Vielleicht reden wir aneinander vorbei, mag sein - aber die Intention allein ist meiner Ansicht nach ebenso irrelevant.Heretic hat geschrieben: 4. Jun 2025, 16:08Es ist anders zu bewerten, weil er diese Witze nicht in dem Bestreben macht, Juden zu diskrimieren. Also hat es durchaus was mit der Intention zu tun, und nicht allein mit der Tatsache, dass er selbst Jude ist.Felidae hat geschrieben: 4. Jun 2025, 14:05 Was aber schlicht daran liegt, dass Mel Brooks über seine eigenen Leute Witze macht - deswegen ist das erstmal anders zu bewerten. Das hat nichts mit Intention zu tun.
Nehmen wir mal an, jemand will in bester Absicht eine Komödie drehen, in denen alle gleichmäßig verarscht werden. Dazu nimmt er sich als Figuren einen stets überkorrekten humorlosen Deutschen, einen geizigen Schotten, einen schießfreudigen leicht minderbemittelten Texaner, einen stets besoffenen Iren und einen habgierigen Juden. Er wird Dir mit größter Überzeugung sagen können, dass seine Intention doch ist, einen Film zu machen, der alle gleich durch den Kakao zieht, und das mag, wenn man die entsprechenden Anteile im fertigen Film betrachtet, mathematisch auch zutreffen - dennoch hat der Film dann ein gewaltiges Problem. Da nur eine der fünf Personen einer Gruppe angehört, die seit Jahrhunderten wegen dieses Klischees angefeindet, verfolgt, vertrieben und ermordet wurde. Da rechtfertigt die Intention in keinster Weise das Ergebnis.
Abgesehen davon - die ganzen Alltags-Ismen zeichnen sich ja grade dadurch aus, dass sie eben nicht intendiert sind, aber trotzdem weitergetragen werden.