MenschDer hat geschrieben: ↑8. Mai 2026, 00:30
BärmitgutemGeschmack hat geschrieben: ↑7. Mai 2026, 18:41
Das erinnert mich alles so extrem an Dinge, die ich in Büchern gelesen habe. In Geschichtsbüchern. Über das Ende der Weimarer Republik.
Ich denke mit schrägen und hysterischen Vergleichen hilft man wieder nur der AfD.
Die AfD ist nicht die NSDAP und die Bundesrepublik nicht Weimar.
Selbst wenn die AfD im Bund die absolute Mehrheit bekommt, also das WORST Worst Case Szenario, würde Deutschland nicht zur Nazidiktatur.
Die AfD würde versuchen Deutschland nach dem Vorbild von PiS in Polen oder Orban in Ungarn in eine illiberale Demokratie umzuformen. Das ist selbst in den genannten Ländern nur zeitweise gelungen und ist in Deutschland - mit viel stärkeren Sicherungssystemen für eine wehrhafte Demokratie - nochmal viel schwerer.
Eine AfD-Regentschaft wäre im höchsten Maße unappetitlich und schlimm - selbst in einem Bundesland. Mit Endzeitpanik erreicht man aber nix.
Mit Kleinreden der Gefahr durch die AfD und betonen, dass sie ja gar nichts mit der NSDAP zu tun hätte, erreicht man aber auch nichts positives. Die genannten Sicherheitssysteme muss man für die Wehrhaftigkeit auch nutzen und das wird ja aktuell auch aktiv vermieden. Wieso sollte das bei einer absoluten Nazi-Mehrheit besser sein? Btw: Selbst unter den Nazi-Gesetzen waren einige der Naziverbrechen rechtlich Verbrechen, es hat nur niemanden gejuckt (und teilweise sind die Schuldigen in der BRD danach sogar noch freigesprochen worden, hätte ja niemand von ausgehen gehen können, dass die Ermordung von bestimmten Menschen NS-Gesetzen widerspräche).
Daneben gibt es ideell doch auch sehr viele sehr unangenehme Dinge, die von AfD-Menschen gesagt wurden, die sich kaum von Aussagen von NSDAP-Politikern unterscheiden lassen („so fürchte ich, nicht um eine Politik der ‚wohltemperierten Grausamkeit‘ herumkommen“) und wenn ich dann immer noch Aussagen lese, man müsste die AfD mal probieren lassen, damit sie sich selbst entzaubert oder da es ja auch nicht schlimmer als jetzt sein könne: Ganz klares Nein! Du nennst es ja unappetitlich, aber es bleibt ja nicht dabei, dass man einmal würgen muss und dann ist alles wieder wie vorher. Aussagen von diversem AfD-Personal lässt erahnen, dass sie massiven Schaden an der freiheitlichen Demokratie anrichten. Wieso sollte man darauf vertrauen, dass es "nur" so viel Schaden wie in Ungarn anrichtet (als ob das nicht schon schlimm genug wäre)? Trump zeigt auch sehr anschaulich, wie viel Schaden man in wenig Zeit anrichten kann, wenn man nur genug Gleichgesinnte an den richten Stellen hat. Es wird sehr viel länger wieder dauern, die Schäden zu reparieren, falls es überhaupt möglich sein sollte. Auch ohne dritten Weltkrieg (den sehe ich durch die AfD auch nicht direkt kommen) und ohne neuen Genozid können da Schäden entstehen, die man absolut verhindern wollen sollte. Bei einer AfD mit Abstand auf Platz 1 bei Umfragen zur hypothetischen sonntäglichen Bundestagswahl (begleitet von Aussagen wie oben genannt) wird mir da richtig übel. Die 1930er haben gezeigt, dass jene, die darauf vertraut haben, dass es schon nicht so schlimm wird, schlussendlich den kürzeren gezogen haben. Da kann ich auch echt nicht darauf vertrauen, dass es vielleicht nur wie unter Orban wird.