erinnerungen verlassen. Die Spieleveteranen haben einen enormen Qualitätschub hingelegt, seit es statt einer 4-Mann-Laberrunde ein eher redaktionelles Format geworden ist.

Was das Altbier angeht, meinte ich bereits im vorherigen Kommentar, dass die Qualität sehr schwankt - bzw bezogen auf 2018 verbucht das Altbier in meinem persönlichen Einzelpodcast-Ranking gleich zwei Extreme: Die Gameboy-Folge war mMn die schlechteste Folge zum Thema Retrogaming des Jahres. Als unreflektierte Erinnerungen an die Grundschulzeit würde ich das bezeichnen. Dagegen war der Podcast um Lightguns nach meinem Empfinden das absolute Highlight. Man hört durchweg, was da für Arbeit hintersteckt. Nur ganz ehrlich: Sobald Andre von "Ursuppe der Computerspiele" spricht, schrillt bei mir der Nachrecherche-Alarm.

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Axel
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Re: E3-Podcasts

Beitrag von Axel » 15. Jun 2019, 04:39

v3to hat geschrieben:
14. Jun 2019, 18:51
...
Ja, diese Flüchtigkeitsfehler fallen mir auch immer wieder auf. Ich weiß jedoch nicht, ob die mich stören. Einerseits denke ich mir: Passiert halt, andererseits sind das aber auch Dinge die mit nem schnellen Blick in Mobygames nicht zustande kommen würden, etwa das so Dinge wie auf welchen System Panzer Dragoon veröffentlich wurde, ob Contra Hard Corpse Top Down war oder ob es Dragon Quest XI schonmal auf der Switch gab. Wenn sowas dann gehäuft vorkommt, dann leidet IMO die Qualität. Weil es wirklich Dinge sind, die man in Sekundenschnelle rausbekommt. Für viele ist das egal, aber beispielsweise bei Panzer Dragoon macht es ja schon nen Unterschied ob ich sage Saturn oder Dreamcast. Die Dreamcast war seiner Zeit allgemein voraus und hatte viele auch heute noch modern anmutende Spiele. Der Saturn hingegen war zwischen dem 2D und 3D Zeitalter. Und wenn da 23 Jahre später ausgerechnet ein Panzer Dragoon wieder ausgegraben wird (bitte irgendwann auch Panzer Dragoon Saga!!!), dann hat das ne andere Einordnung. Also: Wenn solche angesprochenen Patzer mal vereinzelt passieren, schwamm drüber. Wenn das aber gehäuft vorkommt, stört mich das dann aber auch beim hören.

Auf der anderen Seite kann halt auch nicht jeder so positiv verrückt wie Paul Kautz sein (wieso war er eigentlich noch nie hier im Podcast?), der seit nun nem Jahr oder so im zuverlässigen Zwei-Wochen-Takt extrem durch recherchierte Podcasts veröffentlicht und für seine Texte häufig sogar alte Designer o.ä. befragt. Was Detaildichte und Tiefe in der Recherche betrifft, hat der Mann dem Stay Forever Podcast IMO schon lange den Rang abgelaufen. Wirklich schade, dass sein Game Not Over Podcast nach wie vor so unbekannt ist.

Was ich auch schade fand, wie Commander Keen so im vorbeigehen erwähnt wurde. Da muss ich dann den Christian Schmidt recht geben: Commander Keen war nicht umsonst Kult. Gerade Teile 4-6 haben mich als Kind geprägt. Auch wenn oder WEIL ich den Vergleich mit Konsolen hatte. Denn Commander Keen funktionierte anders als die 08/15 Platformer. Es hatte diese enorm großen toll designten Levels, die richtig zum erforschen einluden, während Konsolenplatformer stur von links nach rechts gingen. Die Musikstücke, das Setting, die liebevoll designten Gegner - Commander Keen war so toll und hat sich in die Erinnerung vieler Leute eingebrannt. Und was macht Bethesda? Ein F2P Money Grab! :evil: :evil: :evil: Was ist so schwer daran mit der Marke zu einer Firma wie WayForward zu gehen und zu sagen: Macht uns ein geiles Commander Keen für 2019, welches wir auf alle System durchverkaufen können? Platformer haben im ausgehenden Jahrzehnt eine enorme Renaissance erlebt, aber ein modernes Commander Keen, welches die geilen Dinge von damals mit heutigen Designansprüchen verbindet... Ich wäre soooo extrem gehyped! Und die würden garantiert damit mehr Geld machen als mit einem F2P „Spiel“.
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Vinter
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Re: E3-Podcasts

Beitrag von Vinter » 15. Jun 2019, 10:46

Euch ist aber schon der Unterschied klar zwischen einer vorbereiteten Reportage wie sie etwa Stay Forever machen und einem freien fließenden Podcast wie bei Auf ein Bier, bei dem auf unerwartete Nebenzweige abgebogen wird auf die man logischerweise nicht vorbereitet ist? Noch dazu in diesem speziellen Format, dass daraus besteht, sich ne Show anzugucken und direkt darüber zu sprechen, weil es am selben Tag noch raus muss? ;)

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v3to
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Re: E3-Podcasts

Beitrag von v3to » 15. Jun 2019, 11:08

@Vinter: Ja, ist es. Und wenn man sich die Altbier-Folgen durchhört, ist die Grenze hier nicht wirklich auszumachen. Es ist für meine Begriffe auch keine Entschuldigung für mangelhafte Recherche.

Freitag
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Re: E3-Podcasts

Beitrag von Freitag » 15. Jun 2019, 12:38

Die Podcasts gefielen mir besser, als die Show live über Twitch zu kommentieren. So hattet ihr mehr Zeit, eure Gedanken zu sortieren und beim Anhören konnte ich mich auf eine Sache - eure Besprechungen - konzentrieren. Von mir aus gerne so beibehalten.

Die "Retro-Fehler" mögen für Experten ärgerlich sein, gerade in einem E3-Podcast würde ich die aber wirklich nicht so hoch aufhängen. Und solange es keine ausgewiesene Reportage ist, wird es immer Leute geben, die tiefer in der Materie stecken und denen kleine Fehler auffallen.

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Re: E3-Podcasts

Beitrag von Dr. Zoidberg [np] » 15. Jun 2019, 12:51

v3to hat geschrieben:
14. Jun 2019, 18:51
Das zieht sich dann meist auch durch bis hin zu Indie-Titeln, wo Reviewer nicht in der Lage sind, Pixelgrafik angemessen zu beschreiben, zb an welche Rechnerklassen sich die Optik anlehnt oder die handwerkliche Qualität. Bei sowas ist auch AeB nicht alleine, sowas passiert auch bei Stay Forever oder den Spieleveteranen. Bei Kultboy gab es eine größere Diskussion, weil Christian Schmidt offensichtlich bei der Goldbox-Folge falschen Quellen aufgesessen ist. Passiert ist sowas seinen Mitpodcastern sicher auch. Das Problem, was ich damit habe, ist, dass diese Formate alle von der Moderation auf einem sehr hohen Niveau stattfinden und gleichzeitig über inhaltliche Fehler meist nur in retro-affinen Foren zu lesen ist, dass die getätigten Aussagen beim Hörer wie Allgemeinwissen ankommen.
Mir persönlich könnte nicht egaler sein, ob der richtige Begriff nun "8-Bit"-, "16-Bit"- oder "Obskure-Konsole-aus-den-90ern-die-keiner-kennt-Bit"-Optik ist oder ob jemand der Meinung ist, dass der Begriff "isometrische Ansicht" eigentlich der Definition der Isometrie nach falsch ist.

Würde es sich hier um wissenschaftliche Abhandlungen handeln: Ja ok, dann wäre das gut und sinnvoll. Handelt es sich in dem Fall aber nicht, weshalb häufig die Begriffe verwendet werden, die im gesamten Diskurs geläufig sind. Wenn man jetzt statt 8-Bit Optik anfängt 16-Bit Optik zu sagen, weil es zwar korrekt ist, aber niemand was mit dem Begriff anfangen kann, dann ist damit niemandem (bis auf den paar Leuten, die sich maximal intensiv damit beschäftigen und das aber eh schon wissen) geholfen.

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v3to
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Re: E3-Podcasts

Beitrag von v3to » 15. Jun 2019, 14:29

Dr. Zoidberg [np] hat geschrieben:
15. Jun 2019, 12:51
Mir persönlich könnte nicht egaler sein, ob der richtige Begriff nun "8-Bit"-, "16-Bit"- oder "Obskure-Konsole-aus-den-90ern-die-keiner-kennt-Bit"-Optik ist oder ob jemand der Meinung ist, dass der Begriff "isometrische Ansicht" eigentlich der Definition der Isometrie nach falsch ist.
Mit ist das in der Tat nicht egal (was wahrscheinlich auch mit meinem Alter zu tun hat und wie ich die Branche über die Jahrzehnte erlebt habe). Bis Ende der 90er gab es einen gewissen Standard, was die Beurteilung dieser Kunstform angeht. Dann gab es einen jahrzehntelangen Break durch die 3D-Entwicklung bis irgendwann bei Indie-Games klassische Genres und Darstellungsformen wieder aufgegriffen wurden und der Spielejournalismus damit nichts damit anzufangen wusste und sich in Teilen bis heute damit schwer tut. Nun bewege ich mich - sozusagen als Gaming-Zweithobby - in einer Community, welche nie aufgehört hat, sich mit Spieleklassikern und deren Erbe auseinanderzusetzen. Aus meiner Perspektive ist es im Groben nicht so wichtig, ob die Präsentation nun oberflächlich beschrieben wird oder nicht, bzw in Einzelfällen falsch dargestellt wird. Sobald es sich aber etabliert, bildet es auch eine Art globalen Gesamteindruck - gerade auch, was die Darstellung zb der Spielelandschaft der 80er Jahre angeht und die nachhaltige Bedeutung. Es ist für meine Begriffe zwar valide, die Argumentation auf die Ebene wissenschaftlicher Betrachtung vs Gossip zu ziehen, nur ich weiß nicht... Medien wie AeB werden auch zu Quellen und da helfen Ungenauigkeiten nicht weiter. Und es hilft auch nicht weiter, dass AeB auf der einen Seite regelmäßig über den Stand und Entwicklung des Mediums Computerspiel diskutiert und die Wurzeln in der Vergangenheit sind nicht so relevant? Das glaube ich nicht und kann mir nicht recht vorstellen, dass das zb André oder Jochen das so sehen, wenn sie regelmäßig Beispiele aus ihrer eigenen Spielerhistorie heranziehen.

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Re: E3-Podcasts

Beitrag von lolaldanee » 15. Jun 2019, 15:09

ich fand die E3 Podcasts ganz ok, haben mir die Zeit gut vertrieben. Irgendwie habe ich allerdings das Gefühl, dass mir die kommentierten Streams letztes Jahr doch besser gefallen haben. Als Age of Empires 4 fast angekündigt wurde, und The Quiet Man wahren schon lustig :) Liegt vermutlich aber auch daran, dass dieses Jahr einfach die E3 unfassbahr langweilig zu sein scheint, da ist ja fast gar nichts interessantes dabei, noch viel weniger als letztes Jahr. Vermutlich war es also schon die richtige Wahl die zusammenfassenden Podcasts zu bringen, die Streams währen wahrscheinlich doch sehr fad geworden.

REDDF1VE
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Re: E3-Podcasts

Beitrag von REDDF1VE » 16. Jun 2019, 22:38

Vinter hat geschrieben:
15. Jun 2019, 10:46
Euch ist aber schon der Unterschied klar zwischen einer vorbereiteten Reportage wie sie etwa Stay Forever machen und einem freien fließenden Podcast wie bei Auf ein Bier, bei dem auf unerwartete Nebenzweige abgebogen wird auf die man logischerweise nicht vorbereitet ist? Noch dazu in diesem speziellen Format, dass daraus besteht, sich ne Show anzugucken und direkt darüber zu sprechen, weil es am selben Tag noch raus muss? ;)
Das würde ich nochmal gerne unterstreichen. Vorgeschriebene Podcasts wie z.B. bei Game not Over von Paul damit zu vergleichen, wenn in einem freien Gespräch ohne viel Vorbereitungszeit vielleicht sogar eher unerwartet kurz zu Panzer Dragoon abgebogen wird, finde ich auch keinen sinnvollen Vergleich.

Mag vielleicht sein, dass die Altbierfolgen nicht mit so viel Akribie vorbereitet werden wie z.B. bei Stay Forever. Aber am Ende bekommt man für seine läppischen 5 Euro immer noch so viel qualitativ echt guten Content (ich würde mal sagen, in den Menge halt auch massiv mehr als bei Stay Forever oder den Spieleveteranen zum selben Preis), dass das jetzt etwas nickpicki ist.

Und nochmal: Einige der anderen Podcasts haben sich Retro auch explizit auf die Fahne geschrieben. Auf ein Bier aber nicht. Und damit sind auch die Zielgruppen nicht unbedingt ganz identisch, bzw für mich ergänzt sich das alles miteinander gut.

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v3to
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Re: E3-Podcasts

Beitrag von v3to » 16. Jun 2019, 22:51

REDDF1VE hat geschrieben:
16. Jun 2019, 22:38
Mag vielleicht sein, dass die Altbierfolgen nicht mit so viel Akribie vorbereitet werden wie z.B. bei Stay Forever. Aber am Ende bekommt man für seine läppischen 5 Euro immer noch so viel qualitativ echt guten Content (ich würde mal sagen, in den Menge halt auch massiv mehr als bei Stay Forever oder den Spieleveteranen zum selben Preis), dass das jetzt etwas nickpicki ist.
Wenn man sich darüber im Klaren ist, dass zuweilen die Informationen im Podcast nicht stimmen und hin und wieder Lücken bestehen, ist auch alles gut. Meine ich ganz ohne Ironie.
Edit: Wie gesagt, mir geht es nicht um die Tiefe, mit der Retro-Themen besprochen werden und auch nicht um die Form. Zu meiner Kritik bezüglich inhaltlicher Fehler haben sich Sebastian und Andre bereits geantwortet und damit gehe ich auch konform.
Zuletzt geändert von v3to am 16. Jun 2019, 23:12, insgesamt 1-mal geändert.

Jochen

Re: E3-Podcasts

Beitrag von Jochen » 16. Jun 2019, 23:07

v3to hat geschrieben:
16. Jun 2019, 22:51
Wenn man sich darüber im Klaren ist, dass zuweilen die Informationen im Podcast nicht stimmen und hin und wieder Lücken bestehen, ist auch alles gut. Meine ich ganz ohne Ironie.
Dass zuweilen die Informationen nicht stimmen und hin und wieder Lücken bestehen, wird sich nie vermeiden lassen - egal wie aufwändig die Recherche ausfällt. Das soll keine Entschuldigung sein - jeder Fehler ist einer zu viel. Aber kann man darauf nicht einfach hinweisen? Muss man daraus wirklich einen mangelnden Retro-Zugang konstruieren? Kann eine banale (wenngleich unnötige) Verwechslung nicht einfach mal eine banale (wenngleich unnötige) Verwechslung sein, ohne mehr zu indizieren als den allseits bekannten Umstand, dass banale (wenngleich unnötige) Verwechslungen passieren? ;)

Wie gesagt: Im Idealfall sollten die Informationen fehlerfrei und lückenlos sein, das muss immer der Anspruch sein. Aber uns mangelnden Zugang zu Retro-Themen zu konstatieren, erscheint mir einigermaßen abenteuerlich. Mein Spiele-Wissen ist gewiss nicht enzyklopädisch und garantiert sehr persönlich eingefärbt - aber ich würde jede Wette halten, dass ich mehr Retro-Spiele tatsächlich gespielt habe (und zwar zu ihrer Zeit) als viele Retro-Experten. Das bedeutet nicht, dass ich mich besser auskenne o.ä. Das will ich gar nicht behaupten. Aber dass ich keinen Zugang dazu hätte? Oh boy :mrgreen:

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v3to
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Re: E3-Podcasts

Beitrag von v3to » 16. Jun 2019, 23:44

@Jochen: Ich bin durchaus deiner Meinung.

Mangelnder Retro-Zugang ist vielleicht als Begriff zu groß bzw nicht angemessen, allerdings habe ich tatsächlich den Eindruck, dass bei euch im Team die 8Bit- und frühe 16Bit-Ära ziemlich lückenhaft ist und das auch den Podcast prägt. Um genauer zu sein - über die Zeit hat sich bei mir der Eindruck verhärtet, dass beispielsweise die Heimcomputer-Ära bei euch nur eine Randnotiz bleibt, wobei das NES regelmäßig thematisiert wird, was sich invers zur europäischen Spielelandschaft zu der Zeit darstellt - so bis etwa zum Zusammenbruch des Marktes für C64 und Amiga um 1992 rum. Als einzelnes Beispiel der Podast zu Thalion, bei der deine Gesprächsführung die ersten Jahre der Firma weitgehend komprimiert und etwa die Hälfte der Meilensteine kam sehr kurz oder fehlte komplett. Ich bin mir gerade nicht ganz sicher, aber ich meine, die zweite Absplitterung eines Teils der Belegschaft fehlte ebenfalls (der Weggang von Marc Rosocha und die Gründung von Eclipse Software Design). Solche Dinge ziehen sich bei Euch durch wie ein roter Faden, was die besagte Zeitspanne angeht. Das sehe ich jetzt nicht wirklich als Kritik, bzw hat ja ein Stück weit mit der eigenen Spielerhistorie zu tun. Ärgerlich wird es aber mMn, wenn am Ende sowas wie bei der Gameboy-Folge herauskommt, bei der ich nicht recht glauben kann, dass dort groß Recherche betrieben wurde. Oder halt bei solchen Sachen, wie bei Panzer Dragoon oder Contra Hard Corps.

Ich bitte das nicht falsch zu verstehen: Ich mag das Altbier gerne, gerade auch, weil ihr die jüngere Historie wesentlich differenzierter abbildet, als es bei anderen Podcasts der Fall ist. Genauso, wenn es um die Besprechung der eigenen Favoriten von damals angeht.

Jochen

Re: E3-Podcasts

Beitrag von Jochen » 17. Jun 2019, 00:08

v3to hat geschrieben:
16. Jun 2019, 23:44
Mangelnder Retro-Zugang ist vielleicht als Begriff zu groß bzw nicht angemessen, allerdings habe ich tatsächlich den Eindruck, dass bei euch im Team die 8Bit- und frühe 16Bit-Ära ziemlich lückenhaft ist und das auch den Podcast prägt. Um genauer zu sein - über die Zeit hat sich bei mir der Eindruck verhärtet, dass beispielsweise die Heimcomputer-Ära bei euch nur eine Randnotiz bleibt, wobei das NES regelmäßig thematisiert wird, was sich invers zur europäischen Spielelandschaft zu der Zeit darstellt - so bis etwa zum Zusammenbruch des Marktes für C64 und Amiga um 1992 rum. Als einzelnes Beispiel der Podast zu Thalion, bei der deine Gesprächsführung die ersten Jahre der Firma weitgehend komprimiert und etwa die Hälfte der Meilensteine kam sehr kurz oder fehlte komplett
Jetzt implizierst du aber raffiniert Meilensteine, wo man möglicherweise welche sehen kann - aber noch lange nicht muss ;)

Die Thalion-Folge ist sicherlich von meiner persönlichen Historie geprägt, aber die inkludiert durchaus Titel vor 1992 - im Gegensatz zu dir und zu Titeln wie Lionheart oder Ambermoon erkenne ich dort bloß keinen Meilenstein-Charakter. Zumal die Folge gar nicht den Anspruch erhebt, die komplette Geschichte des Studios gleichberechtigt zu behandeln; das ist strukturell nicht unser Ansatz, da gibt's andere Podcasts, die sich darauf spezialisieren und erheblich mehr Zeit in die notwendige Recherche investieren können. Ich finde Podcasts, die exemplarisch die tatsächlichen (scusi!) Meilensteine herausarbeiten, ohne gleich die vollen historischen Rundumkeule zu schwingen, persönlich eigentlich eine sehr nette Alternative dazu.

Dass z.B. die 80er-Ära relativ kurz kommt, liegt eher an der unterschiedlichen Sozialisierung mit unterschiedlichen Computern/Konsolen. André könnte garantiert viel mit NES/Schneider CPC machen, die besaßen Sebastian und ich nie. Und ich könnte aus dem Stand locker 20 C64-Folgen machen, den André und Sebastian nie besaßen. Die Herausforderung beim Altbier besteht inzwischen eigentlich jeden Monat darin, ein Spiel zu finden, über das mehr als ein Podcaster was erzählen kann. Eventuell müssen wir hier noch mal am Konzept feilen oder klarer kommunizieren, was das Altbier ist und sein kann - und was nicht.

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Re: E3-Podcasts

Beitrag von v3to » 17. Jun 2019, 00:30

@Jochen: Die unterschiedliche Sozialisierung ist sicher der eigentliche Punkt. Die Thalion-Folge ist dabei nur ein Beispiel, wie sich mein Eindruck über das gesamte Projekt darstellt. Ich kann nachvollziehen, dass man beispielsweise ein Wings of Death im Lineup der Firma nicht wahrnimmt, wenn man nicht auch den damaligen Einfluss von Spielen wie Dragon Spirit oder Tiger Heli mitbekommen hat (das war btw die gleiche Zeit, wo sich die Spielepresse bei jedem besseren PC-Engine-Shooter vor Begeisterung überschlagen hatte), bzw auch, dass das ein echter Action-Meilenstein für Atari ST war - nicht nur in technischer Hinsicht.

Jochen

Re: E3-Podcasts

Beitrag von Jochen » 17. Jun 2019, 00:33

Oder man hat das damals beim Kumpel rauf und runtergespielt und gut, aber eben nicht meilenstein-ig gefunden ;)

Das ist ja häufig die Sache bei Retro: Etwas wird - aus guten, aus schlechten, aus mittelmäßigen Gründen - zum Meilenstein postuliert, und wer das nicht angemessen als Meilenstein wertschätzt, sollte lieber nicht über Retro reden. Dabei ist diese Meilenstein-Definition wahrscheinlich noch subjektiver als alle Spielemagazin-Wertungssysteme zusammen, weil sie in vielen Fällen (ich bilde da bestimmt keine Ausnahme) nostalgisch, also im Kern irrational und emotional eingefärbt ist. Aber wenn dann einer kommt und Ultima 6 > Ultima 7 -> Haue!

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Re: E3-Podcasts

Beitrag von v3to » 17. Jun 2019, 00:35

Lass mich raten: Der Kumpel hatte keinen Atari ST ;)

Jochen

Re: E3-Podcasts

Beitrag von Jochen » 17. Jun 2019, 00:38

v3to hat geschrieben:
17. Jun 2019, 00:35
Lass mich raten: Der Kumpel hatte keinen Atari ST
Doch. Da war ja der Sound besser ;)

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Re: E3-Podcasts

Beitrag von v3to » 17. Jun 2019, 03:47

Der Sound auf dem ST besser? Ok... bei Musik von Jochen Hippel kam das manchmal vor.

Edit: Das mit der Subjektivität stimmt sicher, so lange es sich um Nostalgie dreht. Was soll ich sagen: Ich fand die Ultima-Reihe (beginnend ab Teil 3) damals aufgrund des Erscheinungsbilds hoffnungslos überaltert ;) Das Spiel wusste ich erst später aufgrund der Bedeutung für Computer-RPGs zu würdigen, auch wenn ich es retrospektiv für ein schrecklich sprödes und potthässliches Machwerk halte (ähnliche Dinge durfte ich mir aber auch für meine damalige Vorliebe für Textadventures anhören).

Nur eingedenk von Wings of Death: Hängt sowas nicht häufiger am Genre, weshalb man bestimmte Titel nicht als Meilenstein wahrnimmt? WOD war jetzt nicht unbedingt mein Lieblings-Shmup, die guten Wertungen damals hatte es nicht von ungefähr. Leveldesign, Waffensysteme, Spielbarkeit lagen nah an damaligen Referenzshootern für Konsole - dazu eine Original-Entwicklung und technisch zumindest auf dem Atari ST ein Ausnahmetitel. Für eine kleine Firma aus Gütersloh war das schon beachtlich.
Jochen hat geschrieben:
17. Jun 2019, 00:33
..., und wer das nicht angemessen als Meilenstein wertschätzt, sollte lieber nicht über Retro reden.
Um es nochmal zu sagen: Genau DAS war nicht meine Intention.

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