Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

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Feamorn
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Feamorn » 3. Jul 2018, 14:23

Ich habe in den letzten Wochen einige Filme gesehen und bin irgendwie nie zum Kommentieren gekommen, daher nun eine jeweils kurze Zusammenfassung in (vermutlich) chronologischer Reihenfolge.

Zunächst drei Kinobesuche:

Deadpool 2 (2018)

Im Großen und Ganzen einfach eine dem Vorgänger getreue Fortsetzung, hat mir alles in allem vielleicht noch eine Spur besser gefallen. Für Leute, denen der Trend zu Selbstreferenzierung, Ironie, Post-Ironie und permanentem Augenzwinkern ein Dorn im Auge ist, ist der Film natürlich der ultimative Antichrist, ich habe da (noch) meinen Spaß mit, ein dritter Teil bräuchte dann aber irgendwie mehr Fleisch auf den Knochen.
Die Mid-Credit-Szene diesmal ist natürlich DIE Mid-/Post-Credit-Szene, der Archetyp, damit ist alles gesagt und getan.


The Avengers - Infinity War (2018)

Den fand ich nun tatsächlich nicht so schlimm, wie befürchtet. Zerfahren ist er natürlich dennoch und der Film ist in allen seinen Taten leider furchtbar inkonsequent und entwertet viele Szenen schon während sie noch passieren.
SpoilerShow
Es ist einfach nur unglaublich dumm, wenn der nächste Spider-Man-Film bereits angekündigt ist, und Spider-Man dann am Ende stirbt. Damit WEISS man halt einfach sofort, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist und letztendlich keiner der gezeigten Tode auch nur IRGENDWAS bedeutet.
Das ist oft einfach lächerlich schlecht geschrieben und hat den Film für mich noch einmal deutlich runter gezogen. Ich werde den vierten Teil natürlich auch wieder gucken, aber richtig geil ist das alles so halt nicht.
Eigentlich Schade, denn man muss ja schon sehen, dass das Marvel Cinematic Universe seit Jahren etwas noch nie dagewesenes versucht, bzw. tut. Die Gelegenheit eine "große" (im Sinne von ausgedehnte) Geschichte zu erzählen, die sich über viele Filme zieht, muss ein feuchter Traum vieler Filmschaffender sein. Dafür machen die Film dann aber oft einfach zu wenig draus.


Human Flow (2017)

Eine Dokumentation des Chinesischen Künstlers Ai Weiwei. Ai Weiwei hat hierfür weltweit Brennpunkte der Flüchtlingsbewegungen besucht und sehr viel mit Betroffenen gesprochen, teilweise auch mit Beamten oder der Königin von Jordanien.
Der Film hat mir wenig für mich Neues gezeigt, mich aber dennoch, oder auch deswegen, teils stark berührt und teilweise sowohl sehr schöne als auch bedrückende Bilder geliefert.


Dann habe ich den gigantischen "Pile Of Shame" von BluRays auf meinem Regal mal angefangen abzutragen. (War krank daheim, da ging das ganz gut.) In der Nachbetrachtung sind alles entweder Horrorfilme oder, sofern aus einem anderen Genre, doch eher trostlose oder zumindest grimmige Filme (selbst die Komödien).


Das siebente Siegel (1957)

Das war nun mein zweiter Ingmar Bergmann Film, nachdem ich vor einigen Wochen bereits Persona gesehen hatte. Was soll ich sagen, ich werde zum Fan! Persona gefiel mir noch etwas besser, aber auch das hier war schon echt ganz große Kunst und in Sachen "Arthouse" unter den besten Sachen, die ich je gesehen habe.
Der Ritter Antonius Block kehrt mit seinem Knappen Jöns von den Kreuzzügen zurück und reist durch seine von der Pest heimgesuchte Heimat. Block hadert stark mit seinem Glauben und trifft gleich zu Beginn des Films auf den Tod, der ihm eröffnet, dass seine Lebensspanne zu Ende sei, Block erhandelt jedoch, dass er am Leben bleiben darf, bis der Tod ihn im Schachspiel besiegt.
Auf ihrer Reise begegnen Block und sein Knappe einigen Figuren, die alle einen unterschiedlichen Blick auf das Leben und den Tod haben. Laut Bergmann selbst, ist der Film eine "Allegorie auf die Suche des Menschen nach Gott und dem Tod als einziger Sicherheit".
Wie gesagt, mich hat das ganze schwer begeistert, man sollte aber schon wissen, dass das ein sehr "künstlerischer" Film ist (falls man es den vorhergehenden Ausführungen nicht schon entnommen hat), zudem Schwarzweiß und eben auch schon sechzig Jahre alt. Bestimmt nicht für jeden etwas, für mich aber ganz, ganz großes Kino!


Ringu (1998)

Das ist die japanische Originalverfilmung des Romans (für's Kino, es gab wohl vorher noch einen Fernsehfilm). Den Film hatte ich tatsächlich schon einmal gesehen und fand ihn immer noch gut. Tatsächlich gefällt mir aber auch das US-amerikanische Remake sehr gut, wobei dessen letzte Begutachtung meinerseits schon einige Zeit her ist. Das Original ist tatsächlich etwas weniger "düster" als die westliche Neufassung, hat aber eine, für mein Empfinden, sehr eindringliche Atmosphäre, die ich fast als "typisch japanisch" bezeichnen mag, da ich eine ähnliche Anmutung dort schon öfter wahrgenommen habe. Das ganze ist eher zurück genommen, still und etwas trostlos. Leider stehen auch die Schauspieler dem Remake nach und wirken teils etwas unbeteiligt(?). Trotzdem für meine Begriffe ein absoluter Klassiker und durchaus zu empfehlen.


Ringu 2 (1999)

Eine direkte Fortführung der Geschichte des ersten Teils die die Thematik sehr schön weiter baut und erforscht, ohne jedoch wirklich Dinge aufzuklären, vielmehr werden noch weitere Fragen aufgeworfen. Trotzdem für mich eine sehr gelungene Fortsetzung der Thematik die aber nur funktionieren kann, wenn man den ersten Teil gesehen hat. Am Ende geht es sogar richtig rund und wird deutlich abgedrehter und turbulenter als Teil 1. Dennoch würde ich die Fortsetzung insgesamt als eine Spur schwächer einschätzen, da Ringo (1) einfach als Film für sich runder war. Wenn man den Vorgänger mochte würde ich Ringu 2 aber durchaus empfehlen, mir hat er viel Spaß gemacht!


Ringu 0 (2000)

Dies hier ist ein Prequel zu Ringu und erstaunlicherweise hat mir der Film fast noch besser gefallen als das Original. Natürlich weiß man, wo es hingeht, aber die Art und Weise wie es zu dem Fluch bzw. dem Schicksal des Geistes kam war für mich wirklich interessant umgesetzt. Ich habe in einigen Kritiken gesehen, dass hier zu viel von Carrie geklaut worden wäre, das ist aber ein Punkt der einer genauen Prüfung in meinen Augen nicht stand hält. Auf den ersten Blick mag das Stimmen, einige Motive erinnern in der Tat stark an Carrie, aber der ganze Hintergrund der Figur ist dennoch ein völlig anderer. Schauspielerisch ist das hier auch noch einmal eine Kategorie besser und insbesondere Yukie Nakama in der Hauptrolle hat mir wirklich sehr gut gefallen!
Überraschenderweise wirklich gelungen! Kenntnis des Originals aber erneut empfohlen.


Audition (1999)

Japanisch geht es dann auch direkt weiter. Insgesamt halte ich die Einordnung als "Horror", die einem für Audition überall begegnet, für recht fragwürdig. In dem Film geht es um einen japanischen Geschäftsmann, der viele Jahre nach dem Tod seiner Frau von seinem Sohn ermutigt wird, wieder zu Heiraten. Leider fehlt die passende Partnerin und so kommt einer der Geschäftsfreunde auf die Idee, ein Filmcasting als Fassade für die Brautschau zu verwenden. Schnell ist auch eine junge, sympathische Dame auserwählt doch dann geht es für die Hauptfigur auf einmal rasant abwärts.
Der Film hat eine etwas anstrengende Spannungskurve. Zunächst passiert eine Stunde lang nur sehr, sehr wenig, zwar werden die Charaktere etwas entwickelt, doch alles sehr langsam und getragen und es fängt teilweise durchaus an, sich zu ziehen. Dann nimmt der Film plötzlich rasant an Fahrt auf um schließlich in einer Schlußszene zu Gipfeln, die ich schon eher als "Terror" (nicht Horror) einordnen würde. (Durch die Erwähnung der Szene bei Cinefix auf YouTube bin ich überhaupt erst auf den Film aufmerksam geworden.) Für meine Sehgewohnheiten war das noch nicht zu viel, ich weiß aber, dass ein Großteil meines Freundeskreises den Film vermutlich nicht ertragen könnte. (Ich habe hier auch nicht geahnt, dass ich zwei Tage später etwas noch krasseres sehen würde. ;) )
Insgesamt hat mir auch dieser Film wieder ziemlich gut gefallen, sicher hat er die erwähnten Probleme im Pacing, aber richtig langweilig wurde mir dennoch nicht und die zweite Filmhälfte war sogar richtig interessant und spannend! Zudem lässt sich annehmen, dass der Film auf seine Art durchaus Probleme in der japanischen Gesellschaft im Umgang mit Frauen kritisiert (der Eindruck wurde durch eine Rezension bei ofdb.de auch nochmal verstärkt), daher würde ich auch eigentlich gerne wissen, wie der Film in Japan damals aufgenommen wurde.
Erst langer, am Ende derber Film für den man den passenden Magen haben muss.


American Werewolf in London (1981)

Zum nachspülen gab es dann Abends einen Klassiker, den ich bis dato leider niemals gesehen hatte. Gekommen bin ich für die legendären Kreatureneffekte der Werwolfverwandlung, begeistert war ich am Ende aber von so ziemlich allem!
Der Film ist sowohl ein guter Werwolffilm als auch eine gute Komödie, halt dem Thema entsprechend wirklich grimmig und blutig, nichts für Kinder, aber umso mehr für mich. Auch die Schauspieler waren äußerst sympathisch und der Film hat mich wirklich von Anfang bis Ende gefesselt!
Chapeau, Mr. Landis! (Wie so häufig.)


Antichrist (2009)

So, nun zum sicher schwersten Film in dieser Liste. Man war das ein intensiver Brocken. Mein erster Film von Lars von Trier, die anderen Teile der "Depressions-Trilogie" stehen hier noch im Regal. Aber nun zu Antichrist. Ich hatte damals mitbekommen, dass der Film in Cannes stark polarisiert hat. Während dem Film habe ich mich lange Zeit gefragt, warum nun genau (fällt fast zehn Jahre später bei inhaltlichen Tabubrüchen ja auch gerne mal schwerer). Das war ein sehr intensiv gespieltes Stück über ein Ehepaar, das ein Kind verloren hat, sie macht sich Vorwürfe und versinkt in der Depression, er ist Therapeut und versucht seiner Frau selbst zu helfen und begibt sich mit ihr schließlich in eine einsame Waldhütte, in der beide immer mehr den Verstand zu verlieren scheinen.
Wie Audition läuft auch der Film meist als "Horror"-Film, was ich wieder nicht ganz angemessen finde. Das ist über weite strecken ein heftiges und extrem überzeugend und intensiv gespieltes Psychodrama, eher es gegen Ende dann wirklich abdreht und plötzlich auch ECHT gewalttätig wird. Ich kann mir nun denken, was damals so ein Aufreger war und ich muss sagen, dass das auch mir erst einmal einen Stein in den Magen gelegt hat.
Im Spoiler die betreffende, heftige, Szene (und eine vorhergehende).
SpoilerShow
Die Frau schneidet sich am Wahn schließlich mit einer Schere die eigene Klitoris ab, in Großaufnahme, ohne dass weggeblendet wird.
Bäm!
Das ist halt schon krass.
Davor hat sie ihren Mann schon an der Flucht gehindert indem sie ihm erst mit einem Holzscheit ins Genital KO geschlagen hat und dann ein Loch in's Bein gebohrt und einen Schleifstein an diesem verschraubt hat.
So abstoßend das ganze jedoch war, so konnte ich es im Kontext des Films dann doch recht gut verarbeiten, da die Gewalt, meinem Empfinden nach, kein Selbstzweck war. Auch wenn das hier heftiger war als alles was mir Hostel damals gezeigt hat, das hier war begründet und damit als Zuschauer "verschmerzbar", Hostel und co. sind mir einfach zu viel Selbstzweck. Hostel dient hier lediglich zum Vergleich des Gewaltgrades, Qualitativ, als Film, ist das hier ein völlig anderes Kaliber und hat auch inhaltlich nichts mit Hostel zu schaffen!
Ich möchte auch noch einmal die schauspielerische Leistung von Charlotte Gainsbourg und Willem Dafoe hervorheben, die waren beide einfach großartig!
Dieser Film ist ein wirklich heftiger und intensiver Ritt, der GANZ, GANZ sicher für viele nicht geeignet sein wird, ich bin jedoch froh, ihn getan zu haben. Am Ende sind diese Filme die einen wirklich herausfordern und aus der Komfortzone treiben dann doch meist die, die mich am Hobby am meisten begeistern.


Breakfast Club (1985)

Nach der Tour-de-Force des Antichrist musste ich dann aber vor dem Bett doch noch mit etwas leichterem "nachspülen" und habe einen weiteren von mir bislang verpassten Klassiker getan. Auch dieser Film hat seinen Status absolut nicht zu unrecht und hat mir einfach von vorne bis hinten einen unglaublichen Spaß bereitet. Auch wenn die Situation in meiner Jugend natürlich deutlich anders war als an einer amerikanischen High School damals, so finden sich doch genügend Anknüpfungspunkte um mich auf die ein oder andere Weise doch relativ tief zu berühren. Dazu kommt ein wirklich toller Achtziger-Soundtrack, der mir quasi durchgehend ein Lächeln in's Gesicht gezaubert hat.
So alles in allem einfach ein perfekter gute Laune Film, obwohl auch hier die Schlussfolgerungen am Ende wieder etwas deprimierend sind. Bittersüß, mit Sahne und Kirsche! Ich war sofort verliebt!


Dead Space - Downfall (2009)

Dieser Animationsfilm erzählt die Vorgeschichte zu Dead Space und erschien parallel zum Rail-Shooter-Spinoff "Dead Space: Extraction". Machen wir es kurz, das ist nur was für Fans des Spiels bzw. noch besser gesagt der Welt von Dead Space. Für alle anderen wird das vermutlich eher nichts sein, insgesamt ganz okay, aber eben auf dem Niveau einer alten Zeichentrickserie, nicht mehr. Nerd-Geschichtsstunde halt.


Dead Space - Aftermath (2011)

Wie bei Downfall ein Film für Fans der Welt, diesmal als Bindeglied zwischen Dead Space 1 und 2. Leider als Film noch einmal schwächer als Downfall. Zu Beginn dachte ich, ich will das gar nicht gucken, weil ein Teil der Szenen in gar nicht mal so tollem 3D inszeniert waren, zwar mit Cell Shading, aber nicht konsequent genug um zu einem akzeptablen Ergebnis zu kommen. Zum Glück waren die Rückblenden aus denen der Film besteht dann wieder 2D, aber das hat auch nichts mehr gerettet. Als Film einfach ziemlicher Müll und noch viel mehr Samstagsnachmittag-Zeichentrickserie als Downfall.


The Frighteners (1996)

Noch so eine Horror-Komödie... Hier kommt die Komödie noch sehr viel stärker raus, als beim Werewolf. Die FSK18 finde ich etwas hart, dazu kommt, dass die Computereffekte leider heutzutage nicht mehr so richtig gut aussehen. Ich hatte trotzdem Spaß, aber da war schon arg viel Kalauer drin und ich denke, ich will den Film mehr mögen als er es verdient hat. Ganz nett für einen kurzweiligen Abend, aber nichts mit Gehalt. Aber die Schauspieler haben es halt schon mit raus gerissen. (Michael J. Fox hat bei mir halt auf ewig einen Stein im Brett. :) )
Zuletzt geändert von Feamorn am 3. Jul 2018, 17:12, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Heretic » 3. Jul 2018, 16:16

Feamorn hat geschrieben:
3. Jul 2018, 14:23
Antichrist (2009)

So, nun zum sicher schwersten Film in dieser Liste. Man war das ein intensiver Brocken. Mein erster Film von Lars von Trier, die anderen Teile der "Depressions-Trilogie" stehen hier noch im Regal.
Da hast du dir wirklich einen harten Brocken als Einstieg ins Lars von Trier-Universum ausgesucht. Respekt. Und du hast mit "Melancholia" und "Nymphomaniac" noch zwei weitere, nicht minder intensive Meisterwerke vor dir. Falls es dich danach nach mehr von Trier-Kost gelüstet, empfehle ich "Breaking the Waves", "Dogville" und "Dancer in the Dark". Oder auch "Geister" - die etwas andere Krankenhausserie mit "Twin Peaks"-Einschlag.

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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Feamorn » 3. Jul 2018, 16:46

Heretic hat geschrieben:
3. Jul 2018, 16:16
Feamorn hat geschrieben:
3. Jul 2018, 14:23
Antichrist (2009)

So, nun zum sicher schwersten Film in dieser Liste. Man war das ein intensiver Brocken. Mein erster Film von Lars von Trier, die anderen Teile der "Depressions-Trilogie" stehen hier noch im Regal.
Da hast du dir wirklich einen harten Brocken als Einstieg ins Lars von Trier-Universum ausgesucht. Respekt. Und du hast mit "Melancholia" und "Nymphomaniac" noch zwei weitere, nicht minder intensive Meisterwerke vor dir. Falls es dich danach nach mehr von Trier-Kost gelüstet, empfehle ich "Breaking the Waves", "Dogville" und "Dancer in the Dark". Oder auch "Geister" - die etwas andere Krankenhausserie mit "Twin Peaks"-Einschlag.
Danke, die sind jetzt auf jeden Fall auf dem Radar. :)
Ich habe auch prinzipiell mit solchen Brocken kein Problem, ich gucke eigentlich grundsätzlich erst einmal alles und lasse mich in der Regel auch durch einen eventuellen ungünstigen Ersteindruck nicht völlig abschrecken. Ich kann auch gut eine ganze Weile an einem Film herum kauen und verdauen.
(Der einzige Film, den ich bisher absichtlich und ohne Wunsch der Vollendung nicht zu Ende geschaut habe war "Daniel der Zauberer" in der Sneak vor vielen, vielen Jahren...)

Ich lasse mich in Sachen Filmen meist halt "treiben", indem ich mir bei Amazon-Aktionen neben ein paar Sachen, die ich kenne oder ohnehin auf der Karte habe immer mal Sachen mit bestelle, die ich entweder gar nicht kenne oder eben nur "mal von gehört" habe. Deshalb ist zum einen der Berg so groß, zum anderen kommen so aber auch so tolle Sachen wie Persona in die Sammlung. (Da ich nicht nur den größten Games-Konsum im Freundeskreis habe sondern auch den größten Filmkonsum (und Musik...), bin ich da auf so Zufälle mehr oder minder angewiesen.)
Dass ich gezielt hingehe und bestimmte Filme/Themen/Reihen kaufe kommt aber auch immer öfter vor. ich habe gerade z.B. die Rache-Trilogie von Park Chan-wook gekauft, kenne bisher nur Old Boy, der fehlte aber noch in der Sammlung, da habe ich mich jetzt auch noch um Sympathy for Mr. Vengeance und Lady Vengeance gekümmert. Habe mit meinem "Ringu-Wochenende" jetzt doch wieder starkes gefallen an "Themenabenden" gefunden. :) Nur Schade, dass ich die in der Regel alleine verbringe und dann keinen zum Besprechen habe.

Irgendwann in den kommenden Wochen werde ich hoffentlich endlich mit der "Universal Monster Box" fertig, die ich nun seit letztem Winter schon mit einem Freund nach und nach schaue. (Haben bisher Dracula, Mummy, Frankenstein, Invisible Man, Bride und Wolf Man durch, die Box enthält noch das Phantom der Oper und Der Schrecken vom Amazonas, leider kommen wir nur recht selten zum gemeinsamen Gucken.)

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Re: Welche Filme, habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Feamorn » 3. Jul 2018, 16:54

Voigt hat geschrieben:
18. Jun 2018, 12:52
Gestern Blazing Saddles/Der Wilde Wilde Westen geschaut. Hat recht viel positives gehört und die paar Gifs die ich zu dem Film gesehen habe waren auch ganz nett.

Leider war der Film an sich nicht so gut, war gefühlt ein versuchtes Amerikanisches Monthy Phyton oder Schuh das Manituh, bloß bei weitem nicht so witzig. Gefühlt ihr über weite Strecken auch einfach nichts passiert, hätte mir von Gene Wilder auch mehr erhofft.
Da hab ich in meiner Aufzählung oben ganz vergessen, dass ich auch Blazing Saddles endlich geguckt habe!

Ich bin in der Bewertung so halb bei Voigt. Der große Wurf ist das auch aus heutiger Sicht ganz sicher nicht. Ich komme allerdings mit Mel Brooks Humor heute generell nicht mehr sooo gut zurecht. Das merke ich unter anderem immer dann, wenn ich wieder etwas von Spaceballs sehe, der wird für mich mit jedem Gucken schwächer, weshalb ich das heute lieber lasse um mir das Bisschen schöne Erinnerung aus der Jugend nicht zu verderben.

Insgesamt würde ich insbesondere zustimmen, dass Gene Wilder hier gefühlt kaum stattfindet, und das ist wirklich bedauerlich. Ich war am Ende dennoch relativ gut unterhalten aber für mehr als ein Lächeln hat es dann in der Regel doch nicht gereicht, und wenn man streng ist, ist das für eine Komödie halt doch zu wenig. Zumal mir das Thema Rassismus zwar dauernd in's Gesicht gehalten wird, bei mir aber irgendwie zu wenig der Kritik und Satire landet. Wie schon früher erwähnt frage ich mich, ob mir da nicht teilweise einfach der Wissens-/Sozialisationshintergrund fehlt, ich hatte nämlich durchaus ein, zwei Stellen bei denen ich mir recht sicher bin, dass das ein Gag war, den ich einfach nicht verstanden habe.

Achso, ich habe die OV geguckt, nur der Information halber, das kann ja gerade bei Komödien durchaus relevant sein.

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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Heretic » 3. Jul 2018, 17:00

Feamorn hat geschrieben:
3. Jul 2018, 16:46
Ich habe auch prinzipiell mit solchen Brocken kein Problem, ich gucke eigentlich grundsätzlich erst einmal alles und lasse mich in der Regel auch durch einen eventuellen ungünstigen Ersteindruck nicht völlig abschrecken. Ich kann auch gut eine ganze Weile an einem Film herum kauen und verdauen.
(Der einzige Film, den ich bisher absichtlich und ohne Wunsch der Vollendung nicht zu Ende geschaut habe war "Daniel der Zauberer" in der Sneak vor vielen, vielen Jahren...)
Ja, das halte ich ganz genauso (auch was "Daniel der Zauberer" betrifft :mrgreen:) Ich bin immer auf der Suche nach unkonventionellen Filmerlebnissen abseits des Mainstreams. Gibt mir einfach mehr als der drölfzigste Star Wars-Streifen oder Superhelden-Gedöns. Wobei gegen den einen oder anderen Blockbuster zwischendurch natürlich auch nichts einzuwenden ist. Spannender finde ich aber eher den abgefahrenen Scheiß. Egal, ob Arthouse oder Trash. :mrgreen:

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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Feamorn » 4. Jul 2018, 11:19

Heretic hat geschrieben:
3. Jul 2018, 17:00
Ja, das halte ich ganz genauso (auch was "Daniel der Zauberer" betrifft :mrgreen:) Ich bin immer auf der Suche nach unkonventionellen Filmerlebnissen abseits des Mainstreams. Gibt mir einfach mehr als der drölfzigste Star Wars-Streifen oder Superhelden-Gedöns. Wobei gegen den einen oder anderen Blockbuster zwischendurch natürlich auch nichts einzuwenden ist. Spannender finde ich aber eher den abgefahrenen Scheiß. Egal, ob Arthouse oder Trash. :mrgreen:
Ach, ich gucke so Sachen schon oft und teilweise auch gerne. Aber halt nicht nur.
Selbst meine MCU-BluRay-Sammlung ist mittlerweile fast komplett (was vor allem daran liegt, dass ich die meisten nicht im Kino gesehen habe) und die "Resident Evil"-"Mr. Anderson lichtet seine Frau in Leder ab"-Softporno-Reihe ebenfalls (die ist quasi mein Guilty Pleasure).


Da fällt mir auch auf, dass ich noch zwei Filme in der Liste vergessen hatte.


John Wick (2014)

Von der Existenz des Films habe ich tatsächlich erst vor ca. einem Jahr erfahren, als Teil 2 erschienen ist und John Wick plötzlich überall so lobend Erwähnung fand. Ich muss zugeben, dass der Film durchaus seinen Reiz hat und insbesondere die Actioninszenierung eine wahre Wohltat ist. Andererseits fand ich es etwas verstörend zu merken, dass mir dieser völlig fehlende Respekt vor dem Leben, der hier durch die Figuren demonstriert, zumindest an dem Abend als ich den Film geschaut habe, irgendwie echt nahe ging. Der Film hat es für mich geschafft mit seiner Action gleichzeitig begeisternd und abstoßend zu wirken. Die Inszenierung ist echt großartig, die Schauspieler, insbesondere Michael Nyqvist und Willem Dafoe, überzeugen und Keanu Reeves macht in den Actionszenen eine wirklich grandiose Figur!
Teil 2 wird wohl bald folgen.


Atomic Blonde (2017)

Den Film wollte ich eigentlich im Kino sehen, habe es aber leider nicht geschafft. Und ja, bei dem "leider" bleibe auch noch nachdem ich ihn gesehen habe und der starken Kritik teilweise sogar zustimme. Der Film ist eines der häufigen Beispiele einer vergebenen Möglichkeit, da war sooo viel mehr drin. Trotzdem hat er mir gut gefallen! Optik und Musik sind großartig, die Rekonstruktion von Berlin wirkt auf mich ebenfalls überzeugend. (Umso ärgerlicher, dass dann immer wieder mal richtige Schlampigkeiten vorkommen. Da macht man sich die Mühe und setzt darauf, verschiedene Sprachen vorkommen zu lassen, hat aber in den wenigen Deutschen Sequenzen manchmal einen echt hanebüchenen Satzbau, als ob man den englischen Text einfach durch den Google-Translator gejagt hätte. Warum?!)
Dass ich mit dem Film hinterher so zufrieden war lag aber insbesondere an der, in meinen Augen, wirklich gelungenen Prügelei im Treppenhaus am Ende. Da wird der Eindruck einer durchgehenden Aufnahme ohne Schnitte geweckt, zudem ist zwar eine Handkamera aber erfreulich ruhig geführt und man hat Zeit, die einzelnen Schläge visuell und mental zu erfassen und sieht (meist) auch noch die Auswirkung einer Aktion im Bild. (Zur (guten) Inszenierung von Kämpfen gibt es ein ganz spannendes Video vom Kanal "Every Frame A Paintin" (RIP...) über Jackie Chan (Jackie Chan - How to Do Action Comedy (YouTube, 9:04min), da musste ich etwas dran denken. Perfekt ist das auch hier nicht, aber nah dran, mir ist die gesamte Sequenz äußerst positiv aufgefallen!)
Die vergebenen Chancen von denen ich Sprach beziehen sich vor allem auf die Geschichte ansich und die Charaktere, die sind im Kontrast zum tollen Set-/Produktionsdesign dann doch leider recht mager und farblos.
Trotzdem eine in seiner audiovisuellen Ästhetik schöne Erfahrung, sofern man mit der Zeit was anfangen kann (Berlin kurz vor/zum Mauerfall).

Ingmar1981
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Ingmar1981 » 4. Jul 2018, 11:45

Atomic Blonde möchte ich auch noch gucken. Ich glaube, mit den beschriebenen Makeln kann ich "bei so einem Film" gut leben. Auf John Wick habe ich allerdings gerade auch mal wieder Lust bekommen. Ich bin noch nicht mal der riesige Action-Fan, aber die Inszenierung und Choreographie der Kämpfe haben mir in beiden John-Wick-Filmen super gefallen. Hier lohnt es sich übrigens auch die Making-ofs anzusehen. Sehr respekabel, mit wie viel Einsatz sich Keanu Reeves auf die Rolle vorbereitet hat. Übrigens empfinde ich den Charakter John Wick generell als eine Rolle, die Keanu Reeves sehr gut zu Gesicht steht. Seine begrenzten Schauspielkünste habe ich zu keinem Zeitpunkt als nachteilig empfunden. Werde mir 2019 auch den dritten Teil im Kino ansehen.

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bluttrinker13
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von bluttrinker13 » 4. Jul 2018, 15:15

Heretic hat geschrieben:
3. Jul 2018, 17:00
Feamorn hat geschrieben:
3. Jul 2018, 16:46
Ich habe auch prinzipiell mit solchen Brocken kein Problem, ich gucke eigentlich grundsätzlich erst einmal alles und lasse mich in der Regel auch durch einen eventuellen ungünstigen Ersteindruck nicht völlig abschrecken. Ich kann auch gut eine ganze Weile an einem Film herum kauen und verdauen.
(Der einzige Film, den ich bisher absichtlich und ohne Wunsch der Vollendung nicht zu Ende geschaut habe war "Daniel der Zauberer" in der Sneak vor vielen, vielen Jahren...)
Ja, das halte ich ganz genauso (auch was "Daniel der Zauberer" betrifft :mrgreen:) Ich bin immer auf der Suche nach unkonventionellen Filmerlebnissen abseits des Mainstreams. Gibt mir einfach mehr als der drölfzigste Star Wars-Streifen oder Superhelden-Gedöns. Wobei gegen den einen oder anderen Blockbuster zwischendurch natürlich auch nichts einzuwenden ist. Spannender finde ich aber eher den abgefahrenen Scheiß. Egal, ob Arthouse oder Trash. :mrgreen:
Dat liegt aber auch nur daran, dass ihr ihn nicht in der Schlefaz-Version mit Rütten und Kalkofe gesehen habt. ;)
Eine Sternstunde der Fernsehkultur! :D

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Heretic
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Heretic » 5. Jul 2018, 11:56

Das Märchen der Märchen

Drei skurrile Geschichten im Grenzbereich zwischen Märchen und fieser Fantasy mit Horror-Einschlag, ineinander verwoben erzählt und nicht gerade den klassischen Märchenmustern folgend, wie wir sie von den Gebrüdern Grimm kennen. Ende gut, alles gut? Nee, nicht so ganz, eher im Gegenteil. Wer einen zuckersüßen Märchenabend à la Disney erwartet, der ist im wahrsten Sinne des Wortes im falschen Film. Und die lieben Kleinen sollte man besser zeitig ins Bett schicken, dann spart man sich den Kinderpsychologen. Es geht zwar nicht allzu blutig zur Sache, verstörende Momente gibt's neben humorigen Einlagen aber trotzdem zur Genüge. Leider auch viel Leerlauf, da alle drei Geschichten äußerst zäh erzählt werden und einfach nicht auf den Punkt kommen wollen. Das können auch die durchaus opulenten Bilder nicht kaschieren. Schade eigentlich, denn genug Potential ist vorhanden. Wenn ich nur daran denke, was z. B. ein Terry Gilliam aus der Vorlage hätte machen können... hach ja. Aber egal. Für einen unkonventionellen Filmabend ist "Das Märchen der Märchen" trotz einiger Nervstellen allemal gut.

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Alienloeffel
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Alienloeffel » 5. Jul 2018, 13:28

bluttrinker13 hat geschrieben:
4. Jul 2018, 15:15
Heretic hat geschrieben:
3. Jul 2018, 17:00
Feamorn hat geschrieben:
3. Jul 2018, 16:46
Ich habe auch prinzipiell mit solchen Brocken kein Problem, ich gucke eigentlich grundsätzlich erst einmal alles und lasse mich in der Regel auch durch einen eventuellen ungünstigen Ersteindruck nicht völlig abschrecken. Ich kann auch gut eine ganze Weile an einem Film herum kauen und verdauen.
(Der einzige Film, den ich bisher absichtlich und ohne Wunsch der Vollendung nicht zu Ende geschaut habe war "Daniel der Zauberer" in der Sneak vor vielen, vielen Jahren...)
Ja, das halte ich ganz genauso (auch was "Daniel der Zauberer" betrifft :mrgreen:) Ich bin immer auf der Suche nach unkonventionellen Filmerlebnissen abseits des Mainstreams. Gibt mir einfach mehr als der drölfzigste Star Wars-Streifen oder Superhelden-Gedöns. Wobei gegen den einen oder anderen Blockbuster zwischendurch natürlich auch nichts einzuwenden ist. Spannender finde ich aber eher den abgefahrenen Scheiß. Egal, ob Arthouse oder Trash. :mrgreen:
Dat liegt aber auch nur daran, dass ihr ihn nicht in der Schlefaz-Version mit Rütten und Kalkofe gesehen habt. ;)
Eine Sternstunde der Fernsehkultur! :D
Das war trotzdem schlimm. Sehr schlimm. So ein Scheiß :D

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Varus
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Varus » 5. Jul 2018, 18:36

Vorgestern und Gestern

Batman Ninja
Ich sehe hin und wieder mal ganz gerne animierte Superhelden-Filme und das Setting klang derart durchgedreht, dass ich dem Ding mal ne Chance gab. Junge, Junge was ein Ritt.
Batman unterbricht Gorilla Grodd als dieser gerade Arkhams versammelten Superschurken seine Zeitmaschine vorführen will. Das Ding geht während des Kampfes los und verfrachtet so ziemlich jeden und seine Mutter in das feudale Japan der Sengoku-Ära. Die Bösen werden jeweils Lord einer Provinz und kämpfen um die Kontrolle der Zeitmaschine. Klingt komisch, ist aber so ;) . Das Ganze hat einen imo sehr ungewöhnlichen Artstyle den ich nicht so richtig mit irgendwas vergleichen kann. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist das auch eine vornehmlich japanische Produktion, unter anderem mit dem Charakter Designer von Afro Samurai. Mir gefällt der Stil jedenfalls sehr, aber ist glaube ich arge Geschmackssache. Was keine Geschmackssache ist, ist die Action. Super inszeniert und herrlich überdreht und überzeichnet. Das Finale topt in der Hinsicht nochmal alles und zu dem Zeitpunkt hab ich das ganze auch längst nicht mehr auf so etwas triviales wie Logik überprüft ^^. (Stichwort: Power Rangers). Hat mir jedenfalls großen Spaß gemacht. :mrgreen:

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Als etwas ernsteren Konterpunkt zu Batman hab ich mir dann gestern noch den angesehen. Frances McDormand spielt eine Mutter deren Tochter unter brutalen Umständen zu Tode kam. Die lokale Polizei bekommt den Täter aber nie zu fassen und es dreht sich um den Konflikt zwischen ihr und den „Kleinstadtbullen“. Super gespielte Charakter-Studie. Alle Beteiligten spielen meiner Meinung nach hervorragend. Die Dialoge wirken allesamt irgendwie sehr bedrückend aber werden auch mit einer gewissen Rotzigkeit vorgetragen, dass ich regelmäßig zwischen Lachen und Fassungslosigkeit (vielleicht das falsche Wort) gewechselt habe. Die Schauspieler und Inszenierung bringen jedenfalls das Kleinstadt-Flair super rüber. Ich denke das Thema des Films ist der unterschiedliche Umgang verschiedener Menschen mit Trauer und Zorn bzw. manchmal auch die Unfähigkeit damit rational umzugehen.
I´m Commander Shepard and this is my favorite singature on the Internet

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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von derFuchsi » 5. Jul 2018, 19:54

Heretic hat geschrieben:
5. Jul 2018, 11:56
Das Märchen der Märchen
Hab da letztes Jahr schon meinen Senf dazu abgegeben. Selten so einen Mist gesehen. Das mit der Opulenz stimmt allerdings, es sind schöne Szenen drin.
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Feamorn » 6. Jul 2018, 13:08

Ich habe gestern Abend endlich eine für mich durchaus nicht unwichtige Lücke geschlossen.

Lilo & Stitch (2002)

Was für ein schöner Film. Der Film war im Großen und Ganzen genau das, was ich mir erhofft hatte!
Das Finale ist für mich etwas abgefallen, dafür war der Rest des Films einfach nur wunderbar und ich habe auch erstaunlich oft laut gelacht!
Balsam für die Seele. :)

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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von goschi » 6. Jul 2018, 14:29

Stitch ist wohl eine der besten Figuren aller Disney-Filme.
Herrlich frech und ungewöhnlich, dazu ist der Film wunderschön in seinem Aquarell und die Geschichte ist auch sehr nett.
Der vermutlich unkonventionellste Disney-Film, aber auch einer meiner Lieblinge, kann man wirklich immer gucken.
Qui tacet, consentire videtur

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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Dr. Zoidberg [np] » 6. Jul 2018, 16:47

Funfact: Die beiden Regisseure von Lilo & Stitch haben auch beim ersten „Drachenzähmen leicht gemacht“ Regie geführt (beim zweiten war es nur noch einer von den beiden), und das merkt man dem Film sehr positiv an.

Toll bei Lilo & Stitch finde ich auch, dass die verhältnismäßig kurze Laufzeit nicht künstlich gestreckt wurde.

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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Feamorn » 9. Jul 2018, 11:52

Dr. Zoidberg [np] hat geschrieben:
6. Jul 2018, 16:47
Funfact: Die beiden Regisseure von Lilo & Stitch haben auch beim ersten „Drachenzähmen leicht gemacht“ Regie geführt (beim zweiten war es nur noch einer von den beiden), und das merkt man dem Film sehr positiv an.

Toll bei Lilo & Stitch finde ich auch, dass die verhältnismäßig kurze Laufzeit nicht künstlich gestreckt wurde.
Der Drachenzähmen fehlt mir auch noch, obwohl ich so viel Gutes gehört habe in der Zwischenzeit. Bin gespannt!

Und ja, die Laufzeit bei Lilo & Stitch ist ziemlich auf den Punkt.

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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Feamorn » 9. Jul 2018, 12:18

Das Wochenende über gab es:

Hotel Transylvanien

Ich muss zugeben, dass ich so viele Vorschusslorbeeren gehört hatte, dass ich durchaus ein Wenig enttäuscht bin, aber alles in allem hat der Film schon Spaß gemacht.
Die Geschichte war mir dann irgendwie doch etwas ZU offensichtlich und einfach, bzw. die Umsetzung zu gewöhnlich, keine Ahnung...
Wie gesagt, Spaß war trotzdem da.


Ju-On - The Grudge

Ich kaufe mir seit Jahren eigentlich nur noch BluRays, keine DVDs mehr. Ausnahmen habe ich aber beispielsweise vor ein paar Monaten für das amerikanische Remake gemacht und nun für das Original. Ich habe das Remake leider nicht mehr einhundertprozentig im Kopf, aber mir erschien das Original doch noch eine Ecke grimmiger (im Gegensatz etwa zu Ringu und seinem Ami-Remake), wenn auch etwas "konfuser"? Hat mir alles in allem jedoch noch eine ganze Spur besser gefallen so. Ich scheine tatsächlich eine nicht unbeträchtliche Schwäche für japanischen Horror zu haben. :)


Melancholia

Nun also Teil 2 der "Depressions"-Trilogie von Lars von Trier, nach Antichrist. Ich finde den Film gleichzeitig noch besser als auch schwächer als Antichrist. Es fiel mir sehr viel leichter, mich mit den Hauptfiguren zu identifizieren, insbesondere Justine und auch Claire konnte ich gut nachvollziehen. Gleichzeitig hatte ich mit vielen der übrigen Figuren große Probleme, da sie, für mein empfinden, derart stark überzeichnet waren, dass es zu einem Immersionsbruch führte. Den Bruch sollte man ja eigentlich von der unsinnigen Prämisse des Films erwarten (ein bisher unbekannter Planet nähert sich der Erde), bei mir war es die Dynamik der Figuren. Dabei gibt es diese und ähnliche Darstellungen gerade im Film öfter, ich sitze dann jedoch da und frage mich [Erörterung von Handlungsteilen der ersten Filmhälfte:]
SpoilerShow
"Wie kann es zu der Situation kommen?", "Warum heiraten die, wenn die sich doch offensichtlich gar nicht kennen?", das Brautpaar ist zwei Stunden zu spät und keiner ruft mal an, oder fährt mal nachgucken? Ich kann jedenfalls gut verstehen, wie Justine unter diesen äußeren Umständen dermaßen schnell und stark in die Depression abrutscht. Jeder Gast sieht in der Hochzeit SEINE Veranstaltung, der Schwager denkt an sein investiertes Geld, der Schwester ist alles peinlich, die Eltern fetzen sich nach der Scheidung, der Chef ist das größte Arschloch auf Erden, auch der Bräutigam spricht in seiner "Rede" nur davon, wie "gorgeous" Justine doch sei, sonst nichts. Eigentlich ein Wunder, dass es erst auf der Hochzeit knallt, wobei, vielleicht auch nicht.
Dadurch, dass ich solches Verhalten und Situationen aus meinem eigenen Familien- und Freundesumfeld so gar nicht kenne, habe ich da echte Probleme gehabt, mich hineinzuversetzen, da funktionierte die Prämisse in Antichrist besser, die kenne ich zwar auch nicht persönlich, empfinde das Verhalten der Figuren aber glaubwürdiger, nachvollziehbarer.
[Erörterung von Handlungsteilen der zweiten Filmhälfte:]
SpoilerShow
Nach der Hochzeit, als sich der Fokus auf die Familie der Schwester und Justine verengt, fällt mir das Einfühlen schlagartig leichter. Zum einen hat mich da die Schwester etwas überrascht, ich hatte nach der Hochzeitsnacht nicht erwartet, dass sie dermaßen viel Fürsorge aufbringen würde. Dass dann mit fortschreitender Sicherheit des Weltuntergangs die eigentlich nicht-funktionierende Justine diejenige ist, die am besten damit Umgeht wird für mich wunderbar entwickelt und dargestellt. Wenn man eh vom schlimmsten ausgeht, ist der tatsächliche Untergang dann auch keine allzu große Umstellung mehr...
Ansonsten, die Besetzung des Films ist natürlich der Wahnsinn. Kirsten Dunst, Charlotte Gainsbourg, Kiefer Sutherland, Alexander Skarsgård, Stellan Skarsgård, John Hurt, Udo Kier, das ist halt schon absolut erste Sahne an versammelter Schauspielkunst!
Auch die Bilder finde ich wieder ähnlich beeindruckend, wenn nicht beeindruckender, als in Antichrist. Insbesondere die Eingangsmontage ist einfach atemberaubend und weckt beim Zuschauer zugleich unzählige Frage: Was sehe ich da? Ist das das Ende der Geschichte? Ist das ein Traum? Eine Vision?
Also, wieder großes Kino, bestimmt auch ein recht harter Brocken, in meiner Wahrnehmung gegenüber Antichrist aber doch etwas leichtgewichtiger. Vielleicht auch nur, weil ich in meinem sonstigen Medienkonsum sowie ständig mit der Apokalypse konfrontiert bin, vielleicht weil ich dem unterliegenden Thema (Depression) selbst nicht ganz fremd bin, wer weiß.
Toller Film! Und Kirsten Dunst ist eine echt tolle Schauspielerin!



edit: Arg, versehentlich Absenden statt Vorschau geklickt. Daher nur kurz der letzte Film von gestern Abend:


Zodiac (Director's Cut)

Eine Aufbereitung des originalen Kriminalfalls aus den Sechzigern. Prinzipiell toll inszeniert von David Fincher. Leider wusste ich über die Hintergründe Bescheid, weshalb die Spannung bei mir nicht so richtig groß wurde. Trotzdem mag ich die Zeitperiode im Film echt gerne und hatte meine gute Unterhaltung, zudem ist Finchers tolles Auge ohnehin eine Betrachtung wert!

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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Heretic » 14. Jul 2018, 11:04

Halloween (2007)

Carpenters Slasher-Ikone in der Rob Zombie-Version. Dementsprechend kriegt Maskenträger Michael Myers eine White Trash-Kindheit verpasst, um zumindest ansatzweise eine Erklärung für sein mörderisches Treiben zu liefern. Funktioniert nicht wirklich gut, aber die schon fast parodistisch wirkende Assi-Familie hat einen gewissen Unterhaltungswert. Nach dem obligatorischen Zeitsprung bekommt man quasi den Originalfilm im Schnelldurchlauf kredenzt - mit mehr Sex und blutigen Morden, aber leider komplett ohne Spannung. Ich halte ja schon das Original für leicht überbewertet, einige großartige Szenen hat es aber allemal. Das Remake ist ein stumpfer Slasher von der Stange, der auch als ein weiterer "Freitag der 13."-Teil durchgehen würde, wenn man Michael eine Hockeymaske aufgesetzt hätte.

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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von IpsilonZ » 14. Jul 2018, 12:31

Jurassic World: Fallen Kingdom
Hm, also. Puh.
Die Dinosaurier sind cool. Damit wird man mich wohl immer kriegen können. Hier fand ich sie noch mal besonders cool, weil sie echt verdammt gut animiert sind und dadurch sehr lebendig wirkten.
Auch die Kameraarbeit war teilweise überraschend großartig. Auch wenn die Szene selbst mich nicht besonders berührt hat, war das Bild wie ein Brachiosaurus in Rauch und Feuer untergeht sehr beeindruckend. Und auch sonst hatte der Film immer wieder tolle Bilder zu bieten.

Aber:
sobald es weg ging von den Dinosauriern war der Film nervig und langatmig. Er hat irgendwie versucht Gesellschaftskritik einzubauen, war dabei aber so plump, dass ich noch danach Kopfschmerzen vom ganzen Augen rollen hatte. Ich konnte für so gut wie keinen der wichtigen Charaktere Sympathie entwickeln, weil diese viel zu uninteressant waren. Für ne Weile fand ich wenigstens noch das kleine Mädchen ganz charmant aber selbst sie wurde dann zum Ende hin nur zum herumschreienden Kind, das dumme Dinge tut und Dinge sagt, die Erwachsene genre hätten, dass Kinder sie sagen...
Und dann denke ich mal "oh, das ist aber ein nettes subtiles Detail, das sie dort eingebaut haben". Und in der nächsten Sekunde zeigen sie dieses "subtile Detail" noch mal sekundenlang in der Totalen, damit es auch ja jeder gesehen hat. "DA! VERSTEHT IHR??? ODER SOLLEN WIR NOCH NE RÜCKBLENDE ZUM ERSTEN TEIL EINBLENDEN????"

Ich war ab und zu gut unterhalten, aber größtenteils nur gelangweilt und genervt von dem Film. Und trotzdem hab ich nach der letzten Szene gedacht, dass ich schon Bock auf nen nächsten Teil habe.
Weil Dinos.

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Feamorn
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Re: Welche Filme habt ihr zuletzt geschaut?

Beitrag von Feamorn » 16. Jul 2018, 15:48

Mein Filmkonsum des Wochenendes:


Roujin Z (1991)

Ein Anime mit einem echt interessanten Grundthema, nämlich dem Umgang mit alten, pflegebedürftigen Menschen.
Man folgt der Medizinstudentin Haruko, die unter anderem auch einen alten Menschen pflegt. Ihr Schützling Herr Takazawa wird schließlich von einem neuen Regierungsprogramm als Versuchsperson auserkoren, eine Art vollautomatisches Roboterbett zu testen. Dabei wird Haru Takazawa selbst allerdings nicht gefragt und er im Zuge von Pressekonferenzen auch in weniger als vorteilhafter Art und Weise der Öffentlichkeit präsentiert. Haruko scheint zunächst als einzige Anstoß an der ganzen Sache zu nehmen, kann aber nichts unternehmen. Irgendwann versucht dann plötzlich jemand oder etwas über das Netz Kontakt mit ihr aufzunehmen...
Insgesamt hat mir der Film durchaus gut gefallen. Ich bin nun kein großer Anime-Veteran, kann daher wenige Vergleiche zu dem anstellen, was mich etwas stört. Denn im weiteren Verlauf verliert der Film immer mehr den Fokus auf seine grundlegende Thematik und wird im letzten Akt plötzlich zu einem Mecha-Kampffilm...


It Follows (2014)

Ich hatte etwas Sorge davor, den Film endlich zu sehen, da man so viele Vorschußlorbeeren zu hören bzw. lesen bekam. Aber der Film liefert größtenteils dann doch ab!
Ich packe alle weiteren Gedanken zur Handlung etc. vorsichtshalber in Spoiler-Tags.
SpoilerShow
Zunächst dachte ich noch "oh nein, nicht wieder das 'Wer Sex hat stirbt'-Trope", aber das ist am Ende ja tatsächlich nur ein Vehikel für die Übertragung. Regisseur und Autor David Robert Mitchell hat auch selber später noch festgehalten, das kam erst spät im Entstehungsprozess dazu, einfach weil er eine Möglichkeit der Übertragung benötigte. Zumal sich Jay zwar durch Sex erst in Gefahr bringt, aber eben dadurch auch wieder davon befreien kann. Wobei es dafür natürlich dann immer noch eine ganze Menge (möglichen) Subtext in dem Kontext gibt, den man diskutieren könnte...
(Mir persönlich geht diese merkwürdige konservative Sicht auf Sex in vielen Slasher-Filmen ziemlich auf den Senkel. Daher meine anfängliche Sorge.)
Die Stars sind für mich die Schauspieler, die mir durch die Bank wieder gut gefallen haben und für mich recht glaubwürdige Teenager waren sowie der absolut phantastische Synthie-Soundtrack. Dazu tolle Aufnahmen der trostlosen, halb verkommenen Vorstadt und des Stadtrandes von Detroit.
Toller Streifen!


Ex Machina (2014)

Ein weiterer Film mit Vorschußlorbeeren, leider sind die mir bei Ex Machina mehr in die Quere gekommen. Insgesamt ist das durchaus ein schöner Film mit interessanten Themen. Leider gelingt es Autor und Regisseur Alex Garland in meinen Augen nicht, die Themen dann auch wirklich gewinnbringend zu diskutieren. Hier kommt niemals echtes philosopisches oder emotionales Gewicht auf, wie das etwa die Blade Runner Filme oder andere Vertreter des Genres schaffen (siehe unten). Zu Garland sei noch gesagt, dass er auch die Skripte für "28 Days Later" und "Sunshine" geschrieben hat, dazu noch ein paar mehr, die ich aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesehen hatte.
Der Film folgt dem jungen Programmierer Caleb, der als Angestellter des Suchmaschinengiganzen "Blue Book" (offensichtliche Anspielungen auf Google und Facebook ziehen sich auch weiter durch den Film) eine Lotterie gewinnt, die ihm eine Woche im abgelegenen Privathaus des exzentrischen Firmengründers und Genies Nathan verspricht. Dort angekommen erfährt er, dass Nathan eine KI/Roboter entwickelt hat, Ava, die Caleb testen soll. Die Frage ist, ob Ava tatsächlich ein eigenes Bewusstsein hat oder nicht.
Der Film verspricht einige wirklich tolle Themen, lässt aber im Verlauf das meiste leider unbehandelt liegen.
Garland begeht hier in Ex Machina, meiner Meinung nach, einen ähnlichen Fehler wie in "Sunshine", nämlich dass der Fokus am Ende verschoben wird, weg von der ursprünglichen Frage und philosophie hin zu bekannten menschlischen Problemen, die leider alle nicht neu sind, und dem Film damit etwas seiner Kraft beraubt und eben Bedeutung nimmt. Allerdings fällt er nicht ganz so auf die Nase wie im Sunshine, was allerdings auch daran liegt, dass die Fallhöhe in Sunshine noch höher war. Sunshine war für mich bis zum letzten Akt grandios, Ex Machine "nur" sehr gut.
Hier wäre insgesamt noch sehr viel mehr drin gewesen, und das ist wirklich bedauerlich, fast schon ärgerlich. Gut unterhalten war ich dennoch.


Alles was wir geben mussten (Never let me go) (2010)

Meiner Nachrecherche zu Ex Machina folgend habe ich dann Abends noch genannten Film in den Player geworfen. Auch hier stammt das Skript von Alex Garland, allerdings nach einer Romanvorlage von Kazuo Ishiguro.
Zusammenfassung (leichte Spoiler für die erste halbe Stunde oder so):
SpoilerShow
Es geht um eine Gruppe Kinder die in einem Waisenhaus aufwachsen. Dem Zuschauer wird recht früh klar, dass es sich bei den Kindern um Klone handelt, die nur aufgezogen werden, um im Erwachsenenalter als Organspender zu dienen und im Schnitt ca. nach ihrer dritten Spende sterben, in der Regel noch bevor sie das dreißigste Lebensjahr erreichen. Die ethische Komponente wird im Film selbst fast gar nicht diskutiert sondern man verlässt sich auf die Gefühle, die das Publikum für die begleitete Hauptfigur Kathy und ihre Freunde Tommy und Ruth entwickelt.
Man hat der Film mich mitgenommen!
Ich kann überhaupt nicht verstehen, warum der Film seinerzeit so oft gemischte oder negative Kommentare von Kritikern kassiert hat. Ja, der Film ist zwischendurch arg langsam, aber die ethische Frage die hier behandelt wird, und die emotionale Wucht, die das ganze, zumindest für mich, entfaltet hat war wirklich nicht ohne!
Wer mit langsamen, leisen, stark zurückgenommenen Filmen klar kommt... ich kann den Streifen nur empfehlen!


Der Pate (The Godfather) (1972)

So. Nun ist es also geschlossen. Eines der größten und "peinlichsten" Löcher meines Filmwissens.
Was soll ich noch groß dazu sagen? Der Film hat seinen Ruf natürlich nicht umsonst. Tatsächlich war ich sogar erstaunt, wie gut das alles auch heute noch wirkt und funktioniert und wie (relativ) schnell die drei Stunden Film dann doch vorbei gingen!


Her (2013)

Da in Besprechungen zu "Ex Machina" auch "Her" einige Male angesprochen wurde, habe ich den nun auch endlich geschaut. Und was soll ich sagen: der Film entwickelt genau jenes fehlende Gewicht, dass ich bei "Ex Machina" moniert habe.
Erstaunlich finde ich, wie dystopisch die gezeigte Welt wirkt, obwohl Spike Jonze explizit beim Setdesign keine dystopischen Gefühle vermitteln wollte. Die Filmrealität ist dabei jedoch so glaubwürdig, naheliegend, "fast erreicht", dass einem als Informatiker und einfach Nutzer von neuen Technologien doch echt mulmig werden kann. Zumal ich die letzten Monate beobachtet habe, wie viele der Kollegen begeistert von Alexa und Co. berichtet haben. In der Welt von "Her" reden alle beständig, aber nie mit den Leuten um sie herum, immer mit ihrem Computer, Leuten am Sprachchat oder eben ihrer KI.
Die hier gestellten Situationen Fragen finde ich durchaus relevant, leicht vorstellbar/nachvollziehbar und insbesondere nicht automatisch negativ.
SpoilerShow
Auch das Ende ist nicht rein positiv oder negativ. Am Ende haben alle etwas über sich selbst gelernt, einen neuen Blick auf die Welt, obwohl die Menschen in keiner besseren Beziehungsposition sind als zuvor.
Man könnte fast schon sagen, dass die hier dargestellten KIs fast ein "positiver" Gegenentwurf zu den sonst üblichen dystopischen größenwahnsinnigen Intelligenzen ist.
Ich warte noch immer auf einen Film der noch mehr auf die Ethik der gesamten KI-Problematik eingeht. (Wenn wir Bewusstsein erschaffen können, wie gehen wir damit um? Was für Rechte hat eine KI? Etc. pp. Am nächsten waren bisher vermutlich ein paar der Kurzfilme aus Animatrix. Und natürlich gibt es bei der Sache auch Berührungspunkte zum Thema "Welche Rechte haben künstliche/geklonte Menschen? (auf eine Art und Weise ebenfalls künstliche Lebensformen)".)
Ein sehr toller, sehr gefühlvoller Film!


Source Code (2011)

Oh boy.
Nein, so bitte nicht. So sehr ich Duncan Jones für "Moon", einen meinen Lieblingsfilme der jüngeren Vergangenheit, auch schätze, das hier hat für mich nicht gut funktioniert. Dabei sind die zugrunde liegenden Gedanken durchaus interessant und bieten theoretisch eine spannende Leinwand. Das tatsächliche Skript und seine Umsetzung ersaufen für meinen Geschmack aber in einem viel zu gewöhnlichen Action-Film mit substanzlosem Science-Blah-Blah. Hier wird zu viel erklärt, zu viel gewollt und von den Machern zu wenig tatsächlich durchdacht.
Das ist Popcorn-Kino, ohne echte Gefahr zum Denken anzuregen oder gar unangenehm zu werden, aber eben auch ohne echten Nährwert. Zwar kein "schlechter Film" im klassischen Sinne, für mich war das alles in allem aber ziemlich enttäuschend.
Ich habe von Duncan Jones sonst nur den WarCraft-Film gesehen und wenn man sich nach seinen weiteren Werken umguckt, entsteht leider der Eindruck, dass "Moon" möglicherweise doch eine Eintagsfliege bleibt. Schade.

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