Stalker 2

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Guthwulf
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Re: Stalker 2

Beitrag von Guthwulf »

Umso länger ich spiele desto weniger immersiv, monotoner und ärglicher wird Stalker 2, obwohl es bisher keine Bugs oder Performanceprobleme gab.

Was mache ich falsch oder was übersehe ich? Hab ich die ersten Teile so falsch in Erinnerung? Gibts Mods, die meine Probleme beheben?

Mein Hauptproblem ist das monotone Gameplay und die fehlende Immersion. Simples Run&Gun Shooter Gameplay das leidlich ok funktioniert (Trefferfeedback ist z.B. eher meh). Stealth ist komplett kaputt, die Gegner reagieren völlig unrealistisch (mit teilweise hellseherischen Fähigkeiten) und es gibt quasi keine Varianz in Herangehensweisen oder Taktiken (jenseits gelegentlicher "Gegner in ne Anomalie oder in andere Gegner locken" Momente). Da bieten selbst Farcry, Division, Cyberpunk, Fallout 4, Assassins Creed oder F2P Spiele wie Once Human mehr. Ohne die Anomalien und das Setting gäbe es gar gamplay technisch nix interessantes in Stalker 2. Wenn wenigstens Stealth ordentlich funktionieren würde. In Stalker fühle ich mich jedenfalls überhaupt nicht wie nen "Stalker". Das frustriert und reisst mich ständig aus der Immersion.

Hinzu kommt, wie oberflächlich mechanisch das Design der "Welt" (und des "Enviromental Storytellings" darin) bleibt. Abseits seltener generischer Ressourcen und des nächsten generischen Stalker Caches gibts fast nix zu entdecken erst Recht nicht abseits der offensichtlichen markierten POIs. Die Welt wirkt so ... generisch und leer, plus die offensichtliche Spawn Bubble. Das sollte bei nem Stalker Game doch gerade nicht so sein? Vielleicht habe ich komplett falsche Erinnerungen (oder verwechsel das mit Metro) oder vielleicht ist meine Erwartung bzgl. Open World durch Spiele wie "Kingdom Come Deliverance 2" oder "Where Winds Meet" aus dem letzten Jahr einfach viel zu hoch und unfair gegenüber dem kleinen Euro Jank "Stalker 2"? Immerhin die Soundkulisse ist sehr gut und die Survivalmechaniken helfen bei der Immersion, auch wenn die für mich als Survival Games Fan ebenfalls viel zu oberflächlich bleiben.

Abschließend: Grafik ist "zweckmäßig". Nicht schlecht, motiviert mich als Screenshotjunkie aber auch nicht zu ständigen Photopausen.

Bin ich im Moment sehr hin- und hergerissen. Setting sowie Soundkulisse sind cool und "Survival" Aspekte bringen (oberflächlichen) Flair ins Spiel, aber ansonsten ist es leider eher ... uhm... unterwältigend bisher. Vielleicht sollte ich doch erstmal Pause machen und es später nochmal probieren. Argh... ich wollte es so sehr mögen (u.a. weil die ersten Stalker Games damals so einen Eindruck hinterlassen haben und das Setting soooo gut ist). Bin frustriert...
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Guthwulf
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Re: Stalker 2

Beitrag von Guthwulf »

Mal ein paar allererste Mods installiert...

Achievements Enabler: https://www.nexusmods.com/stalker2heart ... /mods/1493
PRZ - PHOTOREALISTIC ZONE 2.0.6 - Cold Light: https://www.nexusmods.com/stalker2heart ... l/mods/265
Shaun's Stalker 2 ULTRA Quality Config: https://www.nexusmods.com/stalker2heart ... l/mods/259

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Lurtz
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Re: Stalker 2

Beitrag von Lurtz »

Keine Ahnung, ich bin jetzt nicht der allergrößte Stalker-Kenner. IMO suchst du da etwas, was auch die alten Spiele nicht boten, zumindest ungemoddet. Das waren schon immer kantige Eurojank-Shooter, bei denen mindestens halb so viel nicht funktioniert hat, wie was sie sich vorgenommen haben.
Aber eben auch mit intensiven, grounded Gefechten, bei denen man sich Gedanken um gut in Schuss gehaltene Ausrüstung, Waffentypen, Munition etc. gemacht hat. Fähigkeiten oder einen richtigen RPG-Unterbau wie deine ganzen Referenzen hatten die Spiele so ja nie.

Kann man 20 Jahre später natürlich doof finden, mir gibt es gerade genau das, was ich mir vorgestellt habe.
Zuletzt geändert von Lurtz am 19. Jan 2026, 08:48, insgesamt 1-mal geändert.
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IDEA
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Re: Stalker 2

Beitrag von IDEA »

Stalker Anomaly / Misery waere dann vllt was fuer Guthwulf.
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Guthwulf
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Re: Stalker 2

Beitrag von Guthwulf »

Lurtz hat geschrieben: 19. Jan 2026, 08:40IMO suchst du da etwas, was auch die alten Spiele nicht boten, zumindest ungemoddet.
Kann gut sein. Ich hätte nur gedacht, das es mehr für die Immersion bietet, wenigstens auf Metro Niveau. Vielleicht aber wirklich falsche Erwartungshaltung oder schlicht nix für mich. Ich mag das Setting trotzdem wahnsinnig gern und gebe noch nicht auf. Ich hab ja auch durchaus Spaß (und erinnere mich auch daran, in den Originalteilen Spaß gehabt zu haben). Vielleicht kann ich meine innere Erwartung also noch justieren oder mich wenigstens dran gewöhnen.
IDEA hat geschrieben: 19. Jan 2026, 08:47 Stalker Anomaly / Misery waere dann vllt was fuer Guthwulf.
Immer her mit Mod-/Overhaul-Empfehlungen für Stalker 2 in diese Richtung :D
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Nephtis
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Re: Stalker 2

Beitrag von Nephtis »

Hab seit Ewigkeiten mal wieder den Sonntag und Samstagmittag (Dann kamen soziale Verpflichtungen -.-) "durchgesuchtet" und bin jetzt bei Stalker 2 auf der PS5 bei rund 12h.

Ich hatte Teil 1 damals gezockt und es sehr gut in Erinnerung.

Teil 2 finde ich wahnsinnig gut bisher. Schon lange (Das letzte Mal müsste es Elden Ring 2022 gewesen sein) hat mich ein Spiel derart in seine Welt gezogen. Ich liebe dieses Setting... Eigentlich liebe ich alles daran. Das Storytelling der Umgebungen ist einfach nur gut!
Wenn ich die Welt mit einem Ubisoft Titel vergleiche dann sollte sich Ubisoft nur schämen. Genau SO macht man offene Welten. Für mich gibt es immer genug interessantes zu entdecken. Die Welt scheint auch riesig zu sein, vielleicht schon zu riesig aufgrund der eher schlechten Schnellreise Funktionen. Aktuell bin ich echt gefangen in dem Spiel. Ich freue mich jedes Mal wenn ich geilen Loot finde.

Die Frage ist halt ob das Gameplay noch nach 50h+ interessant bleibt. Ich habe aber auch keine Ahnung wie lange z.B. die Mainquest ist. Hab aber was gelesen das man locker 100h in der Zone verbringen kann mit den etlichen Nebenquests etc.
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Lurtz
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Re: Stalker 2

Beitrag von Lurtz »

Langsam bin ich am Punkt an dem einige Hauptmissionen echt bekloptt designt sind :ugly: Ich liebs trotzdem, es ist einfach einzigartig und berührt irgendwas in mir, das eine tiefe Faszination auslöst (Yugen? :D).

Es ist voller unnötig umständlicher Systeme ohne echten Payoff, die Spielerführung schwankt zwischen nicht vorhanden und völlig chaotisch, das Pacing zerfällt teils komplett (man kann es zwar über weite Strecken selbst gestalten, aber da es natürlich auch einen teils sehr dringlichen Plot erzählen will, treibt es einen wie viele Open World-Spiele natürlich irgendwann sehr an, das nicht mehr zu tun, während die Schwierigkeit dann ganz schön hochskaliert und die Währung aufgrund der Reparaturkosten alles limitiert), es ist glitchy und janky, die Leute reden oft komisch und zusammenhanglos, manche der Basen wirken eher halbfertig, was natürlich auch wieder zu dem ganzen YOLO-WildWest-Szenario passt.

Absolut wilder Mix, einfach nur herrlich. Und die Spielwelt ist sowohl in ihrem künstlerischen als auch Leveldesign einfach grandios. Im Grunde hat das Spiel immer wieder Umgebungsrätsel wie AC Valhalla das versucht hat, dass man zB durch Fenster eine Tür öffnen musste, aber es fühlt sich hier viel organischer an. Es hat richtig viele dungeonartige Bereiche, die ganz schön groß sein können, mit mehreren Zugängen, in denen man sich richtig verlieren kann und dann wie in einem RPG mit seiner Beute wieder abzieht. Dabei wollte man doch eigentlich nur eine Mission machen...

Ein kleines Wunder, dass wir das Spiel nach dem gescheiterten ersten Versuch Anfang der 2010er noch bekommen haben in dieser Form. Was Modder da in 5-10 Jahren mit werden angestellt haben, mag ich mir gar nicht auszumalen.
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Dee'N'bee
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Re: Stalker 2

Beitrag von Dee'N'bee »

Nephtis hat geschrieben: 26. Jan 2026, 09:00 Hab seit Ewigkeiten mal wieder den Sonntag und Samstagmittag (Dann kamen soziale Verpflichtungen -.-) "durchgesuchtet" und bin jetzt bei Stalker 2 auf der PS5 bei rund 12h.
Ich habe es nicht mehr installiert, weil ich es mit Controller nicht spielen kann. Die einzige Möglichkeit das Spiel zu ertragen wäre mit Maus und Tastatur, aber darauf hab ich nie Lust.

Ist mittlerweile ein Patch gekommen, der die Kamera Geschwindigkeit wenn man mit Controller spielt erhöht?
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Lurtz
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Re: Stalker 2

Beitrag von Lurtz »

Mit Gamepad würde ich das auch nicht spielen wollen. IMO ist das ein klassischen PC-Shooter, wie man ihn praktisch gar nicht mehr auf dem Markt findet. Selbst Strategiespiele kommen ja immer häufiger mit controllerfreundlichem Design.
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Nephtis
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Re: Stalker 2

Beitrag von Nephtis »

Ich habe das Auto Aim auf höchste Stufe gestellt. Damit komme ich tatsächlich sehr gut klar mit dem Controller. Dadurch schwindet in Kämpfen eine gewisse Herausforderung aber ich finde sowieso die Erkundung der ganzen Gebiete viel interessanter.

Was aber wirklich nervt (Wurde damals glaube ich auch von Andre kritisiert in der Viertelstunde): Das Ausdauersystem. Die Laufwege sind teils echt lange und wenn ich einen vollen Rucksack habe (Ich werde ja gezwungen ständig zu looten, ansonsten kann ich meine Ausrüstung nicht mehr reparieren) nervt das schon sehr hat das ständig die Ausdauer leer ist. So viele Energydrinks kann ich gar nicht saufen.
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Lurtz
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Re: Stalker 2

Beitrag von Lurtz »

Stehe jetzt vor Pripyat. Will eigentlich gar nicht, dass es endet. Erstaunlich wenig Ermüdungserscheinungen dafür, dass das Spiel keine der Systeme hat, mit denen andere modernen Spiele ihre Spielzeit so strecken. Levelbare Ausrüstung, Crafting, sowas...

Das Ding hat Probleme ohne Ende und kritisieren könnte man an jeder Ecke, aber die Kernerfahrung und das Kerngameplay ist absolut intakt und trägt es, wenn man keine Probleme hat schier endlos durch mehr oder weniger naturalistische Lost Places zu latschen. Und das ist mir persönlich mehr wert als eine komplett gepolishte Erfahrung, die keinerlei Faszination auslöst.

Es fühlt sich soo befriedigend in dem Spiel an neue Ausrüstung zu finden und sie zu tunen, da fällt mir wieder ein wie grauenhaft diese oberflächlicher RPGisierung für viele Spielereihen war, die jetzt mit irgendwelchen farbigen oder sonstwie levelbaren Massen an immer gleicher Ausrüstung jedes Gefühl von intrinsischer Progression zerstört haben.
Hier fühlt sich das absolut intakt an und am Ende im Exoskelett mit panzerbrechender Sniper rumzulaufen und mit dem hervorragenden Sounddesign und der super Mischung aus Anspruch und Pseudorealismus der Waffen Headshots zu verteilen ist einfach großartig.
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Lurtz
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Re: Stalker 2

Beitrag von Lurtz »

Bin jetzt durch, was für ein Endspurt, oder eher Marathon :shock:
Das Aufeinandertreffen der Fraktionen in Pripyat ist immer wieder ein Highlight, was für ein Nervenkitzel. Dann noch das Granite-Squad am Ende, wow... :ugly: Die Musik, die lange Zeit nur atmosphärisch begleitet, dreht am Ende auch richtig auf. Das Spiel hat einen irren Spannungsbogen, hätte nicht gedacht, dass es die Intensität halten kann bzw. streckenweise sogar noch erhöht. Das passiert nicht einfach so, darauf muss ein Entwickler hinarbeiten.

Wenn ich am Ende vor Erhabenheit eine Gänsehaut kriege, ganz ohne Bombast-Cutscenes und bedeutungsschwangere Inszenierung (bzw. hier eher trotz derer :lol:), einfach intrinsisch aus dem Spiel heraus, sowas bekommen nur ganz wenige Titel hin. Und das erinnert mich immer wieder daran, wieso Gaming trotz aller berechtigter Kritik und Nervigkeiten am Ende einfach mein allerliebstes Hobby ist. Da ist es auch völlig egal ob Stalker 2 eine Metacritic 95 oder 75 hat.

Hätte nicht gedacht, dass mir das darbende Shooter-Genre nochmal so ein Erlebnis servieren würde :clap: :clap: So toll Doom Eternal auch war, mir fällt kein anderer Shooter der letzten Jahre ein, in den ich mal eben an die 100 Stunden versenken könnte und der dann nicht schon längst in seine Einzelteile zerfallen wäre.

Die Enden sind wie üblich slawische Magengrubenschläge vom feinsten und die Credits mit der Ehrung all der Gefallenen einfach hart. Dieses Spiel wird für immer mit dem schrecklichen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine verbunden sein.

"Through pain, death, war, fear, and inhuman cruelty, Ukraine will persevere. As it always does."
Dedicated to all those who have defended and are defending Ukraine. To all those who made this day possible. Eternal memory to all those who were taken by this war.


Zum Schluss möchte ich noch zwei Forenbeiträge zitieren, die für mich gut ausdrücken, warum viele der Testurteile für mich am Kern dessen, was S.T.A.L.K.E.R. ausmacht, vorbei gehen und wieso das Spiel trotz aller berechtigter Probleme Stärken hat, die man heute praktisch nicht mehr auf dem Markt finden und die es für den entsprechenden Spielertyp absolut spielenswert machen:
So wird als eines der Probleme ausgemacht, dass das Spiel Erkundung nicht belohnen würde und der Loot am Ende nur eine Wurst wäre. WTF??? Welches Spiel haben die gespielt? Klar die Stashes sind jetzt nicht das belohnendste (wobei ich da auch schon schöne Waffen abgeräumt habe, aber die waren wahrscheinlich Preorder-Boni) aber was ist mit den Artefakten? Die Stalker-Reihe hat dadurch seit jeher den belohnendsten Loot den ich so kenne. Und wie man an diesen Loot kommt, ist dabei sogar noch besser. Da rennt man mit seinem Detektor rum und der fängt plötzlich an zu piepsen. Je nachdem wo man ist, sieht man entweder irgendeine total abgefahrene Umgebung oder fast noch spannender: manchmal nix ungewöhnliches.

Wieder ein Beispiel von gestern: Da steht man bei vollem Detektor-Ausschlag auf einer Wiese ohne Besonderheiten und sieht nix, was auf ein Artefakt hindeuten würde. Aber wenn man etwas sucht findet man in der Nähe ein Loch im Boden. Von oben sieht man nix. Also springt man ins Ungewisse und findet sich in einer Höhle voller Anomalien wieder. Und jetzt muss man einen Weg finden, um bis zum Artefakt zu kommen. Dabei gibt es einige Wege, wie man die Anomalien austricksen kann, wenn man sich schlau anstellt. Bei den schwebenden Glassplittern ist z.B. den Meisten bestimmt nicht bewusst, dass man da problemlos durchkommt, wenn man auf X drückt und damit langsam läuft.

Und wenn man dann sein Artefakt eingesammelt hat, muss man noch irgendwie aus dem Höhlensystem raus. Das sind richtig tolle Umgebungsrätsel mit echten Gefahren (da geht man gerne mal drauf) und der Freiheit die so zu lösen, wie man es halt am schlauesten hinbekommt. Das ist belohnende Erkundung pur und ich liebe diese Momente.

Noch dazu ist die Charakterentwicklung in Stalker 2 viel besser als in dem meisten modernen RPGs und das ganz ohne Level, Charakterwerte und freizuschaltende Fähigkeiten. Hier funktioniert die Entwicklung über die Ausrüstung. Um bei den Artefakten zu bleiben: Man findet immer bessere Detektoren, die das Auffinden der Artefakte leichter machen. Und die sind einfach nur super designed. Jeder ist auf seine Weise cool und die besseren fügen echt sinnvolle Informationen hinzu. Und dann sind da die Waffen. Mit welcher Liebe zum Detail die gestaltet sind, ist einfach nur fantastisch. Da gibt es eine Zwischensequenz recht zu Beginn des Spiels wo ein NPC eine Waffe komplett auseinander baut, dem Spielercharkter zuwirft und der baut die wieder komplett zusammen. Man sieht die Kugel in der Waffe wenn da noch eine drin ist usw. Dazu die Animationen beim nachladen. Zusätzlich gibt es Möglichkeiten, Visiere, Schalldämpfer, Granatwerfer etc. anzubauen. Und dann kann man das alles auch noch sinnvoll Upgraden (Rüstung ebenfalls). Das ist eins der absoluten Highlights des Spiels.

Ein großes Problem haben sie auch mit dem Tragelimit. Aber da haben die schlicht das Spiel nicht verstanden. Ja das Spiel gibt Dir ein Seil (nicht wirklich... Achtung krasse Metapher incoming) und man kann sich damit aus einer schwierigen Situation befreien, in eine dunkle Höhle hinabsteigen oder sich damit erhängen. Und die entscheiden sich für erhängen und beschweren sich dann darüber. Das Spiel nimmt mich als Spieler ernst und erlaubt es mir auch, Fehler zu machen und mir damit das Leben selbst schwer zu machen. Aber irgendwann checkt man, dass es nicht sinnvoll ist, Waffen von Gegnern (bis auf wenige Ausnahmen) mitzuschleppen. Man muss vor einem Ausflug in die Zone halt wirklich planen was man braucht und sich bewusst für und gegen Dinge entscheiden. Ich bin z.B. gerade länger unterwegs, ohne Zwischenhalt zu machen (Sumpf), und so langsam wird die Munition für die Schrotflinte knapp. Also muss ich kreativ werden und mir anders helfen.

Als letztes und mit am härtesten kritisieren sie die Open World des Spiels, die nur im ersten Gebiet gut wäre und dann viel zu groß wäre und nicht mehr interessant. Auch das kann ich null nachvollziehen und behaupte stattdessen, dass das die beste Open World seit Witcher 3 ist. Ja, das erste Gebiet ist recht dicht und der Rest hat dann längere Wege aber so muss das doch sein. Wie soll ich mich sonst in der Zone verlieren können und mich wirklich "dort" fühlen. Es werden immer die zugekleisterten Ubisoft Open Worlds kritisiert und dann ist aber Stalker 2 auch nicht recht. Ja was denn nun? Noch dazu gibt es überall interessante Orte zu entdecken, häufig mit besonderen Anomalien und Artefakten, interessanten Gebäuden, alten Schiffen, etc. Die Atmosphäre dieser Open World habe ich so noch nirgendwo anders erlebt.

Und dann führt auch das zu interessanten Situationen. Ich bin halt mal wirklich allein weit weg von allem (wie bei mir jetzt im Sumpf) und muss damit zurecht kommen, keine Sicherheit in der Nähe zu haben. Wenn dann eine Emission kommt, muss ich mir überlegen, ob ich nicht doch Teile meines wertvollen Loots wegschmeiße, um es noch rechtzeitig in Sicherheit zu schaffen. Wie soll das funktionieren, wenn der nächste Unterschlupf immer gleich um die Ecke ist?
GSC hat es echt geschafft, das Ur-Stalker zu nehmen, es in eine Open World zu packen, deutlich mehr Geschichte drum herum einzufügen und das, ohne irgendwas von den alten Stärken einzubüßen. Die einzige Ausnahme zu Beginn war A-Life 2.0 aber selbst das funktioniert jetzt für mich gut genug und wird sicher noch etwas besser werden. Welches andere Spiel kann das behaupten? Dieses Spiel ist ein Wunder in der heutigen Spielelandschaft.
Das sind bei mir alles keine nostalgisch verklärten Erinnerungen - und ich möchte auch eigentlich gar nicht, dass meine Kritik wie ein Meme à la "PC Master Race" klingt. Aber bezogen auf meine persönlichen Präferenzen, habe ich schnell bemerkt, dass ein Spiel wie "STALKER 2" mir viel mehr gibt, als dieser ganze neumodische Kram.

Alleine schon das Movement und die Art und Weise, wie sich die virtuelle Hülle steuert. Da, wo heutzutage fast jedes Spiel auf die Gameplaykrücken eines "3rd-Person-Deckungs-Shooter" setzt, erlebe ich hier endlich mal wieder dieses Gefühl, das PC-Gaming für mich mal ausgezeichnet hat. Packende Feuergefechte im offenen Terrain ohne künstliche Barrieren, die man in neumodischen Spielen alle paar Meter platziert, um die Shooter-Passagen im Kontext eines Gamepads, vom Movement zu entkoppeln.

An unsere Konsolen-Spieler:
Das ist überhaupt nicht böse oder abwertend gemeint, diese Designentscheidung der künstlichen Deckungsbarrieren @3rdPerson, die mit "Gears of War" und Co eingeführt wurden, waren bezogen auf ein Gamepad, sicher eine gute Innovation. Es beraubt einem Shooter aber umgekehrt auch so viele coole etablierte Mechaniken. Und für mich, der schon immer ein Faible für eine simulationslastigere virtuelle Hülle, z.B. in Taktik-Shootern wie "Insurgency - Sandstorm", "Flashpoint", "ArmA" und Co hatte, habe ich mich in "STALKER 2" einfach sofort wieder pudelwohl gefühlt.

Diese intensiven Feuergefechte, wenn man sich um Ecken lehnt, während man gleichzeitig nur wenige Treffer einstecken darf, fühlen sich für mich einfach deutlich packender und extrem immersiv an. Bei mir ging das sogar so weit, dass "STALKER 2" mich dahingehend inspiriert hat, wieder Ausschau nach Spielen zu halten, die auf dieses klassische Design setzen. Und ich bin dann durch "STALKER 2" wieder bei meinen Wurzeln und packenden Titeln wie "Six Days in Fallujah" oder "Ready or Not" gelandet. Spiele, die in puncto Feuergefechte jeden 3rd-Person-Deckungs-Shooter ungespitzt in den Boden rammen.

Vielleicht noch ein paar Zeilen zu den von dir zitierten "Lost Places" und der Progression. Auch wenn ich hier Stimmen vernommen habe, die mit der Welt aus "STALKER 2" nicht so viel anfangen konnten, sprichst du ein paar Punkte an, die exakt meinen Nerv treffen. Für mich war/ist das Erkunden der Zone auch hier wieder ein "Back to the Roots" im positiven Sinne. Eine Welt, in die ich eintauche, einfach nur der Atmosphäre, des Gameplays und des Momentums wegen. Es geht fast nie um Grind im neumodischen Sinne, die als Antrieb und Motivation herhalten müssen. Es fühlt sich daher viel befriedigender an, sein Equipment beim Durchstreifen der Zone langsam aber stetig zu verbessern. Beim Aufrüsten der Waffen hat man alternative Möglichkeiten, die man ein wenig auf seinen Spielstil anpassen kann. Neben den Händlern, bei denen man sein Geld in Equipment investieren kann, gibt es dann hier und da immer wieder mal ein neues Highlight durch eine besondere Waffe, Rüstung etc. Ansonsten lebt das Spiel halt für mich durch seine packende Atmosphäre und das immer tiefere Vordringen in die Zone. So wie das halt in "STALKER 1" auch schon war.
Ich bin hin und weg, an diese Erfahrung werde ich noch lange zurückdenken, genau wie an Shadow of Chernobyl, das für mich bis heute eine meiner prägendsten Spielerfahrungen überhaupt bleibt. Bravo GSC, bravo!
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Guthwulf
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Re: Stalker 2

Beitrag von Guthwulf »

Lurtz hat geschrieben: 13. Feb 2026, 21:13Ich bin hin und weg, an diese Erfahrung werde ich noch lange zurückdenken, genau wie an Shadow of Chernobyl, das für mich bis heute eine meiner prägendsten Spielerfahrungen überhaupt bleibt. Brave GSC, bravo!
:clap: Toll... freue mich für dich! Meine Perspektive ist zwar eine etwas andere und ich habs (aus Zeitgründen) auch erstmal beiseite legen müssen, aber ich mags auch (halt - noch - nicht so doll wie du). Schön, deine enthusiastischen Spieleberichte zu lesen! Beigeisterung ist immer ansteckend! :dance:
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Lurtz
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Re: Stalker 2

Beitrag von Lurtz »

Danke. Kann ich absolut nachvollziehen, wenn es nicht so zündet, ich habe ja auch vieles kritisiert. Ich bin nur gerade einfach ziemlich glücklich, dass es dieses Spiel in der Form überhaupt gibt und dass es mich mehr und mehr an Spielerfahrungen aus der guten alten PC-Spiele-Zeit erinnert hat, die ich so schon lange nicht mehr hatte.
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Guthwulf
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Re: Stalker 2

Beitrag von Guthwulf »

Lurtz hat geschrieben: 13. Feb 2026, 21:45Danke. Kann ich absolut nachvollziehen, wenn es nicht so zündet, ich habe ja auch vieles kritisiert. Ich bin nur gerade einfach ziemlich glücklich...
Positives oder Begeisterung darf ruhig (öfter) im Forum geteilt werden. Lese ich persönlich zumindest lieber und freut mich mehr, selbst wenn ich ne andere Perspektive auf das besprochene Spiel habe. Wenn ich das versuche, gibts meist nur Schelte, aber mein Spielegeschmack ist vermutlich einfach anders, als die Mehrheit hier im Forum. Es muss aber nicht immer nur Kritisieren, Nörgeln oder Schwarzmalen sein. :whistle: Und Stalker 2 hat bei mir durchaus auch funktioniert. Kamen nur andere Sachen dazwischen und mit der Technik lief es auch nicht rund genug (dann doch zu viele Abstürze). Aber ich werde garantiert auch mal wieder zurückkommen. Atmosphärisch finde ich das Spiel und Setting auch toll.
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Re: Stalker 2

Beitrag von Lurtz »

Das stimmt, auch wenn immer wieder von schädlichen Hypes gesprochen wird, man sieht mittlerweile doch sehr häufig, wie durch die Communitys dann eher die "Hate-Circlejerks" gehen. Ist natürlich auch die viel leichter einzunehmende Außenperspektive, ich selbst kann nicht annähernd alles spielen und wenn mir dann jemand sagt, dass da mal wieder was total schlechtes und liebloses (von faulen Entwicklern!) rausgekommen ist, ist das doch sehr bequem es einfach mit schlecht zu finden :)
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Skyryd
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Re: Stalker 2

Beitrag von Skyryd »

Naja...also Stalker 2 war zu Release für uns (Kumpel und mich) schon echt unspielbar aufgrund der Bugs und offensichtlicher Spielfehler
Zum Beispiel:
  • Plötzlich spawnende Gegner in nem gefühlten 2m Radius
  • Händler-Inventare haben bei uns oft einfach nicht "funktioniert" = wir konnten nichts kaufen/verkaufen
  • KI, die das Wort eigentlich nicht verdient hat, denn egal wie getarnt und im Schatten wir waren...die haben uns aus 30 Metern direkt angegriffen...
Gut möglich, dass da jetzt viel per Patches ausgebessert wurde, aber wenn sie solch eine (potenzielle) Spielerfahrung als Release verkaufen, dann müssen sie sich auch harte Kritik gefallen lassen.

Die Atmo fanden wir übrigens auch ziemlich geil. Der Rest hat es uns dann einfach vermiest.
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Lurtz
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Re: Stalker 2

Beitrag von Lurtz »

Es geht mir nicht um die Probleme durch Bugs, die zweifelsohne vorhanden waren, sondern die grundlegende Wertung des Designs der Systeme und der Welt.
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Skyryd
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Re: Stalker 2

Beitrag von Skyryd »

Hab dich schon richtig verstanden. Und ich finde auch super, dass du in dem Game so ne tolle Erfahrung hast.
Für uns wurde die Welt und die Immersion einfach kaputt gemacht durch die Bugs etc.
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bluttrinker13
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Re: Stalker 2

Beitrag von bluttrinker13 »

Puh, die Abstürze sind schon doll, und kommen bei mir leider regelmäßig.

Absturz = ich lande sofort auf dem Desktop, Stalker ist zu und ein Fehlermeldungsfenster ist auf. Geht sehr schnell alles.

Hat jemand Tipps gehört, wie man dem begegnen könnte? Ich habe ein wenig meine relativ schwache Hardware im Verdacht, und gelesen dass von DLSS auf TSR umstellen vielleicht was bringt, muss ich probieren. :think:
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