Wortreich: Geld ist nicht alles

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Nachtfischer
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Wortreich: Geld ist nicht alles

Beitrag von Nachtfischer » 10. Okt 2019, 15:37

Im Großen und Ganzen wieder ein super Text, bei dem ich gedanklich konstant mitnicken konnte.

Gegen Ende fielen mir dann aber doch noch ein paar Sätze auf:
Ja, was fehlt ist der große Durchbruch eines AAA-Leuchtturmprojekts mit 8 bis 9-stelligen Umsatzzahlen.
Es ist nicht so, dass wir international auf einer no-sign-list stehen würden. Wir müssen denen halt Angebote machen, mit denen die Geld verdienen können.
Wie genau passt das zu "Geld ist nicht alles"? :D

Und wollen wir denn wirklich "AAA" machen? Also völlig überfrachtete Projekte ohne jeden Fokus, die auf den kleinsten gemeinsamen Nenner und jeden erdenklichen Psychtrick hin designt werden, ihr stupides Gameplay dann auch noch dreist durchmonetarisieren und alles gerne mit einer Prise Crunch würzen? Oder käme aus Deutschland dann endlich das künstlerisch hochwertige Bio-AAA aus Freilandhaltung, auf das die Welt gewartet hat?

Phazonis
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Re: Wortreich: Geld ist nicht alles

Beitrag von Phazonis » 10. Okt 2019, 15:55

Um bei einem der Beispiele auch da nochmal nachzuhaken: Was genau würde den ein AAA-Leuchtturm mit 8-9 stelligen Umsatzzahlen ändern? Für all die Leute dennen es wirklich um die Industrie geht gar nichts. Die haben sich ja schon vorher engagiert und würden es auch danach tun. Die einzige Änderung die ich sehen würde, ist das dann halt die Politik, die wieder aufmerksam werden würde, aber auch da wo ist die Änderung? Sie würde aufmerksam werden, weil es durch den Erfolg opportun wird, aber auch nur um da dann Imageaufbesserung zu betreiben und da wie Wolfgang richtig sagt sollte dann endlich Vorsicht oder eben knallharte Kalkulation Einzug halten. Die Bühne möchte verdient werden. Wenn aber die wirklich einzig gangbare Marschrichtung momentan weg vom Bund ist, dann wäre das ohnehin nicht wichtig.
Kurz der AAA-Leuchtturm fehlt denke ich keines Wegs, es wäre schön wenn er dann vielleicht in ein paar Jahren kommt, aber er würde nicht wirklich was ändern.

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Sebastian Solidwork
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Re: Wortreich: Geld ist nicht alles

Beitrag von Sebastian Solidwork » 10. Okt 2019, 16:22

Ein AAA-Leuchtturm begeistert mich auch nicht, weil ich dann Gründe befürchte für Berichte von Kotaku/Jason Schreier/WemAuchImmer über schlechte Zustände der AAA-Firmen in Deutschland.
MMn geht AAA nicht ohne Ausbeutung vieler Mitarbeiter.

Ansonsten eine gute Kolumne!
Bitte GAME, ändere was. Und lass das Anbiedern mit der Politik.
Umweltschutz beginnt im Geldsystem.
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Der Sinn des Lebens ist, dass Menschen voller Sinn das niemals wissen müssen. - Gunter Dueck in Omnisophie

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Soulaire
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Re: Wortreich: Geld ist nicht alles

Beitrag von Soulaire » 10. Okt 2019, 17:38

Stimme auch bei allem zu...außer bei AAA :D. Wenn AAA, dann muss das auf natürlichem Wege passieren. Indem ein mittelgroßes Spiel ein Hit wird.
Das wichtigste ist aber eine gute Basis in der Breite für Spieleentwicklung zu schaffen...

lolaldanee
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Re: Wortreich: Geld ist nicht alles

Beitrag von lolaldanee » 10. Okt 2019, 20:35

Wieder eine Kolumne in der ich Wolfgang einfach nur von ganzem Herzen zustimmen kann. Würde endet halt immer da, wo auch nur ein Pfennig verdient werden kann

Phazonis
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Re: Wortreich: Geld ist nicht alles

Beitrag von Phazonis » 10. Okt 2019, 20:54

lolaldanee hat geschrieben:
10. Okt 2019, 20:35
Wieder eine Kolumne in der ich Wolfgang einfach nur von ganzem Herzen zustimmen kann. Würde endet halt immer da, wo auch nur ein Pfennig verdient werden kann
Das ist es ja noch nicht mal. Ich meine klar dieses irgendwo ist jeder käuflich mag stimmen, aber was hier ja wirklich passiert ist dass man alles mit sich machen lässt für selbst das geringste Geld. Und das verstehe ich halt nicht, dass man da so gar kein Rückgrat zeigt/hat. Da hat jeder noch so böse Klischeebanker mehr Rückgrat, weil der schmeisst seine Prinzipien erst über Bord wenn der Betrag auch entsprechend hoch ist.

Presto
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Re: Wortreich: Geld ist nicht alles

Beitrag von Presto » 10. Okt 2019, 21:54

Ich weiß, dass mir das jetzt keine Freunde machen wird...

... aber die deutsche Spieleindustrie sollte reflektieren warum gut ausgebildete Informatiker nicht bei ihr arbeiten wollen und sich für traditionelle Handels- oder Industrieunternehmen entscheiden. Das ist nicht nur eine Frage der Bezahlung, denn wir Entwickler und Architekten sind oft Nerds die auf "nerdige" Arbeitsplätze abfahren.

Dennoch zahlt die deutsche Gamesbranche für das was sie verlangt einfach nicht gut. Dazu kommt, dass die Branche extrem unsicher ist. Wer eine Familie versorgen möchte kennt die Abwägungen, die da eine Rolle spielen. In der konventionellen Industrie kann man seine Erfahrungen und sein Gehalt kontinuierlich steigern - sogar rasant wenn man wirklich gut ist. Die Kernfrage ist dann ob ich 80.000 verdienen und 40 Stunden arbeiten will... oder ob ich lieber 40.000 verdiene und 80 Stunden arbeite - als Angestellter.

Bei der Gamesbranche ist es dann doch ein bisschen so wie im Spieljournalismus. Games sind im "deutschen Wertempfinden" ja nichts Wertvolles. Also ist die Arbeit mit ihnen auch nicht wertvoll. Diese Selbsterniedrigung hat sich die Branche irgendwie zu eigen gemacht. Was auch nicht hilft, ist sich über Bachelorabsolventen die ja "noch 2 Jahren lernen müssen" aufzuregen. Andere Unternehmen bilden Fachinformatiker aus oder unterstützen Studenten im Rahmen eines dualen Studiums. Das soll bei solchen Dingen helfen. Dass man einen Absolventen nicht einzusetzen weiß, würde ich eher als Schwäche eines Unternehmens oder der ausbildenden Institution deuten. Ich hatte im Berufsleben nie Probleme Informatikabsolventen in ein Entwicklungsteam zu integrieren und gewinnbringend arbeiten zu lassen. Wenn eure Anforderungen so hoch sind, dann hebt das den Preis für die Leistung wohl eher an.

Mich persönlich triggert dieser Podcast ein wenig, da Arbeitskräfte in der Welt der Informatik hart umkämpft sind und die Unternehmen momentan sehr viel tun um Ausbildung und Studium zu fördern und zu unterstützen. Für mich tritt die Gamesbranche hier immer als eine Industrie auf, die Förderung haben möchte ohne ihre gesellschaftlichen Pflichten zu erfüllen. Okay.. das tun Auto- und Kohleindustrie auch nicht. Aber ich pumpe lieber Milliarden Fördergelder für den Ausbau von ÖPNV, Schiene und E-Mobilität raus als der Gamesindustrie auch nur 100.000 Euro zu gönnen.

HG_Christopher
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Re: Wortreich: Geld ist nicht alles

Beitrag von HG_Christopher » 10. Okt 2019, 22:22

Phazonis hat geschrieben:
10. Okt 2019, 20:54
lolaldanee hat geschrieben:
10. Okt 2019, 20:35
Wieder eine Kolumne in der ich Wolfgang einfach nur von ganzem Herzen zustimmen kann. Würde endet halt immer da, wo auch nur ein Pfennig verdient werden kann
Das ist es ja noch nicht mal. Ich meine klar dieses irgendwo ist jeder käuflich mag stimmen, aber was hier ja wirklich passiert ist dass man alles mit sich machen lässt für selbst das geringste Geld. Und das verstehe ich halt nicht, dass man da so gar kein Rückgrat zeigt/hat. Da hat jeder noch so böse Klischeebanker mehr Rückgrat, weil der schmeisst seine Prinzipien erst über Bord wenn der Betrag auch entsprechend hoch ist.
Wieso es gibt genug, die Rückgrat mehrfach gezeigt haben. Nur bekommt das kaum einer mit bzw was stört es die Deutsche Eiche, wenn die Wildsau sich daran reibt? In manchen Punkten muss ich Wolfgang recht geben, in anderen definitiv nicht. Die Branche braucht kein AAA - denn die Zeiten von AAA Produktionen ist noch nicht ganz weltweit vorbei aber der Zug ist für die Devs in Deutschland schon lange abgefahren in diesem Bereich. Deutschland hat mehrere Games in Entwicklung bzw unter Vertrag die A, AA sind bzw III Qualität haben. Was Deutschland braucht ist ein gesunder Mittelstand, denn der würde auch den kleinen Studios helfen, ausbilden, langfristig investieren, Strukturen in Deutschland aufbauen. Aus den Mittelständlern würden sich wieder kleine Studios gründen bzw finanzieren. Wer sich auf Bundesförderung, Landesförderung, die reichen Russen, Chinesen, Amis, etc baut läuft auch Gefahr, siehe aktueller Shitstorm. Die Länderförderungen sind für die "kleinen Projekte", für die "Neugründungen", für die "Starthilfe", kaum ein großes oder mittleres Studio wird die Länderförderung anlangen, dafür ist diese einfach unsexy. Eine Deutsche Förderung sollte für die mittleren bis großen Projekte da sein. Jedoch was am wichtigsten ist, bleibt ein gesundes System. Denn den meisten Deutschen Entwickler fehlt es nicht nur an Geld sondern vor allem an Distribution, an Reichweite, an Markterfahrung, an Marketing, an PR, an Selbstbewusstsein… ach aber was weiss ich schon ;) - Ehrlich gesagt, ich bin froh, dass wir als Publisher, Studios weltweit gezeichnet haben, denn es gibt weltweit gute Devs. So haben wir aktuell Studios in den USA, Mexico, Spanien, Schweden, Dänemark, Belarus, Rumänien aber auch in Deutschland unter Vertrag. Jedes Studio kämpft mit lokalen aber auch vor allem internationalen Herausforderungen und somit stimmt es, Geld ist nicht Alles. Ich hoffe man hört endlich auf zu jammern und packt endlich mal an. Spieleentwicklung war noch nie einfach und wird es nicht. Die Politik hat die Spiele, die Spieleentwickler gehasst. Ich bin froh, dass sie uns aktuell akzeptieren und keine Steine in den Weg legen, dass wir da sind wo wir jetzt sind war ein hartes Stück Arbeit von vielen einzelnen Personen, die viel Zeit und Ressourcen reingesteckt haben. Wenn dann einer hier schreibt die Branche hat kein Rückgrat, kann ich als Teil der Branche sagen, da liegst du sowas von falsch und sowas macht mich sauer!

HG_Christopher
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Re: Wortreich: Geld ist nicht alles

Beitrag von HG_Christopher » 10. Okt 2019, 22:30

Presto hat geschrieben:
10. Okt 2019, 21:54
Ich weiß, dass mir das jetzt keine Freunde machen wird...

... aber die deutsche Spieleindustrie sollte reflektieren warum gut ausgebildete Informatiker nicht bei ihr arbeiten wollen und sich für traditionelle Handels- oder Industrieunternehmen entscheiden. Das ist nicht nur eine Frage der Bezahlung, denn wir Entwickler und Architekten sind oft Nerds die auf "nerdige" Arbeitsplätze abfahren.

Dennoch zahlt die deutsche Gamesbranche für das was sie verlangt einfach nicht gut. Dazu kommt, dass die Branche extrem unsicher ist. Wer eine Familie versorgen möchte kennt die Abwägungen, die da eine Rolle spielen. In der konventionellen Industrie kann man seine Erfahrungen und sein Gehalt kontinuierlich steigern - sogar rasant wenn man wirklich gut ist. Die Kernfrage ist dann ob ich 80.000 verdienen und 40 Stunden arbeiten will... oder ob ich lieber 40.000 verdiene und 80 Stunden arbeite - als Angestellter.

Bei der Gamesbranche ist es dann doch ein bisschen so wie im Spieljournalismus. Games sind im "deutschen Wertempfinden" ja nichts Wertvolles. Also ist die Arbeit mit ihnen auch nicht wertvoll. Diese Selbsterniedrigung hat sich die Branche irgendwie zu eigen gemacht. Was auch nicht hilft, ist sich über Bachelorabsolventen die ja "noch 2 Jahren lernen müssen" aufzuregen. Andere Unternehmen bilden Fachinformatiker aus oder unterstützen Studenten im Rahmen eines dualen Studiums. Das soll bei solchen Dingen helfen. Dass man einen Absolventen nicht einzusetzen weiß, würde ich eher als Schwäche eines Unternehmens oder der ausbildenden Institution deuten. Ich hatte im Berufsleben nie Probleme Informatikabsolventen in ein Entwicklungsteam zu integrieren und gewinnbringend arbeiten zu lassen. Wenn eure Anforderungen so hoch sind, dann hebt das den Preis für die Leistung wohl eher an.

Mich persönlich triggert dieser Podcast ein wenig, da Arbeitskräfte in der Welt der Informatik hart umkämpft sind und die Unternehmen momentan sehr viel tun um Ausbildung und Studium zu fördern und zu unterstützen. Für mich tritt die Gamesbranche hier immer als eine Industrie auf, die Förderung haben möchte ohne ihre gesellschaftlichen Pflichten zu erfüllen. Okay.. das tun Auto- und Kohleindustrie auch nicht. Aber ich pumpe lieber Milliarden Fördergelder für den Ausbau von ÖPNV, Schiene und E-Mobilität raus als der Gamesindustrie auch nur 100.000 Euro zu gönnen.
Ich habe ein paar Fragen:
1. Darf ich Fragen wo du arbeitest?
2. Welche gesellschaftlichen Pflichten siehst du nicht erfüllt von der Gamesbranche, die z.b. die Autoindustrie, what ever besser macht?
3. Woher weisst du, dass die Spielebranche nicht ausbildet bzw Absolventen keine Chance geben oder wie du sagst Studenten eines dualen Studiums unterstützen?
4. Woher weisst du, dass Spieleentwickler 80hr arbeiten denke du meinst pro Woche?

Phazonis
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Registriert: 29. Jul 2017, 21:37

Re: Wortreich: Geld ist nicht alles

Beitrag von Phazonis » 10. Okt 2019, 23:01

HG_Christopher hat geschrieben:
10. Okt 2019, 22:22

Die Politik hat die Spiele, die Spieleentwickler gehasst. Ich bin froh, dass sie uns aktuell akzeptieren und keine Steine in den Weg legen, dass wir da sind wo wir jetzt sind war ein hartes Stück Arbeit von vielen einzelnen Personen, die viel Zeit und Ressourcen reingesteckt haben. Wenn dann einer hier schreibt die Branche hat kein Rückgrat, kann ich als Teil der Branche sagen, da liegst du sowas von falsch und sowas macht mich sauer!
Erstmal muss man das mit der Politik wohl stark relativieren. Ja einige Politiker sind mittlerweile bereit der Industrie zu helfen und dies auch öffentlich zu tun ohne das man ihnen das per Leckerli (dt. Computerspielpreis) schmackhaft machen muss. Die Faktenlage im Bund spricht eine deutlich andere Sprache, aber ich mss ja nicht wiederholen was Wolfgang schon sagte.

Deine Ausführungen stimmen mich ja in so weit positiv, dass sie zeigen, dass etwas passiert. Dann fehlt es aber deutlich an Kommunikation. Ich fand es leider höchst witzig als am Gamescomcongress als man Axel Voss doch mehr Kommunikation vorschlug. Den Tipp könnte gerade der GAME mal sehr gut selbst vertragen. Ich wollte mich mal zur Sicht des GAMEs auf die Gamescom etwas mehr informieren: Ist man zufrieden? wo sieht man die Zukunft? Was möchte man ändern/beibehalten? Halt irgendwas außer die roboterhafte Nachricht "Die Gamscom ist dieses Jahr wieder um X% gewachsen. Mit X Besucher wurde eine neuer Rekord erreicht. Yay Freuderezeptoren auf Maximum." Gefunden habe ich ein Artikel von der Gameswirtschaft der aber mehr auf Eigeninitiatve beruhte. (Edit:Ok präzisiere auf Nachfrage im Forum nach erfolgloser Suche kam ein Artikel) Da ging es darum wo könnte den die Gamescom hin wenn nicht nach Köln. Irgendwas Offizielles von GAME Seite nope.

So sah es also aus wenn man mal Eigeninitiative zeigt und selbst sucht, sonst ist die Kommunikation des GAMEs für den Otto-Normal-Spieler mit dem eines U-Bootes zu vergleichen, dass genau einmal pro Jahr auftaucht, und dieses eine mal heißt Computerspielpreis und über diese alljährliche Lachnummer wurde ja schon genug gesprochen. Dank the Pod kam dann nochmal der dt.Entwicklerpreis auf oder andere Events, aber auch da muss man schon in die involvierten Kreise hören damit man was mitkriegt. Wenn da sonst noch so viel passiert, warum kommt das nicht an die Öffentlichkeit? Wird kommuniziert? Wenn ja warum kriegt das dann keine Öffentlichkeit?

Wenn dieses Bild was ich male ungerecht ist, dann tut es mir leid euch da so darzustellen, aber dann wird es Zeit das ihr kommuniziert und das eine Öffentlichkeit das auch mitkriegt. Tut Gutes und redet darüber.

ZiggyStardust
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Re: Wortreich: Geld ist nicht alles

Beitrag von ZiggyStardust » 11. Okt 2019, 12:31

Presto hat geschrieben:
10. Okt 2019, 21:54
Mich persönlich triggert dieser Podcast ein wenig, da Arbeitskräfte in der Welt der Informatik hart umkämpft sind und die Unternehmen momentan sehr viel tun um Ausbildung und Studium zu fördern und zu unterstützen.
Ich habe Anfang 2017 mein Studium beendet (Wirtschaftsinformatik an einer TH) und krebse immer noch in der Zeitarbeit rum. Die Unternehmen sind einfach zu wählerisch und setzen zu viel Wert auf mehrjährige Berufserfahrung. Ich hab neben dem Studium einige Jahre als Werkstudent gearbeitet, aber das zählt offenbar nicht. Und wenn dann ein Unternehmen in Köln wie diese Woche auf Truffls erlebt noch nicht mal 38.000 Euro Brutto zahlen will, weil das nicht ins Budget passt, frag ich mich schon in welcher Welt manche Personaler leben. Ich werde mein Glück nun im Ausland versuchen, in Städten wie Wien sind immerhin die Mieten bezahlbar.

Sicherlich gibt es in einigen Regionen Deutschlands einen Fachkräftemangel, weil junge Menschen ohne eigene Familie die großen Städte bevorzugen, aber ein flächendeckendes Problem ist das nicht. Es wird auch vieles outgesourct nach China und Indien. Ein Kumpel arbeitet bei einem französischen Autohersteller und die haben die gesamte Buchhaltung nach Indien verlagert.

Der Game-Verband hat übrigens noch nicht aufgegeben, was die bundesweite Förderung angeht:
https://www.facebook.com/game.verband/p ... =3&theater

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johnnyD
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Re: Wortreich: Geld ist nicht alles

Beitrag von johnnyD » 11. Okt 2019, 18:57

Volle Zustimmung an die Ausführungen von Wolfgang!

Leider leiden alle Beteiligten/Betroffenen unter der (fortwährenden) unfähigen Besetzung eben jenes Ministeriums, mobile und immobile (Internet-)Infrastruktur inklusive nebst Automobilindustrie.
"Wenn man den Sumpf trocken legen will, darf man nicht die Frösche fragen!"

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Soulaire
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Re: Wortreich: Geld ist nicht alles

Beitrag von Soulaire » 11. Okt 2019, 19:06

ich frag mich was passieren würde wenn Wolfgang auf irgendeiner Veranstaltung mit Andy Scheuer ins Gespräch kommen würde :D

Phazonis
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Re: Wortreich: Geld ist nicht alles

Beitrag von Phazonis » 11. Okt 2019, 19:16

Soulaire hat geschrieben:
11. Okt 2019, 19:06
ich frag mich was passieren würde wenn Wolfgang auf irgendeiner Veranstaltung mit Andy Scheuer ins Gespräch kommen würde :D
Also mal abgesehen von der astronomisch geringen Chance das sich zwei so verschiedene Leute auf einer Veranstaltung wiederfinden, die dann vielleicht auch nicht offiziell ist, damit man auch ein Gespräch führen könnte, würde ich das einfach nur gerne sehen, weil sehenswert wird es bestimmt alle Male. :lol:

HG_Christopher
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Re: Wortreich: Geld ist nicht alles

Beitrag von HG_Christopher » 11. Okt 2019, 19:40

Phazonis hat geschrieben:
10. Okt 2019, 23:01
HG_Christopher hat geschrieben:
10. Okt 2019, 22:22

Die Politik hat die Spiele, die Spieleentwickler gehasst. Ich bin froh, dass sie uns aktuell akzeptieren und keine Steine in den Weg legen, dass wir da sind wo wir jetzt sind war ein hartes Stück Arbeit von vielen einzelnen Personen, die viel Zeit und Ressourcen reingesteckt haben. Wenn dann einer hier schreibt die Branche hat kein Rückgrat, kann ich als Teil der Branche sagen, da liegst du sowas von falsch und sowas macht mich sauer!
Erstmal muss man das mit der Politik wohl stark relativieren. Ja einige Politiker sind mittlerweile bereit der Industrie zu helfen und dies auch öffentlich zu tun ohne das man ihnen das per Leckerli (dt. Computerspielpreis) schmackhaft machen muss. Die Faktenlage im Bund spricht eine deutlich andere Sprache, aber ich mss ja nicht wiederholen was Wolfgang schon sagte.

Deine Ausführungen stimmen mich ja in so weit positiv, dass sie zeigen, dass etwas passiert. Dann fehlt es aber deutlich an Kommunikation. Ich fand es leider höchst witzig als am Gamescomcongress als man Axel Voss doch mehr Kommunikation vorschlug. Den Tipp könnte gerade der GAME mal sehr gut selbst vertragen. Ich wollte mich mal zur Sicht des GAMEs auf die Gamescom etwas mehr informieren: Ist man zufrieden? wo sieht man die Zukunft? Was möchte man ändern/beibehalten? Halt irgendwas außer die roboterhafte Nachricht "Die Gamscom ist dieses Jahr wieder um X% gewachsen. Mit X Besucher wurde eine neuer Rekord erreicht. Yay Freuderezeptoren auf Maximum." Gefunden habe ich ein Artikel von der Gameswirtschaft der aber mehr auf Eigeninitiatve beruhte. (Edit:Ok präzisiere auf Nachfrage im Forum nach erfolgloser Suche kam ein Artikel) Da ging es darum wo könnte den die Gamescom hin wenn nicht nach Köln. Irgendwas Offizielles von GAME Seite nope.

So sah es also aus wenn man mal Eigeninitiative zeigt und selbst sucht, sonst ist die Kommunikation des GAMEs für den Otto-Normal-Spieler mit dem eines U-Bootes zu vergleichen, dass genau einmal pro Jahr auftaucht, und dieses eine mal heißt Computerspielpreis und über diese alljährliche Lachnummer wurde ja schon genug gesprochen. Dank the Pod kam dann nochmal der dt.Entwicklerpreis auf oder andere Events, aber auch da muss man schon in die involvierten Kreise hören damit man was mitkriegt. Wenn da sonst noch so viel passiert, warum kommt das nicht an die Öffentlichkeit? Wird kommuniziert? Wenn ja warum kriegt das dann keine Öffentlichkeit?

Wenn dieses Bild was ich male ungerecht ist, dann tut es mir leid euch da so darzustellen, aber dann wird es Zeit das ihr kommuniziert und das eine Öffentlichkeit das auch mitkriegt. Tut Gutes und redet darüber.
Ich kann nicht für den GAME sprechen, da wir nicht in diesem Verband sind. Warum bekommt es die "Öffentlichkeit" nicht mit? Weil die "normale" Presse Games ignoriert bzw weil Games immer der Sündenbock sind, siehe aktueller Terrorakt, Schießerei in Amiland, etc.. Weil Frau Merkel, Herr Scheuer nicht das Handy abnimmt wenn ein CEO der Branche anruft, wie vielleicht bei der Autolobby, Nestle oder sogar die Globulilobby die sich glaub 20mio geschnappt haben, obwohl es Nachweislich nicht hilft - Respekt dafür... ;) - die Politiker die aktuell der "Industrie" helfen, sind leider nicht die, die etwas zu entscheiden habe. :( - mir geht das alles viel zu langsam. Seit 20 Jahren kämpfen wir, klären auf, bilden aus, gehen unseren Gesellschaftlichen Pflichten nach (wurde von jemanden anders ja vorgeworfen hier, dass wir dies nicht tun), wir zahlen sogar Steuer hier, nicht wie andere Großkonzerne die das nicht tun... und wie sich dieses Gerücht hält, dass man in der Gamesbranche 80hr arbeiten muss und keine Familie haben kann. Komisch bei uns haben sehr viele eine Familie und die leben jetzt nicht schlecht, gehen in Urlaub und haben ein Haus...

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