Das vertauschte Kind

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Havermilch
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Re: Das vertauschte Kind

Beitrag von Havermilch »

Phrasenschwein hat geschrieben: 14. Nov 2025, 00:47
Havermilch hat geschrieben: 13. Nov 2025, 23:16 Das ist nicht als Trauma-Karte gedacht. [...]
Ich nenne es Trauma-Karte, weil man nie vorhersehen kann was für Trauma kommen und wie sie sich äußern. Es ist stochern im Nebel, wo jeder Traumageschichten bringen kann, die dann die eigene Seite unterstützen. Am Ende verdienen Kinder in erster Linie eins die Wahrheit und dazu gehört für mich, dass dieser Tausch ja in keinster Weise gewollt oder geplant war. Also wird das berichtigt. Und wie ich acuh schon sagte: man muss dabei nicht sämtliche Menschlichkeit auf der Strecke lassen. Man kann in Kontakt bleiben.
Ja, du überzeugst mich, das ist sicher kaum abschätzbar. Wie du sagst: Der Tausch ist in keinster Weise gewollt gewesen und doch ist er passiert und schafft auch Tatsachen. Natürlich ist es dennoch sinnvoll, einen vernünftigen Weg mit der Wahrheit zu finden, in beiden weiteren Wegen und das möglichst schonend den Kindern beizubringen. Wir sind hier in der Frage ja bei den vermutlich bewusst begrenzt gehaltenen 2 Jahren, aber viele Argumente sind ja nicht fest darauf gemünzt. Wenn man nochmal ein paar Jahre in die Zukunft ginge, würde ich nochmal größere Fragezeichen dran machen, ob es wirklich hilft, die Kinder aus ihrem Umfeld zu reißen und in für sie völlig fremde Familien zu stecken. Andersrum ist die Frage, wo ein sinnvoller Change-Point der Entscheidung wäre. Aber vermutlich kann das niemand verlässlich beantworten, da die Fälle hoffentlich selten genug sind, dass man auch kaum gescheite Statistik damit machen kann und in der Praxis nochmal genauer schauen würde, wie sieht es denn jetzt in der Realität beider Familien aus.
Morales17 hat geschrieben: 14. Nov 2025, 00:52 Das gibt die Frage ja leider nicht her.Ist ne typische JA -NEIN Frage, die gelebt natürlich völlig variabel ist. Der Grundsatz zählt. Eine weitere Frage wäre z.B, ob man für 1 Mio seine Stadt niemals verlassen würd. Also bis zum Lebensende im Luxus, aber halt in den Stadtgrenzen(wo auch immer) eingesperrt.
Aber ist es nicht im Kontext einer Foren-Diskussion auch interessant, abseits eines plakativen Ja/Nein noch Ränder und Zwischenräume auszuloten?

Die zweite verlässt aber finde ich sehr den Rahmen des Threads. Wäre das nicht eher etwas für einen neuen "A oder B?"-Thread mit regelmäßigen wechselnden Fragen oder so? :D
So oder so: Meine Antwort ist eindeutig: Nein! 1 Mio € (oder auch 1 Mrd €) wiegen doch nicht im Ansatz auf, massiv begrenzt eingesperrt zu sein.
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bonkic
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Re: Das vertauschte Kind

Beitrag von bonkic »

Morales17 hat geschrieben: 13. Nov 2025, 17:24Die Mutter eines zweijährigen Kindes wird darüber informiert, dass das Kind nicht von ihr ist. Es wurde nach Geburt im Krankenhaus vertauscht. Jedoch hat sie die Möglichkeit, dieses ohne großes Prozeder rückgängig zu machen. Man bietet ihr also das biologische Kind zum Tausch an. Macht sie es?

Alle Frauen die ich fragte, würden das Kind behalten.
Alle Männer die ich fragte, wollen das biologische Kind zurück.

Warum ist das so?
na ja, du stellst eine behauptung in den raum, von der du gar nicht weißt, ob sie stimmt und fragst dann, warum das so ist:
das geht so natürlich nicht. denn repräsentativ wird deine umfrage ja eher nicht sein. :D

ich (als mann) zum beispiel wäre wohl völlig überfordert und hätte schlicht gar keine antwort auf diese frage.
habla2k
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Re: Das vertauschte Kind

Beitrag von habla2k »

Es fehlen da auch einfach ne Menge Informationen.

Wissen die anderen Eltern auch Bescheid? Denn auch denen entreißt man ein Kind. Wollen die das überhaupt? Zwingt man die?
Offenbar sind die beteiligten Personen von ähnlicher Ethnie, sonst wäre das ja schon früher aufgefallen, dass etwas "nicht stimmt".
Und dann kommt es auch drauf an wie diese 2 Jahre verlaufen sind. Hatte man immer ein komisches Gefühl? Hat sich das kind irgendwie "fremd" verhalten? Das kann auch bei dem eigenen passieren, dürfte aber auf so eine Frage großen Einfluss haben. Denn, wenn ich 2 schöne Jahre hatte und das Gefühl habe das Kind passt super zu mir, ich fühle mich ihm verbunden usw. dürfte es was anderes sein, als wenn ich seit 2 Jahren vor dem Nervenzusammenbruch stehe. Auch hier, kann eben so mit dem leiblichen Kind sein, aber riskiert man eine gute Verbindung?

Rechtliche Fragen auch mal außen vor. Das ist ne nette Partyfrage, aber nichts für eine richtige Diskussion. Weil zu viel Informationen fehlen. Eher wie "Wer ist stärker, Superman oder Son-Goku?"

Und ohne die ganzen Fragen zu klären, kann ich da auch keine Antwort zu geben. Die Umstände sind viel entscheidender, als die Frage an sich.
Morales17
Beiträge: 468
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Re: Das vertauschte Kind

Beitrag von Morales17 »

bonkic hat geschrieben: 14. Nov 2025, 07:44
Morales17 hat geschrieben: 13. Nov 2025, 17:24Die Mutter eines zweijährigen Kindes wird darüber informiert, dass das Kind nicht von ihr ist. Es wurde nach Geburt im Krankenhaus vertauscht. Jedoch hat sie die Möglichkeit, dieses ohne großes Prozeder rückgängig zu machen. Man bietet ihr also das biologische Kind zum Tausch an. Macht sie es?

Alle Frauen die ich fragte, würden das Kind behalten.
Alle Männer die ich fragte, wollen das biologische Kind zurück.

Warum ist das so?
na ja, du stellst eine behauptung in den raum, von der du gar nicht weißt, ob sie stimmt und fragst dann, warum das so ist:
das geht so natürlich nicht. denn repräsentativ wird deine umfrage ja eher nicht sein. :D

ich (als mann) zum beispiel wäre wohl völlig überfordert und hätte schlicht gar keine antwort auf diese frage.
Ich habe natürlich jetzt keine Allensbach Umfrage gestartet, aber diese Frage durchaus oft bei geselligen Abenden gestellt. Sie war sogar mal in-field Teil meiner zahlreichen Flirt Taktiken, wobei ich hier meist fragende Blicke als Antwort erhielt.

Flirtiv war sie ein Desaster.
eXodus
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Re: Das vertauschte Kind

Beitrag von eXodus »

Lustig, dass im Thread noch kaum diskutier wurde, was denn für das KIND die beste Option ist :icon-rolleyes:
Morales17
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Re: Das vertauschte Kind

Beitrag von Morales17 »

eXodus hat geschrieben: 14. Nov 2025, 11:56 Lustig, dass im Thread noch kaum diskutier wurde, was denn für das KIND die beste Option ist :icon-rolleyes:
Wenn (wie oben erwähnt) Herr Kaufland der Vater wäre, sollte die Sache klar sein.

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass der Erhalt des Stammbaums gepflegt sein will.
habla2k
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Re: Das vertauschte Kind

Beitrag von habla2k »

eXodus hat geschrieben: 14. Nov 2025, 11:56 was denn für das KIND die beste Option ist
Dass es Eltern hat, die es lieben und sich gut darum kümmern, egal wo es herkommt.

PS: Vielleicht wäre das die bessere Frage: Lieber Eltern, die sich kümmern aber wenig Geld haben oder Eltern, denen man egal ist, die aber reich sind.
Morales17
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Re: Das vertauschte Kind

Beitrag von Morales17 »

Letzthin kann es ja so enden, dass man, ich übertrage jetzt mal zu Game of Thrones, Geoffrey groß zieht und den edlen John Snow verschmäht.

Gut - dort spielte noch der Faktor Inzest mit rein, das sollte man in der Fragestellung natürlich außen vor lassen.
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Heliantha
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Re: Das vertauschte Kind

Beitrag von Heliantha »

Mir gerade eingefallen - ich habe vor Jahren mal diese WDR Doku geschaut: https://www.youtube.com/watch?v=8A4R1ObQ0Pk

In den 50ern wurden zwei Babys vertauscht und erst nach dem Tod einer der Frauen über 40 Jahre später, macht sich ihre Schwester auf die Suche, vorher gab es zwar schon das Gefühl, dass ihre Schwester irgendwie gar nicht in die Familie "passt", aber ...

In dem Fall ist es leider auch noch so, dass eine der Familien nun wirklich nicht das war, was man einem (egal ob dem eigenen oder einem anderen) Kind wünschen würde.
Not my circus, not my monkeys.
Morales17
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Re: Das vertauschte Kind

Beitrag von Morales17 »

Ich stelle mir das garnicht so abwegig vor in Kulturkreisen, wo der Status als Frau nicht ganz so wohlgelitten ist.

Diese Art von Tausch wird bzw. wurde sicherlich oft genug bewusst durchgeführt.
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Jon Zen
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Re: Das vertauschte Kind

Beitrag von Jon Zen »

Die richtige Antwort ist hier eine Out-of-the-Box-Lösung. :P
Die vorgegebenen Möglichkeiten führen nämlich beide zu Konflikte.

Das realistische Szenario für Deutschland wäre eine Vertauschung (ob unabsichtlich oder absichtlich sei dahingestellt) im Kreissaal.
Beide Familien werden gute Chancen haben auf einen Schadensersatz.

Sollten sich beide Elternpaare gut verstehen, wäre die bestmögliche Lösung, wenn die beiden Familien nebeneinander ziehen (hierbei würde das Geld helfen) und die Kinder zusammen aufwachsen zu lassen.
Beide Elternpaare könnten dann das jeweils andere Kind regelmäßig sehen und für sie weiterhin sorgen.

Sollten sich die beiden Elternpaare nicht gut verstehen, wäre es schwieriger. Soweit ich weiß, würde das Recht besagen, dass die Kinder zurückgetauscht werden müssen.
Ich stelle mir auch das Szenario vor, wo der Vater z.B. denkt: "Wieso hat das Kind rote Haare?" Niemand aus unser beider Familien hat rote Haare. Aber der Briefträger hat rote Haare! :ugly:
https://steamcommunity.com/id/Jon-Zen/ | Unsere Biervorräte schwinden dahin, Sire!
strabo
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Re: Das vertauschte Kind

Beitrag von strabo »

Das klingt nach einer salomonischen Lösung :)
GoodLord
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Registriert: 11. Jan 2021, 17:10

Re: Das vertauschte Kind

Beitrag von GoodLord »

Blöde Frage: Ich hab an mein Leben in den ersten zwei Lebensjahren keinerlei Erinnerung mehr. Wäre das für Kinder in diesem Alter wirklich so schlimm, wenn sie abgegeben werden würden oder vergisst man da sein altes Leben noch schnell und baut schnell eine Beziehung zu den neuen Eltern auf?
Gibt's dazu irgendwelche belastbaren Erkenntnisse? Ich vermute ein Problem mit der Studienlagen (so sie denn existiert) ist, dass ein Kind normalerweise seine Familie verlassen muss, wenn's davor Probleme mit den Eltern gab und nicht, wenn es bisher eine "Glückliches" leben hatte.
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