Veränderte Wahrnehmung der Ego-Perspektive in Spielen

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LegendaryAndre
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Veränderte Wahrnehmung der Ego-Perspektive in Spielen

Beitrag von LegendaryAndre »

In den letzten Monaten habe ich öfters VR-Spiele gespielt. Spielen aus der FPV in Nicht-VR-Spielen fühlt sich für mich seither irgendwie falsch bzw. nicht mehr richtig befriedigend an. Diese Veränderung ist mir verstärkt in den letzten Wochen aufgefallen. Gestern habe ich Rage 2 gestartet und festgestellt dass ich auch schlechter spiele als vorher, weil mir irgendwie die echte räumliche Tiefe aus VR-Spielen fehlt. Es fällt mir zunehmend schwerer mich auf normale 3D-Spiele einzulassen, die sich nun "leerer" anfühlen, dabei spiele ich noch gar nicht so lange in VR.

Für mich ist das irgendwie ein neues Phänomen, da ich die Entwicklung nicht vorhersehen konnte. Geht es anderen im Forum auch so?
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mrz
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Re: Veränderte Wahrnehmung der Ego-Perspektive in Spielen

Beitrag von mrz »

Das Problem hab ich nicht - hab aber auch erst einen Titel in VR gespielt und das war Half-Life Alyx. (durchgespielt)

Hab aber von Anfang an und durchgehend mit "continious movement" gesspielt und nie Probleme mit Motion Sickness oder so. Das war schon cool.

Eigentlich müsste ich es jetzt im Lockdown mit Laptop nochmal bei mir in der Halle spielen, wo ich auch Roomscale nutzen kann :lol:
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Sebastian Solidwork
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Re: Veränderte Wahrnehmung der Ego-Perspektive in Spielen

Beitrag von Sebastian Solidwork »

Ich kann es nachvollziehen auch wenn ich kein VR habe.
VR ist deutlich näher an der Realität bzw. den von uns gemacht alltäglichen Erfahrungen. Z.B. Umschauen ist nur eine Kopfdrehung. Umschauen mit Maus oder Stick ist dazu sehr abstrakt, komplex und aufwendig zu lernen.
Überhaupt ist die ganze Steuerung mit Handschuhen in VR realistischer und damit bekannter als Gamepad oder Maus+Tastatur. Letztere sind abstrakt und seltenst entspricht, dass was man eingibt exakt dem was am Bildschirm passiert. Ein Knopfdruck ist nicht das Abschießen oder Schwingen einer Waffe.
VR entspricht mit seinem 3D auch deutlich mehr unseren Sehgewohnheiten als "flaches" 3D am Bildschirm.

Dieses Video arbeitet ganz gut auf warum VR für Nicht-Gamer der besser Zugang zu Games ist und passt gut zu dem was du beschreibst:
https://www.youtube.com/watch?v=nyJUza39ELE
Ein Zitat im Video ist, dass ein Nicht-Gamer die VR-Controller gar nicht so sehr als etwas externes wahrnimmt sondern es sich sehr natürlich anfühlt.
"A: Weißt du welche Knöpfe du gedrückt hast?"
"B: Ich habe Knöpfe gedrückt?"

Dir scheint der Zugang zu einer realitätsnahen Erfahrung eher zu liegen als mit den ansonst üblichen, aber abstrakten Eingabegeräten.
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Umweltschutz beginnt im Geldsystem.
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Der Sinn des Lebens ist, dass Menschen voller Sinn das niemals wissen müssen. - Gunter Dueck in Omnisophie
ClintSchiesstGut
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Re: Veränderte Wahrnehmung der Ego-Perspektive in Spielen

Beitrag von ClintSchiesstGut »

Schönes Thema, Dankeschön.

Ich möchte zu der 'Wahrnehmung' sagen, dass ich irgendwie ein komisches GEFÜHL bei First Person Spielen auf meinem neuen Sony BRAVIA habe.

Ich sitze von meinem 43 Zoll circa 3m weg und bei der 4k Auflösung und schnellen Bewegungen musste ich schon 1-2mal aufhören nach circa 1 Stunde spielen.

Komischer Weise ist im Full HD Modus alles in Ordnung.

Nicht das ich in ein 'Alter' komme, wo meine Augen 4k Gaming auf Konsole nicht mehr mitmachen, kennt das jemand zufällig?

Mit dem SMART-TV ist alles in Ordnung, Filme und Serien (Netflix) kann ich ohne Probleme schauen.
:whistle:
Rick Wertz
Beiträge: 581
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Re: Veränderte Wahrnehmung der Ego-Perspektive in Spielen

Beitrag von Rick Wertz »

Könnte an aktiven motion smoothing-Effekten am Fernseher liegen, seit einigen Jahren leider eine echte Seuche in der Fernsehwelt: Vielleicht mal durchs Menü gehen und alle derartigen "Bildverbesserer" ausschalten und den "Game mode" oder noch besser einen PC-Modus einschalten.
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LegendaryAndre
Beiträge: 870
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Re: Veränderte Wahrnehmung der Ego-Perspektive in Spielen

Beitrag von LegendaryAndre »

mrz hat geschrieben: 5. Nov 2020, 17:52 Hab aber von Anfang an und durchgehend mit "continious movement" gesspielt und nie Probleme mit Motion Sickness oder so. Das war schon cool.

Eigentlich müsste ich es jetzt im Lockdown mit Laptop nochmal bei mir in der Halle spielen, wo ich auch Roomscale nutzen kann :lol:
Cool!
Sebastian Solidwork hat geschrieben: 7. Nov 2020, 22:35 Ich kann es nachvollziehen auch wenn ich kein VR habe.
VR ist deutlich näher an der Realität bzw. den von uns gemacht alltäglichen Erfahrungen. Z.B. Umschauen ist nur eine Kopfdrehung. Umschauen mit Maus oder Stick ist dazu sehr abstrakt, komplex und aufwendig zu lernen.
Überhaupt ist die ganze Steuerung mit Handschuhen in VR realistischer und damit bekannter als Gamepad oder Maus+Tastatur. Letztere sind abstrakt und seltenst entspricht, dass was man eingibt exakt dem was am Bildschirm passiert. Ein Knopfdruck ist nicht das Abschießen oder Schwingen einer

...

Dir scheint der Zugang zu einer realitätsnahen Erfahrung eher zu liegen als mit den ansonst üblichen, aber abstrakten Eingabegeräten.
Danke für den Video-Link! Ja, ich merke schon dass ich mich sehr schnell an VR gewöhnt habe und auch die Belastungsgrenze bei mir sehr hoch ist. Wäre ich Neueinsteiger bei Games würde ich es verstehen, aber ich bin langjähriger Spieler und spiele routiniert mit Gamepad oder Maus + Tastatur. Die Steuerung ist bei beiden Varianten normalerweise kein Problem für mich (VR / normal). Bei Rage 2 war es tatsächlich so, dass ich bei schnellen Bewegungen plötzlich Probleme hatte, weil mir die räumliche Tiefe - das Gefühl mittendrin zu sein - gefehlt hat.

Inzwischen habe ich nicht in VR gespielt und mich wieder auf herkömmliche, "flache" 3D-Spiele konzentriert. Zwar habe ich mich jetzt so weit gewöhnt dass mir die Steuerung wieder leicht von der Hand geht, aber das Gefühl etwas zu vermissen (nämlich den VR-Effekt) ist geblieben. Heißt nicht, dass ich jetzt nur noch in VR spielen möchte, denn das wäre mir mit der aktuellen Technik zu anstrengend und die Spiele sind zudem meist nicht ausgereift genug. Geblieben ist aber der Wunsch nach einem großen AAA-Titel in VR mit ausgereifter Technik. Hoffentlich wird räumliche Tiefe irgendwann in der Zukunft Standard (vielleicht ohne Brille).
Lemonbonbon
Beiträge: 26
Registriert: 20. Mai 2016, 17:03

Re: Veränderte Wahrnehmung der Ego-Perspektive in Spielen

Beitrag von Lemonbonbon »

ClintSchiesstGut hat geschrieben: 8. Nov 2020, 09:12 Schönes Thema, Dankeschön.

Ich möchte zu der 'Wahrnehmung' sagen, dass ich irgendwie ein komisches GEFÜHL bei First Person Spielen auf meinem neuen Sony BRAVIA habe.

Ich sitze von meinem 43 Zoll circa 3m weg und bei der 4k Auflösung und schnellen Bewegungen musste ich schon 1-2mal aufhören nach circa 1 Stunde spielen.

Komischer Weise ist im Full HD Modus alles in Ordnung.

Nicht das ich in ein 'Alter' komme, wo meine Augen 4k Gaming auf Konsole nicht mehr mitmachen, kennt das jemand zufällig?

Mit dem SMART-TV ist alles in Ordnung, Filme und Serien (Netflix) kann ich ohne Probleme schauen.
Das Gefühl habe ich zumindest wenn ich dicht vor dem Fernseher STEHE und mich wirr im Spiel bewege. Das schlägt sich dann auf mein Gleichgewichtsgefühl nieder. Vielleicht stimmt auch der FOV nicht zum Sitzabstand, sodass da eine perspektivische Verzerrung exisitiert.
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