Das Versagen des Spielejournalismus an einem konkreten historischen Beispiel aufarbeiten

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tanair
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Re: Das Versagen des Spielejournalismus an einem konkreten historischen Beispiel aufarbeiten

Beitrag von tanair »

Aber noch zu sagen: es gibt durchaus Kritik gegen MTX in Spielen, gerade gegen Lootboxen. Da gibt es zahlreiche Beiträge, dass das Glücksspiel sei. Das ging sogar soweit, dass in einigen Ländern sind diese Lootboxen sogar verboten wurde.
Auch bei Single Player Spielen wie Assassin’s Creed werden MTX kritisiert und zumindest als negativer Punkt aufgenommen.

Ich erinnere mich kaum an journalistische Beiträge wo irgendwie gesagt wird das Spiel hat tolle MTX, oder MTX ist so bereichernd.
Bei Marathon gab es zuletzt auch die Kritik, dass das günstige Paket irgendwie 1200 Credits bringt und man aber erst für 1250 Credits was kaufen kann. Das gab schon einen Gegenwehr von der Community und Bungie hat den Preis reduziert (ich bin mir mit der Anzahl der Credits aber nicht sicher).

Daher würde ich auch Unterscheiden: bei Single Player Spielen und gerade Indie Spielen wie z.B. Hades 2 sind MTX unnütz. Aber bei Online Service Games sorgen sie dafür dass die Server laufen und das neuer Inhalt (auch neue Maps, neuer Content) gebaut werden. Ohne MTX würden diese Spiele nicht laufen.
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Steppi
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Re: Das Versagen des Spielejournalismus an einem konkreten historischen Beispiel aufarbeiten

Beitrag von Steppi »

Ich weiss nicht ob es zum lachen oder zum weinen ist, aber der Thread entwickelt sich in eine Richtung die immer absurder für mich klingt. Die Gänse freuen sich auf Weihnachten.
Natürlich sind Mikrotransaktionen unanständig, insbesondere wenn Kinder betroffen sind oder Menschen die leicht zu manipulieren sind, oder wenn es um Vollpreisspiele geht. Und hier kommen Leute und finden das auch noch geil. Nur weil etwas als mittlerweile "normal" angesehen wird, heisst nicht, dass es gut und richtig ist. Und das sagen auch alle sogenannten "Spielejpurnalisten", wenn nicht öffentlich, dann aber privat, oder sie lachen Leute aus die Mikrotransaktionen kaufen, oder noch schlimmer Lootboxen. Ich persönlich sehe schon DLCs kritish, aber wenn dort genug Content vorhanden ist und nicht das Grundspiel von vornerein beschneidet ist es gerechtfertigt. Gut, wer so doof ist und sich für hunderte oder gar tausende Euro Mikrotransaktionen kauft, der wird wahrscheinlich auch denken, dass er die Spielebranche rettet. Im Gegenteil. Falls einige das noch nicht mitbekommen haben, geht es nicht mehr darum gute Spiele zu entwickeln, es werden Spiele sogar absichtlich verschlechtert, damit man dann damit Geld verdient, die Spiele wieder spielbar zu machen. Das ist etwas zugespitzt, aber dahin geht die Reise, bzw. wir sind schon da, auch wenn es noch Ausnahmen gibt. Aber hauptsächlich werden Spiele auf Profit maximiert mit unanständigen Methoden teilweise, die anderen kleineren Entwicklern massiv schadet und viele gute Spieleideen verwirft. Aber wenn jemand eh nur ein Service Game spielt, dann bekommt er ja davon eh nichts mit und kann sich weiter selber einreden wie geil es ist den neuesten Skin zu kaufen oder goldene Räder etc...
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Guthwulf
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Re: Das Versagen des Spielejournalismus an einem konkreten historischen Beispiel aufarbeiten

Beitrag von Guthwulf »

Steppi hat geschrieben: 16. Mär 2026, 18:05Natürlich sind Mikrotransaktionen unanständig, insbesondere wenn Kinder betroffen sind oder Menschen die leicht zu manipulieren sind
Oh je... wo soll man da anfangen? Glücksspielmechaniken in Spielen sind unanständig, richtig. Ne Mikrotransaktion ist aber erstmal nur ein "Produkt" (wie jedes andere) wo für einen "Preis" ein bestimmter "Gegenwert" angeboten wird, wie es auch das normale Vollpreisspiel oder der traditionelle DLC tut. Anders als beim Vollpreisspiel kann man das F2P Spiel mit Mikrotransaktionen aber kostenlos (an)spielen und die Mehrheit zahlt auch nie etwas (typische Conversion Rate ist in meiner Erinnerung <10%, wobei über 50% der Einnamen von <1% der Spieler kommt). Ist es vielleicht nicht auch "unanständig" und "manipulativ" einen Eintrittspreis (ohne Demo o.ä.) zu fordern, mit hübschen Trailern / Screenshots / Versprechen zu locken (die vielleicht gar nicht eingelöst werden) und ärmere Spieler, die sich den Eintrittspreis nicht leisten können, kategorisch vom Zugang auszuschließen?
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Voigt
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Re: Das Versagen des Spielejournalismus an einem konkreten historischen Beispiel aufarbeiten

Beitrag von Voigt »

Mal ne Frage, Slay the Spire 1 ist gerade im Sale für 5,74€. Ist das Spiel damit eine MTX? Ja es gibt hier keine Konvertierung von Geld in eine andere Währung, aber das muss ja nicht zwingend vorherrschen.
Ist der Kauf des Produkts Slay the Spire 1 jetzt verachtenswert? Von Slay the Spire gibt es keine physische Version (abseits des Brettspiels) man kauft also auch hier rein digitalen Kram, der gegebenfalls vom Entwicklers mittels Patches geändert wird.

Anderes Beispiels, Crusader Kings 2 ist nach vielen Jahren kostenlos geworden, aber es gibt weiterhin die DLCs zu kaufen. Ist CK2 The Old Gods zu kaufen verachtenswert, weil es eine MTX in einem F2P Spiel ist?
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Heretic
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Re: Das Versagen des Spielejournalismus an einem konkreten historischen Beispiel aufarbeiten

Beitrag von Heretic »

Waren nicht schon die Automaten in den Arcadehallen eine frühe Form der Mikrotransaktion? Werfe eine Mark ein und bekomme dafür X Minuten Spielzeit. Da konnte man auch als Wal Unmengen an Kleingeld versenken. :D
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Steppi
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Re: Das Versagen des Spielejournalismus an einem konkreten historischen Beispiel aufarbeiten

Beitrag von Steppi »

Guthwulf hat geschrieben: 16. Mär 2026, 18:27
Steppi hat geschrieben: 16. Mär 2026, 18:05Natürlich sind Mikrotransaktionen unanständig, insbesondere wenn Kinder betroffen sind oder Menschen die leicht zu manipulieren sind
Oh je... wo soll man da anfangen? Glücksspielmechaniken in Spielen sind unanständig, richtig. Ne Mikrotransaktion ist aber erstmal nur ein "Produkt" (wie jedes andere) wo für einen "Preis" ein bestimmter "Gegenwert" angeboten wird, wie es auch das normale Vollpreisspiel oder der traditionelle DLC tut. Anders als beim Vollpreisspiel kann man das F2P Spiel mit Mikrotransaktionen aber kostenlos (an)spielen und die Mehrheit zahlt auch nie etwas (typische Conversion Rate ist in meiner Erinnerung <10%, wobei über 50% der Einnamen von <1% der Spieler kommt). Ist es vielleicht nicht auch "unanständig" und "manipulativ" einen Eintrittspreis (ohne Demo o.ä.) zu fordern, mit hübschen Trailern / Screenshots / Versprechen zu locken (die vielleicht gar nicht eingelöst werden) und ärmere Spieler, die sich den Eintrittspreis nicht leisten können, kategorisch vom Zugang auszuschließen?
Voigt hat geschrieben: 16. Mär 2026, 18:37 Mal ne Frage, Slay the Spire 1 ist gerade im Sale für 5,74€. Ist das Spiel damit eine MTX? Ja es gibt hier keine Konvertierung von Geld in eine andere Währung, aber das muss ja nicht zwingend vorherrschen.
Ist der Kauf des Produkts Slay the Spire 1 jetzt verachtenswert? Von Slay the Spire gibt es keine physische Version (abseits des Brettspiels) man kauft also auch hier rein digitalen Kram, der gegebenfalls vom Entwicklers mittels Patches geändert wird.

Anderes Beispiels, Crusader Kings 2 ist nach vielen Jahren kostenlos geworden, aber es gibt weiterhin die DLCs zu kaufen. Ist CK2 The Old Gods zu kaufen verachtenswert, weil es eine MTX in einem F2P Spiel ist?
Ja ich merk schon, bei zuviel MXT (Mikrotransaktionen) ist es nicht leicht aus diesem Irrgarten wieder herauszufinden, man muss da ganz schön komplizierte Formeln lösen, und Dilemmata umschiffen, es ist ja auch mit Absicht kompliziert. :ugly: :mrgreen:
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Steppi
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Re: Das Versagen des Spielejournalismus an einem konkreten historischen Beispiel aufarbeiten

Beitrag von Steppi »

Heretic hat geschrieben: 16. Mär 2026, 19:19 Waren nicht schon die Automaten in den Arcadehallen eine frühe Form der Mikrotransaktion? Werfe eine Mark ein und bekomme dafür X Minuten Spielzeit. Da konnte man auch als Wal Unmengen an Kleingeld versenken. :D
:lol:

Ich weiss nicht mehr genau wann, aber ich glaube, so zu der Zeit als sich F2P Spiele gerade etablliert hatten oder kurz zuvor mal was gelesen zu haben, (wo bei manchen Spieleherstellern wahrscheinlich grad in der Chefetage das Koks alle war oder grad Nachschub kam, je nach de..) dass es ja total cool und realsitisch wäre, die Munition in Shootern mit echtem Geld zu bezahlen. Vielleicht auch das Nachtanken bei Rennspielen, fällt mir da ein, oder überhaupt Kilometergeld. Oder halt gleich nach Spielzeit, aber sowas gibt es ja glaube ich bei Gefore Now schon. Naja, wenn viele Studios und Entwickler erstmal von Investmentbrokern gekauft werden, dann mache ich mir keine Sorgen, die haben bestimmt schon sehr gute Ideen.
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Re: Das Versagen des Spielejournalismus an einem konkreten historischen Beispiel aufarbeiten

Beitrag von Elb356 »

Andre Peschke hat geschrieben: 16. Mär 2026, 17:47
Elb356 hat geschrieben: 16. Mär 2026, 17:34 Wenn du den Threadverlauf verfolgst, bin ich die ganze Zeit sachlich gebelieben und habe nur persönlich auf die persönlichen Vorwürfe reagiert.
Ich habe den Threadverlauf verfolgt und es ist einer guten Diskussion nicht zuträglich, wenn man direkt einen "plakativen Titel" wählt und auch sonst in der Ansprache bereits die Temperatur hochdreht. Das rechtfertigt nicht, wenn das Echo dann seinerseits überschießend ist. Aber du trägst durch deinen Tonfall und deine Bereitschaft auf Argumente einzugehen auch zur Gesprächsatmosphäre bei.
Ich habe meine Meinung und Ansichten sachlich vertreten, ohne jemanden hier anzugreifen, schon gar nicht auf einer persönlichen Ebene. Darauf hin wurde ich persönlich angegriffen und es wurden mir Dinge unterstellt. Aber wenn das hier nicht gewünscht ist und bestimmte Meinungen nicht zulässig sind, dann ist das wohl so.

Edit: ich bin durchaus offen für Selbstkritik. Man kann mir sagen wo ich mich im Ton vergriffen habe und ich entschuldige mich bei dem jenigen, wenn das der Fall gewesen sein sollte.
Zuletzt geändert von Elb356 am 17. Mär 2026, 14:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Andre Peschke
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Re: Das Versagen des Spielejournalismus an einem konkreten historischen Beispiel aufarbeiten

Beitrag von Andre Peschke »

Elb356 hat geschrieben: 17. Mär 2026, 14:28 Ich habe meine Meinung und Ansichten sachlich vertreten
Sorry, aber das ist falsch. Du hast deine Ansichten nicht sachlich vertreten. Das habe ich dir von Anfang an auch versucht zu kommunizieren. Du sprichst direkt von einem "Versagen des Spielejournalismus", du schreibst Dinge wie "Microtransaktionen halte ich für ein Krebsgeschwür, welches das Medium korrumpiert. Zumindest erwarte ich von jedem, der Videospiele als Kunstform oder als andersweitig kulturell wertvoll betrachtet, eine kategorische Ablehnung von MTX. ". Das ist nicht sachlich. Ich bin selbst kein Fan von MTX und habe Free2Play auch schon als "Seuche" bezeichnet. Aber man muss sich bitte ehrlich machen: das ist halt Polemik. Und damit setzt du einen Ton, der einer tatsächlich sachlichen Debatte im Wege steht. Dann schallt es aus dem Wald eben zurück.
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Re: Das Versagen des Spielejournalismus an einem konkreten historischen Beispiel aufarbeiten

Beitrag von Elb356 »

Andre Peschke hat geschrieben: 17. Mär 2026, 15:07
Elb356 hat geschrieben: 17. Mär 2026, 14:28 Ich habe meine Meinung und Ansichten sachlich vertreten
Sorry, aber das ist falsch. Du hast deine Ansichten nicht sachlich vertreten. Das habe ich dir von Anfang an auch versucht zu kommunizieren. Du sprichst direkt von einem "Versagen des Spielejournalismus", du schreibst Dinge wie "Microtransaktionen halte ich für ein Krebsgeschwür, welches das Medium korrumpiert. Zumindest erwarte ich von jedem, der Videospiele als Kunstform oder als andersweitig kulturell wertvoll betrachtet, eine kategorische Ablehnung von MTX. ". Das ist nicht sachlich. Ich bin selbst kein Fan von MTX und habe Free2Play auch schon als "Seuche" bezeichnet. Aber man muss sich bitte ehrlich machen: das ist halt Polemik. Und damit setzt du einen Ton, der einer tatsächlich sachlichen Debatte im Wege steht. Dann schallt es aus dem Wald eben zurück.
Ja, das ist meine Meinung und die habe ich versucht sachlich zu begründen. Da stehe ich auch zu 100% dahinter. Persönlich angegriffen habe ich hier niemanden (erst als ich persönlich angegriffen wurde, habe ich dementsprechend geantwortet)
Dies als Rechtfertigung für persönliche Anfeindungen und Unterstellungen gegen mich zu nehmen, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.
Es ist dein Forum und deine Regeln, das akzeptiere ich. Aber ein respektvoller Umgang miteinander ist mir schon wichtig. Wie bereits geschrieben bin ich offen für Selbstkritik und ein freundlicherer Ton, den ich sicherlich nicht immer perfekt treffe, macht bei so einem hitzigen Thema viel aus. Das sehe ich ein.
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Re: Das Versagen des Spielejournalismus an einem konkreten historischen Beispiel aufarbeiten

Beitrag von Andre Peschke »

Elb356 hat geschrieben: 17. Mär 2026, 15:22 Persönlich angegriffen habe ich hier niemanden (erst als ich persönlich angegriffen wurde, habe ich dementsprechend geantwortet)
Dies als Rechtfertigung für persönliche Anfeindungen und Unterstellungen gegen mich zu nehmen, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.
Es ist dein Forum und deine Regeln, das akzeptiere ich. Aber ein respektvoller Umgang miteinander ist mir schon wichtig. Wie bereits geschrieben bin ich offen für Selbstkritik und ein freundlicherer Ton, den ich sicherlich nicht immer perfekt treffe, macht bei so einem hitzigen Thema viel aus. Das sehe ich ein.
Das ist keine Rechtfertigung für diejenigen, die ihrerseits dann in ihren Antworten übertreiben. Das schrieb ich oben bereits:
Andre Peschke hat geschrieben: 16. Mär 2026, 17:47 Das rechtfertigt nicht, wenn das Echo dann seinerseits überschießend ist.
Ich weise dich nur darauf hin, dass du selbst auch eine Verantwortung dafür trägst, dass hier ein angenehmer Umgangston herrscht und dazu trägt die Vehemenz und damit einhergehende Unsachlichkeit deines Vortrags eben nicht bei. Wenn du das einsiehst, ist bereits alles gut. Mir ging es darum zu erklären, dass persönliche Angriffe nicht ok sind, aber sie entstanden hier auch nicht in einem Vakuum.
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Re: Das Versagen des Spielejournalismus an einem konkreten historischen Beispiel aufarbeiten

Beitrag von BärmitgutemGeschmack »

Elb356 hat geschrieben: 17. Mär 2026, 14:28 Ich habe meine Meinung und Ansichten sachlich vertreten, ohne jemanden hier anzugreifen, schon gar nicht auf einer persönlichen Ebene. Darauf hin wurde ich persönlich angegriffen und es wurden mir Dinge unterstellt. Aber wenn das hier nicht gewünscht ist und bestimmte Meinungen nicht zulässig sind, dann ist das wohl so.

Edit: ich bin durchaus offen für Selbstkritik. Man kann mir sagen wo ich mich im Ton vergriffen habe und ich entschuldige mich bei dem jenigen, wenn das der Fall gewesen sein sollte.
Zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung besteht zuweilen eine gewisse Diskrepanz.
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Re: Das Versagen des Spielejournalismus an einem konkreten historischen Beispiel aufarbeiten

Beitrag von Elb356 »

BärmitgutemGeschmack hat geschrieben: 17. Mär 2026, 16:09
Elb356 hat geschrieben: 17. Mär 2026, 14:28 Ich habe meine Meinung und Ansichten sachlich vertreten, ohne jemanden hier anzugreifen, schon gar nicht auf einer persönlichen Ebene. Darauf hin wurde ich persönlich angegriffen und es wurden mir Dinge unterstellt. Aber wenn das hier nicht gewünscht ist und bestimmte Meinungen nicht zulässig sind, dann ist das wohl so.

Edit: ich bin durchaus offen für Selbstkritik. Man kann mir sagen wo ich mich im Ton vergriffen habe und ich entschuldige mich bei dem jenigen, wenn das der Fall gewesen sein sollte.
Zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung besteht zuweilen eine gewisse Diskrepanz.
Du willst anscheinend nur provozieren....
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Re: Das Versagen des Spielejournalismus an einem konkreten historischen Beispiel aufarbeiten

Beitrag von Elb356 »

Rane hat geschrieben: 16. Mär 2026, 17:48
Elb356 hat geschrieben: 15. Mär 2026, 17:51 Microtransaktionen halte ich für ein Krebsgeschwür, welches das Medium korrumpiert. Zumindest erwarte ich von jedem, der Videospiele als Kunstform oder als andersweitig kulturell wertvoll betrachtet, eine kategorische Ablehnung von MTX.
Ich mache den MTX-Käufern keinen Vorwurf (zumal diese sehr manipulativ funktionieren), aber das auch noch zu verteidigen um seinen eigenen Konsum zu rechtfertigen, kann ich nicht nachvollziehen. MTX können auch nicht "fair" sein, weil diese keinen Nutzen für das Medium oder den Spieler haben. Alle Mechaniken oder Inhalte sind und waren ohne Bezahlschranke möglich.
Ich bin eine der Personen die Videospiele als künstlerisch wertvoll betrachtet.

Was ist denn z.B. mit Spielen die Dota 2?
Das gibt es jetzt bereits seit über einem Jahrzehnt und es ist kostenlos. Es finanziert sich durch MTX in Form von Hero Skins, Announcern, Couriern, HUD skins etc.

Es gibt Spieler die keinen Cent in das Spiel stecken und es seit Jahren spielen. Es gibt Spieler die kaufen sich mal ein Item um ein Hero-Set zu vervollständigen. Edit: Satz vergessen. Es gibt natürlich auch die die sich Arcana-Skins für 25€ das Stück kaufen.
Die MTX sind alle kosmetischer Natur. Wo ist hier das Problem?
MTX in Form von Skins sind nicht so problematisch wie Pay2Win oder andere spielbeeinflussende Microtransaktionen. Dennoch würde ich sagen, dass sie das jeweilige Spiel grundlegend verändern. In der Analyse und Kritik von Kunst geht es oft darum das Werk in seiner Gesamtheit zu betrachten ohne gewisse Dinge auszuklammern oder von vorne rein als unwichtig abzutun. Es macht einen Unterschied ob ich etwas in der Spielwelt finde oder mit Echtgeld bezahle. Nicht nur das Werk an sich verändert sich, sondern ebenso die Wahrnehmung des Spielers. Bei Multiplayer-Games nimmt man Mitspieler mit teuren Skins anders war. Bei Singleplayer-Games sagen selbst kosmetische Items und die Art und Weise wie und wo man diese findet (oder wie man diese freischaltet) etwas über die Spielwelt aus.

Kosmetische Microtransaktionen waren am Anfang das Einfallstor für alle andere Formen vom MTX. Ich weiß auch gar nicht, ob die Unterscheidung von kosmetischen MTX zu den anderen Formen von MTX so eindeutig oder sinnvoll ist. Bei CS:GO sind die Skins regelrecht zu einem Gambling-Minispiel mutiert.
Andere Dinge wie das visuelle Setting eines Spiels sind zwar nicht notwendig für den Spielfortschritt. Dennoch würde niemand auf die Idee kommen diese in entsprechende kosmetische Microtransaktionen auszulagern. Das Visuelle eines Spiels sehe ich nicht als unbedeutender als das tatsächliche "Gameplay" an.

Ob sich Videospiele und die Industrie ohne jegliche Form von MTX anders entwickelt hätten, ist schwer zu beurteilen. Das wäre Spekulation. Es wäre aber sicherlich nicht der Untergang des Mediums gewesen.
Zuletzt geändert von Elb356 am 19. Mär 2026, 19:18, insgesamt 1-mal geändert.
Elb356
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Re: Das Versagen des Spielejournalismus an einem konkreten historischen Beispiel aufarbeiten

Beitrag von Elb356 »

tanair hat geschrieben: 16. Mär 2026, 17:26
Elb356 hat geschrieben: 16. Mär 2026, 15:30
bonkic hat geschrieben: 16. Mär 2026, 10:11

puh.
Doch, das erwarte ich. In anderen Medien gibt es bei so etwas viel mehr Gegenwehr - vor allem auf einer fundamentalen Mediumsebene und nicht auf einer "sind die Preise fair"-Ebene.
Bei Videospielen ist es aber besonders tragisch, weil das eigentliche Alleinstellungsmerkmal der Interaktivität damit korrumpiert wird.
Es ist am ehesten noch vergleichbar mit KI, bei der auf einer grundlegenden Ebene das angegriffen wird, was Kunst und Kultur ausmacht

Microtransaktionen machen einen derart großen Teil von Videospielen aus (wirtschaftlich gesehen sogar den größten je nach Statistik), dass Spieler es als einen integralen Bestandteil des Mediums begreifen und sich sogar damit identifizieren, was ich für einen Fehler halte.
Gibt es bei anderen Medien so viel Gegenwehr wie du behauptest?
Lassen wir das Thema KI weg, da es beim Gaming, Film, Musik und Kunst heftige Gegenwehr gibt. Schauen wir an ob es bei anderen Medien mehr Gegenwehr gibt?

Gibt es bei der Musik Gegenwehr gegen Spotify und sein Algorithmus? Nein! Vielleicht kritische Stimmen, aber die meisten Musiker haben sich angepasst: Songs werden immer Freitags veröffentlicht für die neue Playlist, kurze Songs, nur Singles, Catchy und schnell zum Refrain.
Sowas wie Bohemian Rhapsody von Queen gibt es kaum noch. Wo ist die große Gegenwehr der Musikindustrie von der hier sprichst?

Gibt es Gegenwehr in der Filmindustrie? Nein! 3D, unnötige Überlänge von Filmen damit das Kinoticket extra kostet, Produktplatzierungen in Filmen, unnötige Sequels, etc. etc. Bei Serien ist es genauso.
Es wird alles gemacht um vom Kunden auch noch das letzte Cent rauszudrücken. Wo ist die große Gegenwehr der Filmindustrie von der hier sprichst?

Kannst du Beispiele nennen für diese Gegenwehr? Ich meine damit nicht Gegenwehr gegen den Verlust des Jobs, wie es bei KI der Fall wäre, sondern Gegenwehr gegen höhere Einnahmen. Etwas was der Industrie mehr Geld verschaffen könnte.

Edit: ergänzend auch hier: Gegenwehr der Literatur gegen diese Überflutung an Krimisserien, Sachbücher über persönliche Entwicklung, Fantasy-Romance?
Gibt es hier Gegenwehr in der Literaturbranche? Weigert sich eine Frankfurter und Leipziger Buchmesse solche Bücher auszustellen, da man nicht den 1000sten Ostfrieslandkrimi braucht?
Es kommt mir so vor, als ob viele Autoren und Verlage gar nicht mehr Bücher schreiben aus Liebe zur Literatur wie Kafka, sondern mehr um mehr Geld damit zu verdienen.
Das ist ein berechtigter Einwand und bei den meisten Sachen hast du sicherlich Recht. Das KI-Thema, bei dem es noch Mediums-Unterschiede gibt, würde ich da allerdings nicht komplett ausklammern wollen. KI ist ein passender Vergleich, weil es ähnlich wie Microtransaktionen einen direkten Einfluss auf die Integrität des Mediums hat.

Vieles hat mehr mit der Zeit, in der wir leben, zu tun und weniger damit um welches Medium es sich handelt. Film, Literatur, Musik und Videospiel und der dazugehörige Journalismus/die Kritik haben alle ähnliche Probleme und Herausforderungen. Beim Film war diese Gegenwehr und Kritikbereitschaft auf einer analytischen Ebene aber vor einiger Zeit wesentlich ausgeprägter als es beim Videospiel jemals der Fall war. Gerade im Hinblick auf den Film als Kunst und Kulturgut und nicht als Konsumprodukt. Auch wenn davon nicht sehr viel übrig geblieben ist, halte ich es für notwendiger denn je diese Perspektive einzunehmen. Nicht nur beim Film, sondern genauso beim Videospiel.
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Terranigma
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Re: Das Versagen des Spielejournalismus an einem konkreten historischen Beispiel aufarbeiten

Beitrag von Terranigma »

Elb356 hat geschrieben: 15. Mär 2026, 17:51 Microtransaktionen halte ich für ein Krebsgeschwür, welches das Medium korrumpiert.
Ich teile deine Position in der Sache nicht, aber ich bin interessiert. Wie würdest du in knapper Form von Thesen deine Argumente und Einwände zusammenfassen?
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Elb356
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Re: Das Versagen des Spielejournalismus an einem konkreten historischen Beispiel aufarbeiten

Beitrag von Elb356 »

Terranigma hat geschrieben: 19. Mär 2026, 20:33
Elb356 hat geschrieben: 15. Mär 2026, 17:51 Microtransaktionen halte ich für ein Krebsgeschwür, welches das Medium korrumpiert.
Ich teile deine Position in der Sache nicht, aber ich bin interessiert. Wie würdest du in knapper Form von Thesen deine Argumente und Einwände zusammenfassen?
Puh, das in wenigen Sätzen zusammenzufassen ist schwierig. Ein paar Dinge habe ich ja schon in meinen vorherigen Posts dazu geschrieben. Es geht mir um die Integrität des Mediums. Ein passender Vergleich sind vielleicht interaktive Filme, die ich aufgrund des interaktiven Anteils nicht mehr als Filme, sondern stattdessen als Videospiele ansehen wollen würde. Der interaktive Teil "korrumpiert" sozusagen den Film (was gar kein wertendes Urteil über interaktive Filme sein soll).
Bei Videospielen sind es Microtransaktionen, die das Medium korrumpieren. Unter anderem weil der Einsatz von Echtgeld von äußeren Faktoren abhägig ist (finanzielle Situation des Spielers etc.) und somit sich von allen anderen interaktiven Elementen grundlegend unterscheidet. Hätten alle Spieler in einem fiktionales Szenario unendlich viele finanzielle Ressourcen für den Kauf von Microtransaktionen, könnte man argumtieren, dass sich dieser grundlegende Unterschied auflösen würde. Aber dann wären es vermutlich keine Microtransaktionen mehr.

Am Ende hängt viel mit der Frage zusammen, wie und ob man ein Medium definieren möchte. Ich persönlich halte das für sinnvoll und gewinnbringend. Es muss ja nicht bei einer Definition oder nur einer idealisierten Vorstellung bleiben.

Kurz zur Krebsgeschwür-Begrifflichkeit. Krankheitsmetaphern kommen in der Philosophie und in anderen akademischen Bereichen ja durchaus vor. Man vergleicht Dinge, Konzepte oder Entwicklungen mit Krankheitsbildern und verdeutlicht damit etwas. Meine emotionale Abneigung zu MTX spielt da aber sicherlich auch mit rein, was ich gar nicht abstreiten möchte. :D

Mich würde interessieren, was deine Position ist :)
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Terranigma
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Re: Das Versagen des Spielejournalismus an einem konkreten historischen Beispiel aufarbeiten

Beitrag von Terranigma »

Gebe zu, dass ich da gar keine starke Meinung zu habe, weil ich zu dem ganzen Themenbereich "Sind Videospiele Kunst oder nicht?" keinerlei starken Empfindungen habe, da sich daraus für mich keinerlei anderer Blick auf das Medium ergibt. Auch weil ich mit dem Kunst-Begriff persönlich so viel nicht anfangen kann, und ich mich auch nicht sonderlich mit Ästhetik beschäftigt habe - das ist einfach keines meiner Interessen. Es gibt konkrete "Ästhetiken" sozusagen, die ich schlichtweg sehr ansprechend finde - vieles was im japanischen Kontext unter mono no aware und Co läuft - oder auch das Konzept des negative space, aber beispielsweise würde ich jetzt so spontan bereits die These nicht mitgehen, dass Videospiele insgesamt Kunst sind. Es gibt Videospiele, die würde ich als Kunst wahrnehmen. Aber das Medium insgesamt nicht. Genauso wenig würde ich etwa den Film oder die Musik insgesamt als Kunst bezeichnen, sondern manches davon auch schlichtweg als "Unterhaltungsprodukt" bezeichnen, das eine Funktion erfüllt aber darüber hinausgehend auch nicht mehr ist als das. Das meine ich gar nicht wertend.

Umgekehrt gibt's Dinge, die selbst in ihrem Entstehungskontext als (Kunst-)Handwerk begriffen wurden, aber nicht als Kunst und deren Erschaffer als Handwerker begriffen wurden, aber nicht als Künstler, was ich dennoch als Kunst begreife. Auch hier habe ich wieder'n japanischen Kontext im Hinterkopf, wo der Farbholzdruck, das s.g. ukiyoe, als Handwerk begriffen wurde und die Verantwortlichen - es waren immer mehrere Personen bei der Erstellung eines Holzdrucks beteiligt - als einzelne (Kunst-)Handwerker in einem Arbeitsprozess. Viele dieser ukiyoe hatten auch banale Funktionen, z.B. als frühe Form des Werbeplakats. Mit meinem heutigen Blick empfinde ich sie aber als künstlerisch; und auch Europäer zu der Zeit begriffen dies als Kunst, als sie es sahen. Das ist in etwa so, als würde jemand ein Filmplakat für den nächsten Star Wars-Film als Kunst bezeichnen. Ich nehme an, viele dürften dem widersprechen und sagen, dass es womöglich schön und ansprechend aussieht, es aber keine Kunst sei. Andere sehen's anders. Will damit sagen: Für mich persönlich ist dieser Begriff recht trivial, weil sich an meiner Wahrnehmung eines Videospiels nichts ändert, ob ich es als Kunst begreife oder nicht. Ich würde diesem Medium insofern an sich keine künstlerische Integrität zuschreiben, weil viele Videospiele in meinen Augen lediglich Unterhaltungsprodukte sind, die von Unterhaltungshandwerkern mit der Funktion der Unterhaltung geschaffen wurden. Wie gesagt, gibt es natürlich Ausnahmen. Aber deshalb habe ich was Microtransactions keinerlei starke Meinung, oder überhaupt Empfindungen, was deren Einfluss auf den künstlerischen Status des konkreten Spiels oder des Mediums an sich anbelangt.


Ich würde insgesamt sagen, dass Microtransactions viele Spiele zu schlechteren Spielen machen, weil sie Auswirkungen auf das Spieldesign nehmen. Aber das hängt dann vom jeweiligen Spiel und der jeweiligen Umsetzung ab. In manchen Spielen sind die Auswirkungen erheblich, und das Spiel wird dadurch erheblich schlechter. Bei manchen Spielen ist dem nicht so, beispielsweise wenn es um kosmetische Items etwa in Multiplayer-Titeln geht, wo für mich die Spielmechanik und nicht das Aussehen der Figur maßgeblich ist, beispielsweise bei einem Arc Raider. Dementsprechend blicke ich wohl gar nicht aus der Perspektive auf das Medium, aus der du darauf schaust. Ich habe eher ein moralisches Problem im Kontext von F2P: Diese werben ja damit, dass sie für alle kostenfrei sind. Zugleich gibt nur ein vergleichsweise geringer Anteil der Spieler überhaupt je Geld aus - d.h. damit ein F2P-Spiel sich finanziert, und damit für alle kostenfrei verfügbar ist, muss es einen gewissen Anteil an Spielern geben, die entweder sehr regelmäßig kleinere Beträge und/oder unregelmäßig größere Summen ausgeben. Ich habe hier an meiner Schule bereits Jugendliche in Klasse 8 gehabt, die laut eigener Aussage um die 200€ und teils mehr in ein einzelnes Spiel investiert haben. Mein moralisches Problem ist dieses: Man will kostenlos ein Spiel spielen, an dessen Finanzierung man sich durch eigene In-Game-Käufe nicht (nennenswert) beteiligt, und weiß zugleich, dass man nur deshalb kostenfrei spielen kann, weil es auch Menschen gibt, die in einem finanziell ungesundenen Maße dort regelmäßige und/oder sehr große In-Game-Käufe tätigen, durch die das ganze Geschäftsmodell überhaupt erst ermöglicht wird. Gäbe es diese Opfer nicht, könnte man nicht spielen. Ich habe keine Ahnung von Star Citizen, aber so vom Seitenrand betrachtet scheint das Spiel sehr hart mit FOMO, u.ä. predatory Psycho-Tricks zu arbeiten, um Menschen zum Kauf zu incentivieren, die genau für solche Mechanismen anfällig sind.

Just my 5 cents.
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